Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

10 Fragen für den Überblick

Der Bund will das Problem der Antibiotika-Resistenz eindämmen. Doch worum geht es überhaupt?

Antibiotika-resistente Bakterien werden zur tödlichen Gefahr. Immer mehr Infektionen lassen sich nur noch schlecht oder gar nicht mehr therapieren. Nun wollen die Bundesbehörden den Einsatz von Antibiotika regulieren. Im Quiz findest du heraus, wie gut du dich mit dem Thema auskennst.

18.12.14, 14:49 18.12.14, 15:08
1.Fangen wir ganz vorne an: Wann wurde zum ersten Mal einem Menschen ein wirksames Antibiotikum verabreicht?
** ARCHIV ** Sir Alexander Fleming ist auf einem Bild aus dem Jahre 1952 in einem Labor des Wright Fleming Instituts in London zu sehen. Vor 80 Jahren entdeckte der Bakteriologe Alexander Fleming das Penizillin - und damit das erste Antibiotikum. Der Zufallsfund leitete eine neue Aera der Medizin ein. Blutvergiftungen, Diphtherie, Meningitis, Syphilis oder Gonorrhoe: Vielen Geisseln der Menschheit nahm das Antibiotikum zumindest einen Teil ihrer Schrecken. (AP Photo/Archiv) ** zu unserem KORR. APD4717 ** --- ** FILE ** Sir Alexander Fleming is seen in 1952 at London's Wright Fleming Institute. The Scottish bacteriologist discovered penicillin at St. Mary's Hospital in London in September 1928. The mold, called Penicillium notatum, was discovered by accident and produced a substance named penicillin which ultimately saved millions of people from life-threatening infections. It is considered one of the great advances of modern medicine in the 20th  century. Fleming was knighted in 1944.  In 1945 he shared the Nobel Prize for Physiology or Medicine.  (AP Photo/File)
AP
In den 1920ern
In den 1940ern
In den 1960ern
In den 1970ern
2.Wie kommt es, dass Bakterien gegen ein Antibiotikum resistent werden können?
Berlin/ Eine Kolonie des Bakteriums Klebsiella pneumoniae, kultiviert in einer Petrischale mit Naehrlosung (Foto aus dem Jahr 1976). Klebsiella-Bakterien werden mit dem Tod dreier Fruehchen im Klinikum Bremen-Mitte in Verbindung gebracht. Bei der Gattung Klebsiella handelt es sich um Staebchenbakterien, die im Boden, in Gewaessern und auf Getreide leben. Die Bakterien-Art Klebsiella pneumoniae, auch bekannt als Friedlaender-Bakterium, kommt als Darmkeim im Verdauungstrakt des Menschen vor. (zu dapd-Text). Foto: -/CDC/dapd
AP CDC
Das passiert nur dann, wenn mehrere unterschiedliche Bakterien-Typen im Körper zusammenkommen.
Weil manche Bakterien beim menschlichen Körper einen Mechanismus auslösen, wodurch der Körper selber das Antibiotikum abbaut.
Weil sie sich rasch vermehren und ab einer gewissen Anzahl von Bakterien ein Antibiotikum nichts mehr ausrichten kann.
Weil sie sich rasch vermehren und dabei mutierte Varianten entstehen, gegen die das Antibiotikum dann keine Wirkung mehr hat.
3.Zu den ersten multiresistenten Keimen gehörten die MRSA, die sich in den 1980er Jahren weltweit ausbreiteten. Welche der folgenden Aussagen ist richtig?
A nurse holds a dose of experimental vaccine
KEYSTONE
Heute gibt es in der Schweiz keine MRSA-Infektionen mehr.
In den Spitälern der französischen Schweiz sind bei Routineuntersuchungen rund 30 Prozent der Patienten mit MRSA infiziert, in der Deutschschweiz nur drei Prozent.
Schweizweit zeigt sich bei Routineuntersuchungen eine Infektionsrate von 30 Prozent.
Es liegen keine Daten vor.
4.An die Stelle der damals so gefährlichen MRSA-Resistenz ist nun eine andere Art getreten. Nämlich die ESBL-Resistenz. Was ist das Erschreckende daran?
UNDATIERTES HANDOUT - Wie Durchfallerreger den Darm besetzen - Salmonellen (rot) muessen sich gegen die Bakterien der Darmflora (kleine gruene Strichlein) durchsetzen. Dies gelingt ihnen, wenn einige Salmonellen die Zellen der Darmwand (blau) befallen und absterben, aber gleichzeitig eine Entzuendung ausloesen, die den verbliebenen Salmonellen eine rasche Vermehrung ermoeglicht.(PHOTOPRESS/SNF/Institut fuer Mikrobiologie ETH Zuerich)Abdruck mit Autorenangabe und nur zu redaktionellen Zwecken.HANDOUT - Agents pathogenes: la strategie des salmonelles pour occuper l’intestin - Les salmonelles (en rouge) doivent s’imposer face aux bacteries de la flore intestinale (petit pointille vert). Elles y parviennent lorsque quelques salmonelles attaquent les cellules de la paroi intestinale (en bleu) et meurent: cela declenche une inflammation et permet aux salmonelles restantes de se reproduire rapidement. (PHOTOPRESS/FNS/Institut de mircrobiologie de l’EPFZ)
PHOTOPRESS/SNF/INSTITUT FUER MIKROBIOLOGIE ETH ZUERICH
In der Schweiz sind drei von vier Poulet-Erzeugnissen mit solchen ESBL-Keimen kontaminiert.
Diese Art von Resistenz kann beim Menschen nicht erkannt werden, was sie besonders gefährlich macht.
Diese Resistenz breitet sich zehnmal so schnell wie die MRSA-Resistenz aus.
Diese Art von Resistenz ist so gut wie nicht erforscht.
5.Wie kommt es, dass so viel Hühnerfleisch kontaminiert ist?
Laying hens in the outdoor area, pictured on June 7, 2013, on Mister Inauen's farm, where eggs are produced in a barn system, in Duernten, canton of Zurich, Switzerland.Legehennen im Aussenbereich, aufgenommen am 7. Juni 2013 auf dem Bauernhof mit Legehennen in Bodenhaltung von Herrn Inauen in Duernten, Kt. Zuerich. (KEYSTONE/Gaetan Bally)
KEYSTONE
Schweizer Bauern verabreichen ihren Hühnern viel zu viel Antibiotika.
Die Keime werden beim Abpacken übertragen. Selbst wenn nur ein Huhn kontaminiert war, übertragen sich die Keime auf weitere Fleischstücke.
Neun von zehn Schweizer Masthühnern stammen von Stammeltern eines schottischen Zuchtkonzerns ab. Dort liegt auch der Ursprung der Keime.
90 Prozent des Schweizer Hühnerfleischs ist falsch deklariert, nicht aus der Schweiz stammt und in den anderen Ländern zu viel Antibiotikum verabreicht wird.
6.Und nicht nur bei Tieren, sondern auch bei Menschen werden die ESBL-Keime immer häufiger entdeckt. Am Unispital Zürich wurden im Jahr 2002 gerade mal 30 entsprechende Proben registriert. Acht Jahre später waren es bereits 161. Wie viel Prozent der Schweizer Bevölkerung trägt heute den resistenten Keim in sich?
Haupteingang des Universitaetsspital Zuerich USZ in Zuerich am Mittwoch, 26. Mai 2010. (KEYSTONE/Walter Bieri)
KEYSTONE
Weniger als 1 Prozent
Rund 6 Prozent
Rund 12 Prozent
Knapp 20 Prozent
7.Ein Teil des Problems findet seinen Ursprung in der Nutztierhaltung. Denn hier kommt Antibiotikum häufig prophylaktisch zum Einsatz. Wie gross ist die Menge an Antibiotikum, die jährlich in der Schweizer Nutztierhaltung verabreicht wird?
Seit bald zweieihalb Jahren produziert und verkauft die Grossmuehle Meyerhans Hotz AG im thurgauischen Weinfelden Futtermittel, das das verbotene Antibiotikum Furazolidon enthaelt. Das seit 2001 in der Schweiz verbotene Schweinefuetter-Zusatzmittel wurde in zwei Thurgauer Schweinemaestereien entdeckt. Furazolidon steht im Verdacht, Krebs zu erregen und das Erbgut zu schaedigen. (KEYSTONE/Mario Gaccioli)
KEYSTONE
20'000 Tonnen
40'000 Tonnen
60'000 Tonnen
80'000 Tonnen
8.Ein weiterer Faktor verstärkt das Problem der Antibiotika-Resistenz. Welcher?
The picture, dated 06 July 2005, shows an employee of the pharma company Bayer checking the production of aspirin pills in Bitterfeld, Germany. Due to rising medicine costs the big public health insurance providers do not rule out higher monthly fees. According to the Federal Association of Germans Pharmacist Unions in the first semestre of 2005 the expenditures for phamaceuticals rose 20.1 percent amounting to 11, 1 billion euros.  (KEYSTONE/EPA/Peter Endig)
EPA
Die grossen Pharma-Unternehmen forschen nicht an neuen Mitteln, weil dieses Gebiet nicht rentabel genug ist.
Die Forschungen laufen auf Hochtouren, dennoch ist es den Wissenschaftlern seit Jahren nicht mehr gelungen, ein neues Mittel auf den Markt zu bringen.
Jedes Jahr schiessen neue Antibiotika aus dem Boden, die Natur lässt sich jedoch nicht austricksen – und entwickelt ebenso schnell neue Resistenzen.
Es gibt zu viele Gesetze, die die Freigabe neuer Mittel verhindern.
9.In den USA wurde deshalb die Initiative «10 by 20» lanciert. Sprich: Bis zum Jahr 2020 sollen 10 neue Mittel auf den Markt kommen. Stellt sich die Frage, wo man entsprechende neue Stoffe finden kann. Im Moment hofft man unter anderem auf Organismen aus ... ?
Das Elefantenbaby, welches gestern im Zoo Zuerich geboren wurde, erkundet das Gehege, am Mittwoch, 18. Juni 2014, im Zuercher Zoo. Das Kleine, dessen Geschlecht noch nicht bestimmt ist, ist das dritte Kalb der Elefantendame Indi. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)....A new born elephant baby (name and gender so far unknown), third child of mother Indi explores the compound at the Zoo in Zurich, Switzerlannd, for the first time Wednesday, June 18, 2014. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)
KEYSTONE
...dem Elefanten
La chienne Saint-Bernard Ranna et une partie de ses douze chiots prennent du bon temps ce lundi 31 mars 2014 a Martigny. Le 7 mars dernier, douze bebes chiots sont nes a Martigny. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)
KEYSTONE
...dem Hund
A kangaroo (macropus fuliginosus) lingers in the zoo in Basel, Switzerland, Wednesday, March 10, 2010. (KEYSTONE/ Georgios Kefalas)
KEYSTONE
...dem Känguru
Young chimpanzee Lazima, born on July 29, lingers with mother Benga (34) in the zoo in Basel, Switzerland on Wednesday, August 13, 2014. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)
KEYSTONE
...dem Affen
10.In der Europäischen Union sterben jährlich wie viele Personen an einer Infektion mit antibiotika-resistenten Keimen?
Des croix et pierres tombales au cimetiere du Bois-de-Vaux, Lausanne, ce jeudi 13 aout 2014. (KEYSTONE/Anthony Anex)
KEYSTONE
5000
15'000
25'000
35'000


Abonniere unseren Daily Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Warum die «ewige» Sommerzeit keine gute Idee ist – es hat mit der Dunkelheit zu tun 

Der Sommer ist vorbei, die Tage sind merklich kürzer geworden. Das erinnert uns daran, dass Ende Oktober die Uhren wieder auf Normalzeit (Winterzeit) umgestellt werden. Das Hin und Her mit Sommer- und Winterzeit geht allerdings vielen gehörig auf den Wecker – deshalb sind die Pläne der EU-Kommission, die Umstellung abzuschaffen, populär.

Auch viele Wissenschaftler begrüssen dies. Sie weisen darauf hin, dass der künstliche Wechsel der Biologie widerspricht. Doch zugleich warnen sie vor …

Artikel lesen