Wirtschaft
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Billiges Roaming

Deutsche Telekom macht sich mit einem Trick in der Schweiz konkurrenzfähig

Darüber ärgert sich der Konsument: Wie die Handelszeitung vorrechnet, telefonieren und surfen Kunden deutscher Telekomanbieter hierzulande unter Umständen günstiger als die Schweizer selbst.

Die billigste Flatrate von T-Mobile (ohne vergünstigtes Handy) etwa kostet monatlich 29,95 Euro. Für weitere 5 Euro gibt es eine Roaming-Flatrate für das EU-Ausland und die Schweiz. Das macht 34.95 Euro oder rund 42 Franken. 

Zum Vergleich: Die günstigste Flatrate kostet bei Swisscom monatlich 59 Franken, bei Sunrise  50 Franken und bei Orange 60 Franken. Vollständig deckungsgleich ist der Leistungsumfang bei diesen Abos freilich nicht. Ist beim günstigsten T-Mobile-Abo zum Beispiel das Datenvolumen aufgebraucht, kann nur noch mit maximal 64 Kilobit pro Sekunde gesurft werden – vergleichbar mit einem Analogmodem aus den Anfangszeiten des Internets.

Ernsthafte Konkurrenz wird den hiesigen Anbietern ohnehin kaum erwachsen, denn wer ein Handy-Abo in Deutschland abschliessen will, muss auch seinen Wohnsitz dort haben. 

Trotzdem drängt sich eine Frage auf: Bezahlt die Deutsche Telekom weniger für eine Gesprächsminute auf einem Schweizer Netz als ein Schweizer Handy-Abonnent? Oder ist die Roaming-Flatrate in der Schweiz ein Verlustgeschäft? Als Nicht-Mitglied ist die Schweiz nicht an die regulierten Höchstpreise der EU gebunden.

«Bei einem macht man etwas Gewinn, bei einem anderen zahlt man vielleicht etwas drauf.»

Olaf Schulze, Sprecher Swisscom

Zu den Geschäftsbeziehungen mit seinen ausländischen Partnern will Swisscom keine Angaben machen. Aber Sprecher Olaf Schulze zieht einen Vergleich mit dem eigenen Roaming-Geschäft: «Wenn wir unseren Kunden einen europaweiten Tarif anbieten, dann heisst das nicht, dass wir bei allen Partnern die gleichen Einkaufskonditionen haben. Bei einem macht man etwas Gewinn, bei einem anderen zahlt man vielleicht etwas drauf. Schlussendlich ist es eine Mischkalkulation, die sich unter dem Strich rechnen muss.»

«Sie werden eine Mischrechnung bei der Preisfestlegung gemacht haben.»

Géraldine Mathys, Sprecherin Sunrise

Auch Sunrise geht davon aus, dass die Rechnung für T-Mobile unter dem Strich aufgeht. Als einer der grössten europäischen Anbieter könne das Unternehmen tiefere Roaming-Einkaufspreise aushandeln als kleinere Konkurrenten. «Sie werden eine Mischrechnung bei der Preisfestlegung gemacht haben», so Sprecherin Géraldine Mathys. Demnach dürften die Einnahmen aus der Roaming-Flatrate sämtliche Roaming-Kosten decken, sowohl in billig-regulierten EU-Ländern als auch in teureren Drittmärkten wie der Schweiz.



Abonniere unseren Newsletter

1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen

7 Milliarden für Bodentruppen: 2019 wird das teuerste Jahr in der Geschichte der Armee

Neue Kampfjets sind erst der Anfang: Ein noch geheimer Bericht beschreibt, wie das Militär im nächsten Jahrzehnt die Waffensysteme der Bodentruppen für sieben Milliarden Franken ersetzen soll.

Im linken Flügel der CVP: Hier verorteten Politologen Viola Amherd im Vorfeld ihrer Wahl in den Bundesrat. Seit Anfang Januar ist sie Verteidigungsministerin, die erste Frau in dieser Position, nachdem während Jahrzehnten Männer aus der rechtsbürgerlichen SVP das Militär unter sich hatten. Was bedeutet das für die Zukunft der Armee?

Wer gehofft hatte, als Mitte-Links-Politikerin werde Amherd die milliardenschweren Rüstungsvorhaben ihrer Vorgänger im grossen Stil zugunsten von Bildung und …

Artikel lesen
Link zum Artikel