Wirtschaft
Schweiz

Deutsche Telekom macht sich mit einem Trick in der Schweiz konkurrenzfähig

Billiges Roaming

Deutsche Telekom macht sich mit einem Trick in der Schweiz konkurrenzfähig

09.09.2014, 07:2409.09.2014, 11:12

Darüber ärgert sich der Konsument: Wie die Handelszeitung vorrechnet, telefonieren und surfen Kunden deutscher Telekomanbieter hierzulande unter Umständen günstiger als die Schweizer selbst.

Die billigste Flatrate von T-Mobile (ohne vergünstigtes Handy) etwa kostet monatlich 29,95 Euro. Für weitere 5 Euro gibt es eine Roaming-Flatrate für das EU-Ausland und die Schweiz. Das macht 34.95 Euro oder rund 42 Franken. 

Zum Vergleich: Die günstigste Flatrate kostet bei Swisscom monatlich 59 Franken, bei Sunrise  50 Franken und bei Orange 60 Franken. Vollständig deckungsgleich ist der Leistungsumfang bei diesen Abos freilich nicht. Ist beim günstigsten T-Mobile-Abo zum Beispiel das Datenvolumen aufgebraucht, kann nur noch mit maximal 64 Kilobit pro Sekunde gesurft werden – vergleichbar mit einem Analogmodem aus den Anfangszeiten des Internets.

Ernsthafte Konkurrenz wird den hiesigen Anbietern ohnehin kaum erwachsen, denn wer ein Handy-Abo in Deutschland abschliessen will, muss auch seinen Wohnsitz dort haben. 

Trotzdem drängt sich eine Frage auf: Bezahlt die Deutsche Telekom weniger für eine Gesprächsminute auf einem Schweizer Netz als ein Schweizer Handy-Abonnent? Oder ist die Roaming-Flatrate in der Schweiz ein Verlustgeschäft? Als Nicht-Mitglied ist die Schweiz nicht an die regulierten Höchstpreise der EU gebunden.

«Bei einem macht man etwas Gewinn, bei einem anderen zahlt man vielleicht etwas drauf.»
Olaf Schulze, Sprecher Swisscom

Zu den Geschäftsbeziehungen mit seinen ausländischen Partnern will Swisscom keine Angaben machen. Aber Sprecher Olaf Schulze zieht einen Vergleich mit dem eigenen Roaming-Geschäft: «Wenn wir unseren Kunden einen europaweiten Tarif anbieten, dann heisst das nicht, dass wir bei allen Partnern die gleichen Einkaufskonditionen haben. Bei einem macht man etwas Gewinn, bei einem anderen zahlt man vielleicht etwas drauf. Schlussendlich ist es eine Mischkalkulation, die sich unter dem Strich rechnen muss.»

«Sie werden eine Mischrechnung bei der Preisfestlegung gemacht haben.»
Géraldine Mathys, Sprecherin Sunrise

Auch Sunrise geht davon aus, dass die Rechnung für T-Mobile unter dem Strich aufgeht. Als einer der grössten europäischen Anbieter könne das Unternehmen tiefere Roaming-Einkaufspreise aushandeln als kleinere Konkurrenten. «Sie werden eine Mischrechnung bei der Preisfestlegung gemacht haben», so Sprecherin Géraldine Mathys. Demnach dürften die Einnahmen aus der Roaming-Flatrate sämtliche Roaming-Kosten decken, sowohl in billig-regulierten EU-Ländern als auch in teureren Drittmärkten wie der Schweiz.

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Interview mit neuem Uni Zürich-Rektor
«Ja, die Uni hat Fehler gemacht und der nächste Patzer wird folgen»
Mit zwei Problemen haderte die Universität Zürich in den vergangenen Monaten: Dem Fall Mörgeli und dem umstrittenen UBS-Sponsoring. Der neue Rektor Michael Hengartner nimmt Stellung.
Der neue Rektor der Universität Zürich, Michael Hengartner, räumt in den Fällen Mörgeli und UBS-Sponsoring Fehler ein. Einen Vertrag wie jenen mit der UBS werde die Uni künftig sofort veröffentlichen, sagte Hengartner in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag». Und die Entlassung der Titularprofessorin Iris Ritzmann «sei nicht gut gelaufen». Bei einer Universität dieser Grösse werde es aber immer Fehler geben, sagte er. «Ich garantiere Ihnen: Der nächste Patzer wird kommen.» Wichtig sei aber, dass Politik und Öffentlichkeit wüssten, dass die Uni Fehler aufgreife und alles tue, damit sie kein zweites Mal passierten. Die Uni wolle sich verbessern. Die Politik werde nicht mehr lange Geduld haben. Durch die Geheimhaltung des Sponsoring-Vertrages mit der UBS habe sich die Uni einen Bärendienst erwiesen, sagte der 47-Jährige weiter. Es sei klar, dass man solche Verträge künftig sofort veröffentlichen werde. «Sollte ein Geldgeber von uns verlangen, dass der Vertrag nicht öffentlich gemacht wird, werden wir das Geld nicht annehmen.»
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