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Ursprung einer famosen Karriere – 17-jähriger Pelé führt Brasilien zur WM-Titelpremiere

Der erst 17-jährige Pelé führte Brasilien an der WM 1958 in Schweden zum ersten WM-Titelgewinn. Den WM-Final gegen Gastgeber Schweden gewann Brasilien (5:2) auch dank einem Doppelpack von Pelé, der als bester Fussballer aller Epochen gilt.

Publiziert: 28.06.20, 11:09 Aktualisiert: 28.06.20, 17:14

Pelé musste die ersten beiden WM-Spiele wegen einer Verletzung aussetzen und debütierte erst im letzten Gruppenspiel Brasiliens gegen die damalige Sowjetunion.

Erst im Viertelfinal gegen Wales hatte er sein erstes Tor erzielt, bevor ihm im Halbfinal gegen Frankreich ein Hattrick gelang. Jene drei Tore zum 5:2-Erfolg realisierte er innerhalb von rund 20 Minuten.

Schliesslich steuerte Pelé im Final eine Doublette und seine WM-Tore Nummer 5 und 6 zum Erfolg bei, wodurch er Brasilien den ersten von mittlerweile fünf WM-Titeln bescherte.

Pelé gewinnt mit 17 Jahren bereits seinen ersten WM-Titel. Bild: AP NY

Im Final vor 50'000 Zuschauern im Stockholmer Rasunda-Stadion gerieten die Brasilianer auf einem durch Starkregen aufgeweichten Terrain erstmals überhaupt im Turnier in Rückstand. Doch die Südamerikaner wendeten rasch das Blatt mit einem Doppelschlag durch Vava (9./32.).

Dies jeweils auf Vorarbeit des legendären Flügelstürmers Garrincha, der damals wie Pelé seine erste WM-Endrunde bestritt. In der 55. Minute folgte dann der grosse Auftritt von Pelé. Mit überragendem Ballgefühl und spielerischer Leichtigkeit düpierte er Gegenspieler und erzielte auf spektakuläre Art das 3:1.

Der spätere brasilianische Nationaltrainer Mario Zagallo führte mit dem 4:1 die Vorentscheidung herbei (68.), ehe Pelé auch noch einen sehenswerten Schlusspunkt setzte (90.).

Erstmals weltweite TV-Bilder

Die WM 1958 in Schweden markierte eine neue Ära für WM-Endrunden. Obwohl die WM in der Schweiz vier Jahre zuvor im Fernsehen übertragen wurde, war die Endrunde von 1958 die erste mit globaler TV-Resonanz. Zum ersten Mal konnten sich Menschen aus allen Teilen der Welt eine Fussball-WM ansehen.

Pelé im Finale gegen Schweden. Bild: AP NY

Die TV-Bilder und die Endrunde in Schweden bildeten gemeinsam die perfekte Bühne, auf der die Karriere des grössten Ausnahmekönners aller Zeiten lanciert wurde: Edson Arantes do Nascimento, besser bekannt als Pelé, der FIFA-Weltfussballer des 20. Jahrhunderts.

Mehrere WM-Rekordmarken von Pelé

Mit 17 Jahren und 239 Tagen ist Pelé seither der jüngste Spieler, der jemals an einer Weltmeisterschaft getroffen hat. Dies tat er mit seinem ersten WM-Siegtreffer beim 1:0-Sieg im WM-Viertelfinal gegen Wales.

Auch ging der in ärmlichsten Verhältnissen im brasilianischen Hinterland aufgewachsene Pelé an jener WM als jüngster Spieler in die Geschichtsbücher ein, der jemals eine WM gewinnen konnte. Er ist bis heute auch der einzige Spieler, der drei WM-Titel gewinnen konnte (noch 1962 und 1970).

Und Pelé ist nur einer von drei Spielern, die an vier verschiedenen Weltmeisterschaften Tore erzielten. Auf Klubebene gewann Pelé in 17 Jahren mit Santos 26 nationale und internationale Titel.

Pelé im November 2019 in Santos, Brasilien. Bild: EPA

Mit der famosen WM-Premiere von Pelé von 1958 brach die WM-Dynastie der technisch extrem versierten, eleganten und fortan fast unbezwingbaren Brasilianer an. Der Fussball war nie wieder so wie zuvor.

Brasilien spielte beispielsweise mit zwei Mittelstürmern, die in der Offensive von zwei Flügelspielern unterstützt wurden. Dadurch mussten die Gegner ihre Abwehr mit ursprünglich nur einem Innenverteidiger umstellen. Auch die flinken Aussenverteidiger Brasiliens trugen ihren Teil zu Brasiliens Offensivspektakel bei. Nach der WM wurde Brasiliens Spielsystem von zahlreichen Teams adaptiert. Doch das Original blieb unerreicht. (sda)

Europas Rekordmeister im Fussball

Spanien: Real Madrid – 34 Titel, zuletzt 2019/20. Erster Verfolger: FC Barcelona – 26 Titel. keystone / Rodrigo Jimenez
Deutschland: Bayern München – 30 Titel, zuletzt 2019/20. Erster Verfolger: 1. FC Nürnberg – 9 Titel. keystone / Kai Pfaffenbach
England: Manchester United – 20 Titel, zuletzt 2012/13. Erster Verfolger: FC Liverpool – 19 Titel. EPA / PETER POWELL
Italien: Juventus Turin – 36 Titel, zuletzt 2019/20. Erste Verfolger: Inter Mailand – 19 Titel. EPA/ANSA / ALESSANDRO DI MARCO
Frankreich: AS Saint-Etienne – 10 Titel, zuletzt 1980/81. Erster Verfolger: Olympique Marseille und Paris St-Germain – 9 Titel. L'EQUIPE /
Schweiz: Grasshoppers – 27 Titel, zuletzt 2002/03. Erster Verfolger: FC Basel – 20 Titel. KEYSTONE / STR
Österreich: Rapid Wien – 32 Titel, zuletzt 2007/08. Erster Verfolger: Austria Wien – 24 Titel.
Portugal: Benfica Lissabon – 37 Titel, 2018/19. Erster Verfolger: FC Porto – 29 Titel. AP / FRANCISCO SECO
Türkei: Galatasaray Istanbul – 22 Titel, zuletzt 2018/19. Erster Verfolger: Fenerbahce Istanbul – 19 Titel. AP
Griechenland: Olympiakos Piräus – 46 Titel, zuletzt 2020/21. Erster Verfolger: Panathinaikos Athen – 20 Titel. EPA/ANA-MPA / PANAGIOTIS MOSCHANDREOU
Niederlande: Ajax Amsterdam – 35 Titel, zuletzt 2020/21. Erster Verfolger: PSV Eindhoven – 24 Titel. AP / VINCENT JANNINK
Belgien: RSC Anderlecht – 34 Titel, zuletzt 2016/17. Erster Verfolger: FC Brügge – 16 Titel.
Schottland: Glasgow Rangers – 55 Titel, zuletzt 2020/21. Erster Verfolger: Celtic Glasgow – 51 Titel.
Norwegen: Rosenborg Trondheim – 26 Titel, zuletzt 2018. Erster Verfolger: Fredrikstad FK – 9 Titel.
Schweden: Malmö FF – 21 Titel, zuletzt 2020. Erster Verfolger: IFK Göteborg – 15 Titel. Imago / Christian rnberg
Dänemark: FC Kopenhagen (1992 fusioniert aus Boldklubben 1903 und Kjøbenhavns Boldklub) – 35 Titel, zuletzt 2018/19. Erster Verfolger: Brøndby IF – 10 Titel.
Russland: Spartak Moskau – 10 Titel, zuletzt 2016/17. Erster Verfolger: Zenit St. Petersburg – 8 Titel. EPA/EPA / SERGEI ILNITSKY
Kroatien: Dinamo Zagreb – 21 Titel, zuletzt 2020/21. Erster Verfolger: Hajduk Split – 6 Titel.
Serbien: Roter Stern Belgrad – 31 Titel, zuletzt 2018/19. Erster Verfolger: Partizan Belgrad – 27 Titel.
Polen: Gornik Zabrze (zuletzt 1987/88), Ruch Chorzow (zuletzt 1988/89) und Legia Warschau (zuletzt 2019/20) – je 14 Titel. www.imago-images.de / Rafal Oleksiewicz
Tschechien: Sparta Prag – 12 Titel, zuletzt 2013/14. Erster Verfolger: Slavia Prag – 6 Titel.
Slowakei: Slovan Bratislava – 10 Titel, zuletzt 2018/19. Erster Verfolger: MSK Zilina – 7 Titel.
Rumänien: Steaua Bukarest – 26 Titel, zuletzt 2014/15. Erster Verfolger: Dinamo Bukarest – 18 Titel.
Bulgarien: ZSKA Sofia – 31 Titel, zuletzt 2007/08. Erster Verfolger: Lewski Sofia – 26 Titel.
Ungarn: Ferencvaros Budapest – 31 Titel, zuletzt 2019/20. Erster Verfolger: MTK Budapest – 23 Titel.
Ukraine: Dynamo Kiew – 15 Titel, zuletzt 2015/16. Erster Verfolger: Schachtar Donezk – 12 Titel.

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Video: watson

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