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Kaum mehr die Kraft, um zu jubeln: Gino Mäder auf dem Colle San Giacomo. Bild: keystone

Gino gewinnt am Giro – Mäder feiert Solosieg bei Bergankunft

Der Schweizer Radprofi Gino Mäder feiert den grössten Sieg seiner Karriere. Der 24-Jährige gewinnt solo die 6. Etappe des Giro d'Italia.

Publiziert: 13.05.21, 17:43 Aktualisiert: 13.05.21, 19:49

Gino Mäder triumphierte nach 160 Kilometern bei einer Bergankunft auf dem Colle San Giacomo bei Ascoli Piceno. In der langen Geschichte der Italien-Rundfahrt ist es der 24. Etappensieg eines Schweizers, der erste seit jenem von Silvan Dillier 2017. Obendrein eroberte sich Mäder das Trikot des Führenden in der Bergpreis-Wertung.

«Zum Glück war ich heute richtig, richtig gut drauf.»

Gino Mäder

Mäder war mit anderen Fahrern 23 Kilometer nach dem Start ausgerissen. Bei Kälte, Wind und Regen konnte er einige wenige Sekunden Vorsprung auf die Favoriten im Kampf um den Gesamtsieg über die Ziellinie retten. Rund 3 Kilometer zuvor hatte er sich seiner letzten beiden Begleiter Bauke Mollema und Dario Cataldo entledigt.

Gedanken an den verpassten Sieg bei Paris-Nizza im Kopf

Gestern musste Mäders Teamleader Mikel Landa nach einem Sturz die Rundfahrt aufgeben, heute schlug das Team Bahrain Victorious gross zurück. Mäder wurde auf der Flucht lange von seinem Kollegen Matej Mohoric unterstützt. «Wir waren sehr traurig, dass Mikel aussteigen musste und sagten uns vor dem Start, dass wir uns für seinen Ausfall revanchieren wollen», sagte Mäder.

Im Rennen, in dem Marc Hirschi 2018 Junioren-Weltmeister wurde, wurde er Vierter. Einem grossen Sieg bislang am nächsten kam Mäder an der Spanien-Rundfahrt 2020 und bei Paris-Nizza in diesem Jahr, als er jeweils Rang 2 einer Etappe belegte. Bei jenem Rennen vor genau zwei Monaten sah Mäder schon wie der Sieger aus, ehe er auf den allerletzten Metern noch von Primoz Roglic überholt wurde.

«Als ich heute meine letzten Fluchtgefährten abgehängt hatte, war das Ereignis bei Paris-Nizza alles, woran ich denken konnte», schilderte Mäder. «Erst hundert Meter vor dem Ziel war ich mir sicher, dass es dieses Mal reichen wird, ab da konnte ich diesen wunderbaren Moment geniessen.»

Ein Moment, den Gino Mäder wohl nie vergessen wird. Bild: keystone

Vom Interviewer wurde Mäder auf Gino Bartali angesprochen, der als bislang letzter mit diesem Vornamen beim Giro gewonnen habe. «Das ist eine grosse Ehre, in einem Atemzug mit so einer Legende genannt zu werden», sagte Mäder mit einem Schmunzeln. «Seinen Status werde ich vermutlich nie erreichen. Ich geniesse nun einfach den Moment.» Der Italiener Bartali, der unter anderem drei Mal den Giro und je zwei Mal die Tour de France und die Tour de Suisse gewinnen konnte, gilt als einer der erfolgreichsten Fahrer der Geschichte.

Ein Ungar in der Maglia Rosa

In der Maglia Rosa fährt morgen Attila Valter. Der 22-jährige Ungar eroberte die Führung in der Gesamtwertung vom Italiener Alessandro De Marchi.

Valter, der am Giro im FDJ-Team von den Schweizer Sébastien Reichenbach und Matteo Badilatti unterstützt wird, hat einen Vorsprung von 11 Sekunden auf Remco Evenepoel aus Belgien und von 16 Sekunden auf den früheren Tour-de-France-Sieger Egan Bernal aus Kolumbien. Mäder liegt als bester Schweizer 2:17 Minuten zurück auf Platz 22.

Nach dem bislang schwierigsten Teilstück des Giro d'Italia erwartet die Fahrer am Freitag eine Flachetappe. Sie führt das Feld über 181 Kilometer der Adria entlang von Notaresco südwärts nach Termoli.

(Mit Informationen von Keystone-SDA)

Die Sieger des Giro d'Italia seit 1995

1995: Tony Rominger (Schweiz). KEYSTONE / KARL MATHIS
1996: Pawel Tonkow (Russland, rechts neben Alex Zülle). AP/EFE / MONDELO
1997 und 1999: Ivan Gotti (Italien). ALEX TROVATI
1998: Marco Pantani (Italien). EPA ANSA / MAURIZIO BRAMBATTI
2000: Stefano Garzelli (Italien). EPA ANSA / MAURIZIO BRAMBATTI
2001 und 2003: Gilberto Simoni (Italien). EPA ANSA / MAURIZIO BRAMBATTI
2002 und 2005: Paolo Savoldelli (Italien). AP / ANDREW MEDICHINI
2004: Damiano Cunego (Italien). EPA ANSA / MAURIZIO BRAMBATTI
2006 und 2010: Ivan Basso (Italien). AP / ALESSANDRO TROVATI
2007: Danilo Di Luca (Italien). AP / MARCO TROVATI
2008 und 2015: Alberto Contador (Spanien). AP / ALESSANDRO TROVATI
2009: Denis Menchov (Russland). EPA / MAURIZIO BRAMBATTI
2011: Michele Scarponi (Italien). EPA/ANSA / LUCA ZENNARO
2012: Ryder Hesjedal (Kanada). AP / FABIO FERRARI
2013 und 2016: Vincenzo Nibali (Italien). EPA/ANSA / CLAUDIO PERI
2014: Nairo Quintana (Kolumbien). AP/AP / Gian Mattia D'Alberto
2017: Tom Dumoulin (Holland). EPA/ANSA / ALESSANDRO DI MEO
2018: Chris Froome (Grossbritannien). EPA/ANSA / Daniel Dal Zennaro
2019: Richard Carapaz (Ecuador). EPA/ANSA / ALESSANDRO DI MEO
2020: Tao Geoghegan Hart (Grossbritannien). keystone / Gian Mattia D'Alberto

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Video: watson / Oliver Baroni, Emily Engkent

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