Obdachlose in Rio de Janeiro. Die US-Regierung verspricht der brasilianischen Regierung Geld, wenn sie nicht mit dem chinesischen Konzern kooperiert.
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So wollen die USA Huawei aus Brasiliens 5G-Netz drängen
Die US-Regierung verspricht Brasilien bei der Finanzierung des 5G-Netzwerkausbaus zu unterstützen, wenn dies ohne eine Beteiligung des Unternehmens Huawei erfolgt.
Der chinesische Telekommunikationsausrüster sei kein vertrauenswürdiger Partner: Dies sagte US-Botschafter Todd Chapman am Dienstag in einem Online-Briefing.
Geeignete Telekommunikationsunternehmen für die Technologie der fünften Generation seien Ericsson, Nokia und Samsung. Die Finanzierung würde durch die US-Entwicklungsbank DFC für private Entwicklungsprojekte erfolgen.
Auf dem Vormarsch
Huawei hat seine Präsenz in Brasilien in den letzten 20 Jahren ausgebaut: Lokale Netz-Betreiber wie Telefonica Brasil, TIM Participacoes, America Movil es Claro und Oi SA haben bereits die 5G-Technologie des umstrittenen Konzerns getestet und wesentliche Teile ihrer Infrastruktur mit der chinesischer Ausrüstung aufgebaut.
Die Regierung von US-Präsident Donald Trump drängt Regierungen weltweit, Huawei wegen Spoinagebedenken aus dem Wettbewerb um das schnelle Telekommunikationsnetz auszuschliessen. Chapman hat in Brasilien öffentlich davor gewarnt, dass der Einsatz des chinesischen Unternehmens ausländische Geschäftspartner abschrecken könnte, in Brasilien zu investieren.
«Wir warnen einfach unsere Freunde und Verbündeten in Brasilien, dass wir diese Bedenken haben, die von vielen Ländern rund um die Welt geteilt werden, dass eine solche Technologie nicht der richtige Weg ist», sagte er. Huawei reagierte nicht auf eine Anfrage zur Stellungnahme.
(dsc/sda/reu)
China: 9 Grossprojekte der neuen Seidenstrasse
China finanziert im Rahmen der Initiative «Neue Seidenstrasse» (Belt and Road) Grossprojekte im Transportbereich in Asien, Europa, Afrika und bald wohl auch Lateinamerika. Eine offizielle Liste aller Projekte gibt es nicht, es sind aber vor allem Häfen, Bahn- und Strassenverbindungen sowie Pipelines, die von China Geld bekommen – und dann von chinesischen Firmen gebaut werden.
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Bisher hat China im Rahmen des Seidenstrassenprojekts 171 Kooperationsvereinbarungen mit über 150 Staaten unterzeichnet. 82 Sonderwirtschaftszonen sind ausserhalb Chinas entstanden, in die über 30 Milliarden Franken investiert wurden. Elf chinesische Banken haben inzwischen Filialen in Ländern der Seidenstrasse eröffnet. Nebenbei wurden auch Kulturabkommen mit mehr als 60 Staaten unterzeichnet und 17 Kulturzentren eröffnet.
mdpi
Das Herzstück der neuen Seidenstrasse ist die Bahnstrecke London – Yiwu. Die 12'000 Kilometer lange Strecke führt über Warschau – Moskau – Yekaterinburg – Astana – Almaty – Khorgos – Xian zum Handelszentrum Yiwu, 300 km südlich von Shanghai. 18 Tage lang dauert die Reise. Es ist die zweitlängste Eisenbahn-Handelsroute (hinter Madrid – Yiwu). shutterstock
Zum Vergleich: Ein Frachtschiff von Ostasien nach Nordeuropa ist 30 – 45 Tage auf See, zwei bis drei Mal so lange.
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Bindeglied ist die 2014 aus dem Boden gestampfte Stadt Khorgos an der Grenze zwischen China und Kasachstan. Weil die chinesischen Schienen schmaler sind als die russischen (aus der Zeit, als Kasachstan noch eine Sowjetrepublik war), müssen die Züge hier die Spur wechseln. Khorgos dürfte sich mit einem Warenumschlag von jährlich 30 Millionen Tonnen in Zukunft zum grössten Trockenhafen der Welt entwickeln.
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Eine direkte Verbindung zwischen dem Hafen Gwadar und der chinesischen Stadt Kashgar soll die Transportdistanz für Öl aus dem Nahen Osten von 12'000 Kilometer auf unter 2'400 Kilometer verringern. Die Kosten für den Aufbau des Korridors sollen sich auf 45 Milliarden Franken belaufen, das ist rund ein Fünftel des pakistanischen Bruttoinlandproduktes und etwa das Zehnfache der US-amerikanischen Investitionen in dem Land. X80002 / STRINGER
Das Vorzeigeprojekt soll 2030 fertiggestellt werden. Für das von Ölimporten abhängige China geht es darum, für das Öl eine Alternative zum Transport am Seeweg durch die strategisch heikle Strasse von Malakka aufzubauen. AP/AP / Aqeel Ahmed
Eine neue Pipeline führt vom Kaspischen Meer in Kasachstan nach China, seit Ende 2014 ist eine neue Pipeline zwischen Turkmenistan und China im Bau (1'800 Kilometer), die jährlich rund 40 Milliarden Kubikmeter Gas nach China transportieren soll. In Korgas in Kasachstan entsteht mit chinesischem Geld eine Anlage, um das effiziente Umfrachten von chinesischen auf kasachische Züge zu ermöglichen.
Mit chinesischem Geld sollen chinesische Staatsfirmen eine Bahnverbindung für 20 Milliarden Franken und zwei Pipelines im Wert von 2,3 Milliarden Franken bauen. 2018 stoppte Malaysia die Vorhaben und warf China neuen Kolonialismus vor. Mitte April kündigte Malaysia aber an, doch mit chinesischem Geld eine abgespeckte Bahnverbindung um immer noch zehn Milliarden Franken zu bauen. Im Gegenzug soll mehr Palmöl nach China geliefert werden.
AP/AP / Ng Han Guan
Der Transportkonzern Cosco aus China hat schon 2008 51 Prozent des Containerhafens von Piräus für 40 Jahre gepachtet und 2016 einen Mehrheitsanteil an der griechischen Betreibergesellschaft PPA erworben. Hier soll der grösste Containerhafen des Mittelmeeres entstehen. Investiert wurden 1,4 Milliarden Franken. shutterstock
Neubau der Eisenbahn zwischen Belgrad und Budapest mit einem Auftragswert von 4,2 Milliarden Euro. Dies soll die Reisezeit zwischen Belgrad und Budapest von 8 auf 3,5 Stunden verkürzen. Das Projekt soll 2023 fertiggestellt sein und ist die erste Phase in der geplanten Verbindung Budapest – Belgrad – Skopje – Athen, die den Hafen von Piräus besser an Zentraleuropa anbinden soll.
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Iran ist für China die Pforte in den Nahen Osten. Im Jahr 2016 kam der erste Zug aus China in Teheran an (im Bild) – nach 14-tägiger Reise. Peking hofft, dass die Eisenbahn und die Zusammenarbeit mit Teheran China den Zugang zum ölreichen Nahen Osten ermöglicht. Je nach Bericht investiert China in Zukunft zwischen 10 und 30 Milliarden Franken in den Ausbau der Infrastruktur im Iran. EPA/EPA / STRINGER
In Sambia, Äthiopien, Gabun, Kamerun und Ghana sind mit chinesischer Hilfe Staudämme entstanden. In Kenia, Nigeria, Äthiopien, Tansania, Angola und Marokko haben die Chinesen wichtige Bahnlinien und tausende Kilometer Strassen gebaut, Spitäler und Regierungsgebäude errichtet. AP/AP / Khalil Senosi
In Angola entsteht eine neue Stadt, die fast neun Quadratkilometer grosse Nova Cidade de Kilamba – Kostenpunkt: Etwa 3,5 Milliarden Franken. Die angolanische Regierung bezahlt den chinesischen Kredit mit Öl.
In Südafrika will die Shanghai Zendai Group mit rund acht Milliarden US-Dollar in der Nähe der Wirtschaftsmetropole Johannesburg ein «New York von Afrika» bauen. Seit 2017 unterhält China bereits seinen ersten Marinestützpunkt im Ausland in Dschibuti am Horn von Afrika. AP/AP / Elias Messeret
China hat in den vergangenen Jahrzehnten Südamerika schon mehrere Milliarden Franken geliehen. Venezuela erhielt 62,5 Milliarden Euro, Brasilien 48 Milliarden, Argentinien 20 Milliarden und Ecuador 17 Milliarden Franken. Der mexikanische Präsident Andrés Manuel López Obrador erklärte kürzlich, sein Land erwäge auch, sich der Neuen Seidenstrasse anzuschliessen. Damit würde das Projekt bis an die Grenze der USA heranreichen. In der Karibik stimmte im vergangenen Mai Trinidad und Tobago einer Beteiligung zu. Im September wurde der Vertrag für den Bau eines Trockendocks an ein chinesisches Staatsunternehmen vergeben. AP/AP / Arnulfo Franco
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Video: SRF / SDA SRF
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