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Niko Kovac gewann mit Bayern München das Double und muss nun in seiner zweiten Saison gehen. Bild: EPA

Wer folgt bei den Bayern auf Kovac? 7 Kandidaten und was für sie spricht

Die Zeit von Niko Kovac bei Bayern München ist abgelaufen. Wer folgt beim deutschen Rekordmeister als neuer Trainer? Ausgerechnet vor dem Bundesliga-Hit gegen Borussia Dortmund am Samstag herrscht Ausnahmezustand an der Säbener Strasse in München.

Publiziert: 04.11.19, 09:13 Aktualisiert: 05.11.19, 06:01

Rang 4 in der Bundesliga, zwei Niederlagen in zehn Spielen. Drei Spiele, drei Siege in der Champions League, darunter ein rauschender 7:2-Erfolg auswärts bei Tottenham. Im DFB-Pokal noch mit dabei.

Alleine an den Resultaten kann es nicht liegen, dass Niko Kovac nicht mehr Trainer bei Bayern München ist. Bloss: Bei der deutschen Nummer 1 geht es nie nur darum, Spiele zu gewinnen. Das Team sollte das bitte schön in einer angemessenen Art und Weise erledigen. Und das kam in den letzten Wochen zu kurz, am Samstag erst recht. Da kassierte der stolze FC Bayern eine 1:5-Klatsche bei Eintracht Frankfurt, es war das Ende von Trainer Kovac.

Und nun brodelt es in der Gerüchteküche. Das sind die meistgenannten Kandidaten für den Trainerjob:

Erik ten Hag

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Der 49-jährige Holländer soll besonders hoch im Kurs stehen. Aktuell ist er Trainer von Ajax Amsterdam, das er vergangene Saison mit begeisterndem Fussball bis in die Halbfinals der Champions League und zum Double aus Meisterschaft und Cup geführt hat. Eine Spielweise, die die Münchner ihren erfolgsverwöhnten Anhängern nur zu gerne präsentieren würden. Laut Sky sollen die Bayern bereits Kontakt mit ten Hag aufgenommen haben. Gross vorstellen mussten sie sich nicht: Erik ten Hag hat Stallgeruch, trainierte zwischen 2013 und 2015 bereits Bayerns zweite Mannschaft in der Regionalliga. Ajax würde ihm im Sommer trotz laufendem Vertrag keine Steine in den Weg legen, während der Saison müssten die Deutschen jedoch wohl viel Geld nach Amsterdam überweisen.

Massimiliano Allegri

Bild: AP

Aus Italien heisst es, Allegri sei der Topfavorit. Der 52-Jährige hat den grossen Vorteil, dass er sofort und ohne langwierige Verhandlungen anfangen könnte, denn derzeit ist er ohne Job. Allegri, der mit Milan und in den letzten fünf Jahren stets mit Juventus italienischer Meister wurde, nahm sich nach der Trennung von den Turinern eine Auszeit. Geplant hatte er, ein ganzes Jahr zu pausieren. Doch was, wenn ihn die Bayern unbedingt wollen?

José Mourinho

Bild: EPA

Seit einiger Zeit heisst es, Mourinho büffle fleissig Deutsch – für den Job in München? «The Special One» bei den Bayern – das wäre ohne Zweifel eine Hit-Staffel der Seifenoper «FC Hollywood». So grosskotzig selbstbewusst wie Mourinho auftritt, ist er grundsätzlich der ideale Trainer für Bayern. Allerdings gibt es durchaus Zweifel. Der Fussball, den der 56-jährige Portugiese spielen lässt, ist unattraktiv und wirkt ein wenig aus der Zeit gefallen. Bei seiner letzten Station, Manchester United, hatte er es nicht geschafft, ohne absolutes Topkader mit den besten Teams mitzuhalten.

Arsène Wenger

Bild: EPA

Ein sehr spannender Name, der tatsächlich das Rennen machen könnte, wenn man weiss, wie die Bayern-Bosse Uli Hoeness und Karl-Heinz Rummenigge ticken. Wenger als «Jupp Heynckes 2.0»? Der «ewige» Arsenal-Trainer ist nach 22 Jahren in London seit rund einem Jahr ohne Arbeitsstelle, will sich aber noch nicht zur Ruhe setzen. Ein grosser Vorteil des 70-Jährigen aus dem Elsass ist, dass er Deutsch spricht. Wenger ist verfügbar, würde das Team stabilisieren und könnte so die ideale Lösung sein, um die Saison doch noch in die gewünschten Bahnen zu lenken, ehe im Sommer ein Wunschkandidat für eine längerfristige Zusammenarbeit zu haben ist (Julian Nagelsmann? Thomas Tuchel? Jürgen Klopp?).

Mark van Bommel

Bild: EPA/ANP

Der Holländer hat das Bayern-Gen, war zwischen 2006 und 2011 unermüdlicher Antreiber im Mittelfeld. Nach seiner erfolgreichen Spielerkarriere wurde er 2014 Trainer, zunächst im Nachwuchsbereich und seit 2018 als Cheftrainer bei PSV Eindhoven. Knapp hinter Erzrivale Ajax wurde der Klub Vizemeister, in der aktuellen Saison sieht's nicht ganz so gut aus. Für die Bayern ist er vermutlich noch «zu frisch» als Trainer.

Mauricio Pochettino

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Der 47-jährige Argentinier war bei den Bayern schon im Gespräch, als man sich schliesslich für Kovac entschied. Pochettino soll immer noch hoch im Kurs stehen, obwohl es ihm in dieser Saison mit Tottenham gar nicht nach Wunsch läuft. Aber er hat bei den «Spurs», wo er seit 2014 Trainer ist, gezeigt, dass er ein Team aufbauen und formen kann. Im Sommer soll sich Bayerns Sportdirektor Hasan Salihamidzic bereits länger mit Pochettino unterhalten haben.

Ralf Rangnick

Bild: EPA

Der «Fussballprofessor» gilt als Mastermind hinter den Erfolgen von Hoffenheim und RB Leipzig. Aktuell ist der 61-Jährige bei Red Bull als übergeordneter Sportchef der Energydrink-Klubs tätig – wahrscheinlich nicht der Traumjob schlechthin, wenn man die Chance erhält, bei Bayern München Trainer zu werden. Uli Hoeness soll klar gegen Rangnick sein, doch er legt in wenigen Tagen sein Amt nieder und hat dann, zumindest auf dem Papier, nicht mehr die Macht wie jetzt.

Wen sollen die Bayern als Kovac-Nachfolger holen?
Leider hat was nicht geklappt. Bitte versuche es später nochmals.

Dass Interimstrainer Hansi Flick länger an der Linie bleiben wird, ist unrealistisch. Am Mittwoch empfängt Bayern in der Champions League Olympiakos, am Samstag kommt's zum grossen Hit gegen den BVB. Danach ist Länderspielpause und spätestens dann dürfte der Klub den neuen Trainer präsentieren.

Die lange Liste der Sion-Trainer unter Christian Constantin

Sion-Präsident Christian Constantin ist als Trainerschreck bekannt. Die lange Liste der Übungsleiter unter ihm im Wallis: keystone / MICHAEL BUHOLZER
Jean-Paul Brigger (SUI), Juli 1992 – Januar 1993. KEYSTONE / SIGI TISCHLER
Claude «Didi» Andrey (SUI), Januar 1993 – Juli 1993. KEYSTONE / LAURENT GILLIERON
Umberto Barberis (SUI), Juli 1993 – Oktober 1994 und gemeinsam mit Christian Zermatten Dezember 2008 – April 2009. KEYSTONE / JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Jean-Claude «Boubou» Richard (SUI), Oktober 1994 – Juli 1995 und interimistisch im August 1996. KEYSTONE / JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Michel Decastel (SUI), Juli 1995 - August 1996. KEYSTONE / BIST
Alberto Bigon (ITA), August 1996 – September 1997. KEYSTONE / FABRICE COFFRINI
Charly Rössli (SUI), März 2003 – Juli 2003. KEYSTONE / ANDREE-NOELLE POT
Didier Tholot (FRA), Juli 2003 – Mai 2004, April 2009 – Mai 2010 und Januar 2015 – August 2016. KEYSTONE / OLIVIER MAIRE
Guy David (FRA, kein Bild), November 2003 – Mai 2004. KEYSTONE / DENIS EMERY
Admir Smajic (BIH), Mai 2004 – August 2004. KEYSTONE / OLIVIER MAIRE
Christian Zermatten (SUI), interimistisch August 2004 und gemeinsam mit Umberto Barberis Dezember 2008 – April 2009. KEYSTONE / JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Gilbert Gress (FRA/SUI), August 2004 – Juli 2005. KEYSTONE / OLIVIER MAIRE
Gianni Dellacasa (ITA), Juli 2005 – Oktober 2005. KEYSTONE / DENIS EMERY
Christophe Moulin (SUI), Oktober 2005 – Mai 2006 und interimistisch Oktober 2006. KEYSTONE / LAURENT GILLIERON
Nestor Clausen (ARG), Mai 2006 – Oktober 2006. KEYSTONE / OLIVIER MAIRE
Marco Schällibaum (SUI), Oktober 2006 – November 2006. KEYSTONE / OLIVIER MAIRE
Pierre-Albert «Gabet» Chapuisat (SUI), November 2006 – Februar 2007. KEYSTONE / OLIVIER MAIRE
Alberto Bigon (ITA), Februar 2007 – Dezember 2007. KEYSTONE / LAURENT GILLIERON
Maurizio Jacobacci (ITA, links) und Charly Rössli (SUI), Dezember 2007 – März 2008. KEYSTONE / DOMINIC FAVRE
Alberto Bigon (ITA), März 2008 – Mai 2008. KEYSTONE / JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Uli Stielike (GER), Mai 2008 – Oktober 2008. KEYSTONE / JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Christian Constantin (SUI), Oktober 2008 – Dezember 2008. KEYSTONE / KARL MATHIS
Umberto Barberis (SUI) und Christian Zermatten (SUI), Dezember 2008 – April 2009. KEYSTONE / JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Christian Constantin (SUI), interimistisch April 2009 KEYSTONE / URS FLUEELER
Didier Tholot (FRA), April 2009 – Mai 2010. KEYSTONE / LAURENT GILLIERON
Bernard Challandes (SUI), Mai 2010 – Februar 2011. KEYSTONE / JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Laurent Roussey (FRA), Februar 2011 – April 2012. KEYSTONE / JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Sébastien Fontbonne (FRA) und Rolland Courbis (FRA), April 2012 – Mai 2012. KEYSTONE / JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Vladimir Petkovic (BIH/SUI), Mai 2012. KEYSTONE / JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Sébastien Fournier (SUI), Juni 2012 – September 2012. KEYSTONE / OLIVIER MAIRE
Michel Decastel (SUI), September 2012 – Oktober 2012. KEYSTONE / LAURENT GILLIERON
Pierre-André Schürmann (SUI), Oktober 2012 – Dezember 2012. KEYSTONE / OLIVIER MAIRE
Victor Muñoz (ESP), Dezember 2012 – Februar 2013. KEYSTONE / LAURENT GILLIERON
Gennaro Gattuso (ITA) und Arno Rossini (SUI), Februar 2013 – Mai 2013. KEYSTONE / JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Michel Decastel (SUI), Mai 2013 – Oktober 2013. KEYSTONE / LAURENT GILLIERON
Laurent Roussey (FRA), Oktober 2013 – Februar 2014. KEYSTONE / ENNIO LEANZA
Raimondo Ponte (SUI), Februar 2014 – Mai 2015. KEYSTONE / URS FLUEELER
Jochen Dries (GER) und Frédy Chassot (SUI), Juni 2014 – September 2014. KEYSTONE / PETER SCHNEIDER
Jochen Dries (GER) und Admir Smajic (BIH), September 2014 – Dezember 2014. KEYSTONE / ALEXANDRA WEY
Didier Tholot (FRA), Januar 2015 – August 2016. KEYSTONE / LAURENT GILLIERON
Christian Constantin (SUI), interimistisch August 2016. KEYSTONE/TI-PRESS / CARLO REGUZZI
Peter Zeidler (GER), August 2016 – April 2017 KEYSTONE / LAURENT GILLIERON
Sébastien Fournier (SUI), April 2017 – Juni 2017. KEYSTONE / SALVATORE DI NOLFI
Paolo Tramezzani (ITA), Juni 2017 – Oktober 2017. KEYSTONE / VALENTIN FLAURAUD
Gabri (ESP), Oktober 2017 – Februar 2018. KEYSTONE / LAURENT GILLIERON
Maurizio Jacobacci (SUI), Februar 2018 – September 2018. KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA VALLE
Murat Yakin (SUI), September 2018 – Mai 2019. KEYSTONE / OLIVIER MAIRE
Stéphane Henchoz (SUI), Juli 2019 – November 2019. KEYSTONE / GIAN EHRENZELLER
Ricardo Dionisio (POR): Januar bis Juni 2020. KEYSTONE / JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Paulo Tramezzani (ITA): Juni bis August 2020. keystone / LAURENT GILLIERON
Fabio Grosso (ITA): August 2020 bis März 2021. keystone / LAURENT GILLIERON
Marco Walker (SUI), März 2021 – Oktober 2021. keystone / JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Paulo Tramezzani (ITA): Ab Oktober 2021. keystone / SALVATORE DI NOLFI

Der Chef teilt gegen Ex-Mitarbeiter Laurent Aeberli aus

Video: watson / maurice thiriet, nico franzoni

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