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Noch ist nicht klar, ob in der kommenden Hockey-Saison gleich wieder Zuschauer zugelassen sind. Bild: KEYSTONE

SCB-Saisonabis ohne Preiserhöhung, aber mit einem «Garantie-Schein»

Kein anderer Klub ausserhalb der NHL verkauft so viele Dauerkarten wie der SCB. Nun beginnt der Verkauf nach Pfingsten so spät wie nie. Und mit einem «Garantieschein».

Publiziert: 29.05.20, 10:37 Aktualisiert: 29.05.20, 12:16

Drei Wochen später als sonst verschickt der SCB nach Pfingsten die Rechnung für die Saisonkarten. Wer in der gesetzten Frist nicht zahlt, verliert den Anspruch auf seinen Platz in der grössten Arena Europas. Diese Frist wird nun um zwei Monate bis Ende Juli verlängert. Bei 13'000 Abis wird der Verkauf gestoppt. Kein Wunder, gibt es Wartelisten und wie in Montréal werden die begehrten SCB-Saisonkarten manchmal vererbt.

Die PostFinance Arena fasst 17'031 Zuschauerinnen und Zuschauer (7139 Sitzplätze, 9892 Stehplätze). Letzte Saison eilten trotz enttäuschenden Leistungen (Playoffs verpasst) pro Spiel durchschnittlich 15'588 Menschen in den SCB-Hockeytempel. Mehr als in jedes andere Stadion ausserhalb der NHL.

Der SC Bern ist und bleibt ein Zuschauermagnet. Bild: KEYSTONE

Der SCB hat keinen Mäzen und keine Mäzenin. Der SCB ist der einzige Meister seit Einführung der Playoffs (1986), der Meistermannschaften mit dem Geld zu finanzieren vermag, das er im Tagesgeschäft erwirtschaftet, und das einzige Hockeyunternehmen im Land, das im 21. Jahrhundert nie rote Zahlen geschrieben hat. Der Mittelzufluss durch den Verkauf der Dauerkarten ist also von existenzieller Bedeutung. Nur so gelingt es, die Liquidität bis zum Saisonstart zu sichern.

Erst recht im Sommer 2020. Der Hockey-Konzern SCB erwirtschaftet mehr als die Hälfte seines Gesamtumsatzes von rund 60 Millionen durch die Gastronomie (16 Beizen in Bern und Umgebung). Durch die Viruskrise ist diese Einnahmequelle zeitweise ganz versiegt.

Verhandlungen mit der Mannschaft

Von den Mai-Löhnen sind vorerst nur 70 Prozent ausbezahlt worden. Die restlichen 30 Prozent stunden die Spieler dem Klub. Ob auch von den Juni-Löhnen erneut lediglich 70 Prozent ausbezahlt werden, ist noch offen. Marc Lüthi sagt: «Das werden wir erst noch entscheiden.»

Für solche Verhandlungen mit Marc Lüthi hat die Mannschaft einen «Wirtschaftsrat» um Captain Simon Moser gebildet. Und letztlich heisst stunden nicht schenken. Im Verlaufe der neuen Saison wird der SCB die jetzt «eingefrorenen» 30 Prozent nachzahlen. Es sei denn, es gelingt Marc Lüthi, die Spieler zu einem Lohnverzicht zu überreden.

Nach wie vor ist offen, ob die Saison wie geplant am Freitag, den 18. September, beginnen wird, wie viele Partien in der Qualifikation gespielt werden können und ob die Zuschauer überhaupt bei allen 52 Qualifikations-Spielen zugelassen sind. Wer ein Saisonabi erwirbt, kauft also gewissermassen die Katze im Sack. Marc Lüthi sagt: «Das Geld, das wir durch den Verkauf der Saisonkarten einnehmen, gehört uns erst, wenn wir die entsprechende Gegenleistung erbracht haben.»

Marc Lüthi steht nach wie vor in Verhandlungen mit seinen Spielern. Bild: KEYSTONE

Spezialangebot für die kommende Saison

Also Geld zurück, wenn nicht alle Heimspiele (neu sind es 26 statt 25) mit Zuschauern ausgetragen werden können? Dieses Versprechen mag der SCB-Manager nicht abgeben. Aber er sagt: «Wir überlegen uns, wie wir unsere Saisonkarteninhaber entschädigen können, wenn wir nicht dazu in der Lage sein sollten, alle Heimspiele vor Zuschauern zu bestreiten.»

Der SCB verkauft seine Saisonabis sozusagen mit einem «Garantie-Schein.» Angedacht ist ein Schlüssel, dass pro nicht gespielte Partie das Geld zurückerstattet wird. Die Playoffs (oder evtl. die im Falle einer Nichtqualifikation für die Playoffs auszutragenden Spiele) sind im Abo-Preis inbegriffen.

Wenn die Saison nach Plan beginnen kann, gibt es in Bern gleich zum Auftakt einen Kracher: Am 18. September spielt der nach wie vor amtierende Meister gegen die ZSC Lions, den Qualifikationssieger der letzten Saison.

NLA-Trikotnummern, die nicht mehr vergeben werden

HC Davos: 5 - Marc Gianola. KEYSTONE / FABRICE COFFRINI
HC Davos: 69 – Sandro Rizzi. PHOTOPRESS / JUERGEN STAIGER
HC Davos: 78 – Jan von Arx. KEYSTONE / ARNO BALZARINI
HC Davos: 83 – Reto von Arx. KEYSTONE / ENNIO LEANZA
SC Bern: 0 – René Kiener. KEYSTONE / Marcel Bieri
SC Bern: 6 – Peter Stammbach.
SC Bern: 7 – Martin Rauch. KEYSTONE / MICHELE LIMINA
SC Bern: 12 – Roland Dellsperger. KEYSTONE / STR
SC Bern: 16 – Sven Leuenberger. KEYSTONE / MARTIN SCHWEIZER
SC Bern: 18 – Renzo Holzer.
SC Bern: 22 – Patrick Howald. KEYSTONE / JUERG MUELLER
SC Bern: 26 – Marc Reichert. KEYSTONE / ANTHONY ANEX
SC Bern: 28 – Martin Plüss. KEYSTONE / SALVATORE DI NOLFI
SC Bern: 31 – Renato Tosio. KEYSTONE / EDI ENGELER
SC Bern: 32 – Ivo Rüthemann. KEYSTONE / PETER SCHNEIDER
SC Bern: 39 – Marco Bührer. KEYSTONE / URS FLUEELER
SC Bern: 72 – David Jobin. KEYSTONE / PETER KLAUNZER
ZSC Lions: 15 – Mathias Seger KEYSTONE/TI-PRESS / GABRIELE PUTZU
ZSC Lions: 21 – Reto Sturzenegger. KEYSTONE / STR
ZSC Lions: 23 – Chad Silver. KEYSTONE / ARNO BALZARINI
ZSC Lions: 31 – Ari Sulander. KEYSTONE / URS FLUEELER
EHC Kloten (wegen der Nostalgie noch dabei): 4 – Marco Klöti. KEYSTONE / GABI MUELLER
EHC Kloten: 7 – Peter Schlagenhauf. KEYSTONE / STR
EHC Kloten: 20 – Reto Pavoni. KEYSTONE / JUERGEN STAIGER
EHC Kloten: 21 – Roman Wäger. KEYSTONE / SIGI TISCHLER
EHC Kloten: 22 – Viktor Stancescu. KEYSTONE / PATRICK B. KRAEMER
EHC Kloten: 24 – Felix Hollenstein. KEYSTONE / STR
EHC Kloten: 26 – Mikael Johansson. KEYSTONE / CHRISTOPH RUCKSTUHL
EHC Kloten: 32 – Anders Eldebrink. KEYSTONE / KARL MATHIS
EV Zug: 20 – Philipp Neuenschwander. KEYSTONE / MICHAEL KUPFERSCHMIDT
EV Zug: 21 – Patrick Fischer. KEYSTONE / ARNO BALZARINI
EV Zug: 33 – André Künzi. KEYSTONE / EDI ENGELER
EV Zug: 57 – Fabian Schnyder keystone / ENNIO LEANZA
HC-Fribourg-Gottéron: 4 – Christian Hofstetter.
HC-Fribourg-Gottéron: 10 – Mario Rottaris. KEYSTONE / ARNO BALZARINI
HC-Fribourg-Gottéron: 13 – Benjamin Plüss. KEYSTONE / PATRICK B. KRAEMER
HC-Fribourg-Gottéron: 19 – Philippe Marquis. KEYSTONE / EDI ENGELER
HC-Fribourg-Gottéron: 44 – Shawn Heins. KEYSTONE / SALVATORE DI NOLFI
HC-Fribourg-Gottéron: 85 – Gil Montandon. KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA VALLE
HC Fribourg-Gottéron: 90 – Wjatscheslaw Bykow. KEYSTONE / LUKAS LEHMANN
HC Fribourg-Gottéron: 91 – Andrei Chomutov. KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA VALLE
HC Lugano: 1 – Alfio Molina. KEYSTONE / STR
HC Lugano: 2 – Sandro Bertaggia. KEYSTONE / KARL MATHIS
HC Lugano: 3 – Julien Vaucliar. KEYSTONE / ADRIEN PERRITAZ
HC Lugano: 4 – Pat Schafhauser. KEYSTONE / GABRIELE PUTZU
HC Lugano: 8 – Steve Hirschi. TI-PRESS / SAMUEL GOLAY
HC Lugano: 33 – Petteri Nummelin. KEYSTONE / KARL MATHIS
HC Lugano: 40 – Flavien Conne. KEYSTONE / LAURENT GILLIERON
HC Lugano: 44 – Andy Näser. PHOTOPRESS / KARL MATHIS
HC Ambri-Piotta: 8 – Nicola Celio. KEYSTONE / GEORGIOS KEFALAS
HC Ambri-Piotta: 15 – Dale McCourt. KEYSTONE
HC Ambri-Piotta: 19 – Peter Jaks. KEYSTONE / MICHELE LIMINA
HC Ambri-Piotta: 46 – Paolo Duca. TI-PRESS / FRANCESCA AGOSTA
EHC Biel: 30 – Olivier Anken. KEYSTONE / STR
EHC Biel: 12 – Mathieu Tschantré. KEYSTONE / GIAN EHRENZELLER
SCL Tigers: 12 – Todd Elik. KEYSTONE / MARCEL BIERI
SCL Tigers: 17 – Daniel Aegerter. KEYSTONE / EDI ENGELER
SCL Tigers: 26 – Martin Gerber. KEYSTONE / ARNO BALZARINI
SCL Tigers: 44 – Walter Gerber. KEYSTONE / MICHELE LIMINA
Genève-Servette HC: 0 – Daniel Clerc.
Genève-Servette HC: 4 – Eric Conne.
Genève-Servette HC: 6 – Fritz Naef.
Genève-Servette HC: 12 – Philippe Bozon. PHOTOPRESS / FABRICE COFFRINI
Genève-Servette HC: 24 – Jean-François Regali.
Genève-Servette HC: 28 – Igor Fedulov.
Lausanne HC: 10 – Gérard Dubi.
Lausanne HC: 16 – Claude Friederich.
Lausanne HC: 21 – Beat Kindler. KEYSTONE / FABRICE COFFRINI
Lausanne HC: 39 – Cristobal Huet. KEYSTONE / VALENTIN FLAURAUD
SCRJ Lakers: 6 – Cyrill Geyer. KEYSTONE / GIAN EHRENZELLER

Wenn Hockey-Vereine beim Samichlaus wären

Video: watson / Angelina Graf

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