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Die Israel-Palästina-Eskalation im Mai 2021 in Bildern

Der Nahostkonflikt in Israel und in den Palästinensergebieten ist wieder aufgeflammt. Auslöser war dieses Mal ein Gerichtsstreit über ein Wohnquartier. Nach gewaltsamen Protesten eskalierte die Lage, die Hamas begann mit Raketenbeschuss, die israelische Luftwaffe antwortete mit Luftschlägen. Die Folge letzterer sieht man hier im Bild, aufgenommen in Gaza City am 11. Mai. keystone / MOHAMMED SABER
Hier trifft ein israelischer Luftschlag den Hanadi Tower in Gaza City, 11. März. keystone / MOHAMMED SABER
Trotz Raketenabwehrsystem schlugen auch in Israel Raketen ein, hier etwa in Lod, 11. Mai. keystone / Heidi levine
Israelische Artillerie an der Grenze zum Gazastreifen in Aktion, 12. Mai. keystone / ABIR SULTAN
Bilder der Zerstörung rund um den Al-Jawhara-Turm in Gaza City, 12. Mai. keystone / HAITHAM IMAD
Jüdische Anwohner bergen eine Torah-Rolle aus einer niedergebrannten Synagoge, Lod, 12. Mai. keystone / ABIR SULTAN
Rauch und Flammen steigen nach israelischen Luftschlägen auf Gaza City in die Luft, 12. Mai. keystone / HAITHAM IMAD
Raketen schlugen auch in der zentralisraelischen Stadt Holon in der Nähe von Tel Aviv ein, 11. Mai. keystone / Heidi Levine
Das Raketenabwehrsystem Iron Dome fängt Raketen über dem Himmel der israelischen Stadt Ashdod ab, 11. Mai. keystone / ABIR SULTAN
Verwandte trauern um Nadine (16) und ihren Vater Khalil Awaad, die von einer palästinensischen Rakete getroffen wurden, Lod, 12. Mai. keystone / Heidi Levine
Trümmerteile beschädigten ein Auto nach einem Luftschlag auf Gaza City, 12. Mai. keystone / MOHAMMED SABER
Raketenabschuss aus Gaza in Richtung Israel, 11. Mai. keystone / MOHAMMED SABER
Auf der ganzen Welt drückten Demonstranten ihre Solidarität mit den Palästinensern aus, hier etwa in Beirut, Libanon, 11. Mai. keystone / NABIL MOUNZER
Hauptleidtragende ist wie in jedem Krieg die Zivilbevölkerung, im Bild hier Israelis in Ashdod ... keystone / ABIR SULTAN
... oder hier Palästinenser in Gaza City. keystone / Adel Hana

Über 1000 Raketen und nur wenige Einschläge – dieses Abwehrsystem schützt die Israelis

Die Hamas hat in den letzten zwei Tagen über 1000 Raketen nach Israel abgefeuert. Die meisten davon fing Israels «Iron Dome» ab. Wir erklären, wie er funktioniert – und warum es trotzdem zu Todesfällen kommt.

Publiziert: 12.05.21, 10:33 Aktualisiert: 12.05.21, 13:42

Was ist der «Iron Dome»?

Bei der sogenannten «Eisernen Kuppel» handelt es sich um ein israelisches mobiles Raketenabwehrsystem, genannt C-RAM (Counter Rocket, Artillery and Mortar System). Wie das System in Betrieb aussieht, zeigten am Dienstag und Mittwoch zahlreiche Videos auf Social Media. Folgendes Video wurde von dem israelischen Militär (IDF) gezeigt.

So sieht das System in Aktion aus:

Je nach Quelle wehrt das System bis zu 90 Prozent der Raketen ab, schreibt etwa der Journalist Emanuel Fabian der «Times of Israel» auf Twitter.

Wie funktioniert der «Iron Dome»?

Eine «Iron Dome»-Batterie besteht aus einem Radarsystem, einem Kontrollzentrum und bis zu vier Starteinheiten. Eine Starteinheit ist jeweils mit 20 Abfangraketen bestückt.

Auf dem Bild sieht man zwei Starteinheiten in Nordisrael an der Grenze zum Libanon. Bild: keystone

Wenn das Radar einen Raketenstart lokalisiert, berechnet es automatisch die Flugbahn und den möglichen Einschlagpunkt. Befindet sich der Einschlagpunkt innerhalb einer definierten Schutzzone (wie zum Beispiel eine Wohnsiedlung), werden bis zu zwei Abfangraketen gestartet. Die Daten werden dem Radarsuchkopf der Rakete übermittelt und im besten Fall wird die feindliche Rakete abgewehrt.

Das System sorgt am Nachthimmel für eindrückliche Bilder:

Die Abfangraketen basieren auf einer Luft-Luft-Rakete und sind mit einem Steuerleitwerk ausgerüstet. Wie manövrierfähig die Raketen sind, ist auf einigen Videos an den Kondensspuren ersichtlich.

Die Batterien sind mobil und können zum gewünschten Einsatzort gebracht werden. Das hat auch den Vorteil, dass der Feind den genauen Standort nicht erfährt. Ein System kann etwa 150 Quadratkilometer schützen und bis zu sechs anfliegende Objekte gleichzeitig erfassen.

Die Kosten pro Abfangrakete erscheinen auf den ersten Blick hoch: Eine Rakete kostet 20'000 bis 50'000 Dollar, weil jeweils deren zwei abgefeuert werden, kostet die Abwehr eines Objekts bis zu 100'000 Dollar. Im Vergleich zu anderen Abwehrsystemen ist das aber ein tiefer Preis. So tief, dass auch die Amerikaner Interesse an einem Kauf des Systems haben.

Wo ist das Limit?

Der «Iron Dome» ist zur Abwehr von Kurzstreckenraketen konzipiert, das heisst, es werden vor allem Artillerieraketen mit einer Reichweite von 5 bis 70 Kilometern abgefangen. Bei Langstreckenraketen kommt das israelische Arrow-System zum Zug, bei Raketen mit einer Reichweite von 70 bis 250 Kilometern das System «David's Sling».

Warum kam es trotzdem zu Einschlägen?

Theoretisch kann der «Iron Dome» bis zu 90 Prozent der Raketen abfangen. Schwierig wird es dann, wenn das System überfordert wird. Das hat man beispielsweise gestern Abend gesehen, als über 100 Raketen in einer kurzen Zeit auf Tel Aviv abgefeuert wurden. Bei einem der Einschläge kam dort eine Frau ums Leben.

Welche Raketen besitzt die Hamas?

Bei den meisten Raketen im Besitz der Hamas handelt es sich um Artillerieraketen. Weil diese kein richtiges Steuersystem haben, sind sie relativ ungenau und leichter abzufangen.

Die Einsatzdistanzen der Raketen:

bild: wikimedia (lenzcer, CC BY-SA 3.0)

Artillerieraketen eignen sich nicht für den präzisen Einsatz, vielmehr wird ein grösseres Gebiet unter Beschuss genommen. Die logische Folge davon ist, dass es zu mehr zivilen Opfern kommt. So etwa auch gestern Nacht, als bei Lod zwei arabischstämmige Menschen ums Leben kamen.

Hier wird eine Raketen-Barrage aus dem Gazastreifen abgefeuert:

Die Herkunft der Raketen ist unterschiedlich. Während die Qassam-Raketen mit geringer Reichweite im Gazastreifen hergestellt werden, kommen etwa die Raketen des Typs Fadschr aus iranischen Waffenschmieden.

Schwere Zusammenstösse in Jerusalem mit Dutzenden Verletzten

Video: Twitter / linahalsaafin

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