Tories droht bei britischen Kommunalwahlen heftige Klatsche wegen Brexit
Die britischen Konservativen könnten am Donnerstag mehr als 800 Sitze bei den Kommunalwahlen verloren haben. Davon geht der Wahlanalyst Robert Hayward aus, der selbst ein Konservativer ist und dem Oberhaus in London angehört.
Viele Wähler strafen demnach Premierministerin Theresa May für die «Brexit-Sackgasse» ab, wie die Zeitung «The Guardian» am Donnerstag weiter berichtete.
Von den Verlusten der Konservativen profitieren Hayward zufolge vor allem die Liberaldemokraten (etwa 500 Sitze), aber auch die grösste Oppositionspartei Labour (300 Sitze). Insgesamt ging es bei den Wahlen in grossen Teilen Englands und Nordirlands um über 8000 Sitze lokaler Gremien.
Affäre Williamson
Erste Ergebnisse wurden frühestens um etwa 01.00 Uhr nachts erwartet, die letzten sollen gar erst am Freitagabend veröffentlicht werden. In Wales, Schottland und in der Hauptstadt London wurde nicht gewählt.
Überschattet wurden die Kommunalwahlen vom Rauswurf des Verteidigungsministers Gavin Williamson am Mittwoch. Regierungschefin May wirft Williamson vor, Medienvertretern sensible Informationen aus einem Treffen des nationalen Sicherheitsrats gesteckt zu haben. Williamson wies die Vorwürfe strikt zurück.
Noch ohne Farages Partei
Die neu gegründete Brexit-Partei des Ex-Ukip-Chefs Nigel Farage durfte noch nicht an den Kommunalwahlen teilnehmen. Sie führt bereits Wochen nach ihrer Gründung die Umfragen zur Europawahl Ende Mai an.
Die Brexit-Frage spaltet Grossbritannien
Die 24-jährige Madeleina Kay will in der EU bleiben, London, 14. Februar 2019. AP/AP / Matt Dunham
Während die Ladys im Vordergrund für den Brexit werben, findet im Hintergrund eine Kundgebung für den Verbleib Grossbritanniens in der EU statt. AP/AP / Frank Augstein
Die 42-jährige Belinda Delucy befürwortet den Brexit, London, 14. Februar 2019. AP/AP / Matt Dunham
Klare Botschaft: «Der Brexit ist ein Monstrum». EPA/EPA / FACUNDO ARRIZABALAGA
Der 63-jährige Kaya Mar will in der EU bleiben, London, 14. Februar 2019. AP/AP / Matt Dunham
«Wir haben bereits den besten Deal», so die Botschaft dieses Anti-Brexit-Demonstranten. EPA/EPA / NEIL HALL
Kate Willoughby will in der EU bleiben, London, 14. Februar 2019. AP/AP / Matt Dunham
Sie wollen keinen Brexit. EPA/EPA / NEIL HALL
Die 54-jährige Eleanor Dobson will den Brexit, London, 13. Februar 2019. AP/AP / Matt Dunham
Die Lady im Vordergrund möchte den Brexit, die Demonstranten im Hintergrund wollen in der EU bleiben. EPA/EPA / WILL OLIVER
Die 22-jährige Lara Spirit will in der EU bleiben, London, 14. Februar 2019. AP/AP / Matt Dunham
Ein Brexit-Befürworter (links) und ein Anti-Brexit-Demonstrant diskutieren. AP/AP / Alastair Grant
Hier sind die EU-Befürworter unter sich. EPA/EPA / FACUNDO ARRIZABALAGA
Sie wollen den Brexit. EPA/EPA / FACUNDO ARRIZABALAGA
Diese Frau will den Brexit. EPA/EPA / NEIL HALL
Er will in der EU bleiben. EPA/EPA / NEIL HALL
Sie auch. AP/AP / Frank Augstein
Eine Anti-Brexit-Demonstrantin vor einem Brexit-Plakat in London. AP/AP / Frank Augstein
Demo für den Verbleib in der EU. AP/AP / Frank Augstein
Sie will raus aus der EU. EPA/EPA / WILL OLIVER
Sie auch. EPA/EPA / WILL OLIVER
Und auch sie demonstrieren für einen Austritt aus der EU. EPA/EPA / WILL OLIVER
Er dagegen will in der EU bleiben: «Stoppt das Brexit-Chaos». EPA/EPA / WILL OLIVER
Sie wollen bleiben. EPA/EPA / WILL OLIVER
Auch die junge Frau will keinen Brexit. AP/AP / Frank Augstein
Eine EU-Freundin. AP/AP / Frank Augstein
Gewählt wurde in 248 englischen Bezirken. In einigen davon ging es darum, alle Sitze neu zu vergeben, in anderen stand nur ein Teil zur Wahl. In Nordirland wurden die Gremien in allen elf Bezirken des Landesteils komplett neu besetzt. In sechs mittelgrossen und kleineren Städten sollten zudem neue Bürgermeister bestimmt werden.
Nach den Kommunalwahlen steht im Vereinigten Königreich die Europawahl an. Eigentlich hätte Grossbritannien die EU bereits Ende März verlassen sollen. Die Brexit-Frist wurde inzwischen aber bis zum 31. Oktober verlängert, nachdem die Premierministerin drei Mal im Parlament mit ihrem Austrittsabkommen gescheitert war. (aeg/sda/dpa)
Diese 20 Cartoons fassen das Brexit-Chaos perfekt zusammen
EU-Ratspräsident Tusk beweist Galgenhumor
Video: SRF / Roberto Krone