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Späte Erlösung für die irischen Fans: Erst in der 85. Minute durften sie jubeln.
Bild: Carl Recine/REUTERS

Irland jubelt, die Türkei weint: Das sind die EM-Achtelfinals

Die EM-Vorrunde ist beendet – jetzt zählen nur noch Siege. Wer spielt im Achtelfinale gegen wen? Der Überblick.

Publiziert: 22.06.16, 23:10 Aktualisiert: 23.06.16, 10:56

Eigentlich lief in den letzten beiden Spielen alles für die Türkei. Die Südosteuropäer mussten hoffen, dass weder Schweden gegen Belgien noch Irland gegen Italien gewinnt, um als einer der vier besten Gruppendritten in den Achtelfinal zu kommen.

Die Achtelfinals

Bis zur 85. Minute lief alles nach Plan, 0:0 stand es in beiden Partien. Dann erlöste Robbie Brady die Iren und schoss sie mit dem 1:0 auf Kosten der Türkei in die K.o.-Runde.

Nach dem Abpfiff brachen auf irischer Seite alle Dämme. Die Spieler weinten, die Fans weinten, selbst Roy Keane guckte weniger grimmig. Die Iren feierten ihren allerersten Einzug in die K.o.-Phase einer EM.

Alle Spiele der K.o.-Runde in der Übersicht

Wie die Türkei hofft auch Albanien während den frühen Mittwoch-Spielen lange, dann platzte der Traum vom Achtelfinal doch noch. Dafür erreichte Island bei der ersten EM-Endrunden-Teilnahme auf Kosten Österreichs die K.o.-Runde.

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Mit gut 330'000 Einwohnern ist Island das kleinste Land, das je an einer EM-Runde teilnahm. Mit einem 2:1-Sieg über Österreich sicherten sich die Fussballer des Kleinstaats aber den Einzug in die Achtelfinals, wo es zum Traumduell gegen England kommt. Mit fünf Zählern klassierten sich die Nordländer hinter den punktgleichen Ungarn noch vor Portugal, das als Gruppendritter mit drei Unentschieden aber ebenfalls weiterkam.

Das mässige Abschneiden in der Gruppenphase könnte sich für die Lusitaner um Superstar Cristiano Ronaldo sogar noch als Segen herausstellen, denn sie spielen nun in der oberen – auf dem Papier wesentlich schwächeren – Tableauhälfte weiter. Der Achtelfinal gegen die bisher überzeugenden Kroaten ist jedoch alles andere als ein Selbstläufer.

22. Juni 2016<">

Leidtragende der abschliessenden Resultate waren die Albaner, die damit aus dem Achtelfinal-Rennen fielen. Das 1:0 gegen Rumänien im letzten Spiel am Sonntag war im Nachhinein zu wenig. Kölns Verteidiger Mergim Mavraj beschwerte sich danach. «Das kann nicht Sinn eines Turniers sein, dass man solche Vergleiche macht», schimpfte er. «Die anderen wussten zudem auch genau, wie sie spielen mussten, um uns zu überholen, da wir vorlegen mussten. Das ist doch Wettbewerbsverzerrung.»

Klar wurde am frühen Mittwochabend auch, gegen wen Weltmeister Deutschland im Achtelfinal antritt. Die Deutschen treffen in Lille auf einem neuen, hoffentlich besseren Rasen auf die Slowakei. Gastgeber Frankreich spielt als Gruppenerster ausserdem gegen Irland, Wales gegen Nordirland und Ungarn gegen Belgien. (pre/sda)

Die Noten der Schweizer nach der Gruppenphase der EM 2016

Granit Xhaka: Note 6 – Je grösser die Bühne, desto wohler fühlt er sich. Seine Auftritte an dieser EM verdienen das Prädikat Weltklasse. Scheint tatsächlich angekommen als Chef dieser Mannschaft. Er übernimmt Verantwortung. Die allermeisten seiner Pässe sitzen – und das, obwohl er sich nicht scheut, Risiko einzugehen. Nach dem Transfer zu Arsenal wurde Xhaka von einem Engländer gefragt, ob er nicht fürchte, das Preisschild von 50 Mio. könne nun an der EM zu viel Last sein. Seine Antwort gab er auf dem Platz. Sie ist eindrücklich: Nein! Witters / Tim Groothuis/freshfocus
Yann Sommer: Note 5,5 – Wie er die Schweiz in seinem ersten Spiel auf der ganz grossen Bühne gegen Albanien rettete, war Weltklasse. Gegen Rumänien fast ohne Beschäftigung. Dann gegen Frankreich mit der ersten und einzigen Unsicherheit gegen Pogba, steigert sich aber sofort wieder. Ist erst vom Penaltypunkt aus bezwungen. Kann bester Torhüter des Turniers werden und die Schweiz zum nächsten Schritt führen. EPA/EPA / LAURENT DUBRULE
Stephan Lichtsteiner: Note 4 – Der neue Captain wirkt mit der Binde irgendwie gehemmt. Seine Leistungen schwanken zwischen rätselhaft und solid – mehr nicht. Manchmal wirkt er wie ausgetauscht, sobald er nicht das Juve-, sondern das Nati-Trikot übergezogen hat. Das Spiel gegen Frankreich ist sein bestes bisher, vielleicht wächst auch er mit den Anforderungen. Die Schweiz braucht im Achtelfinal den echten Lichtsteiner, um weiterzukommen. KEYSTONE / JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Fabian Schär: Note 5,5 – Wäre dieser eine Fehler am Schluss des Albanien-Spiels nicht – man dürfte von einer bislang perfekten EM sprechen. Schär überzeugt mit herausragenden Zweikämpfen und gutem Stellungsspiel. Er ist stark in der Luft und genauso am Ball. Dazu strahlt er viel Ruhe aus. Das ist von Vorteil, wenn der Abwehrpartner Johan Djourou heisst. Kurz: Es ist eine überzeugende Reaktion des 24-Jährigen auf eine schwierige Saison mit Hoffenheim in der Bundesliga. EPA/KEYSTONE / JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Johan Djourou: Note 5 – In jungen Jahren weckte er Hoffnungen, einmal ein neuer Frank Rijkaard zu werden. An guten Tagen ist er auch heute noch Spitzenklasse. Nur sind diese längst Ausnahme geworden. Wirkt immer ein bisschen zu locker lässig. Die Angst, der nächste Fehler steht kurz bevor, ist noch nicht gewichen. Aber: Er hat sich mit jedem Spiel gesteigert. Die Leistung gegen Frankreich muss er jetzt bestätigen. EPA/EPA / SHAWN THEW
Ricardo Rodriguez: Note 4,5 – Er ist noch nicht der Rodriguez der WM 2014. Damals schritt er voran, als es wirklich zählte. Es ist nicht mehr allzu viel übrig geblieben vom Versprechen, das er einmal war. Gerade seine Eckbälle und Freistösse sind verbesserungswürdig, wie sein Beitrag zur Offensive überhaupt. Immerhin steht er defensiv gut und lässt wenig über seine Seite zu. Trotzdem: Er muss sich noch steigern. EPA/EPA / LAURENT DUBRULE
Valon Behrami: Note 5,5 – Der Aggressivleader zeigt eine sehr beachtliche EM. Es gibt Dinge, die sind immer drin, wo Behrami drauf steht: viele Balleroberungen, unermüdlicher Kampf, unzählige Läufe. Aber jetzt zeigt Behrami auch Aktionen, die man ihm nicht unbedingt zugetraut hätte. Er leitet Bälle geschickt weiter, es sind nicht grad 20- oder 30-Meter-Pässe, dieses Feld überlässt er Xhaka, aber eben doch so, dass die Offensivabteilung etwas damit anfangen kann. freshfocus / Alain Grosclaude/freshfocus
Xherdan Shaqiri: Note 4 – Galt einmal als Wunderkind. Als der Spieler, der in den entscheidenden Momenten für die aufregenden Dinge besorgt ist. Als der Spieler, der die wichtigen Tore schiesst. Das alles ist Vergangenheit. Shaqiri blieb bisher an der EM alles schuldig. Er hat seit über einem Jahr kein Tor mehr erzielt für das Nationalteam. Seine rätselhaften Auftritte mehren sich. Immerhin stellt er sich in den Dienst der Mannschaft. EPA/EPA / ROLEX DELA PENA
Blerim Dzemaili: Note 5 – Dzemaili und das Nationalteam, es ist eine belastete Beziehung. Aber es gibt Anzeichen dafür, dass es spät doch noch eine versöhnliche Wende gibt. Erstmals ist er als Stammspieler dabei. Petkovic vertraut ihm. Und Dzemaili zeigt an dieser EM in jedem Spiel, warum. Noch fehlt die Konstanz über 90 Minuten. Noch könnte er seine guten Ansätze in etwas mehr Zählbares verwandeln. Aber es bieten sich ja noch Gelegenheiten zur Steigerung. AP/AP / Geert Vanden Wijngaert
Admir Mehmedi: Note 5 – Manchmal ist es erstaunlich, was ein einzelnes Tor auslösen kann. Seit dem Wahnsinnstreffer in den Winkel gegen Rumänien spielt er drei Klassen besser, mit mehr Selbstvertrauen und mit noch mehr Verve bei der Arbeit in der eigenen Platzhälfte. Zudem ist er nun der einzige Schweizer der Geschichte, der an einer WM und EM getroffen hat. Mehmedi hat sich zum Spezialisten für wichtige Spiele entwickelt. Das zeigte er schon an der WM in Brasilien. freshfocus / Alain Grosclaude/freshfocus
Haris Seferovic: Note 4,5 – Um ihn sind während des Turniers die interessantesten Debatten entstanden. Soll man ihn kritisieren, weil er viele Chancen vergibt? Soll man ihn loben, weil er viel kreiert? Der zweite Ansatz scheint angebracht. Seine bisherigen Einsätze waren ansprechend. Die Frage ist nun, ob es ihm gelingt, den Kopf freizubekommen. Falls ja, kann er für die Schweiz plötzlich noch so wichtig werden wie auf dem Weg zum U17-Weltmeistertitel. freshfocus / Alain Grosclaude/freshfocus
Breel Embolo: Note 4 – Was von ihm bisher in Erinnerung bleibt an dieser EM? Einige leidenschaftlich geführte Duelle mit Frankreichs Superstar Pogba. Und vor allem: Der Song «Oh Embolo», diese Hommage an ihn, der die Fan-Herzen erobert hat. Will er allerdings das Herz von José Mourinho und Manchester United definitiv erobern, muss er sich gewaltig steigern. Er hat noch nicht nachweisen können, ein solch grosses Talent zu sein. EPA/KEYSTONE / JEAN-CHRISTOPHE BOTT

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