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Der verschwundene saudische Journalist Jamal Khashoggi am WEF in Davos 2011. Bild: AP/AP

Apple-Watch soll Ermordung von Khashoggi aufgezeichnet haben

Publiziert: 13.10.18, 15:23 Aktualisiert: 13.10.18, 17:13

Der verschwundene saudische Regierungskritiker Jamal Khashoggi soll seine Ermordung mit einer Apple-Computer-Uhr aufgezeichnet haben. Das berichtete die grosse türkische Zeitung «Sabah» am Samstag.

Demnach hatte der Journalist noch vor Betreten des saudi-arabischen Konsulats eine Aufnahmefunktion an seiner Apple Watch eingeschaltet. Sein Handy, das er seiner vor dem Konsulat wartenden Verlobten gegeben habe, sei mit der Uhr an seinem Handgelenk synchronisiert gewesen. So seien die Geräusche während seiner Exekution gespeichert worden.

Der türkische Geheimdienst MIT und die Polizei hätten die Daten, die in den iCloud-Speicher übertragen wurden, dann ausgewertet, berichtete «Sabah» weiter. iCloud ist ein Dienst von Apple, mit dem Daten gespeichert und mit mehreren Geräten synchronisiert werden können.

Saudi-Arabien bestreitet Mitschuld

«Die Momente, in denen sich das Attentäter-Team ... mit Khashoggi beschäftigt hat, wurden Minute für Minute aufgezeichnet», schreiben die Autoren. Die Täter hätten aber versucht, einige Daten zu löschen. «Sabah» beruft sich auf «vertrauenswürdige Quellen».

Der saudische König Salman und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan. Bild: AP/AP

Saudi-Arabien hatte vor Erscheinen des Berichts jegliche Mitschuld am Verschwinden des Regimekritikers bestritten. Das Königreich sieht sich nach Angaben des Innenministeriums durch falsche Anschuldigungen in ein schlechtes Licht gerückt.

Khashoggi hatte am 2. Oktober das saudi-arabische Konsulat in Istanbul betreten, um Papiere für seine Hochzeit mit einer Türkin abzuholen. Seither wird er vermisst.

«Washington Post» berichtet von Videoaufnahmen der Tat

Türkische Regierungskreise streuen seit Tagen über Medien die These, dass Khashoggi im Konsulat ermordet worden sei. Sie geben zunehmend grausige Details preis. Als Folge tauchte immer öfter die Frage auf, wie die Ermittler zu ihren Erkenntnissen kamen und ob sie die diplomatische Vertretung womöglich mit Abhörgeräten ausspioniert hatten.

In einem Bericht der «Washington Post» hatte es unter Berufung auf die türkische Regierung in der Nacht auf Freitag noch geheissen, es gebe nicht nur Audio-, sondern auch Videoaufnahmen. Diese bewiesen, dass Khashoggi im Konsulat ermordet worden sei. (leo/sda/dpa)

Türkei verhaftet Journalisten

In der Türkei sind Mitte Dezember 2014 mindestens 24 Journalisten, TV-Produzenten und Polizisten festgenommen worden. X90138 / MURAD SEZER
Vor der Redaktion der Tageszeitung «Zaman» demonstrierten etwa 2000 Menschen gegen die Aktion. EPA/ZAMAN NEWSPAPER / SELAHATTIN SEVI
Protest in Istanbul: Die Festgenommenen sollen dem mit Präsident Erdoğan verfeindeten islamischen Prediger Fethullah Gülen nahestehen. AP/AP / Emrah Gurel
Der türkische Präsident Erdoğan hatte zuvor angekündigt, er werde die Gülen-Anhänger «bis in ihre Schlupfwinkel» verfolgen. AP/AP
Gülen war lange ein Verbündeter und Weggefährte Erdoğans gewesen, brach jedoch mit ihm, als die Regierung versuchte, das vom ihm betriebene Netzwerk von Schulen und Nachhilfeeinrichtungen unter ihre Kontrolle zu bringen. AP/Zaman / Selahattin Sevi
Der 73-Jährige lebt seit 1999 im US-Bundesstaat Pennsylvania. AP/Zaman / Selahattin Sevi
Vor den Gerichten warteten die Unterstützer der Gülen-Bewegung später am Sonntag auf die Verhafteten. Ministerpräsident Ahmet Davutoğlu sprach von einem «Tag der Bewährung». EPA/EPA / TOLGA BOZOGLU
Beamte in Zivilkleidung nahmen «Zaman»-Chefredaktor Ekrem Dumanlı fest, der unter lautstarkem Protest seiner Unterstützer abgeführt wurde. EPA/EPA / ERDEM SAHIN
Vor dem Justizpalast in Istanbul demonstrierten nach den Verhaftungen Hunderte Anhänger Gülens ... AP/AP / Emrah Gurel
... während die Angehörigen warteten. Die Razzien erfolgten fast auf den Tag genau ein Jahr, nachdem die Staatsanwaltschaft umfassende Ermittlungen zu einem Korruptionsskandal im Umfeld des damaligen Ministerpräsidenten und heutigen Staatschefs Erdoğan eingeleitet hatte. X01258 / STRINGER/TURKEY

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