UBS bezahlt 48 Millionen Franken in Rechtsstreit in Hongkong
Die UBS bezahlt im Rechtsstreit um Börsengänge in Hongkong eine Busse von 375 Millionen Hongkong-Dollar. Neben der Strafe von umgerechnet 48 Millionen Franken darf die Schweizer Grossbank dort für ein Jahr keine Börsengänge in federführender Rolle begleiten.
Diese Massnahmen verhängte die zuständige Regulierungsbehörde SFC gegen die Bank und ihre lokale Tochter, wie die Behörde am Donnerstag mitteilte. In dem Fall ging es um die Rolle der UBS bei mehreren Börsengängen.
Eine der Firmen wurde nur 14 Monate nach dem Listing liquidiert. Daraufhin hatte die SFC die Banken unter die Lupe genommen, die eine Börsennotierung als sogenannter Sponsor begleitet hatten. In dieser federführenden Rolle erhält eine Bank normalerweise höhere Gebühren als andere beteiligte Institute, bürgt jedoch auch für die Korrektheit der Informationen zu einem Unternehmen.
Die UBS erklärte, sie nehme den Entscheid zur Kenntnis und sei froh, den Streit nun beigelegt zu haben. (sda/awp/reu)
Chronologie: Die teuersten Bussen der UBS
19. August 2009: Nach monatelangem Tauziehen zwischen UBS, Bundesrat und US-Behörden um die Herausgabe von Namen verdächtiger Kunden einigen sich die Schweiz und die USA auf einen Vergleich. Die USA erhalten 4450 UBS-Kundendaten. Die UBS zahlt eine Busse von 780 Millionen Dollar. KEYSTONE / MARTIN RUETSCHI
4. Mai 2011: Die UBS erklärt sich in den USA bereit, eine Strafe von 160 Millionen Dollar wegen Insiderhandels bei der Vergabe von kommunalen Insidergeschäften in 36 US-Bundesstaaten zu zahlen. Ehemalige UBS-Angestellte hatten den Handel mit sogenannten Municipial Bonds manipuliert.
EPA / JUSTIN LANE
26. November 2012: Die britische Finanzmarktbehörde FSA büsst die UBS wegen dem Fall Adoboli mit 29,7 Mio. Pfund. Zudem nimmt die Finma die Investmentbank der UBS an die Kandarre. Kweku Adoboli hatte der UBS mit risikoreichen Spekulationen mit börsennotierten Indexfonds (ETFs) einen Handelsverlust von 2,3 Mrd. Dollar verursacht.
EPA / FACUNDO ARRIZABALAGA
19. Dezember 2012: Die UBS zahlt in Zusammenhang mit der unrechtmässigen Beeinflussung des Libor-Zinssatzes total rund 1,4 Mrd. Franken an die US-amerikanischen, die britischen und die schweizerischen Behörden. Bild: UBS-Hauptsitz in London.
EPA/EPA FILE / ANDY RAIN
26. Juli 2013: Die Beilegung eines Rechtsstreits um Hypothekenverbriefungen in den USA kostet die UBS 885 Mio. Franken. Die US-Hypothekenmarktbehörde FHFA hatte die UBS und 17 weitere Banken beschuldigt, den Hypothekenfinanzierern Fannie Mae und Freddie Mac vor 2008 Subprime-Hypothekenpakete für rund 200 Mrd. Dollar auf der Basis von Dokumenten angedreht zu haben, welche falsche Angaben enthielten oder nicht vollständig waren.
X00157 / KEVIN LAMARQUE
6. August 2013: Die US-Börsenaufsicht SEC belegt die UBS mit einer Busse von 49,8 Mio. Dollar wegen Verstössen gegen Wertpapiervorschriften. Dabei geht es um die Strukturierung und den Vertrieb von verbrieften Hypothekenkrediten (CDO). Logo der SEC am Hauptsitz in Washington.
X01676 / JONATHAN ERNST
9. August 2013: Die UBS einigt sich mit US-Anlegern auf die Zahlung von 120 Mio. Dollar. Die Investoren warfen der Bank vor, sie habe sie beim Verkauf von komplexen Wertpapieren der später zusammengebrochenen Investmentbank Lehman Brothers in die Irre geführt. Bild: Lehman-Brothers-Hauptsitz in Tokio.
X03159 / YURIKO K NAKAO
18. September 2013: Ein Bundesbezirksrichter im US-Gliedstaat Connecticut verurteilt die UBS-Tochter UBS Securities Japan, eine Anlagenbank, zu 100 Millionen Dollar Busse für ihre Rolle in der Affäre um die London Interbank Offered Rate (Libor). Bild: UBS Towers in Tokio.
UBS
29. Juli 2014: Die UBS gibt bekannt, dass sie sich im Steuerstreit mit Deutschland mit den Behörden geeinigt hat. Gegen eine Zahlung von 300 Mio. Euro stellt die Staatsanwaltschaft Bochum die Ermittlungen gegen die UBS ein. Bild: Schweizer Botschaft neben dem Reichstag in Berlin.
X90145 / FABRIZIO BENSCH
21. Oktober 2014: Wegen der Manipulation des Franken-Leitzinses und Preisabsprachen auf Zinsderivaten büsst die EU-Kommission vier Grossbanken. Die UBS muss 12,7 Mio. Euro zahlen. Bild: Sitz der EU-Kommission in Brüssel.
KEYSTONE / MARTIN RUETSCHI
12. November 2014: Die UBS wird für ihre jahrelange Manipulation von Wechselkursen mit 774 Mio. Franken zur Kasse gebeten. Der Eidg. Finanzmarktaufsicht Finma muss sie unrechtmässig erzielte Gewinne in der Höhe von 134 Mio. Franken abliefern. Die britische Aufsichtsbehörde FCA und die US-Behörde CFTC brummen der UBS Bussen von 359 Mio. respektive 281 Mio. Franken auf.
KEYSTONE / THOMAS HODEL
2023 möchte Schweden das erste Land ohne Bargeld sein
Video: SRF / Roberto Krone
Das könnte dich auch interessieren: