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Der Piz Russein befindet sich an der Grenze zwischen Graubünden und Glarus. Er gehört zum Tödi-Massiv. Bild: kantonspolizei graubünden

Zwei Skitourengänger sterben in Lawine am Piz Russein GR

Publiziert: 15.05.21, 08:58

Am Piz Russein im Kanton Graubünden sind am Freitag zwei Skitourengänger bei einem Lawinenunfall ums Leben gekommen. Die 29- und 30-jährigen Männer waren von einem Schneebrett erfasst und tausend Meter in die Tiefe geschleift worden. Ein dritter Mann blieb unverletzt.

Laut Angaben der Bündner Kantonspolizei vom Samstag waren die drei Alpinisten am Vormittag auf dem Aufstieg zum Piz Russein in Sumvitg unterwegs. Sie legten ihre Skis in einem Depot auf rund 3100 Metern über Meer ab und gingen die restlichen Meter zum Gipfel zu Fuss. Dabei löste sich in einem Südwesthang oberhalb der Alpinisten ein Schneebrett.

Zwei Männer wurden von den Schneemassen mitgerissen. Sie wurden rund tausend Meter über steiles und felsiges Gelände in die Tiefe gezogen und verschüttet. Ihr Bergkamerad wurde von der Lawine nicht erfasst. Er kam mit dem Schrecken davon und wurde mit einem Helikopter ins Tal in Sicherheit geflogen.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt

Die zwei verschütteten Alpinisten verstarben vor Ort an ihren schweren Verletzungen, wie die Polizei mitteilte. Im Einsatz standen drei Rettungshelikopter, zehn alpine Retter sowie zwei Lawinenhunde und mehrere Polizisten.

Der genaue Hergang des Lawinenunfalls war zunächst unklar. Die Staatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung ein.

Der Piz Russein befindet sich an der Grenze zwischen Graubünden und dem Kanton Glarus. Er gehört zum Tödi-Massiv - mit 3600 Metern über Meer der höchste Gipfel der Glarner Alpen. Die Besteigung gilt als sehr anspruchsvoll. (viw/sda)

Das war der Lawinenwinter 1999

Eine Lawine hat ein Restaurant am oberen Dorfrand von Wengen erfasst und zerstört. Das Besitzerehepaar konnte nur noch tot geborgen werden. KEYSTONE / EDI ENGELER
Restaurant in Wengen KEYSTONE / EDI ENGELER
In Bristen im Kanton Uri hat am Dienstag, 23. Februar 1999, eine Schneestaub-Lawine ein Wohnhaus mit Stall im Weiler Golzern weggefegt. KEYSTONE / ADRIAN ZURFLUH
Bristen, Uri KEYSTONE / ADRIAN ZURFLUH
Bristen, Uri KEYSTONE / ADRIAN ZURFLUH
Am 25. Februar 1999 ging eine grosse Staublawine am Rand des Ferienorts Leukerbad im Wallis nieder. Durch den Druck werden sechs Mehrfamilienhäuser zum Teil schwer beschädigt. KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA VALLE
Blick auf das Gebiet in Leukerbad, wo die Lawine den Hang hinunter donnerte. KEYSTONE / ALESSANDRO DELL VALLE
Das grösste Unglück des Lawinenwinters 1999 ereignete sich nicht in der Schweiz sondern im Nachbarland Österreich. AP / RUDI BLAHA
Am 23. Februar geht um 16 Uhr nach einem lauten Grollen eine riesige Lawine auf den Wintersportort Galtür nieder. AP / RUDI BLAHA
Mit ihrer 400 Meter Breite, zehn Metern Höhe und einer Geschwindigkeit von 70 Kilometern pro Stunde rast sie talwärts. Das österreichische Dorf wird zu grossen Teilen von Schnee begraben. 38 Menschen sterben, über 20 Personen werden schwer verletzt geborgen. AP BMFLV / PLANKENAUER BMFLV
Am Abend des 21. Februars 1999 blickte die ganze Schweiz nach Evolène KEYSTONE / FABRICE COFFRINI
Innert weniger Stunden gehen insgesamt fünf Lawinen im Umkreis des Walliser Dorfes nieder. KEYSTONE / FABRICE COFFRINI
Zwölf Menschen werden unter den Schneemassen begraben – zum Teil mit ihren Autos. acht Wohnhäuser, fünf Scheunen vier Chalets und mehrere Alphütten werden zerstört. KEYSTONE / FABRICE COFFRINI
Zudem werden zwei Wohnhäuser und acht Chalets beschädigt. Mindestens neun Autos erlitten Totalschaden. KEYSTONE / FABRICE COFFRINI
KEYSTONE / FABRICE COFFRINI
Es handelt sich um eines der tödlichsten Lawinenunglücke in der Schweiz im 20. Jahrhundert. KEYSTONE / RENE RITLER
Ein geknickter Hochspannungs-Strommast liegt auf einem Lawinenkegel beim Fluss in der Nähe von Engi im Sernftal zwischen Schwanden und Elm im Glarnerland, nachdem am 22. Februar 1999 an dieser Stelle eine von zahlreichen Lawinen niedergegangen ist. KEYSTONE / CHRISTOPH RUCKSTUHL
Zwischen Schwanden und Elm im Glarner Sernftal ging am 21. Februar 1999 als eine von zahlreichen grossen Lawinen in diesem Gebiet die Mettlenlawine nieder. KEYSTONE / FRIDOLIN WALCHER
KEYSTONE / FRIDOLIN WALCHER
Die Ortstafel an der Strasse Schwanden-Elm im Glarnerland versinkt im Schnee am Dienstag, 9. Februar 1999. KEYSTONE / CHRISTOPH RUCKSTUHL

Keine moderne Technologie kann den Lawinenhund ersetzen

Video: SRF / Roberto Krone

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