Public Viewing mit watson
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Egal wie der Gegner der Schweizer im Achtelfinal heissen wird: Es wird weder einfach noch unmöglich. Bild: ROLEX DELA PENA/EPA/KEYSTONE
Die Schweizer Nationalmannschaft trifft an der EM in Frankreich im Achtelfinal entweder auf die Deutschen, die Polen oder die Nordiren. Wirklich einfach wird keine Aufgabe, schon gar nicht, wenn man die Länderspielbilanz gegen die jeweiligen Teams beizieht.
Das DFB-Vorzeigeteam wäre zweifelsohne die schwierigste Aufgabe für das Team von Vladimir Petkovic. Deutschland verfügt über eine starke Truppe und wird zurecht als Mitfavorit auf den Titel gehandelt. Doch als unschlagbar ist «Die Mannschaft» aus Schweizer Sicht definitiv nicht zu bezeichnen.
Gegen die Ukraine haben unsere nördlichen Nachbarn auf dem Papier einen ungefährdeten 2:0-Sieg eingefahren. Doch dieser Pflichtsieg gegen einen limitierten Gegner (wie sich bei der Ukraine vor allem gegen Nordirland gezeigt hat) war mit ziemlich viel Aufwand verbunden. Und auch das 0:0 gegen Polen ist – vor allem offensiv – nicht als Ruhmesstück zu bezeichnen. Spielen die Schweizer ähnlich leidenschaftlich und vielleicht noch einen Zacken zielstrebiger als gegen Frankreich, wäre ihnen ein Coup zuzutrauen.
Schöne Erinnerungen: Das 5:3 der Schweiz gegen Deutschland.
Ein Blick in die Vergangenheit zementiert aber die Aussenseiterrolle der Eidgenossen. Gerade einmal 9 der 51 Länderspiele seit 1908 haben die Schweizer gewonnen (6 Unentschieden, 36 Niederlagen). Dafür das letzte, ein Testspiel unter Ottmar Hitzfeld vor der EM 2012, dank dem dreifachen Eren Derdiyok in Basel gleich mit 5:3 für sich entschieden.
Eren Derdiyok trifft, die Deutschen Marc-André ter Stegen und Marcel Schmelzer sind machtlos.
Bild: KEYSTONE
Im historischen Vergleich steht die Schweiz gegen die Polen ähnlich gut (schlecht) wie gegen Deutschland da. Die Gewinnquote liegt gar noch tiefer. Nur eines der zehn Länderspiele konnte die SFV-Auswahl für sich entscheiden, die des PZPN (Polski Związek Piłki Nożnej) immerhin deren vier. In den letzten zehn Jahren sind sich die Teams aber nur einmal gegenübergestanden, zu einem Testspiel in Breslau, das 2:2 endete.
Xherdan Shaqiri im Laufduell gegen Polen während dem Aufeinandertreffen 2014.
Bild: KEYSTONE
Wird Polen der nächste Gegner der Schweizer an der EM, dürften sich die Teams vermutlich auf Augenhöhe begegnen. Ähnlich wie hierzulande spricht man auch bei den Osteuropäern von einer «Goldenen Generation», die man aktuell beisammen habe. Dabei jedes Mal speziell zu erwähnen: Bayerns-Topstürmer Robert Lewandowski, der in Frankreich seine unbestrittenen Skorerqualitäten allerdings noch nicht unter Beweis stellen konnte.
Die Polen mühten sich im Auftaktspiel gegen leidenschaftlich verteidigende Nordiren ab und wurden durch den Treffer von Arkadiusz Milik in der 50. Minute erlöst. Das 1:0 brachten sie über die Runden und konnten so unbeschwert ins Spitzenspiel gegen Deutschland steigen. Gegen den Weltmeister agierte Polen geschickt und verdiente sich so das Unentschieden im ersten torlosen Spiel an dieser EM.
Die Affiche gegen die Nordiren würden wahrscheinlich die meisten Schweizer favorisieren, doch deren Eintreten ist auch am wenigsten realistisch (Nordirland müsste gegen Deutschland gewinnen und gleichzeitig Polen gegen die Ukraine). Wirklich einfach liest sich die Aufgabe sowieso nur auf dem Papier.
Die Nordiren, vor dem Turnier von den Wettbüros mitunter als schwächstes Team eingeschätzt, erweisen sich in Frankreich als äusserst zäh. Zwar ging das Defensivkonzept gegen Polen nicht auf, doch gegen die Ukraine zeigte sich, dass es eben auch funktionieren kann. Die Ukrainer fanden keine Antwort gegen den Willen der Nordiren, jeden Zweikampf um jeden Preis gewinnen zu wollen und verloren 0:2.
Die Nordiren können in Frankreich auf grossen Rückhalt zählen.
Bild: Pavel Golovkin/AP/KEYSTONE
Mit der Schweiz hat sich die nordirische Nationalmannschaft erst vier Mal gemessen, zuletzt bei einem Testspiel 2004 (0:0). In den anderen drei Spielen sicherte sich die «Green and White Army» eine positive Bilanz von 2:1 Siegen. Und noch etwas: Nordirland hat Will Grigg, der schon während der ganzen EM brennt.