Aktuelle Themen:

Forscher identifizieren erstmals Grosshirnareal, das bei Autisten anders sein könnte

Autisten können sich kaum auf neue Verhältnisse einstellen. Gesunden Menschen ermöglicht das ein neu erkannter Vorgang im Gehirn.

Publiziert: 19.09.20, 08:18 Aktualisiert: 19.09.20, 14:22
Bruno Knellwolf / CH Media

Die Grosshirnrinde kontrolliert über verschiedene Hirnareale unsere Entscheidungen. Bild: shutterstock.com

Die Plastizität unseres Gehirns hilft uns ein Leben lang. Sie ermöglicht, dass wir in jedem Alter etwas lernen oder uns auf neue Situationen einstellen können. Autisten und Schizophrenen fehlt diese Flexibilität, was ein normales Leben verunmöglicht. Zu einem besseren Verständnis solcher Hirnkrankheiten trägt nun eine Studie des Instituts für Hirnforschung der Universität Zürich bei, die soeben in der Fachzeitschrift ­«Nature» veröffentlicht worden ist.

Hirnkranke haben Mühe, sich schnell an veränderte Umweltbedingungen anzupassen. Das müssen wir aber laufend tun, zum Beispiel wenn wir auf gewohnte Verhaltensweisen wie das Händeschütteln verzichten müssen. Diese Fähigkeit ist eine besondere Leistung des Gehirns, ermöglicht durch biologische Prozesse, die bis anhin noch sehr unvollständig verstanden waren.

Nun ist dem Team von Fritjof Helmchen ein Schritt zur Aufklärung gelungen. Die Hirnforscher haben ­herausgefunden, dass ein Teil der Grosshirnrinde, die gleich hinter den Augen liegt, die Nervenzellen in gewissen Arealen umprogrammieren kann. Die Zürcher Forscher konnten das feststellen, in dem sie die Hirnzellen von Mäusen beim Umlernen unter kontrollierten Bedingungen beobachteten.

Mit süsser und saurer Belohnung konnten sie die Funktion einzelner Nervenzellen in den beteiligten Hirnarealen aktivieren und analysieren. Dabei zeigte sich, dass eine Gruppe von Hirnzellen in der Grosshirnrinde, orbitofrontaler Kortex genannt, während des Umlernens auf eine neue Umweltsensation besonders aktiv ist. Helmchen erklärt:

«Wir konnten zeigen, dass eine direkte Verbindung vom orbitofrontalen Kortex zu sensorischen Hirnarealen besteht und dass dort ein Teil der Nervenzellen umgepolt wird.»

Für die Flexibilität unseres Verhaltens und die Möglichkeit, sich auf neue Situationen einzustellen, sind nach Helmchen die Plastizität dieser Hirnzellen und die Instruktion durch die höhere Instanz der Grosshirnrinde entscheidend.

Dass die Grosshirnrinde an Entscheidungsprozessen beteiligt ist, war schon bekannt. Sie sorgt dafür, dass wir auf äussere Umstände angemessen reagieren, was Hirnkranke nicht können. Nun sind auch die dieser Funktion zugrunde liegenden Nervenschaltkreise bekannt, nachgewiesen bei Mäusen. Die Forscher gehen davon aus, dass sich diese Funktion in ähnlicher Weise auch im menschlichen Gehirn abspielen.

Die Grosshirnrinde kommuniziert und kontrolliert über verschiedene Hirnareale unsere Entscheidungen - die falschen und die richtigen. Dieses Wissen über die komplizierten Vorgänge im Gehirn bei Entscheidungsprozessen hilft vielleicht, Autismus und Schizophrenie zu bekämpfen.

Achtung, Brainf*ck! Diese Bilder werden dein Hirn komplett kirre machen

Aydın Büyüktaş ist ein geduldiger Künstler. Bild: Aydın Büyüktaş Aydın Büyüktaş
Denn seine Fotoprojekte nehmen jeweils mehrere Monate in Anspruch. Bild: Aydın Büyüktaş Aydın Büyüktaş
Dies, weil ein einziges seiner Bilder aus insgesamt 18 bis 20 Fotos besteht, ... Bild: Aydın Büyüktaş Aydın Büyüktaş
... die allesamt unter den exakt gleichen Witterungs- und Lichtverhältnissen aufgenommen werden müssen. Bild: Aydın Büyüktaş Aydın Büyüktaş
Seine erste Foto-Kollektion aus der Serie, die er «Flatland» nennt, präsentierte Büyüktaş vor gut einem Jahr. Bild: Aydın Büyüktaş Aydın Büyüktaş
Damals war er in seinem Heimatland, der Türkei, unterwegs. Bild: Aydın Büyüktaş Aydın Büyüktaş
Bild: Aydın Büyüktaş Aydın Büyüktaş
Bild: Aydın Büyüktaş Aydın Büyüktaş
Bild: Aydın Büyüktaş Aydın Büyüktaş
Bild: Aydın Büyüktaş Aydın Büyüktaş
Für die Fortsetzung «Flatland II» ist der Künstler in die USA gereist. Bild: Aydın Büyüktaş
«Allein für die Planung und die Suche nach den richtigen Spots habe ich zwei Monate gebraucht», erzählt Büyüktaş im Gespräch mit watson. Bild: Aydın Büyüktaş
Anschliessend war er einen Monat und 10'000 Meilen lang unterwegs. Bild: Aydın Büyüktaş
In dieser Zeit hat er mit Hilfe einer Drohne die Fotos aufgenommen. Bild: Aydın Büyüktaş
«Und dann habe ich nochmals zwei Monate gebraucht, um die Collagen zu erstellen», so der Fotokünstler. Bild: Aydın Büyüktaş
Inspiriert wurde der 45-Jährige unter anderem von Science-Fiction-Büchern, die er bereits während seiner Kindheit und Jugend reihenweise verschlungen hat. Bild: Aydın Büyüktaş
Weitere Werke sowie Aufnahmen des Making-ofs kannst du auf der Facebook-Seite des aus Ankara stammenden Künstlers anschauen. Bild: Aydın Büyüktaş

«Benutzt euer Gehirn! F***!»

Video: watson / Luki Bünger, Emily Engkent

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Themen