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Südamerika

Unbekannter Langhalssaurier von Schafhirte in Patagonien entdeckt

Bicharracosaurus dionidei Dino-Riese in Patagonien entdeckt
An die 20 Meter lang ist der bis dahin unbekannte Langhalssaurier.Bild: Scott Hartman

Schafhirte entdeckt unbekannten Dino-Riesen in Patagonien

17.04.2026, 13:4517.04.2026, 13:45

Ein Schafhirte hat die Überreste eines rund 155 Millionen Jahre alten Dinosauriers auf seiner Farm in Patagonien gefunden. An die 20 Meter lang ist der bis dahin unbekannte Langhalssaurier nach den Schätzungen eines deutsch-argentinischen Forschungsteams.

Die Ergebnisse der Untersuchungen der Knochen des Bicharracosaurus dionidei aus wurden in der Fachzeitschrift «PeerJ» veröffentlicht, wie die Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns (SNSB) in München mitteilten.

Geborgen wurden demnach Teile der Wirbelsäule mit mehr als 30 Hals-, Rücken- und Schwanzwirbeln, mehrere Rippen sowie ein Bruchstück des Beckens. Die Knochenstruktur zeige, dass es sich um ein erwachsenes Tier handelt, das auf dem damaligen Südkontinent Gondwana lebte. Das Skelett zeige Ähnlichkeiten mit dem afrikanischen Giraffatitan, einem Brachiosauriden aus Tansania. Andere Merkmale, insbesondere an seinen Rückenwirbeln, ähneln dagegen Diplodocus und seinen nächsten Verwandten aus Nordamerika.

Mit ihren massigen Körpern, langen Hälsen und Schwänzen und winzigen Köpfen entsprechen Langhalssaurier – Sauropoden – für viele Menschen dem Bild des typischen Dinosauriers. Zu den Sauropoden gehören die grössten bekannten Landtiere überhaupt, mit einer Körperlänge von bis zu 40 Metern, bekannteste Vertreter sind Diplodocus oder Brachiosaurus.

Wichtiger Fund auf der Südhalbkugel

«Unsere stammesgeschichtlichen Analysen des Skeletts weisen darauf hin, dass Bicharracosaurus dionidei verwandt war mit den Brachiosauriden – das wären die ersten Brachiosauriden aus dem Jura Südamerikas», sagte die Erstautorin der Studie, die LMU-Doktorandin Alexandra Reutter. Das Fossil vereine Merkmale verschiedener Sauropoden-Gruppen: Einige Skelettteile ähnelten dem afrikanischen Giraffatitan, andere – vor allem an den Rückenwirbeln – Diplodocus und dessen nordamerikanischen Verwandten.

Bicharracosaurus dionidei.
Das Fossil vereint Merkmale verschiedener Sauropoden-GruppenBild: Pablo Puerta

Studienleiter Oliver Rauhut von den Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen betonte die Bedeutung des Fundes für die Forschung: «Unser Wissen über die Evolution der Sauropoden der oberen Jurazeit beruht bisher ganz überwiegend auf vielen Fossilfunden aus Nordamerika und anderen Fundstellen auf der nördlichen Halbkugel. Auf den südlichen Kontinenten gab es lange Zeit nur eine einzige bedeutende Fundstelle in Tansania.»

Dino nach Finder benannt

Die Fossilfundstelle des Bicharracosaurus dionidei in der argentinischen Provinz Chubut liefere nun wichtiges Vergleichsmaterial, um das Bild von der Entwicklungsgeschichte dieser Tiere insbesondere auf der Südhalbkugel zu ergänzen und neu zu bewerten, sagte Rauhut.

Der Dino wurde zu Ehren des Schafhirten Dionide Mesa nach diesem benannt. Der Gattungsname leitet sich vom spanischen Wort «bicharraco» für grosses Tier ab. Das Fossil wird im Museo Paleontológico Egidio Feruglio im argentinischen Trelew aufbewahrt. (sda/dpa)

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