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Am Montag rückte Ricardo Rodríguez in Lausanne bei der Nationalmannschaft ein. Die Nati sei seine Wohlfühloase, wie er sagt. Bild: KEYSTONE

Rodriguez zweifelt nicht: «Unauffällig in der Nati? Ich mache doch nur wichtige Tore!»

Der Schweizer Nationalspieler kam zuletzt bei seinem Klub nicht mehr zum Zug. Kein Grund zur Panik, sagt er und erklärt seine Formkurve und Ziele.

Publiziert: 09.10.19, 16:57 Aktualisiert: 09.10.19, 17:15
céline feller / ch media

Der Blick auf die Tabelle der Serie A tut weh. Zumindest für Anhänger von AC Mailand. Nur auf dem 13. Platz rangieren die Mailänder, vier Pleiten kassierten sie in den ersten sieben Ligaspielen. Vor dem 2:1 über Genua am Sonntag war dies gleichbedeutend mit dem schlechtesten Start der AC seit 1938/39. Ein Desaster. Und mittendrin: Ricardo Rodriguez.

«Weil ich jetzt drei Spiele mal nicht gemacht habe, heisst das noch nichts.

Ricardo Rodriguez

Wobei mittendrin mitunter der falsche Ausdruck ist. Denn Rodriguez findet sich seit drei Partien an einem Ort wieder, den der Schweizer Nationalspieler aus seiner bisherigen Karriere kaum kennt: auf der Bank. Er musste zuschauen und mit ansehen, wie sein Konkurrent Theo Hernández beim Sieg in Genua gar noch ein Tor erzielte. Ungewohnt für Rodriguez.

Das Redeverbot von Milan

Äussern aber darf er sich dazu nicht, solange er bei der Nati weilt. Er hat für diese Zeit einen Maulkorb bekommen bezüglich Aussagen zu Milan. Deshalb greift er auf ein standardisiertes Statement zurück: «Weil ich jetzt drei Spiele mal nicht gemacht habe, heisst das noch nichts.» Etwas fügt er aber noch an, als er gestern zum Einzelgespräch erscheint, fernab aller anderen Journalisten und Spieler, an einem ruhigen Ort im Hotel Royal Savoy, wo er sich wohl fühlt: «Es kann sich immer alles ändern.»

Von der AC Milan hat Rodriguez einen Maulkorb bekommen. Bild: AP

Genau das wird Rodriguez’ Hoffnung sein. Eine, die sich schon erfüllt hat. Milan-Coach Marco Giampaolo wurde am Diensttagabend entlassen. Für Rodríguez ist dies gut. Aus seiner Heimat ist zu vernehmen, dass es für ihn an Hernández kein vorbei kommen gab, solange der Trainer Giampaolo hiess. Denn dieser habe sich vom technischen Direktor Paolo Maldini bei der Aufstellung beeinflussen lassen. Und Hernández ist Maldinis Wunschspieler.

«Ich finde, ich war immer in Form und habe immer meine Leistungen gebracht.»

Ricardo Rodriguez

Was das für Rodriguez heisst? «Wie meine Karriere weiter läuft, kann ich Ihnen nicht sagen. Ich kann aber sagen, dass ich ein Spieler bin, der immer spielen will.» Ein Abschied im Winter würde nicht überraschen.

Präferenzen in der Nati, Schwierigkeiten in Italien

Immer spielen. Etwas, was ihm bei der Nati seit seinem Debüt vor fast auf den Tag genau acht Jahren stets vergönnt ist, wenn er fit ist und nicht geschont wird. Diese Sicherheit «ist mega wichtig», sagt er und vergleicht die Nati mit einer Wohlfühloase. Hinter ihm steht mit Loris Benito zwar ein Konkurrent, aber einer, der weit davon entfernt ist, Rodriguez zu verdrängen. Auch wenn dieser wie zuletzt nicht mehr so bärenstark war wie früher, sondern eher durchzogen spielte, unauffälliger, scheinbar stagniert.

«In Italien ist es schwerer. Vor allem taktisch. Alle Klubs sind gut organisiert.»

Ricardo Rodriguez

Eine Wahrnehmung, die der Spieler nicht teilt. «Sie finden ich bin nicht mehr so auffällig in der Nati? Ich mache doch nur wichtige Tore!», sagt er und lacht. Ohnehin ist er im Gespräch gut gelaunt, macht Spässe, Sprüche. Er wirkt weder frustriert über die Situation bei Milan noch schüchtern wie sonst so oft. Er fühle sich gut fussballerisch, sei zufrieden. Und in Form. «Ich finde, das war ich immer und ich habe immer meine Leistungen gebracht.»

Ein wichtiges Rodriguez-Tor für die Nati: Das 0:1 per Penalty in der WM-Barrage gegen Nordirland. Video: YouTube/Soccer Goals

Die Aussicht auf die vorzeitige Qualifikation

Auch wenn er zugibt, dass man den besten Ricardo Rodriguez wohl zu Wolfsburg-Zeiten gesehen habe. Dies gründet für ihn in der Art und Weise des Fussballs, die variiere. «In Italien ist es schwerer. Vor allem taktisch. Alle Klubs sind gut organisiert, viele verteidigen gut, sind gut eingestellt.»

Rodriguez will mit der Nati gegen Irland und Dänemark sechs Punkte holen. Bild: KEYSTONE

In der Nati führt er es darauf zurück, dass zuletzt vermehrt mit Dreierkette mit ihm auf der linken Seite gespielt wurde. «Da komme ich weniger nach vorne. Dafür habe ich viel den Ball und kann hinten raus spielen, das mag ich ja.» Aber, «wissen Sie», fügt er noch an, «in der Fünferkette kann ich Tore schiessen oder Assists geben und der Mannschaft so etwas geben.» Das gefalle ihm auch, klar.

In welcher Formation er sich am Samstag in Dänemark einreihen wird, wisse er noch nicht. « Er wolle in diesen zwei wichtigen Spielen einfach sechs Punkte holen. Dann stünde die Schweiz am Dienstag auf Platz 1, wäre vorzeitig qualifiziert für die EM. Und der Blick auf die Tabelle wäre eine Freude. (aargauerzeitung.ch)

Die Fussball-Rekordtorschützen der Top-Nationen

Brasilien: Pelé, 77 Tore in 92 Länderspielen. (Stand: 16. November 2019)
Deutschland: Miroslav Klose, 71 Tore in 137 Spielen. AP / MARTIN MEISSNER
Italien: Luigi Riva, 35 Tore in 42 Länderspielen.
Argentinien: Lionel Messi 69 Tore in 137 Spielen. AP / Luca Bruno
Frankreich: Thierry Henry, 51 Tore in 123 Länderspielen. AP/AP / FRANCOIS MORI
Uruguay: Luis Suarez, 58 Tore in 112 Spielen. AP/AP / Silvia Izquierdo
Chile: Alexis Sanchez, 43 Tore in 131 Länderspielen. AP/AP / Ricardo Mazalan
England: Wayne Rooney, 53 Tore in 120 Länderspielen. EPA/EPA / ANDY RAIN
Spanien: David Villa, 59 Tore in 98 Länderspielen. AP / Victor R. Caivano
Niederlande: Robin van Persie, 50 Tore in 102 Länderspielen. AP / BAS CZERWINSKI
Belgien: Romelu Lukaku, 53 Tore in 84 Länderspielen. EPA / FRIEDEMANN VOGEL
Portugal: Cristiano Ronaldo, 99 Tore in 164 Länderspielen. EPA/KEYSTONE / JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Schweiz: Alex Frei, 42 Tore in 84 Länderspielen. KEYSTONE / STEFFEN SCHMIDT
Österreich: Toni Polster, 44 Tore in 95 Länderspielen. APA / STF
Schweden: Zlatan Ibrahimovic, 62 Tore in 116 Länderspielen. EPA/EPA FILE / PETER POWELL
Dänemark: Jon Dahl Tomasson, 52 Tore in 112 Länderspielen. AP / MURAD SEZER
Norwegen: Jorgen Juve, 33 Tore in 45 Länderspielen.
Finnland: Jari Litmanen, 32 Tore in 137 Länderspielen. KEYSTONE / KARL MATHIS
Paraguay: Roque Santa Cruz, 32 Tore in 112 Länderspielen. X00003 / JORGE ADORNO
Kolumbien: Falcao, 34 Tore in 89 Länderspielen. AP/AP / Ricardo Mazalan
USA: Clint Dempsey und Landon Donovan, 57 Tore in 141 bzw. 157 Länderspielen.
Mexiko: Chicharito, 52 Tore in 109 Länderspielen. EPA/EPA / SERGEI ILNITSKY
Rumänien: Adrian Mutu, 35 Tore in 77 Länderspielen. AP / ALESSANDRA TARANTINO
Bulgarien: Dimitar Berbatov, 48 Tore in 78 Spielen.
Ungarn: Ferenc Puskas, 84 Tore in 89 Länderspielen. EPA / STR
Kroatien: Davor Suker, 45 Tore in 71 Länderspielen. AP / ARMANDO FRANCA
Slowenien: Zlatko Zahovic, 35 Tore in 80 Länderspielen. AFP / CHRISTOPHE SIMON
Serbien: Aleksandar Mitrovic, 31 Tore in 53 Länderspielen. AP/AP / Antonio Calanni
Bosnien und Herzgowina: Edin Dzeko, 58 Tore in 106 Länderspielen. EPA / FEHIM DEMIR
Griechenland: Nikolaos Anastopoulos, 29 Tore in 74 Länderspielen.
Tschechien: Jan Koller, 55 Tore in 91 Länderspielen. AP / ANJA NIEDRINGHAUS
Slowakei: Marek Hamsik, 24 Tore in 114 Spielen. AP/AP / Geert Vanden Wijngaert
Polen: Robert Lewandowski, 60 Tore in 110 Länderspielen. EPA/PAP / Piotr Nowak
Schottland: Kenny Dalglish, 30 Tore in 102 Länderspielen.
Irland: Robbie Keane, 68 Tore in 146 Länderspielen. AP/AP / Geert Vanden Wijngaert
Wales: Gareth Bale, 32 Tore in 79 Länderspielen. AP/AP / Andrew Medichini
Türkei: Hakan Sükür, 51 Tore in 112 Länderspielen. AP/AP / Amel Emric
Ukraine: Andrij Schewtschenko, 48 Tore in 111 Länderspielen. AP / IVAN SEKRETAREV
Russland: Alexander Kerschakow, 30 Tore in 91 Länderspielen. ASSOCIATED PRESS/AP / Boris Grdanoski
Australien: Tim Cahill, 50 Tore in 108 Länderspielen. EPA/AAP / DAN HIMBRECHTS
Kamerun: Samuel Eto'o, 56 Tore in 118 Länderspielen. AP/AP / Armando Franca
Elfenbeinküste: Didier Drogba, 65 Tore in 105 Länderspielen. AP/AP / Dolores Ochoa
Nigeria: Rashidi Yekini, 37 Tore in 62 Länderspielen. Tony Marshall - EMPICS
Ghana: Asamoah Gyan, 51 Tore in 108 Länderspielen. AP/AP / Sunday Alamba
Ägypten: Hossam Hassan, 67 Tore in 169 Länderspielen.

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