Wer oft ein langes Nickerchen macht, stirbt früher – den Grund können Forscher bloss erahnen
Bauarbeiter in Madrid machen Siesta: Wer viele lange Nickerchen braucht, hat womöglich ein unentdecktes Problem.
Bild: Alberto Di Lolli/AP/KEYSTONE
Zu wenig Schlaf, das ist hinlänglich bekannt, ist schlecht für die Gesundheit. Doch nun zeigt eine neue Studie, dass zu viel davon das Leben ebenfalls verkürzt: Wer täglich mehr als eine Stunde ein extra Schläfchen macht, hat eine um 32 Prozent grössere Wahrscheinlichkeit, früher zu sterben, schreibt das Fachportal «Medical Daily»
Das hat eine grossangelegte Studie ergeben, die Forscher mit 16'000 Briten durchführten. Die Versuchspersonen im Alter zwischen 40 und 79 Jahren zeichneten dafür ihre Schlafgewohnheiten auf. 13 Jahre später liegt das Ergebnis vor, das Freunden einer ausgiebigen Siesta den Schlaf rauben könnte.
Die hohe Sterberate bestätige sich demnach auch, wenn nach Faktoren wie Geschlecht, Alter, sozialer Status, Bildung, Body-Mass-Index, Drogenkonsum et cetera sortiert werde. Die Todesursachen derjenigen, die früher aus dem Leben scheiden, seien dabei grundverschieden.
Nicht betroffen von dem Phänomen sind dagegen Menschen, die eine halbe Stunde täglich ein Nickerchen einlegten. Das lässt die Wissenschaftler darauf schliessen, dass nicht der Schlaf an sich das Problem ist. Vielmehr glauben sie, dass unentdeckte Krankheiten den Menschen müde machen, so dass er die Portion Extra-Ruhe braucht, deren tödliche Folge sich in der Studie zeigt.
Und was bringt uns das? Wenn du (ohne das Zutun von Ausgang, die Nachwehen einer Fussball-EM oder die Nebenwirkungen einer neuen Liebe) deutlich müder als sonst bist, lass dich von Arzt mal gründlich durchchecken!
(phi, via Smithsonian Magazine)
Die «McSleepers» von Hongkong
Menschen schlafen in einer McDonald's-Filiale in Hongkong. Der Tod einer Frau vor wenigen Monaten hatte die Aufmerksamkeit auf die Obdachlosen in der asiatischen Stadt gelenkt. Die Frau hatte mehrere Stunden tot auf einem Tisch gelegen – ohne dass es jemandem aufgefallen war. AP / Vincent Yu
Die Nachrichtenagentur AP hielt das Leid der Obdachlosen in einer Fotoserie fest: Viele Obdachlose übernachten in den Restaurants, die 24 Stunden geöffnet haben – die Männer und Frauen werden McRefugees oder McSleepers genannt. Direkt am Eingang hat hier ein Mann seinen Kopf auf die Tischplatte gelegt. AP / Vincent Yu
Etwa die Hälfte der 253 McDonald's-Restaurants in Hongkong habe rund um die Uhr geöffnet, berichtet AP. Hier ist eine Frau mit ihren Sachen auf den Knien eingeschlafen.
Man versuche, sich auch um die Gäste zu kümmern, die «aus ihren eigenen Gründen» lange bleiben, teilte McDonald's weiter mit. Bequem sehen die Schlafplätze auf diesen Bildern nicht immer aus – aber sie sind kostenlos, sauber und verhältnismässig sicher. AP / Vincent Yu
Als ein Grund für die Obdachlosigkeit werden die hohen Lebenshaltungskosten in Hongkong genannt – die Mieten in der Millionenstadt sind sehr hoch.
In die Ecke verzogen: Nicht nur wie hier in Hongkong, sondern auch in anderen ostasiatischen Städten wie Peking oder Tokio übernachten immer wieder Menschen bei McDonald's. AP / Vincent Yu
Dieser Mann hat sich auf einer Sitzbank nahezu häuslich eingerichtet: Die Zahl der Obdachlosen in Hongkong hat sich nach Angaben von AP seit 2007 etwa verdoppelt. AP / Vincent Yu
Ein Mann betet vor einer McDonald's-Filiale, nachdem er dort die Nacht verbracht hat: Morgens verlassen die Obdachlosen meist die Schnellrestaurants und suchen sich am Abend wieder einen Tisch.
Eine Frau sagte AP, sie habe vorher in einem Park geschlafen. Dann habe sie gesehen, wie andere bei der Fast-Food-Kette untergekommen seien – und mache es nun genauso. Auf diesem Foto haben es sich zwei Frauen in den McCafé-Sesseln bequem gemacht.
Es geht für die Betroffenen vor allem um ein Dach über dem Kopf. Manche Obdachlose essen jedoch auch die Essensreste von anderen Kunden, berichtete die «New York Times». AP / Vincent Yu
Nachtruhe neben Getränkebechern. (spon)
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