Wissen
Forschung

Wer oft ein langes Nickerchen macht, stirbt früher – den Grund können Forscher bloss erahnen

Wer oft ein langes Nickerchen macht, stirbt früher – den Grund können Forscher bloss erahnen

20.06.2016, 20:0521.06.2016, 07:58
Bauarbeiter in Madrid machen Siesta: Wer viele lange Nickerchen braucht, hat womöglich ein unentdecktes Problem.
Bauarbeiter in Madrid machen Siesta: Wer viele lange Nickerchen braucht, hat womöglich ein unentdecktes Problem.Bild: Alberto Di Lolli/AP/KEYSTONE

Zu wenig Schlaf, das ist hinlänglich bekannt, ist schlecht für die Gesundheit. Doch nun zeigt eine neue Studie, dass zu viel davon das Leben ebenfalls verkürzt: Wer täglich mehr als eine Stunde ein extra Schläfchen macht, hat eine um 32 Prozent grössere Wahrscheinlichkeit, früher zu sterben, schreibt das Fachportal «Medical Daily»

Das hat eine grossangelegte Studie ergeben, die Forscher mit 16'000 Briten durchführten. Die Versuchspersonen im Alter zwischen 40 und 79 Jahren zeichneten dafür ihre Schlafgewohnheiten auf. 13 Jahre später liegt das Ergebnis vor, das Freunden einer ausgiebigen Siesta den Schlaf rauben könnte.

Die hohe Sterberate bestätige sich demnach auch, wenn nach Faktoren wie Geschlecht, Alter, sozialer Status, Bildung, Body-Mass-Index, Drogenkonsum et cetera sortiert werde. Die Todesursachen derjenigen, die früher aus dem Leben scheiden, seien dabei grundverschieden.

Nicht betroffen von dem Phänomen sind dagegen Menschen, die eine halbe Stunde täglich ein Nickerchen einlegten. Das lässt die Wissenschaftler darauf schliessen, dass nicht der Schlaf an sich das Problem ist. Vielmehr glauben sie, dass unentdeckte Krankheiten den Menschen müde machen, so dass er die Portion Extra-Ruhe braucht, deren tödliche Folge sich in der Studie zeigt.

Mehr zum Thema

Gesundheit

Und was bringt uns das? Wenn du (ohne das Zutun von Ausgang, die Nachwehen einer Fussball-EM oder die Nebenwirkungen einer neuen Liebe) deutlich müder als sonst bist, lass dich von Arzt mal gründlich durchchecken!

(phi, via Smithsonian Magazine)

Die «McSleepers» von Hongkong

1 / 14
Die «McSleepers» von Hongkong
Menschen schlafen in einer McDonald's-Filiale in Hongkong. Der Tod einer Frau vor wenigen Monaten hatte die Aufmerksamkeit auf die Obdachlosen in der asiatischen Stadt gelenkt. Die Frau hatte mehrere Stunden tot auf einem Tisch gelegen – ohne dass es jemandem aufgefallen war.
quelle: ap / vincent yu
Auf Facebook teilenAuf X teilen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
4 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
4
KI wird zum Horrortrip: Kommt das Comeback des Analogen?
Die Künstliche Intelligenz macht enorme Fortschritte. Viele Menschen fühlen sich durch diese Entwicklung bedroht. Helfen könnte eine Rückbesinnung auf die reale Welt.
Bis vor wenigen Jahren war die Künstliche Intelligenz (KI) für die meisten Menschen ein abstraktes Konstrukt. Dann lancierte OpenAI im November 2022 ChatGPT. Das generative Sprachmodell wurde zu einem eigentlichen Gamechanger. Immer mehr Menschen nutzen KI-Tools, auch in der Schweiz, wie eine gerade veröffentlichte Umfrage von Comparis zeigt.
Zur Story