Wirtschaft
AHV

Lebensversicherer verdienten 2013 satte 678 Millionen Franken mit der zweiten Säule

Berufliche Vorsorge

Lebensversicherer verdienten 2013 satte 678 Millionen Franken mit der zweiten Säule

Der Gewerkschaftsdachverband Travail.Suisse kritisiert die Millionengewinne der Lebensversicherer mit dem Geschäft der zweiten Säule. Die heutige, zu lasche Regelung zur Gewinnbegrenzung in der beruflichen Vorsorge sei klar gescheitert. 
27.10.2014, 09:2927.10.2014, 09:40

Allein im letzten Jahr hätten die Versicherer 678 Millionen Franken an Gewinnen abgeschöpft, schreibt Travail.Suisse. «Diese hohen Gewinne gehen auf Kosten der versicherten Arbeitnehmenden, die zu hohe Prämien bezahlen und nur ungenügend an den Überschüssen beteiligt werden», wird Matthias Kuert Killer, Leiter Sozialpolitik bei Travail.Suisse, in einem Communiqué vom Montag zitiert.

Die heutige, zu lasche Regelung zur Gewinnbegrenzung in der beruflichen Vorsorge sei klar gescheitert. Der Bundesrat müsse im Rahmen der Altersreform 2020 die Versicherten dringend mit einer strengeren Regelung schützen. Im Visier haben die Gewerkschafter vor allem die 2005 eingeführte sogenannte «Legal Quote». Diese legt fest, dass die Versicherungsgesellschaften maximal 10 Prozent der Überschüsse als Gewinn behalten dürfen.

In Zukunft müsse statt wie heute 90 mindestens 95 Prozent des Ertrages den Versicherten zustehen, wiederholt Travail.Suisse eine Forderung aus früheren Jahren. Ergreife der Bundesrat nicht griffigere Massnahmen gegen die «horrenden Gewinne», gefährde er die Altersreform 2020, warnen die Gewerkschafter. (whr/sda)

Mehr zum Thema

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
1 Kommentar
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1
US-Patriots: Beschaffung von Alternative für Schweiz schwierig – die Sonntagsnews
Die Bundesverwaltung will ihre Abhängigkeit von Microsoft reduzieren und das Egerkinger Komitee plant eine neue Offensive gegen Moscheeprojekte in der Schweiz. Das findet sich in den Sonntagszeitungen.
Der Bund strebt laut der «NZZ am Sonntag» eine schrittweise Abkehr von Microsoft an. «Die Bundesverwaltung strebt an, ihre Abhängigkeit von Microsoft schrittweise und langfristig zu reduzieren», bestätigte ein Sprecher der Bundeskanzlei der Zeitung. Dies komme überraschend, da erst kürzlich Microsoft 365 trotz Bedenken wegen der Datensicherheit an rund 54'000 Arbeitsplätzen eingeführt worden sei. Intern habe es zuvor Widerstände gegen Alternativen gegeben, die teils als «Bastelei» bezeichnet worden seien. Der frühere Armeechef Thomas Süssli habe jedoch gefordert, alternative Lösungen rascher zu prüfen. Eine Machbarkeitsstudie zeige nun, dass ein Ersatz durch Open-Source-Software möglich sei. Als Referenz gelte Deutschland, wo an einer unabhängigen Open-Source-Lösung gearbeitet werde, an der auch die Schweiz interessiert sei. Das Bundesland Schleswig-Holstein habe seine Verwaltung bereits umgestellt.
Zur Story