Die neuen SBB-Züge haben erstmals getrennte Toiletten – etwas gibt aber zu denken
So sieht das Männer WC im Giruno aus.
bild: twitter
Die neuen Gotthard-Züge vom Typ Giruno sollen schon bald auf die Schiene.
SBB-Sprecher Christian Ginsig präsentierte auf Twitter ein paar Einblicke in das Innere der neuen Züge, die am 8. Mai ihre Erstfahrt feiern. Der «Unique Selling Point» laut Ginsig: das stille Örtchen für Männer.
Obwohl der Zug selbst das Highlight sei, «handelt es sich um den ersten SBB-Zug, der teilweise über geschlechtergetrennte Toiletten verfügt», präzisiert Ginsig im «20 Minuten».
So sieht der neue Gotthardzug Giruno aus:
Bahn frei für den neuen Gotthardzug der SBB: Der Hochgeschwindigkeitszug Giruno von Stadler Rail.
Die SBB will den Giruno genannten Zug vom Typ Smile bereits ab Frühsommer 2019 schrittweise in Betrieb nehmen, wie Stadler Rail am Freitag mitteilte. Der Zug darf vorerst gemäss Bewilligung mit 200 km/h verkehren, technisch könnte er bis zu 250 km/h schnell fahren.
Die SBB hat den Hochgeschwindigkeitszug bei Stadler vor fünf Jahren in Auftrag gegeben, um mit der erwarteten grösseren Nachfrage auf der neuen Alpentransversalen Schritt halten zu können.
Seit Ende 2016 ist der Gotthard-Basistunnel in Betrieb, Ende 2020 soll der Ceneri-Basistunnel die Flachbahn durch die Alpen vollenden. Die SBB hat bei Stadler 29 Triebzüge bestellt. Dazu besteht die Option, bis zu 92 weitere Züge nachzuordern.
Ein Novum: Erstmals hat ein SBB-Zug geschlechtergetrennte WCs.
Die SBB und Stadler Rail bauten ein 1:1-Holzmodell des neuen Hochgeschwindigkeitszuges «Giruno», um die verschiedenen Bereiche des neuen Zuges erlebbar zu machen. (Bild: SBB)
Das Holzmodell – eine so genannte Maquette – ermöglichte es, Fragen zum Innenausbau vor Baubeginn zu klären. (Bild: SBB)
In der Maquette sind unter anderem ein Abteil 1. und 2. Klasse, ein Wagen für Personen mit eingeschränkter Mobilität, der Speisewagen und der Führerstand in Originalgrösse dargestellt. (Bild: SBB)
Ein Wagen für Personen mit eingeschränkter Mobilität. (Bild: SBB)
Der Speisewagen. (Bild: SBB)
Abteil der 1. Klasse. (Bild: SBB)
Der «Giruno» bietet den Passagieren mit bis zu 400 Metern Länge in Doppeltraktion insgesamt 806 Sitzplätze – rund 40 Prozent mehr als bisher. (Grafik: SBB)
Drei Männer- und drei Frauen-WCs
In Gespräch mit ausländischen Bahnen und nach einer Marktforschung sei herausgekommen, dass getrennte WCs ein Kundenbedürfnis seien. Man habe sich für ein Konzept mit gemischten und geschlechtergetrennten Toiletten entschieden. So gibt es pro Zug drei Männer- und drei Frauen-WCs, drei Unisex sowie zwei rollstuhlgängige Toiletten.
«Es lässt sich noch nicht sagen, wie sich die neuen Toiletten im Alltag bewähren, da es sich um den ersten SBB-Zug handelt, der teilweise über geschlechtergetrennte Toiletten verfügt. Ein Fazit werden wir erst nach einigen Monaten im Praxisbetrieb ziehen können», sagte Ginsig weiter.
Frank Zimmermann vom Verband öffentlicher Verkehr bemängelt gegenüber 20 Minuten allerdings das Design: Das kleine Pissoir erfordere in einem schwankenden Zug hohe Treffsicherheit und beim Sitzen auf der WC-Schüssel befände sich das Pissoirbecken ziemlich genau auf Nasenhöhe. (jaw)
400 Meter lang, 1300 Passagiere, 4 Jahre Verspätung: Der neue Intercity der SBB ist da
Die SBB präsentierten im Mai 2017 ihren neuen Intercity-Zug erstmals den Medien. Der Zug mit dem Namen «Twindexx Swiss Express» wird von der Firma Bombardier hergestellt. Hier steht er im Bahnhof Interlaken bereit für die Abfahrt.
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Der neue Intercity-Zug hat eine Länge von 400 Metern und Kapazität für 1300 Passagiere – das sind zehn Prozent mehr als in den längsten der bisherigen Intercity-Züge. KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA VALLE
Blick in die 1. Klasse: Die SBB nennen ihr neustes Kind «FV Dosto», für Fernverkehr-Doppelstöcker. Die Bundesbahnen brauchten Geduld, bis es so weit war: Ursprünglich hätten die Züge schon 2013 auf die Schienen kommen sollen.
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Einsprachen der unterlegenen Konkurrenten gegen den 1,9-Milliarden-Auftrag für Bombardier und technische Probleme sorgten für die massive Verspätung von vier Jahren. Jetzt soll es aber schnell gehen: 80 Prozent der benötigten Tests wurden gemäss Bombardier bereits durchgeführt, mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2017 soll der FV Dosto in Betrieb genommen werden.
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Insgesamt 59 Doppelstöcker haben die SBB bei Bombardier bestellt. Äusserlich unterscheidet sich der neue Zug nicht gross vom bisherigen IC-Modell. Doch im Innern ist vieles neu, ebenso bei der Technik.
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Blick in die 2. Klasse: Der Zug erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 200 Stundenkilometern. Dank neuer Technologie kann der «FV Dosto» schneller Kurven fahren. Das bringt einen Zeitgewinn von bis zu 15 Prozent.
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Weitere Neuerungen: Mehr Steckdosen, Signalverstärker für besseren Telefon- und Datenempfang, grössere WCs mit Wickeltischen und elektronische Anzeigen für die Sitzplatzreservierung.
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So sieht es in der 2. Klasse des neuen Intercity-Zugs aus.
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Stéphane Wettstein, CEO von Bombardier Schweiz, stellt Medienschaffenden den neuen Zug vor. KEYSTONE / ANTHONY ANEX
Ein Reporter inspiziert den fabrikneuen Intercity-Zug der SBB. KEYSTONE / ANTHONY ANEX
In der 1. Klasse hat jeder Platz seine eigene Steckdose.
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Blick in den Lokführerstand auf der Strecke am Thunersee zwischen Interlaken und Bern. KEYSTONE / ANTHONY ANEX
So wird der neue Intercity gesteuert.
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Blick auf die Veloabstellplätze in der 1. Klasse. KEYSTONE / ANTHONY ANEX
Der neue Intercity-Zug der SBB verlässt die Stadt Bern. Im Hintergrund das Lorrainequartier. KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA VALLE
Der neue «FV Dosto» der SBB vor der Bundeshauskuppel in Bern auf dem Weg nach Zürich. KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA VALLE
Bombardier-Zug weiter unter Beschuss
Video: SRF / Roberto Krone
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