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Zürich

Neue Anlaufstelle für junge Menschen in Zürich hat viele Besuche

Eine Person schlaeft beim Bahnhof Stadelhofen in einem Schlafsack auf einer Parkbank, waehrend Passanten an einer Tramhaltestelle auf ein Tram warten, aufgenommen am Dienstag, 8. April 2025 in Zuerich ...
Obdachlosigkeit verhindern – das Ziel der Anlaufstelle für junge Menschen.Bild: KEYSTONE

Neue Anlaufstelle für junge Menschen in Zürich trifft einen Nerv

23.04.2026, 09:0923.04.2026, 09:09

Einfach reingehen, sich hinlegen oder etwas essen: Ein neues Angebot des Sozialwerks Pfarrer Sieber in Zürich spricht Jugendliche und junge Erwachsene offensichtlich an. Der einfache Zugang soll den Personen in prekären Verhältnissen auch helfen, aus diesen hinauszufinden.

Vor einem Monat eröffnete das Sozialwerks Pfarrer Sieber (SWS) eine neue Anlaufstelle für Jugendliche und junge Erwachsene, mitten in Zürich, an der Langstrasse. Das Angebot, am Tag einen Zufluchtsort zu finden, trifft offenbar einen Nerv. Seit der Eröffnung zählte die Jugendanlaufstelle Mila – benannt nach dem Standort an der Ecke Militärstrasse/Langstrasse – bereits 251 Besuche.

Möglichen Totalabsturz verhindern

«Es ist der einzige Ort in Zürich mit niederschwelligem Zugang, der jeden Tag geöffnet ist, auch an Feiertagen und Wochenenden», erklärt Walter von Arburg, Kommunikationsverantwortlicher des SWS die vielen Besuche. «Die Jugendlichen schätzen das Angebot. Sie können einfach reingehen, etwas essen oder sich hinlegen – ohne sofort nach der ID gefragt zu werden», sagt er gegenüber Keystone-SDA.

Walter von Arburg Sprecher Sozialwerk Pfarrer Sieber
Walter von Arburg, Kommunikationsverantwortlicher des Sozialwerk Pfarrer Sieber.Bild: zvg

Ziel sei es, Obdachlosigkeit und einen möglichen Totalabsturz in die Drogensucht zu verhindern. Drogen sind oft Thema. Meist kommen die jungen Menschen aus schwierigen Familienverhältnissen, haben Gewalt oder Missbrauch erlebt. Wenn sie es wünschen, können sie sich vor Ort beraten lassen.

Schule abgebrochen, keinen Job

80 Prozent der Mila-Besucher sind laut von Arburg junge Männer, das sei ähnlich wie bei den Erwachsenen. «Sie haben keinen Job, haben die Schule abgebrochen und keine Tagesstruktur. Es ist besser wenn sie zu uns kommen, als auf der Strasse zu hängen».

Wie kommen sie zur Anlaufstelle? Sie hören es etwa von anderen Jugendlichen. Viel laufe über Mundpropaganda unter den Betroffenen. Aber auch soziale Einrichtungen, die Polizei oder Sip Züri machen sie darauf aufmerksam. Auch die aufsuchende Gassenarbeit des SWS spricht mit jungen Leuten, die sie unterwegs antrifft.

Die neuen Raeumlichkeiten der pandemiegerecht ausgebauten Notschlafstelle "Pfuusbus", am Sonntag, 15. November 2020, in Zuerich. Die von Ernst Sieber initierte Notschlafstelle Pfuusbus biete ...
Die Notschlafstelle Pfuusbus bietet obdachlosen Menschen eine Schlafmöglichkeit.Bild: keystone

Anstieg bei Notschlafstelle seit Corona

Ein Drittel der Betroffenen war schon in einer anderen Einrichtung des SWS, der Notschlafstelle Nemo, die seit 2007 in Betrieb ist. Diese richtet sich ebenfalls ausdrücklich an Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und 23 Jahren und verfügt über 10 Plätze. 156 Personen hätten die Notschlafstelle im letzten Jahr genutzt, meist für mehrere Nächte. 2975 Übernachtungen kamen insgesamt zusammen.

Das ist deutlich mehr als früher. Seit Corona sei ein klarer Anstieg zu sehen. Vorher lag die Zahl bei jährlich bis zu 2000 Übernachtungen, jetzt sind es rund 3000 pro Jahr. (nil/sda)

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Die beliebtesten Kommentare
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Bravo
23.04.2026 10:06registriert Juli 2018
Super gibt es sowas, bravo!
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