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Die Fans von RB Leipzig freuen sich aufs Pokalfinale, das T-Shirt dazu gefällt ihnen nicht so sehr. Bild: EPA/EPA

Leipzigs Pokal-Shirt ist so kommerziell, dass es selbst von RB-Fans kritisiert wird

Publiziert: 30.04.19, 17:16 Aktualisiert: 01.05.19, 15:27

RB Leipzig feiert in diesem Jahr sein 10-jähriges Vereinsjubiläum und beschenkte sich selbst mit dem ersten DFB-Pokalfinale der Klubgeschichte. Die Leipziger spielen eine tolle, erfolgreiche Saison, sie haben seit dem 18. Spieltag nicht mehr verloren, sind bereits sicher für die Champions League qualifiziert, obendrein bilden sie junge Talente zu Topspielern aus.

Das Gros der Fans in Deutschland akzeptiert RB trotzdem nicht als vollwertiges Bundesliga-Mitglied. Denn der österreichische Energy-Drink-Konzern Red Bull von Milliardär Dietrich Mateschitz ist der Besitzer des sächsischen Bundesligisten, pumpt Millionen in den Klub. RB Leipzig? Das sei bloss eine riesengrosse Werbefläche für eine Energiebrause, sagen Fussball-Traditionalisten und -Romantiker. So viel Geld wie die haben, sei der Leipziger Erfolgsfussball ja eh kein Wunder.

Zur Feier des Jahrzehnts, dem Pokalfinale im Berliner Olympiastadion, hat die Marketingabteilung von RB am Montag die offiziellen Fan-Shirts zum Endspiel enthüllt. Zwischen dem offiziellen DFB-Pokal-Emblem, zwei roten Bullen und dem Vereinswappen, prangt der Spruch:

«Beflüüügelt ins Finale»

Der Claim ist angelehnt an den Red-Bull-Werbespruch «Red Bull verleiht Flügel». Das «Ü» wird dabei stets sehr langgezogen, daher auch das Dreifach-Ü auf dem Pokal-Shirt.

Hier ein Red-Bull-Spot von 1999:

Video: YouTube/meinevideoclips

Dass es diese Reminiszenz an die Red-Bull-Werbung nun auf das offizielle Fan-Shirt zum ersehnten Pokalfinale geschafft hat, stösst selbst vielen Leipziger Fans sauer auf, sie finden es «füüürchterlich»:

Die Fan-Reaktionen

«Ein bisschen mehr Liebe»

«Mehr Leipzig, weniger Red Bull»

«So einen Mist dürfte keiner kaufen»

«Nicht mein Shirt»

«Füüürchterlich»

«Geht gar nicht»

«Sonst kamen wir immer ohne den Werbespruch aus»

(as)

Die grössten Sensationen im DFB-Pokal

Saison 2020/21: Viertligist Rot-Weiss Essen düpiert im Achtelfinal Bayer Leverkusen. Der ehemalige Bundesligist schlägt den haushohen Favoriten mit 2:1 nach Verlängerung. keystone / Martin Meissner
Saison 2020/21: Zweitligist Holstein Kiel wirft den amtierenden Triple-Sieger Bayern München in der 2. Runde raus. Der Ausgleich zum 2:2 fällt in der 95. Spielminute, am Ende gewinnt Kiel nach 12 geschossenen Penaltys im Elfmeterschiessen. keystone / Christian Charisius
Saison 2019/20: Regionalligist Saarbrücken wirft den 1. FC Köln in der 2. Runde mit 3:2 aus dem Wettbewerb, obwohl man eine 2:0-Führung verspielt. Im Viertelfinal werfen die Saarländer Fortuna Düsseldorf raus und ziehen als erster Viertligist in der Geschichte des DFB-Pokals in die Halbfinals ein. Dort ist gegen Leverkusen Schluss.
Saison 2018/19: Der viertklassige SSV Ulm 1846 wirft mit Eintracht Frankfurt niemand geringeres als den Titelverteidiger aus dem Bewerb. Die Ulmer siegen 2:1. EPA/EPA / DANIEL MAURER
Saison 2016/17: Bayer Leverkusen blamiert sich in der 2. Runde gegen die Sportfreunde Lotte. Trotz zweimaliger Führung und 52 Minuten in Überzahl verliert der Champions-League-Teilnehmer im Elfmeterschiessen. Die Sportfreunde sorgen bereits in der 1. Runde für eine Sensation – gegen Werder Bremen gewinnen sie 2:1. EPA/dpa / Guido Kirchner
Saison 2014/15: Drittligist Arminia Bielefeld schaltet nacheinander die Bundesligisten Hertha BSC (4:2 im Elfmeterschiessen), Werder Bremen (3:1) und Borussia Mönchengladbach (5:4 im Elfmeterschiessen) aus und zieht in den Halbfinal ein. X00970 / INA FASSBENDER
Saison 2012/13: Der Viertligist Berliner AK düpiert den Europacup-Anwärter 1899 Hoffenheim in der 1. Runde 4:0. Torhüter Tim Wiese und Trainer Markus Babbel sind bedient.
Saison 2011/2012: RB Leipzig ist damals noch Viertligist und wirft in der 1. Runde den VfL Wolfsburg raus. AP dapd / NORMAN REMBARZ
Saison 2009/10: Als Bundesliga-Spitzenreiter reist der Hamburger SV zu Drittligist VfL Osnabrück und scheitert im Elfmeterschiessen. Im Achtelfinal geht das Märchen der Lila-Weissen weiter: Mit 3:2 wird auch Borussia Dortmund eliminiert. AP / Axel Heimken
Saison 2006/07: Regionalligist FK Pirmasens bodigt in der 1. Runde den amtierenden Vizemeister Werder Bremen mit 4:2 im Elfmeterschiessen.
Saison 2001/02: Der 1. FC Nürnberg unterliegt dem SSV Ulm in der 1. Runde mit 1:2 – bis heute die einzige Niederlage eines Erst- bei einem Fünftligisten.
Saison 2000/01: Die letzte Niederlage von Bayern München gegen einen Unterklassigen: In der 2. Runde scheitert der spätere Champions-League-Sieger am Viertligisten 1. FC Magdeburg. AP / ROBERTO PFEIL
Saison 2000/2001: Die Amateure des VfB Stuttgart (3. Liga) schlagen Eintracht Frankfurt in der 1. Runde gleich mit 6:1. In der 2. Runde treffen sie auf das eigene Profiteam und verlieren 0:3. Danach wird das Regelwerk angepasst, so dass interne Klub-Duelle nicht mehr möglich sind.
Saison 1997/98: Drittligist Eintracht Trier schafft das scheinbar Unmögliche und wirft in der 2. Runde UEFA-Cup-Sieger Schalke raus. Im Achtelfinal muss mit Borussia Dortmund der Champions-League-Sieger daran glauben. AXEL SEIDEMANN
Saison 1995/96: Rolf Fringer und sein VfB Stuttgart mit dem magischen Dreieck Krassimir Balakow, Fredi Bobic und Giovane Elber verliert gegen Regionalligist SV Sandhausen das längste Elfmeterschiessen der DFB-Pokal-Geschichte mit 12:13.
Saison 1994/95: Das Waterloo von Bayern München! In der 1. Runde verlieren die Superstars von Trainer Giovanni Trapattoni gegen Regionalligist Vestenbergsgreuth mit 0:1.
Saison 1992/93: Die Amateur-Mannschaft von Hertha BSC sorgt für Furore. Erst im Final verlieren die «Hertha-Bubis» gegen Bayer Leverkusen 0:1. Zuvor müssen Leipzig, Hannover, Nürnberg und der Chemnitzer FC dran glauben. Hertha BSC
Saison 1991/92: Als bisher einziger Zweitligist gewinnt Hannover 96 den DFB-Pokal. Im Final gewinnt man gegen Bundesligist Borussia Mönchengladbach mit 4:3 nach Elfmeterschiessen.
Saison 1990/91: Die erste Cup-Blamage der Bayern – 0:1 verlieren die von den Weltmeistern Jürgen Kohler und Klaus Augenthaler angeführten Münchner gegen den Drittligsiten FV 09 Weinheim.
Saison 1984/85: Den Hamburger SV erwischt es in der 1. Runde gegen den Drittligisten SC Geislingen. Es ist die erste Pokal-Sensation seit 10 Jahren.
Saison 1974/75: Die Mutter aller Pokalsensationen: Drittligist VfB Eppingen schlägt den damals noch grossen Hamburger SV in der 2. Runde sensationell mit 2:1.

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