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Fahrerlose Google-Autos waren in elf Unfälle verwickelt

Publiziert: 12.05.15, 08:20 Aktualisiert: 12.05.15, 08:41

1,6 Millionen Kilometer im autonomen Betrieb legten die Google-Autos bisher zurück. Bild: AP/Google

Die Erkenntnis von Google nach Millionen Kilometern in selbstfahrenden Autos: Auch ihnen passieren Unfälle. Verursacht worden seien diese aber immer von menschlichen Fahrern, die Computer hätten sogar mehrfach Zusammenstösse verhindert.

Die selbstfahrenden Autos von Google sind innerhalb des seit sechs Jahren dauernden Testprojekts in elf kleinere Unfälle verwickelt worden. «Nicht einmal war das selbstfahrende Auto der Grund für den Zwischenfall», betonte Projektchef Chris Urmson in der Nacht zum Dienstag in einem Beitrag auf der Plattform «Medium». 

«Wenn man genug Zeit auf der Strasse verbringt, werden Unfälle passieren, egal, ob man in einem Auto oder einem selbstfahrenden Fahrzeug sitzt.»

Chris Urmson, Projektleiter

Sieben Mal seien andere Fahrer auf die Google-Wagen aufgefahren. Ansonsten seien sie an der Seite gestreift worden und bei einem Zusammenstoss sei ein anderes Auto an einem Stoppschild vorbeigerollt. Insgesamt habe es nur leichte Schäden an den Wagen und keine Verletzten gegeben.

Sensoren verhinderten weitere Unfälle

«Wenn man genug Zeit auf der Strasse verbringt, werden Unfälle passieren, egal, ob man in einem Auto oder einem selbstfahrenden Fahrzeug sitzt», resümierte Urmson. Googles Flotte von mehr als 20 Roboter-Wagen sei inzwischen über 2,7 Millionen Kilometer gefahren, davon rund 1,6 Millionen im autonomen Betrieb. Aktuell legten sie etwa 16'000 Kilometer pro Woche zurück.

Urmson nannte Beispiele, in denen die Elektronik der Google-Autos Unfälle verhindern konnte, etwa als ein Radfahrer den Weg kreuzte oder ein anderes Auto aus zweiter Reihe abbog. Insgesamt seien Kreuzungen besonders gefährlich. Die Google-Wagen seien so programmiert, dass sie zur Sicherheit noch kurz warteten, wenn die Ampel grün wird, erläuterte der Manager.

Selbstfahrende Autos schon bald Alltag?

Google baute seine Elektronik bisher vor allem in Fahrzeuge anderer Hersteller wie Toyota ein, inzwischen entwickelte der Konzern aber auch einen eigenen kleinen elektrischen Zweisitzer für den Stadtverkehr. Google will bei diesen Autos die Kontrolle komplett dem Computer überlassen und auf typische Steuer-Elemente wie Lenkrad oder Pedale verzichten.

Google hatte seine selbstfahrenden Fahrzeuge im Herbst 2010 der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Autohersteller haben seitdem ebenfalls diverse Fortschritte in ihren eigenen Projekten präsentiert. So zeigte Daimler erst vor wenigen Tagen einen autonom fahrenden Lastwagen. Experten rechnen damit, dass selbstfahrende Autos bis zum Jahr 2020 regulär im Strassenverkehr auftauchen. Bis dahin müssten aber noch diverse rechtliche Fragen wie Haftung geklärt werden. (wst/sda/dpa/reu)

Selbstfahrende Autos

Das erste selbstfahrende Auto in der Schweiz: Seit Mai 2015 fährt ein VW Passat der Swisscom und der Freien Universität Berlin zu Testzwecken durch Zürich.
Das Auto bei der Präsentation für die Medien am 12. Mai in Zürich. Auf dem Dach sind der Laser-Scanner (so erkennt das Auto seine Umwelt) und die GPS-Antenne zu sehen.
Beim Fahrzeug handelt es sich um einen Prototypen. Die Satelliten-Navigation via GPS ermöglicht, den Standort des Autos auf wenige Zentimeter genau zu bestimmen.
Das Fahrzeug ist mit diversen Sensoren ausgerüstet, um auf den Verkehr zu reagieren.
Das gleiche Auto fährt seit mehreren Jahren im dichten Berliner Stadtverkehr – und nun auch in Zürich.
Auch Mercedes tüftelt am autonomen Auto der Zukunft: Der Mercedes F 015 hat noch ein Lenkrad und Fusspedale, fährt aber vollkommen autonom im Strassenverkehr.
Der Vorbote der S-Klasse von übermorgen bietet vier Einzelsitze.
Die Einzelsitze sind drehbar. Sobald das Auto selbstständig fährt, können sich die Passagiere einander zuwenden. X00642 / STEVE MARCUS
Der Wagen fährt mit zwei zusammen 272 PS starken Elektromotoren. Daimler AG - Global Communicatio
«Luxury in Motion» nennt Mercedes sein selbstfahrendes Zukunftsauto.
Der Andrang um das Mercedes-Forschungsfahrzeug nach dessen Weltpremiere Anfang 2015 war immens. X00642 / STEVE MARCUS
Die Ausmasse des Forschungsautos sind riesig. Und es rollte auf spektakulären 26-Zoll-Felgen auf die Bühne. GETTY IMAGES NORTH AMERICA / David Becker
Der Mercedes bei einer Testfahrt in San Francisco.
Es geht noch futuristischer: General Motors hat im April 2015 in Shanghai das selbstfahrende Elektroauto Chevrolet FNR vorgestellt. AP/AP / Ng Han Guan
Der Chevrolet FNR verfügt über einen Elektroantrieb und nabenlose Räder.
Rivale Audi liess Anfang 2015 einen mit Laser-Scannern und 3D-Videokamera aufgerüsteten A7 die 900 Kilometer vom Silicon Valley nach Las Vegas selbständig zurücklegen.
Auf dem Fahrersitz des autonom fahrenden Audi A7 sassen auf den einzelnen Etappen Journalisten. Sie brauchten allerdings weder Gas- noch Bremspedal noch das Lenkrad zu bedienen.
Jack ist der Name des autonom fahrenden Audi A7, der die Testfahrt nach Las Vegas problemlos zurücklegte.
Das aktuell sportlichste autonom fahrende Fahrzeug ist der Audi RS7.
Das Concept Car drehte seine Runden bereits auf dem Hockenheimring in Deutschland ohne Fahrer.
Der Kofferraum des Konzeptautos ist vollgepackt mit Technik.
Googles Prototyp seines selbstfahrenden Autos sollte schon 2015 in den USA auf den Strassen herumkurven.
So sieht ein autonom fahrendes Auto seine Umgebung: Die Kamera erkennt Strassenschilder und Stopplichter.
Freightliner, eine Marke von Daimler, präsentierte im Mai 2015 den ersten selbstfahrenden Lastwagen.
Der Freightliner ist der weltweit erste autonom fahrende Lkw mit einer Strassenzulassung.
Wenn der Autopilot steuert, kann der Fahrer ausspannen.

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