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Strahlend lächeln die befreiten Mädchen in die Kamera.Bild: Reuters
Der Enthüller

Zentralrat extremistischer Muslime in der Schweiz: «Zum Glück sind die Mädchen endlich frei!»

13.05.2014, 12:3115.05.2014, 14:05
Claudio Gagliardi
Claudio Gagliardi
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Gestern tauchte ein Video auf, welches die seit Wochen vermissten 200 nigerianischen Mädchen zeigt. Weltweit zeigen sich Menschen erleichtert ab des Lebenszeichens der Schülerinnen. Besonders erleichtert ist Nora Iten, Frauenbeauftragte des Zentralrats extremistischer Muslime in der Schweiz (ZEMS). «Wir danken Allah, dass die Mädchen immer noch bei ihren Befreiern, der Friedenstruppe Boko Haram, sind. Bis jetzt mussten wir annehmen, dass sie von der nigerianischen Regierung entführt und in Terrorcamps gebracht wurden. Nun haben wir die Gewissheit: Sie sind frei!»

Die Spezialistin für die Lebensumstände in den arabisch-afrikanischen Regionen, sie hat selbst mehrere Tage im arabischen Raum gewohnt, hofft, dass Boko Haram noch weitere Mädchen aus den Fängen der Regierung befreien kann. «Die Situation für nigerianische Mädchen ist nicht rosig. Sie werden in Schulen gesteckt, manchen von ihnen wird gar ein Studium aufgezwungen. Dabei wollen doch die meisten Mädchen nichts lieber, als mit 13 einen strammen Muslimen zu heiraten, Kinder zu bekommen und ihr Gesicht mit einem Schleier zu verhüllen. Hoffentlich kann Boko Haram diesen Traum für noch mehr Mädchen wahr machen», so Iten.

Auch Michelle Obama freut sich über die Befreiung der Mädchen. Sie beteiligt sich auch an der #BringBackOurGirls-Kampagne.Bild: EPA/THE WHITE HOUSE

«Spendet für die Mädchen»

Um auf die mutmachende Geschichte aufmerksam zu machen, hat der ZEMS eine Kampagne mit dem Hashtag #BringBackOurGirls gestartet. «Wir möchten damit auf die grossartige Arbeit aufmerksam machen, die Boko Haram im nigerianischen Dschungel unter widrigsten Umständen leistet», so Niklaus Wyss, Präsident des ZEMS. Schon zahlreiche Prominente, unter anderem auch US-First Lady Michelle Obama, haben sich auf Twitter und Facebook der Kampagne angeschlossen. Auch hofft Wyss, dass die befreiten Mädchen nun ein schönes Zuhause finden werden. «Ich fordere die Kämpfer von Boko Haram dazu auf, mit gutem Beispiel voran zu gehen und ein oder gleich mehrere Mädchen bei sich aufzunehmen

Der Zentralrat extremistischer Muslime in der Schweiz hat nun mit dem Hilfswerk Unglückskette ein Spendentelefon eingerichtet, um die befreiten Mädchen gezielt zu unterstützen. «Wie man auf dem Video von gestern sehen kann, fehlt es den Mädchen an grundlegenden Alltagsgegenständen. Zum Beispiel haben sie keine Gesichtsschleier. Das finden wir eine Zumutung», so Wyss. «Auch Taschentücher sind sehr willkommen. Da die Mädchen ihr Glück noch nicht richtig fassen können, weinen sie viel vor Freude über die glückliche Zukunft, die ihnen bevorsteht.»

Der Enthüller
Hart recherchierte Fakten, fundierte Kritik und realistische Analysen? Die gibt es anderswo. Chefredaktor Buzz Orgler und sein Praktikant Pavel Kulicka decken auf, was keiner wissen will. Ob Berichte über einen Schwangerschaftstest fürs iPhone oder mit Zwiebeln verunreinigte Kebabs, die beiden gescheiterten Journalisten sind sich für keine satirische Schlagzeile zu schade. Und schneller als die Wahrheit sind sie noch dazu.



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Es ist unbestritten: Wir müssen etwas tun, um den Klimawandel aufzuhalten. Was kann ich jemandem entgegnen, der sagt: «Warum denn ich? Sollen doch die anderen auch mal etwas machen!»
Cathéerine Hartmann: Ich bin versucht zu sagen, dass das «der Klassiker» unter den Argumenten ist. Was die Person sagt, ist gut nachvollziehbar, teilweise kommt ein Ohnmachtsgefühl auf. Ich kann mir ihre Gefühlslage aber zunutze machen. Ihre Selbstwirksamkeit scheint gemindert. Es könnte helfen, wenn ich auf den Aspekt des Kollektiven umswitche. Ich kann ihr vorschlagen, sich einem Verein oder einer Bewegung wie «Fridays for Future» anzuschliessen. Manchmal hilft es auch, wenn ich sie indirekt wissen lasse, dass sie Teil einer Gruppe ist und dieser unwissend angehört.

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