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YOU ARE DECISIONS.  kafi freitag

Kafi, bin ich ein Dopingsünder, wenn ich Ritalin nehme fürs Studium?

Vor 5 Jahren hat man mich auf ADHS abgeklärt. Seither nehme ich Ritalin retart jeden Tag. Ich beginne jetzt dann mit dem Studium und frage mich, ob das nicht unfair ist gegenüber den anderen Studenten ... Ohne Ritalin hätte ich das Gymi nicht geschafft, ich kann mich nicht auf den Stoff konzentrieren. Ich frage mich ob mir das zusteht, wenn ich es ohne nicht könnte ... Meine Eltern verstehen mich nicht, sie wollen einfach, dass ich gut durchs Studium komme. Alles andere ist egal. Mir aber nicht ... Ivana, 21



Liebe Ivana

Ich kann Sie sehr gut verstehen. Zumal Ritalin heute ein sehr begehrter Enhancer ist, gerade bei Studenten und Menschen, die viel Stoff reinpauken müssen. Da kann es leicht passieren, dass man das Gefühl bekommt, man würde mit einer verbotenen Dopingsubstanz im Blut an den Start gehn.

Aber dem ist in Ihrem Fall nicht so, liebe Ivana. Wenn Sie ein Mensch mit ADHS sind, dann funktioniert Ihr Hirn anders, als wenn ein Student Ritalin als Leistungsförderung spickt. Dieser nimmt die Tablette, damit er möglichst lange wach ist und die Warnsignale des Körpers (Müdigkeit, Hunger, Durst) aushebeln kann. Bei Ihnen hat der Wirkstoff Methylphenidat eine andere Wirkung. Er unterstützt Sie dabei, sich auf den Schulstoff zu konzentrieren und nicht 100 Sachen nebenher zu machen. Wenn Sie seriös abgeklärt wurden (damit meine ich von einer Fachstelle für ADHS, nicht nur von einem Hausarzt oder einem Psychiater der nicht darauf spezialisiert ist), dann haben Sie das Medikament verschrieben bekommen, weil Ihre Aufmerksamkeitsspanne bedeutend kürzer ist, als bei einem Menschen ohne ADHS. Die Substanz verhilft Ihnen daher nicht zu einem Vorsprung, sondern zu halbwegs gleichen Startbedingungen, wie andere Studenten sie haben.

Halbwegs darum, weil der Preis dafür recht hoch ist. Die Wirkung von Methylphenidat bekommt man nicht umsonst, der Körper hat einiges an Nebenwirkungen auszuhalten. Und die Seele auch, weil sich dadurch auch die Wahrnehmung verändern kann. Ich kann verstehen, dass man einem jungen Menschen ADHS verschreibt, wenn man merkt, dass er es durch die ADHS-Symptome schwer hat, sich im Schulsystem zurechtzufinden. Gleichzeitig finde ich es auch etwas unverantwortlich, weil man sich in diesem Alter noch nicht gut kennt und darum gar nicht bewusst wahrnehmen kann, wie sehr einen die Substanz verändern kann. (Das Gleiche gilt übrigens für die Antibabypille, die man ohne grosse Bedenken 13-jährigen Mädchen in die Hand drückt, die dann mit seelischen Nebenwirkungen der Hormone klarkommen müssen, ohne diese im Kontext der Pille zu erkennen.)

Mir ist bewusst, das ADHS und Ritalin ein ganz grosses Reizthema ist. Das hat damit zu tun, dass den wenigsten wirklich bewusst ist, was ADHS genau bedeutet. Der Begriff ist im deutschsprachigen Raum sehr negativ konnotiert. AHDS ist für viele eine Krankheit und gehört behandelt.

Man kann ADHS aber auch aus einem anderen Blickwinkel anschauen. Was, wenn es gar keine Krankheit ist, sondern einfach eine andere Art, zu denken und zu handeln? Und was, wenn man viel Positives aufgibt, um dank starker Medis in ein System zu passen, in das man eigentlich nicht gehört? Ich bin selber Mutter und frage mich, wie ich mit der Thematik umginge, wenn mein Kind betroffen wäre. Aus meiner Coachingpraxis weiss ich, dass ADHS Menschen oft sehr charismatisch und kreativ sind. Sie haben zwar Mühe damit, linear zu denken, kommen aber genau deswegen auf mutigere Lösungen. Sie sind nicht stark darin, Projekte bis ins kleinste Detail fertigzustellen, aber sie verfügen über mehr Freude am Risiko und können dafür Grossartiges anreissen.

ADHS kann eine grossartige Chance sein, wenn man die Talente richtig kanalisiert und die Schwächen handeln kann. Unser Schulsystem ist nicht dafür gemacht, es ist für einen Menschen mit ADHS viel zu eng und grosse Teile der Berufswelt auch. Ihre Eltern können das entweder nicht verstehen, oder aber Sie verstehen es und haben Angst, dass Sie Ihren Weg nicht finden werden. Es ist nichts Falsches daran, wenn Sie Ihr Studium jetzt mithilfe von Ritalin oder ähnlichen Medikamenten stemmen. Aber grundsätzlich müssen Sie sich früher oder später mit der Frage auseinandersetzen, ob Sie weiterhin Methylphenidat schlucken und ins 0815 System passen möchten, oder ob Sie sich irgendwann aus dem schematischen Denken emanzipieren und einen eigenen, stimmigen Weg finden möchten.

Einige meiner KundInnen haben ADHS und alle klagen über den Hang zur Prokrastination. Aber praktisch alle haben mir bestätigt, dass sie in letzter Sekunde ungeahnte Kräfte und Kreativität mobilisieren können und das Endresultat meistens stimmt. Wenn ich mit solchen Menschen zusammenarbeite, dann stelle ich oft fest, dass es mehr die Glaubenssätze sind, die hemmen und blockieren und weniger die Arbeitstechnik selber. Man hat früh eingeimpft bekommen, dass es nicht gut ist, alles auf den letzten Drücker zu machen. Dass es so nicht geht. Aber wer genau sagt das eigentlich? Wenn ich diese Fragen stelle und diese Art zu arbeiten und zu funktionieren aus einem anderen Blickwinkel her beleuchte, dann atmen die meisten meiner ADHS KundInnen auf. «Es ist also ok, wenn ich es so mache», fragen sie mich dann? Im Prinzip schon. Ausser, sie arbeiten in einem System, in dem nicht das Endergebnis, sondern auch der Weg dahin bewertet wird. Dann wird diese Arbeitsweise zu einem Stolperstein.

Und genau das ist meine Überzeugung. ADHS muss kein Problem sein, wenn man in stimmigen Kontext arbeitet. Aber es ist sicherlich ein grosses Problem, wenn man Fliessbandarbeit leisten soll. Dann ist die Aufmerksamkeit nach kürzester Zeit weg und es passieren Fehler. Wenn man aber die Hyperfokussierung nutzt, die ADHS auch mit sich bringt, dann kann ein ADHS'ler sehr viel erreichen.

In den USA ist man ein Stück weiter als bei uns und versucht ADHS nicht als Krankheit, sondern als andere Form des Denkens zu sehen. Es gibt Bücher zur Thematik «Hunter vs. Farmer» oder Bücher, welche aufzeigen, dass viele wichtige Unternehmer unserer Zeit ADHS haben und daraus einen Vorteil ziehen. Es gibt eine amerikanische Bewegung, die ADHS (in amerikanischen ADHD) als Superpower bezeichnet. Im deutschsprachigen Raum habe ich nicht viel Vergleichbares gefunden, dieser Blog hier geht in eine ähnliche Richtung

Ich weiss, dass ich in meiner Antwort mal wieder etwas ausgeholt habe. Aber es ist mir ein Anliegen, da ich immer mehr Erwachsenen und Kindern begegne, die mit der Thematik konfrontiert sind und darunter leiden. Sie haben grosses Glück, dass man Sie erkannt hat, liebe Ivana. Viele Mädchen werden in der Schulzeit nicht abgeklärt, weil sie – anders als Jungs – nicht zappelig und anstrengend, sondern eher in sich gekehrt und still sind. Ich hoffe sehr, dass ich Sie etwas auf meinen Umweg mitnehmen und aufzeigen konnte, dass man als ADHS'ler einen Weg mit oder ohne Medikation gehen kann. Es ist beides ok und es geht nur darum, den für sich richtigen Weg zu finden. Sie sind 21 Jahre alt, und selbst wenn Ihre Eltern für Ihr Studium aufkommen und sich wünschen, dass Sie diesen Weg gehen, müssen Sie das nicht tun. Sie sind erwachsen und haben das grosse Privileg, Ihren eigenen Weg gehen zu dürfen.

Mit herzlichem Gruss. Ihre Kafi.

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Kafi Freitag (41!) beantwortet auf ihrem Blog Frag Frau Freitag Alltagsfragen ihrer Leserschaft. Daneben ist sie Mitbegründerin einer neuen Plattform für Frauen: Tribute.

Im analogen Leben führt sie eine Praxis für prozessorientiertes Coaching (Freitag Coaching) und fotografiert leidenschaftlich gern. Sie lebt mit ihrem 12-jährigen Sohn in Zürich.

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41Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • blueberry muffin 24.05.2017 17:29
    Highlight Highlight Da ich jetzt bald 30 bin und seit Schuleintritt mit ADHS diagnostiziert wurde, nie Ritalin genommen habe und es trotzdem durch Schule, Lehre, BMS und bald Studium geschafft habe würde ich Kafi zustimmen.

    Es ist nichts schlechtes dabei Ritalin zu nehmen. Falls du es aber nicht willst, lass es. Für viele Segmente in der Arbeitswelt, vorallem in Verbindung mit IT oder neuen Medien kann ADHS sogar vorteilhaft sein.

    Da dort alles schnell überholt ist, hat es Vorteile wenn man nichts mit Routine anfangen kann und die Fähigkeit hat sich schnell in Neues einzuarbeiten.

    Good luck anyway! :)
  • Ingolmo 23.05.2017 17:38
    Highlight Highlight Antwort habe ich nicht gelesen.

    Wenn es nicht anders geht, nimm das Ritalin. Ich selber nehme es auch für das Studium. Mein erstes Studium habe ich versaut, weil ich keine Medis genommen habe (resp. Concerta). Ich nehme die Medis nicht 365, sondern einfach während der Lernphase und Prüfungen.
    Unfair ist es nicht, die anderen haben einen höheren Dopamin Spiegel haben als wir und so gleichen wir uns nur an. Gleiche Chance ;-) und ob man die Medis im Beruf braucht weist du nicht. Vielleicht brauchst du es "nur" für die Schule und dann nicht mehr. Wünsche viel Erfolg.
  • Gummibär 06.05.2017 09:58
    Highlight Highlight ..... die wichtigere Frage : ist dieser Weg, den ich hier einschlage und den ich nur mit einem Hilfsmittel bewältigen kann für mich der richtige, der einzig richtige Weg ?
    Bringt er mich dorthin wo ich hin will, zu einem erfüllten mich zufriedenstellenden Leben. Gibt es Alternativen?
    Ein "gap year" (ohne Ritalin) wie vielerorts üblich, welches vielleicht ganz andere Perspektiven öffnet.
    Das wäre ganz sicher auch mit den Eltern zu diskutieren denen dein Erfolg im Leben sicher am herzen liegt.
  • Gummibär 06.05.2017 09:48
    Highlight Highlight Ein ganz grosses Kompliment an Ivana, die früher als viele andere für sich selbst Verantwortung übernehmen will und sich die Frage stellt wie sie ihr Leben gestalten soll in einer Welt wo mehr und mehr gemessen wird. Mit Examen, mit KPI's (key performance indicators), an Hand von Statistiken, mit Standards, am materiellen Erfolg.
    Wenn ich Kafi Freitag richtig verstehe, sagt sie, dass es nicht falsch ist, sich eines Hilfsmittels zu bedienen um ein unumgängliches Hindernis zu meistern, solange man dieses Mittel mit Umsicht wählt und anwendet.
    Im Hintergrund steht aber eine viel wichtigere Frage.
    • kafi 06.05.2017 11:19
      Highlight Highlight Genau diese behandle ich im Text.
  • _stefan 04.05.2017 11:12
    Highlight Highlight Liebe Ivana, am besten häufst du dir einen grossen Ritalin-Vorrat auf. An den Unis ist Ritalin heiss begehrt. Damit kannst du problemlos dein Studium finanzieren ;-) War nur Spass...
  • Pasionaria 03.05.2017 00:58
    Highlight Highlight A propos Feinheiten (Kafi 2.5. um 16.32h) dann aber:
    "...Sie sind 21 Jahre alt, und selbst wenn Ihre Eltern für Ihr Studium aufkommen und sich wünschen, dass Sie diesen Weg gehen, müssen Sie das nicht tun."
    Diese Antwort finde ich fuer eine Coachin sehr ungeeignet und unfein.
    Einiges kann man ihrem Text abgewinnen. Aber wieso nicht der jungen Frau raten, gemeinsam mit ihrer Familie die Sache zu besprechen, indem sie auch einiges von K's Ausfuehrungen einbringen kann?
    Immer praktisch eine Drohung gegen das Umfeld: 'den eigenen Weg zu gehen', zeugt nicht gerade von Umsichtigkeit und Empathie.
  • dommen 02.05.2017 16:25
    Highlight Highlight Habe mir einmal für eine Physikprüfung an der Uni Ritalin reingehauen und... NIE WIEDER... Uch war ein neurotisch-paranoides Wrack, Herzrasen, von der versprochenen erhöhten Konzentration keine Spur. Zu allem Elend war die Tablette (wie ich leider erst später bemerkt habe) retardiert und hat den Wirkstoff also auch noch verzögert freigesetzt. Ich war 12 Stunden bedient. Die Prüfung habe ich übrigrns total versemmelt und erst beim zweiten mal bestanden. Diesmal ohne "Nachhilfe".
    • Follower 02.05.2017 20:34
      Highlight Highlight Das ist der Beweis, dass Du es nicht benötigst.
  • Bruno Wüthrich 02.05.2017 15:11
    Highlight Highlight Frau Freitag rät, nicht zu Hausärzten oder Psychologen zu gehen, die nicht darauf spezialisiert seien. Gleichzeitig schreibt sie von «meinen ADHS-Kundinnen».

    Das ist sehr geschickt. Frau Freitag behauptet nicht, sie sei besser als Ärzte und Psychologen. Sie überlässt diese Interpretation den LeserInnen.

    Ich weise darauf hin, dass Ärzte und Psychologen immerhin ein Studium in Medizin und/oder Psychologie vorzuweisen haben, Frau Freitag jedoch maximal einen mehrtägigen Lehrgang.

    Der Blog mag insgesamt i.O. sein. In erster Linie ist er aber geschickte Eigenwerbung und Selbstüberhöhung.

    • kafi 02.05.2017 16:32
      Highlight Highlight Da ist Ihnen jetzt wohl eine Feinheit durch die Lappen. Das kann passieren, wenn man nicht sorgfältig liest, aber vorschnell interpretiert.

      Ich rede ausdrücklich davon, dass man die Abklärung bei einer Fachstelle machen lassen soll. Das ist eine mehrstündige Angelegenheit, die weder Hausarzt noch Psychologe ohne ADHS Schwerpunkt in dieser Seriosität vornehmen kann.

      Die Beratung danach geht eher in Richtung Verhaltenstherapie oder das Finden von funktionierenden Strategien im Umgang mit den Herausforderungen. Die biete ich an, nicht die Abklärung.

    • E-Lisa 02.05.2017 16:38
      Highlight Highlight Schon mal überlegt, dass man auch mit ADHS zu Frau Freitag gehen kann, einfach weil man noch andere Dinge zu besprechen hat und dann das Thema ADHS automatisch zur Sprache kommt, weil es das Leben begleitet.
      Die Diagnose kann von einem Facharzt gestellt worden sein *Hmmm* ... Nicht überlegt gewesen, Ihre Aussage 😏
    • Bruno Wüthrich 02.05.2017 17:15
      Highlight Highlight @ Frau Freitag

      Sie haben recht. Das ist mir durch die Lappen gegangen. Hätte ich diesen Punkt berücksichtigt, hätte ich den Kommentar möglicherweise nicht geschrieben.

      Ich bin trotzdem froh, ihn geschrieben zu haben. Denn die übersehene ist eben nicht die einzige Feinheit und kann zudem in einem so langen Blog leicht überlesen werden. Wenn dies geschieht, bleiben eben die Aerzte und Psychologen, zu denen man nicht gehen soll, und eben Sie selbst.

      Und weil Sie - was Sie aus meiner Sicht nicht sollten - in Ihrem Blog viel Eigenwerbung betreiben, war der Weg zu meinem Schluss nicht weit.
    Weitere Antworten anzeigen
  • flv 02.05.2017 14:21
    Highlight Highlight Ich bin selber davon betroffen und kann jedes Wort von Kafi unterschreiben!

    Es ist eine Bürde, damit in unserer Gesellschaft zu funktionieren, aber es ist auch ein Geschenk, diese "Superpower" zu haben.

    Nachdem ich erst mit Mitte 20 diagnostiziert und mit Medis ausgestatten wurde, habe ich mich selber nicht mehr erkannt. Ich wurde zu einer konstanten, aber lahmen Ente ohne Begeisterungfähigkeit und Lust.
    Also, wieder weg mit den Medis! Die altbekannten Probleme hatte ich danach zwar wieder, aber mit dem Wissen, woran es liegt und in welchem Umfeld ich aufblühe, kann ich nun gut damit leben.
  • Follower 02.05.2017 14:15
    Highlight Highlight Wenn man ein Kind hat, bei dem der Familienalltag nicht zu bewältigen ist, wenn das Kind dieses ach-so-verteufelte Ritalin nicht schluckt, empfinde ich diesen Artikel gelinde gesagt als schmerzhaft. Ich weiss sehr wohl wie es ist, wenn die Konzentration in keinster Weise ohne Medikamente ausreicht. Es kann doch nicht sein, dass ein ADHS-Kind, das mit Ritalin überdurchschnittliche Leistungen erbringt auf ungenügend bis knapp genügend absackt und nur frustriert ist...
    • Yoshuan 02.05.2017 22:09
      Highlight Highlight adhs können unterschiedlich ausgeprägt sein. kann man nur im einzelfall abwägen, ob ritalin oder kein ritalin die bessere lösung ist. es gibt kinder, die werden fast depressiv mit ritalin. ein sehr starkes adhs kann aber ein riesiges frustrationspotential sein für kinder, die nie ihrem intellekt entsprechend agieren können, dauernd soziale misserfolge erleben, generell unterschätzt werden. ritalin kann da helfen, das selbstwertgefühl nicht langfristig zu verschütten. zudem lässt sich unser schulsystem u. gesellsch. werte nicht so schnell ändern....
    • Yoshuan 02.05.2017 22:18
      Highlight Highlight .... das schliesst ja nicht aus, dass man zusätzlich familien/schul- strukturen suchen kann, welche dem adhs-kind besser entsprechen. (waldschule?)
      finde es aber nicht richtig, jemandem eine zu enge familienstruktur zu unterstellen, weil derjenige seinem kind ritalin gibt. es gibt ziemlich krasse adhs- fälle, wenn auch nach meiner erfahrung nur ca 5-10 % aller diagnostizierten.
  • whatthepuck 02.05.2017 13:17
    Highlight Highlight Ein Studium (kommt drauf an wo) lässt einem grosszügig offen, wie man was wann erledigen möchte, solange man am Stichtag für die Abgabe oder Prüfung bereit ist. Es ist deshalb sehr gut möglich, als Prokrastinator (ADHS-Auswirkung/Kafi) erfolgreich durch ein Studium zu kommen, solange man sich selbst gut kennt.

    Kafi argumentiert, dass ADHS ungeahnte Kräfte freisetzen kann, sagt aber auch, dass Ritalin i.O. ist, wenn man von ADHS betroffen ist. Can't have it both ways.

    Wenn man sich mit Medis zu etwas peitschen will, obwohl man von Natur aus für anderes besser geeignet wäre als ein Studium...
    • kafi 02.05.2017 13:57
      Highlight Highlight Meine Worte.
    • who cares? 02.05.2017 16:54
      Highlight Highlight Ich kenne intelligente, interessierte Leute mit ADHS. Ohne Studium wären sie komplet unterfordert. Jedoch brauchen sie Ritalin um sich konzentrieren zu können, ein Intelligenzproblem ist es eindeutig nicht. Man kann nicht einfach sagen, Leute mit ADHS sind nicht zum studieren geeignet!
    • Fräulein Fensterplatz 02.05.2017 21:32
      Highlight Highlight Ich glaube whatthepucks Aussage im letzten Absatz ist eher so zu interpretieren, dass Studenten welche Ritalin zu sich nehmen um ihre Leistung zu erhöhen vielleicht besser einen anderen Ausbildungsweg gewählt hätten...
  • kaderschaufel 02.05.2017 12:59
    Highlight Highlight Das ist eine sehr gewagte (und auch interessante) These, die sehr gut klingt, und einem einleuchtet, wenn man sie zum ersten Mal hört. Das Problem bei solchen Thesen ist, dass man sie, weil sie so schön sind, nicht hinterfragt und einfach glaubt, obwohl es nicht offensichtlich ist, dass sie wahr sind.

    Vielleicht kompensieren die Vorteile die Nachteile des ADHS, es kann aber auch genauso gut sein, dass die Nachteile bedeutend grösser sind. Vermutlich ist es von Fall zu Fall unterschiedlich. Auf jeden Fall muss man das zuerst untersuchen.
  • Zwerg Zwack 02.05.2017 12:46
    Highlight Highlight Wunderbare Antwort, Kafi!
    Aber geht es nicht den meisten Menschen so, dass man alles hinausschiebt und dann kurz vor der Deadline supereffizient daran arbeitet und doch noch rechtzeitig fertig wird? Also mir geht und ging es schon immer so (und habe damit mein ETH-Studium plus Doktorat abgeschlossen). Habe ich vielleicht auch ADHS? 🤷🏻‍♂️
  • El Schnee 02.05.2017 12:43
    Highlight Highlight Ich halte gar nichts von solchen Diagnosen. Und erst recht nichts vom Glauben es gehe nicht ohne Medikamente. Bevor Jugendliche überhaupt in der Lage zur bewussten Selbsterkundung und -beurteilung sind, haben sie dies schon erlernt, werden in einem Ausmass fremdbestimmt, die ich für übergriffig halte. ADHS, so definiert 1980, wurde Anfang 90er weltberühmt angeblich durch eine Publikation in der TIMES. Die verschrieben Tagesdosen stiegen von 1.3 Mio. auf heute rund 60 Mio. Ein Riesengeschäft. Naiv, wer immer noch diesen Mist vom chem. Ungleichgewicht glaubt. - Seriöse Abklärungen gibt es nicht.
    • Wehrli 02.05.2017 14:01
      Highlight Highlight Genau: Auch Kaffee, Alkohol und Schokoladenverbot. Nur kaltes, klares Wasser.
    • El Schnee 02.05.2017 15:13
      Highlight Highlight @wehrli: Nein, nicht genau. Ihnen und verm. auch anderen ist wohl kaum klar, dass Ritalin zur Abgabekategorie A+ gehört die ein Betäubungsmittel-Rezept benötigt. "Der Arzt darf nur eine Menge verschreiben, die für eine einmonatige Behandlung ausreicht; in begründeten Ausnahmen kann der Bezug der Medikamente während drei Monaten wiederholt werden. Betäubungsmittel dürfen nur von jenem Arzt verschrieben werden, der den Patienten auch selbst untersucht hat." - skandalös wie diese Bestimmungen in der Praxis umgangen werden. Aber Ärzte dürfen unterm Off-Label-Use fast alles.
    • Wehrli 02.05.2017 17:45
      Highlight Highlight Ach, Ritalin kriegst auf jeder Plattform und beim Dealer deiner Wahl.

      Tut nicht so .... uhuhuhuhu ... mimimimi.
  • ShadowSoul 02.05.2017 11:25
    Highlight Highlight Ich finde die Antwort von Kafi super! Unser System zwingt uns leider zu Dingen, die nicht für jedermann sind.
  • samy4me 02.05.2017 11:19
    Highlight Highlight Ritalin ist nichts anderes als pharmazeutisch Kokain. Neben dem medizinischen Aspekt hat es halt die Nebenwirkung auch leistungssteigernd zu wirken. Da kannst Du als Patient auch nicht viel dafür, mach das Beste draus😎
    • Wehrli 02.05.2017 14:06
      Highlight Highlight Koks und Ritalin sind zwei ganz verschiedene Paar Schuhe, auch wenn beide zur Klasse der schnellen Turnschuhe gehören.
    • Olmabrotwurst 02.05.2017 16:00
      Highlight Highlight "...wenn beide zur Klasse der schnellen Turnschuhe gehören." 😂😂😂😂😂 der ist ja mal sowas von genial... made my day
    • samy4me 03.05.2017 07:05
      Highlight Highlight Natürlich ist es grundsätzlich etwas anderes. Aber ich kenne genug Leute die auch mit Ritalin ihren Spass haben und deshalb auf Koks verzichten. Nicht selten wird dieses Medikament auch missbraucht.
  • Wehrli 02.05.2017 10:49
    Highlight Highlight Offiziell muss es NEIN heissen, individuell kann es JA heissen, aber nicht von jemandem moralisch abgesegnet.

    Also: Ja, du darfst es nehmen, bist desswegen keine Sau, aber trägst die Konsequenzen.

    • Wehrli 02.05.2017 11:06
      Highlight Highlight Alle Blitzer sind Spiesser und werden mitttels Snu Snu entledigt.
    • Sheriff_Rooster_Cockburn 02.05.2017 12:56
      Highlight Highlight Dann blitz ich mal
      (Du weisst schon, was "snu snu" bedeutet?)
    • Wehrli 02.05.2017 13:59
      Highlight Highlight Snu snu auf alt: ********
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