Der Enthüller
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Gehen

Selbst die Enten können ab dem komischen Watscheln nur den Kopf schütteln. Bild: 

Der Enthüller

Sportart «Gehen» wird verboten – weil es scheisse aussieht

Satire - (fast) kein Wort ist wahr

Lausanne (den). Erst vor ein paar Monaten hat man sie auf Zürichs Strassen noch angetroffen. Sie sind in hohem Tempo an den Zuschauern der Leichtathletik-EM vorbeigezischt und hinterliessen fragende Gesichter und betroffene Blicke. «Warum können die nicht richtig rennen? Warum knicken die ihre Hüften so unnatürlich ab?», tönte es aus den Zuschauerrängen. Die Rede ist von den «Gehern», jenen Sportlern, denen es nicht ganz zu Langstreckenläufern gereicht hat, deren Eltern aber trotzdem auf eine Karriere im Sport bestanden.

Das Olympische Komitee (IOC) setzt nun dem Spuck ein Ende. «Wir haben an unserer gestrigen Sitzung beschlossen, diese Sportart – oder sagen wir es, wie es ist – diesen Auswuchs an Abartigkeit zu verbieten», sagt IOC-Sprecher Gian Chilli. «Sind wir ehrlich, die Sportart sieht einfach extrem scheisse aus. Besonders heute, wo Smartphones omnipräsent sind und von allem und jedem Fotos und Videos ins Netz gestellt werden, können wir uns eine solch unästhetische Sportart nicht mehr leisten. Oder haben Sie schon mal jemanden gesehen, der ein Selfie während eines «Gehen»-Wettbewerbs schiesst? Ein solches Foto auf Facebook zu posten, läutet unweigerlich den sozialen Abstieg ein.»

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Euthanasie hinter der Ziellinie

Für Sportärztin Manuela Durrer war dieser Entscheid schon lange überfällig. «Jedem Betrachter der Sportart muss auffallen, dass die Bewegungsabläufe unglaubliche Schmerzen verursachen. Es kommt darum öfters vor, dass wir Sportler nach einem 20- oder 30-Kilometer- Lauf gleich nach der Ziellinie von ihren Schmerzen erlösen müssen.» (Durrer streicht ihren Zeigfinger quer über ihren Hals.) Durrer steht darum voll und ganz hinter dem Entscheid des IOC.

Weniger erfreut ist Herbert Fischlin. Der 45-Jährige ist Präsident der Schweizer Geher und ist vom IOC schwer enttäuscht. «Wenn das IOC schon ästhetische Gründe ins Feld führt, müsste es konsequenterweise auch das Rodeln im Doppelsitzer verbieten. Wenn ich sehen will, wie sich zwei Männer in hautengen Anzügen aneinander reiben, gehe ich an den Christopher Street Day oder an einen Ringkampf im römischen Stil.»

Der Enthüller

Hart recherchierte Fakten, fundierte Kritik und realistische Analysen? Die gibt es anderswo. Chefredaktor Buzz Orgler und sein Praktikant Pavel Kulicka decken auf, was keiner wissen will. Ob Berichte über Schwulenhasser, die in Russland Asyl beantragen oder tote Eskimos wegen der Ice Bucket Challenge, die beiden gescheiterten Journalisten sind sich für keine satirische Schlagzeile zu schade. Und schneller als die Wahrheit sind sie noch dazu.

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