E-Autos gingen im September durch die Decke und das waren die meistverkauften Stromer
Die Nachfrage nach Elektroautos zieht weiter an. Im September waren 36 Prozent der neu zugelassenen Autos in der Schweiz reine Stromer – ein neuer Rekord. Es sei das erste Mal, dass vollelektrische E-Autos bei den Neuwagen über einen Drittel der Neuzulassungen ausmachten, teilte der Branchenverband Auto-Schweiz mit.
Teilelektrische Plug-in-Hybride, also Verbrenner mit einer am Stromnetz aufladbaren Batterie, kamen im September auf einen Anteil von 10 Prozent. Bald jeder zweite neue Personenwagen (46 Prozent) verfügte somit im vergangenen Monat über eine elektrische Auflademöglichkeit.
Umgekehrt waren immer noch gut die Hälfte der Neuzulassungen Hybridautos ohne Ladeanschluss (32 Prozent) oder klassische Verbrenner (21 Prozent). Die Nachfrage nach Autos mit reinen Benzin- und Dieselantrieben nimmt allerdings rasch ab.
Die hohe Stromer-Quote im September ist etwas trügerisch. Tesla lieferte wie üblich gegen Ende eines Quartals sehr viele E-Autos aus, was die E-Auto-Quote in die Höhe trieb. Im Oktober und November werden die Tesla-Neuzulassungen erfahrungsgemäss wieder einbrechen.
Beliebteste Elektroautos im September 2026
Rang 1 im September: Tesla Model Y
Rang 2: Skoda Elroq
Rang 3: Skoda Enyaq
Rang 4: Tesla Model 3
Rang 5: BMW iX3
Rang 6: Mercedes-Benz GLC
Rang 7: Volvo EX30
Rang 8: Renault 5
Rang 9: BYD Atto
Rang 10: Renault Twingo
Schweiz bleibt hinter eigenen E-Auto-Zielen zurück
Über das Gesamtjahr gesehen kommen Elektroautos derzeit erst auf einen Marktanteil von 26 Prozent. 12 Prozent der Neuzulassungen fallen auf Plug-in-Hybride. Mit insgesamt 38 Prozent elektrifizierten Autos bleiben «Steckerfahrzeuge» weiterhin deutlich hinter den Zielvorgaben der Branche zurück. Wirtschaft und Politik stellten sich ursprünglich zum Ziel, bis 2025 bei den Steckerfahrzeugen, also E-Autos und Plug-in-Hybriden, einen Anteil von 50 Prozent an den Neuzulassungen zu erreichen.
Der Verband Auto-Schweiz sieht die Entwicklung dennoch positiv, warnt jedoch auch: «Der Hochlauf der Elektromobilität bleibt immer noch um ein Viertel hinter den Projektionen der Roadmap 2025 zurück», lässt sich Direktor Thomas Rücker zitieren. Die Rahmenbedingungen für die Elektromobilität müssten daher «rasch verbessert werden».
Ins gleiche Horn stösst der Elektromobilitätsverband Swiss eMobility: Trotz der erfreulichen Zahlen im vergangenen Monat bleibe der längerfristige Trend bestehen: «Die Schweiz fällt bei der Elektromobilität zurück.» Der Hauptgrund seien fehlende Lademöglichkeiten zuhause. «Mit dem höchsten Mieteranteil Europas ist der Handlungsdruck besonders gross», schreibt Swiss eMobility. Der Verband fordert deshalb «die rasche Umsetzung des Rechts auf Laden». Damit sollen Mieter und einzelne Stockwerkeigentümer künftig eine Ladeinfrastruktur verlangen können beziehungsweise Immobilienbesitzer Ladestationen zumindest nicht mehr verhindern können.
(oli/awp/sda)
