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10 Fakten zu E-Autos in 10 Grafiken erklärt

Okay, der Aufkleber ist ziemlich stark⚡.
Okay, der Aufkleber ist ziemlich stark⚡.bidl: @decider148

10 Grafiken, die dir einen neuen Blick auf die Elektromobilität geben

27.09.2026, 10:1027.09.2026, 12:11

Die durchschnittliche Reichweite von E-Autos hat sich mehr als verdreifacht

Von 2011 bis 2026 hat sich die durchschnittliche Reichweite von rein batterieelektrischen Fahrzeugen (BEV) mehr als verdreifacht.
Von 2011 bis 2026 hat sich die durchschnittliche Reichweite von rein batterieelektrischen Fahrzeugen (BEV) mehr als verdreifacht.bild: ev curve futurist

Die durchschnittliche Reichweite von E-Autos stieg von rund 120 Kilometern im Jahr 2011 auf aktuell rund 400 Kilometer. Im gleichen Zeitraum wurden Akkus 91 Prozent günstiger. Möglich wurden die höheren Reichweiten somit durch bessere und günstigere Akkus sowie effizientere E-Fahrzeuge.

Grössere und teurere E-Autos mit entsprechend grossen Akkus, wie sie in der Schweiz vorwiegend gekauft werden, erreichen schon heute reale Alltagsreichweiten von teils deutlich über 600 Kilometern. Bei günstigen Kleinwagen sind reale Reichweiten um die 300 Kilometer üblich.

Dabei gilt: Je mehr private und öffentliche Ladestationen verfügbar sind, desto weniger wichtig wird die maximale Reichweite.

Wie lange hält der Akku eines Elektroautos?

10'000 reale Batterietests in Schweden zeigten kürzlich, dass sie im Alltag in aller Regel viel länger halten, als frühere Laborsimulationen erahnen liessen. Wichtigstes Ergebnis: 94 Prozent der getesteten E-Autos hatten nach mehr als 100'000 Kilometern noch eine Batteriekapazität von mehr als 90 Prozent.

Batteriezustand von 10'000 getesteten E-Autos, die mehr als 100'000 Kilometer zurückgelegt haben:

Nach 100'000 Kilometern fiel die verbleibende Akkukapazität nur bei 6 Prozent der getesteten E-Autos auf unter 90 Prozent und bei 0,13 Prozent auf unter 80 Prozent.
Nach 100'000 Kilometern fiel die verbleibende Akkukapazität nur bei 6 Prozent der getesteten E-Autos auf unter 90 Prozent und bei 0,13 Prozent auf unter 80 Prozent. bild: carla

Für den Test wurden knapp 10'000 Batterietests ausgewertet, die zwischen 2022 und 2026 vorgenommen wurden. Die Messungen wurden mit einem Diagnosesystem des österreichischen Batteriespezialisten Aviloo durchgeführt. Berücksichtigt wurden Autos diverser Marken, die bereits mehr als 100'000 Kilometer zurückgelegt hatten.

E-Autos erobern Europa von Norden nach Süden und von Westen nach Osten

Die Grafik zeigt den Anteil vollelektrischer E-Autos (BEV) an den Personenwagen-Neuzulassungen im August 2026.
Die Grafik zeigt den Anteil vollelektrischer E-Autos (BEV) an den Personenwagen-Neuzulassungen im August 2026. bild: icct

In der Schweiz erreichten vollelektrische E-Autos (BEV) im August 2026 einen Anteil von 30 Prozent an den Pkw-Neuzulassungen – das war der höchste Wert im laufenden Jahr. Viele Länder in Nord- und Westeuropa erreichten aber noch höhere Elektro-Anteile. Beispielsweise ist bereits fast jede zweite Neuzulassung in den Niederlanden und Belgien ein Stromer. Dänemark (80 %) und Norwegen (99 %) haben fast komplett auf den E-Antrieb umgesattelt. Noch am Anfang stehen Italien und vor allem südosteuropäische Länder.

Europaweit (EU, EFTA und UK) kamen Stromer im August auf einen Anteil von 29 Prozent an den Neuzulassungen. Die Schweiz ist somit keine Elektro-Vorreiterin mehr, sondern nur noch Mittelmass.

Elektroauto

Über die Hälfte aller neu zugelassenen Stadtbusse in Europa fahren elektrisch

Elektrische Stadtbusse setzen sich in Europa schnell durch.
Elektrische Stadtbusse setzen sich in Europa schnell durch. bild: via @ErikSolheim / quelle: transport & Environment (T&E)

Alle reden von E-Autos, aber was macht der ÖV? Europäische Elektrobusse haben ihren Anteil an den Neuzulassungen von Stadtbussen in nur sechs Jahren von 12 auf 56 Prozent gesteigert. In einigen Ländern haben sie laut einer Analyse der Umweltorganisation Transport & Environment (T&E) bereits 100 Prozent erreicht. In der Schweiz waren 2025 immerhin 77 Prozent der neuen Stadtbusse elektrisch. In der EU sollen bis 2035 nur noch emissionsfreie Stadtbusse neu zugelassen werden.

Europa hat über 1,2 Millionen öffentliche Ladeplätze für E-Autos

DC-Schnellladestationen (rot) sind in Europa auf dem Vormarsch.
DC-Schnellladestationen (rot) sind in Europa auf dem Vormarsch.bild: theicct

Mitte 2026 gab es in Europa rund 1,2 Millionen öffentliche Lademöglichkeiten. Das DC-Schnellladenetz ist um 29 Prozent gewachsen, während langsamere AC-Ladestationen um 12 Prozent zulegten. Das öffentliche Ladenetz wird somit nicht nur dichter, sondern vor allem auch schneller.

Allerdings gibt es zwischen den Ländern erhebliche Unterschiede: Dänemark, Norwegen und Schweden haben das dichteste Ladenetz, gefolgt von den Niederlanden und Belgien, noch lückenhaft ist es insbesondere in Südosteuropa.

Und die Schweiz? Mitte Jahr zählt die Schweiz rund 8640 öffentliche E-Tankstellen mit 18'620 Ladeplätzen. Problematisch sind hierzulande vielmehr die oft fehlenden Heimlademöglichkeiten.

China und Thailand stehen unter Strom, die USA und Japan tanken noch

In Thailand boomen chinesische E-Auto-Marken wie BYD, die dort mittlerweile über 80 Prozent des Marktes für reine Elektrofahrzeuge beherrschen.
In Thailand boomen chinesische E-Auto-Marken wie BYD, die dort mittlerweile über 80 Prozent des Marktes für reine Elektrofahrzeuge beherrschen. bild: @LeRaffi via cleantechnica

In China waren im Juli 44 Prozent der neu verkauften Autos reine E-Autos (BEV). Bis Ende 2026 dürften es über 50 Prozent sein. Zusammen mit teilelektrischen Plug-in-Hybriden sind aktuell fast zwei von drei Neuzulassungen elektrische Modelle. Verbrenner fliegen in China fast so schnell aus den Autohäusern wie in Nordeuropa.

In den USA dümpeln E-Autos weiterhin bei einem Anteil von unter zehn Prozent herum. Selbst steigende Spritpreise haben bislang keinen Stromer-Boom bewirkt.

In Europa steigen nun auch die Kundinnen und Kunden der grossen Nationen Deutschland, Frankreich und Grossbritannien, die selbst Autos produzieren, immer schneller auf das E-Auto um.

Weltweite Neuwagenverkäufe nach Antriebsart von 2000 bis 2026

EV = Electric Vehicle (E-Auto und Plug-in-Hybrid), ICEV = Internal Combustion Engine Vehicle (Verbrenner inklusive Mild-Hybrid), HEV = Hybrid Electric Vehicle (Voll-Hybrid).
EV = Electric Vehicle (E-Auto und Plug-in-Hybrid), ICEV = Internal Combustion Engine Vehicle (Verbrenner inklusive Mild-Hybrid), HEV = Hybrid Electric Vehicle (Voll-Hybrid). bild: iea

Seit 2020 fahren elektrische Autos (EV), also reine E-Autos und teilelektrische Plug-in-Hybride, aus der Nische. Von Januar bis Juni 2026 kamen weltweit über 9 Millionen EVs neu auf die Strassen. Weltweit war jede vierte Neuzulassung ein elektrisches Auto, davon die Mehrheit vollelektrische Modelle. Der Trend zum Stromer ist dabei kein Phänomen, das sich auf Europa und China beschränkt. Die Verkaufszahlen sind im ersten Halbjahr 2026 in mehr als 90 Ländern gestiegen.

Weltweit können Stromer trotz China-Flaute zulegen

China (rot) bleibt der wichtigste Markt für elektrische Autos, Europa (blau) holt wieder etwas auf.
China (rot) bleibt der wichtigste Markt für elektrische Autos, Europa (blau) holt wieder etwas auf.bild: IEA

China bleibt der mit Abstand grösste Absatzmarkt für elektrische Autos. In der aktuellen chinesischen Autokrise wären die Hersteller allerdings froh, bis Ende Jahr wenigstens das Vorjahresniveau halten zu können. Mit dem Stromer-Boom in Europa und anderen Regionen können E-Autos und in geringerem Umfang Plug-in-Hybride dennoch weiter zulegen. 2026 wird somit trotz des Dämpfers in China und der E-Auto-Krise in den USA ein neues Rekordjahr.

Stromer wachsen je nach Weltregion unterschiedlich schnell

Hinweis: Die einzelnen Grafiken haben unterschiedliche Y-Achsen, um das Wachstum von 2025 bis 2026 innerhalb der einzelnen Regionen besser zu zeigen.
Hinweis: Die einzelnen Grafiken haben unterschiedliche Y-Achsen, um das Wachstum von 2025 bis 2026 innerhalb der einzelnen Regionen besser zu zeigen.bild: iea report (pdf) via @janrosenow

In Europa legten elektrische Autos (E-Autos und Plug-in-Hybride) im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahr um 33 Prozent zu. Das prozentual grösste Wachstum resultierte in Südamerika mit 132 Prozent und Asien (ohne China) mit 101 Prozent. Stromer sind beispielsweise in Uruguay, Singapur, Thailand und Vietnam sehr gefragt. Auf noch tieferem Niveau kommen elektrische Autos auch in Brasilien und Kolumbien in Fahrt.

In China wurden im ersten Halbjahr 16 Prozent weniger elektrifizierte Autos (EVs) verkauft und in Nordamerika gab's ein Minus von 22 Prozent. In den beiden grossen Märkten schrumpfte der gesamte Automarkt. In China sind E-Autos allerdings weniger als Verbrenner von der Krise betroffen. Andersherum haben Stromer in den USA weiterhin einen extrem schweren Stand gegenüber Verbrennern bzw. Hybrid-Fahrzeugen.

China sagt dem Verbrenner leise Adieu

Autos mit Verbrennungsmotor (ICE) verlieren in China rasch Marktanteile.
Autos mit Verbrennungsmotor (ICE) verlieren in China rasch Marktanteile.bild: robbieandrew.github.io

Im mit Abstand grössten Automarkt der Welt sind Benzinautos auf Talfahrt. Im August sank ihr Anteil an den Neuzulassungen deutlich unter 40 Prozent. Reine E-Autos (BEV) kamen auf 45 Prozent, der Rest sind teilelektrische Plug-in-Hybride, die ebenfalls an der Steckdose geladen werden können. China hatte somit im August den gleichen BEV-Anteil wie Schweden.

(oli)

Und woher soll der Strom kommen?

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