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Digitale Revolution 

Fünf Technologien, die unseren Alltag verändern werden

Die digitale Revolution setzt zum Sprint an. Mit rasanten technischen Fortschritten wird Science-Fiction-Technik demnächst unseren Alltag erreichen – diesmal wirklich. Fünf Wahrheiten über die Welt von morgen. 

Judith Horchert, Matthias Kremp und Christian Stöcker / spiegel online

Ein Artikel von

Spiegel Online

1. Die Roboter kommen

Nach dem Robotikforscher Hans Moravec ist ein Paradoxon benannt: Computer könnten zwar vergleichsweise leicht Intelligenztests lösen oder Dame spielen, schrieb der Philosoph einmal, es sei aber «schwierig bis unmöglich, ihnen die Fertigkeiten eines einjährigen Kindes zu verleihen, was Wahrnehmung und Beweglichkeit angeht». Das wird bald nicht mehr stimmen.



Roboter erleben gerade einen Entwicklungsschub. Das hat mit dem Mooreschen Gesetz zu tun, also der bis heute gültigen Beobachtung, dass sich die Kapazität integrierter Schaltkreise im Schnitt alle zwei Jahre verdoppelt. Aber auch mit der wachsenden Qualität lernender Software. Dem Mehrzweckroboter Baxter beispielsweise kann man neue Aufgaben beibringen, indem man seinen Arm in entsprechenden Bewegungen führt.

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Der Roboter «Baxter» wird in Fabriken zum Einsatz kommen. bild: rethink robotics

Viele Menschen haben im Alltag schon jetzt mit Robotern zu tun, oft ohne es zu wissen. Bis heute existieren zum Beispiel automatische Videotheken, in denen DVDs wie von Geisterhand ausgegeben werden, weil hinter dem Bestell-Touchscreen ein Lagerroboter den passenden Film aus dem Regal holt.

Künftig aber dürften Maschinen, die scheinbar autonom einem oder gleich mehreren Zwecken dienen, sich zunehmend in unserem Alltag breitmachen. Als schweigende Helfer in Krankenhäusern, als Lagerarbeiter im Couchtisch-Format oder als Einparkhelfer. Vom Staubsauger, Fensterputzer über Lieferdrohnen bis hin zu humanoiden Maschinen wie Baxter, die in Fabrikbetrieben diverse Aufgaben übernehmen. Feuerlöschen, Parkplätze bewachen und Skifahren können Roboter schon heute, insbesondere im militärischen Bereich wird aber längst an echten Allzweckmaschinen gearbeitet. Bei der Robotics Challenge der US-Militärforschungsbehörde Darpa werden Roboter im Juni Leitern erklettern, Türen von Schutt befreien, Fahrzeuge steuern.

Am häufigsten aber werden uns Roboter im Alltag zunächst auf der Strasse begegnen. Ausführliche Berichte zu den Robotern, die unseren Alltag revolutionieren, gibt es hier.

2. Selbstfahrende Autos: Handy ruft Robotaxi

Frank Levy (MIT) und Richard Murnane (Harvard) gehören zu den renommiertesten Wirtschaftswissenschaftlern der USA. In ihrem hochgelobten Buch «The New Division of Labor» über den Einfluss von Computern auf die Arbeitswelt stellten die beiden Ökonomen 2004 jene Berufe, die von Computern bald überflüssig gemacht werden könnten, anderen Tätigkeiten gegenüber, die sie weiterhin als Domäne des Menschen betrachteten. Zum Beispiel Autofahren. Ein Fahrer sei mit einer «Wand von Bildern und Klängen» konfrontiert, mit kaum verständlichem Chaos, schrieben die beiden. Das sei nur mit menschlicher Mustererkennung zu dechiffrieren, und das werde vorerst auch so bleiben.

A driverless car is seen in an artist's rendition provided by Google in Mountain View, California May 28, 2014. Google Inc is building cars that don't have steering wheels, accelerator pedals or brake pedals, in an ambitious expansion of the Internet company's efforts to develop self-driving cars. The small electric cars, which seat two passengers, are currently prototypes that Google has been building through partnerships with automotive suppliers and manufacturers, Google co-founder Sergey Brin said at the Code conference in Southern California on Tuesday. REUTERS/Google Inc/Handout via Reuters   (UNITED STATES - Tags: SCIENCE TECHNOLOGY TRANSPORT BUSINESS) 

ATTENTION EDITORS - THIS PICTURE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY. REUTERS IS UNABLE TO INDEPENDENTLY VERIFY THE AUTHENTICITY, CONTENT, LOCATION OR DATE OF THIS IMAGE. FOR EDITORIAL USE ONLY. NOT FOR SALE FOR MARKETING OR ADVERTISING CAMPAIGNS. THIS PICTURE IS DISTRIBUTED EXACTLY AS RECEIVED BY REUTERS, AS A SERVICE TO CLIENTS. NO SALES. NO ARCHIVES

Prototyp des Google-Autos (Zeichnung): In sechs bis acht Jahren unausweichlich. Bild: reuters / google

Zehn Jahre später sind auf Kaliforniens Strassen selbstfahrende Google-Autos unterwegs, von Mitte 2015 an werden auch in englischen Städten autonome Fahrzeuge getestet. Bis 2020 will der Suchmaschinenkonzern in die Massenproduktion einsteigen, ebenso wie VW, Audi, Mercedes und BMW. Selbst Apple arbeitet Gerüchten zufolge an Robofahrzeugen. In Bayern und Nordrhein-Westfalen werden demnächst auf Autobahnen Teststrecken eingerichtet, Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt will bis September 2015 Eckpunkte für den Einsatz von Robo-Autos im Strassenverkehr vorlegen.

Das Mitfahrunternehmen Uber plant offenbar, menschliche Fahrer im nächsten Schritt durch Roboter zu ersetzen. Gerade in den Bereichen Personentransport und Logistik könnte sich das bald rechnen, schliesslich müssten Robo-Autos nur zum Tanken und zur Wartung Pause machen, sie verlangen kein Gehalt und keine Sozialleistungen. Die Preise für die notwendige Technologie – etwa die Lidar-Geräte zur Abtastung der Umgebung – sind im freien Fall.

Dass man sich in sechs bis acht Jahren per App ein Taxi ohne Fahrer wird bestellen können, darf als sicher gelten. Und auf Lkw-Rastplätzen an Autobahnen könnte es mittelfristig merklich leerer werden.

3. Virtuelle Realität – diesmal wirklich

Wer einmal eine solche Brille aufgehabt hat, dessen Zweifel verfliegen in der Regel im Nu. Virtual Reality, seit Jahrzehnten ein uneingelöstes Versprechen, erschliesst sich einem erst, wenn man sie selbst erlebt hat. Beobachtet man Menschen, die zum ersten Mal eine Oculus-Rift-Brille, Samsungs Handy-Adapter Gear VR oder auch nur Googles Pappmodell Cardboard vor dem Gesicht haben, wird das schnell deutlich.

In Samsungs virtuellem Demonstrationskino etwa kann man sich Filme auf einer Leinwand ansehen, die so gross ist wie eine echte Kinoleinwand – man muss den Kopf drehen, um vom einen Rand zum anderen zu blicken. Wenn man will, kann man dabei statt im Kino auch in einem Mondkrater sitzen.

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Die Bewegungen des eigenen Kopfes werden nahtlos und sauber in die simulierte Umgebung übertragen. Und wenn der Film mit einer 360-Grad-Kamera gedreht ist, kann man sich darin auch umdrehen. Das einzige, was noch stört, sind die sichtbaren Pixel, schliesslich hat man in Wahrheit ein handelsübliches Handy wenige Zentimeter vor den Augen. Überhaupt ist der Massenmarkt für Smartphones ein Wegbereiter des neuen VR-Booms: Komponenten wie hochauflösende Bildschirme, Lage- und Bewegungssensoren sind plötzlich bezahlbar.

Bastelbrillen, die mit Smartphone und Kopfhörer durchaus beeindruckende Erlebnisse liefern, sind teils für unter 10 Euro zu haben. Demonstrations-Apps fürs Handy (zu finden etwa mit dem Stichwort «Cardboard») gibt es bereits viele, von der virtuellen Achterbahn bis hin zu mit 360-Grad-Kameras gefilmten Drohnenflügen.

Virtual-Reality-Brillen werden zuerst vermutlich die Immersionswünsche von Hardcore-Gamern befriedigen. Sie werden aber auch dafür sorgen, dass Medienkonsum etwa auf Reisen deutlich eindrucksvoller, aber auch einsamer wird.

Unsere Prognose: Schon in wenigen Jahren wird man im Zug oder im Flugzeug Menschen mit VR-Gerät am Kopf statt mit Laptop oder Tablet als Filmabspieler antreffen. Und es werden Unterhaltungsformate entstehen, die wir uns noch gar nicht vorstellen können.

«Oculus Rift» von Facebook

Die Oculus Rift gilt als Vorreiter der Branche. 2012 wurde ein erster Prototyp gezeigt, aktuell ist die zweite Version des sogenannten Entwickler-Kits erhältlich. Einen offiziellen Termin für eine Endkundenversion gibt es nicht. Gegen Ende 2015 könnte es soweit sein. Die Brille ist dafür ausgelegt, an einen PC angeschlossen zu werden. Kurze Tests mit Vorabversionen entsprechend angepasster PC-Spiele sind beeindruckend. 

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Die Brille kostet aktuell 350 Dollar, Versandkosten exklusive. bild: spiegel online

Das früher oft bemängelte Problem, dass sich beim Benutzen der Brille Übelkeit einstellt, fällt nun weg. Über eine Kamera kann Oculus zudem die Bewegungen des Nutzers erkennen, und in die virtuelle Welt übertragen. Ein Preis für die Endversion steht noch nicht fest. Das aktuelle Entwickler-Set kostet 350 Dollar plus Versandkosten und Einfuhrumsatzsteuer.

«Project Morpheus» von Sony

Anders als die Oculus Rift soll Sonys Project Morpheus genannte VR-Brille nicht mit PC, sondern mit der Playstation 4 und der Playstation Vita zusammenarbeiten.

An attendee tries out Sony's Morpheus virtual reality headset at the 2014 Electronic Entertainment Expo, known as E3, in Los Angeles, California June 10, 2014. There has been a rising interest in virtual reality platforms among publishers and developers, who hope the years-old technology -- which creates a 360-degree view that immerses players in fantasy settings -- can finally become a viable platform to reverse shrinking video game industry revenues and draw a new generation of users. Picture taken June 10.             REUTERS/Kevork Djansezian  (UNITED STATES - Tags: BUSINESS SCIENCE TECHNOLOGY)

Die Steuerung von Spielen erfolgt mit den Move-Controller. Bild: KEVORK DJANSEZIAN/REUTERS

Zur Steuerung von Spielen lassen sich die Move-Controller nutzen, die es bereits seit einiger Zeit für die Playstation gibt. Bei ersten Tests mit Prototypen zeigte sich mit der Morpheus ein ähnliches Spielerlebnis wie bei der Rift. Genau wie Oculus hat sich aber auch Sony noch nicht festgelegt, wann und zu welchem Preis die VR-Brille auf den Markt kommen soll.

«Project Cardboard» von Google

Das Project Cardboard haben bei Google zwei Entwickler in den 20 Prozent ihrer Arbeitszeit entworfen, die sie für eigene Projekte nutzen dürfen. Googles Chefs fanden daran Gefallen und liessen eine Abteilung bilden, die daraus eine kommerziell nutzbare Technik machte.

Fertig: Nach wenigen Minuten steht das Gerüst. Aus der Pappe ist eine Art Brille geworden, mit der man sich in dieser Form aber nur die Rückwand der Pappschatel anschauen kann.

Für das Project Cardboard gibt es eine Reihe interessanter Apps. bild: spiegel online

Auf der Entwicklerkonferenz Google I/O 2014 wurde das Projekt offiziell vorgestellt, Pappbausätze wurden verteilt, mit denen sich die Teilnehmer eigene VR-Brillen basteln konnten. Mittlerweile gibt es eine Reihe interessanter Apps für Handys, die man dann einfach in die Pappkonstruktion einsteckt.

«Gear VR» von Samsung

Mit der Gear VR hat Samsung Googles Project Cardboard zu einem kommerziellen Produkt gemacht. In unserem Test hat die 200-Euro-Brille einen guten Eindruck hinterlassen. Grafisch bietet sie sogar noch mehr als beispielsweise die Oculus Rift, weil ihr Bildschirm eine deutlich höhere Auflösung hat als der in der Oculus-Brille.

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Besitzt eine höhere Auflösung als die Oculus-Brille: Gear VR. bild: spiegel online

Allerdings macht dieser Bildschirm die Gear VR auch zum teuren Spass: Als Bildschirm und Rechner muss man in die Gear VR Samsungs Galaxy Note 4 einsetzen. Laut Listenpreis eine 769-Euro-Anschaffung.

«VR for G3» von LG

Samsung-Konkurrent LG reagierte auf die Gear VR mit einer eigenen Version des Project Cardboard, der VR for G3. Wie der Name es vermuten lässt, nutzt dieses Modell das LG-Smartphone G3 als Antrieb.

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Wer ein G3 kauft, bekommt die VR-Brille gratis dazu. bild: lg

Im Gegensatz zur Gear VR hat die LG-Brille allerdings keinen Preis. Wer sie haben will, muss ein G3 kaufen und bekommt sie dann gratis dazu.

«VR One» von Zeiss

Noch eine Edel-Variante des Project Cardboard hat die Optikfirma Zeiss entwickelt.

 Virtual Reality; ZEISS VR ONE; Augmented Reality Zeiss_VR_One_Final_Press_Rendering_4K_Front_Rechts_b

Die Zeiss-Brille lässt sich mit verschiedenen Smartphones benutzen. bild: zeiss

Der Unterschied zu den Produkten der Handyhersteller: Mit entsprechenden Adaptern lässt sich die Zeiss-Brille mit verschiedenen Smartphones nutzen. Den Anfang machen laut Hersteller Adapter für das iPhone 6 und Samsungs Galaxy S5. Weitere sollen folgen. Den Preis gibt das Unternehmen mit 99 Euro an.

4. Der Live-Übersetzer in der Hosentasche

Jahrzehntelang gehörte ins Feriengepäck ein Wörterbuch, vielleicht sogar ein kleiner Sprachführer. Doch wer heute ständig ein Gerät mit Internetzugang mit sich herumträgt, greift im Ausland eher auf Online-Wörterbücher zurück oder tippt den gewünschten Satz schnell in den Google-Übersetzer. Netzzugang vorausgesetzt.

Schon jetzt aber gibt es Hilfen für Smartphones und andere Mobilgeräte, die in Echtzeit Geschriebenes und Gesagtes in die fremde Sprache übersetzen und umgekehrt. Manchmal mag die Übersetzung noch arg holprig klingen, aber die Technik wird sich in den kommenden Jahren rasant verbessern. Schon bald dürfte es normal sein, dass Touristen in Japan, Spanien oder Kroatien einfach die Sätze in ihre Smartphones sprechen, die sie sagen möchten. Das Handy übersetzt die Antworten dann ebenfalls.

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Handy als Übersetzer: Strähnchen in Rom, Schnitzel in Stockholm. Bild: iSpeech

Es wird kein Thema mehr sein, beim Friseur in Rom Strähnchen und einen Stufenschnitt zu verlangen oder den Stockholmer Kellner auf eine Laktose-Intoleranz hinzuweisen, auch wenn man kein einziges Wort Italienisch oder Schwedisch spricht. Urlaubsflirts werden über Handys hinweg ausgetragen werden. Und man wird auch aus der Ferne fremdsprachig plaudern können: Microsoft etwa hat bereits einen Echtzeitübersetzer für Skype angekündigt. Mit dem soll man bald in 40 verschiedenen Sprachen verstanden werden.

5. Künstliche Intelligenz als Betriebssystem

Das Internet der Dinge wird vermutlich wirklich kommen, sich aber anders anfühlen, als wir heute glauben. Schon jetzt gibt es intelligente Stromzähler, Thermostate, Türschlösser, aber kaum jemand benutzt sie – auch deshalb, weil sie oft kompliziert zu bedienen sind.

Die digitale Lebenswelt der Zukunft braucht noch ein Betriebssystem. Diese Aufgabe wird aller Wahrscheinlichkeit nach die Technologie übernehmen, die man heute Künstliche Intelligenz (KI) nennt. In einigen Jahren wird man vermutlich nur noch «Computer» oder «Telefon» zu ihr sagen.

Künstliche Intelligenz ganz nackt: Master Chief-Begleiterin Cortana in âHalo 4â

Künstliche Intelligenz «Cortana» (im Spiel «Halo 4»): «Hey KI, ich mache Ferien.» microsoft

Bislang heissen solche Kommandozentralen Siri, Cortana oder Google Now und beherrschen das Wunscherfüllen noch eher schlecht als recht. Das wird sich ändern. «Hey, KI, Ich bin jetzt für zwei Wochen in den Ferien», sorgt dann automatisch für eine heruntergeregelte Heizung, verschlossene Türen, automatische E-Mail-Antworten, pausierte Abonnements. «KI, ich müsste Donnerstagfrüh nach Vancouver und Montagabend wieder zurück» für entsprechende Reiseangebote. Für Unternehmen drängen sich noch ganz andere Anwendungen auf.

Gleich mehrere Firmen arbeiten derzeit an Konzepten, die manchmal «AI as a Service», also künstliche Intelligenz als Dienstleistung genannt werden. Google hat ein System entwickelt, das seine Entwickler schlicht Brain, sprich Gehirn, nennen. Es wird unternehmensintern schon jetzt zur Lösung diverser Probleme eingesetzt, etwa, um Adressen aus StreetView-Fotos zu extrahieren. Ein Unternehmen namens Viv, gegründet von drei Männern, die früher an Apples Handyassistentin Siri mitgearbeitet haben, verspricht «eine intelligente, sprachfähige Schnittstelle» als Plug-in, für «Geräte, Dienste oder Dinge». Alle grossen Player des Silicon Valley haben sich in letzter Zeit für zum Teil viel Geld KI-Startups zugelegt.

Möglich wird all das durch parallele Rechnerarchitekturen, Cloud-Kapazitäten, vor allem aber lernende Algorithmen und sogenannte neuronale Netzwerke. Die intelligenten Systeme werden mit riesigen Datenmengen trainiert, bis sie beherrschen, was sie können sollen. Und dank der digitalen Datenexplosion gibt es davon nun mehr als genug. Das können Texte aus den Beständen der Uno sein, die stets in vielen unterschiedlichen Sprachen vorliegen, gesammelte Sprachbefehle von Handynutzern oder die vielen Hausnummern, die StreetView-Fotos enthalten (Studie als PDF). Verbindungen herstellen, analysieren, übersetzen, «Space Invaders» spielen – Maschinen trainieren jetzt.

Sehr bald werden Computer deshalb besser verstehen, was wir von ihnen wollen. Wie Science Fiction wird sich das vermutlich nur kurz anfühlen: An Computer, die besser Schach spielen als Menschen oder Quizshows gewinnen, haben wir uns ja auch gewöhnt. Oder, um es mit dem früheren «Wired»-Chefredakteur Kevin Kelly zu sagen: «Wie jede Form der Grundversorgung wird KI ausserordentlich langweilig sein, obwohl sie das Internet, die Weltwirtschaft und die Zivilisation verändern wird.»

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