Digital
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa04026317 A person writes a text on a mobile phone in London, Britain, 17 January 2014. According to news reports citing top secret documents, the National Security Agency (NSA) allegedly collects some 200 million text messages and other personal data from mobile phones around the globe every day under an NSA programme codenamed 'Dishfire'.  EPA/ANDY RAIN

Bild: EPA

Globales Spähprogramm «Dishfire»

NSA sammelte fast 200 Millionen SMS pro Tag

Adressbücher, Finanztransaktionen, Reisepläne: Solche Informationen zieht die NSA offenbar massenhaft aus Mobiltelefonen ab. Laut «Guardian» zeigt eine Präsentation aus dem Jahr 2011, dass der US-Geheimdienst täglich millionenfach SMS abfing.

Washington - Neue Enthüllungen des Informanten Edward Snowden geben weitere Einblicke in die Spähmethoden der NSA. Laut einem Zeitungsbericht kann der US-Geheimdienst fast 200 Millionen SMS-Nachrichten pro Tag abgreifen. Das gehe aus einem Dokument aus dem Jahr 2011 hervor, berichtet die britische Zeitung «Guardian» am Donnerstagabend. Das Programm mit dem Namen «Dishfire» sammle weltweit wahllos «so ziemlich alles, was es kann», gehe aus Papieren des britischen NSA-Partnerdienstes GCHQ hervor. 

Die Geheimdienste fischten so aus den Kurznachrichten etwa Informationen über Reisepläne, Adressbücher oder Finanztransaktionen heraus, heisst es in dem Bericht. Jeden Tag werte die NSA mehr als fünf Millionen solcher Informationen aus - deren automatisierte Analyse laufe in einem Programm mit dem Codenamen «Prefer», schreibt der «Guardian». Benachrichtigungen über entgangene Anrufe gäben zum Beispiel Aufschluss über den Bekanntenkreis eines Nutzers. Genauso wiesen 1,6 Millionen registrierte Roaming-Benachrichtigungen auf Grenzübertritte hin. Ausserdem seien aus mehr als 76'000 Kurznachrichten Geodaten extrahiert worden.

«Eine Goldmine zum Ausbeuten»

Die NSA-Präsentation aus dem Jahr 2011, aus der die Informationen stammen, trägt den vielsagenden Untertitel: «SMS Text Messages: A Goldmine to Exploit» (etwa: «SMS-Nachrichten - Eine Goldmine zum Ausbeuten»). Demnach wurden an einem Tag 194 Millionen SMS-Nachrichten gesammelt, schreibt die Zeitung. Ein weiteres Dokument zeige die Kapazität des Systems: Die Geheimdienst-Analysten würden darin aufgefordert, nach nicht mehr als 1800 Telefonnummern gleichzeitig zu suchen. Die Dokumente stammten aus dem Fundus des Informanten Edward Snowden und seien 2012 von einer Seite mit Anleitungen zu «Dishfire» für GCHQ-Mitarbeiter heruntergeladen worden. Das System sei zu diesem Zeitpunkt im Einsatz gewesen.

Eine NSA-Sprecherin widersprach auf Anfrage der Zeitung dem Eindruck, dass die Daten ohne Verdacht und unkontrolliert gesammelt würden. Die Fähigkeiten würden gegen Aufklärungsziele eingesetzt. Der britische Geheimdienst GCHQ versicherte lediglich, dass er stets im Einklang mit nationalen Gesetzen gehandelt habe.

Seit den ersten Enthüllungen Anfang Juni wird deutlich, dass die NSA alle möglichen Arten der Kommunikation überwacht. So greift sie den Unterlagen zufolge E-Mails, Adressbücher und den Datenverkehr zwischen Rechenzentren von Internet-Konzernen ab. Sie kann demnach auch Handy-Gespräche abhören und Mini-Wanzen in Computer einbauen.

Der «Guardian» hat für die Publikation der neuen Details über die NSA-Spähaffäre einen öffentlichkeitswirksamen Zeitpunkt gewählt. Am Freitag will US-Präsident Barack Obama in einer Rede seine Pläne für die künftige Arbeit der NSA darlegen. Im Justizministerium will er das Ergebnis der monatelangen Überprüfung der Überwachungsprogramme präsentieren. Vorab sickerten bereits Details seiner Reformvorhaben durch.

bos/dpa/AFP



Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Das sagt ein Vater zum Kita-Liveticker 

Drei Schweizer Kitas teilen Eltern mit einer neuen App in Echtzeit mit, dass ihr Kind  auf dem Wickeltisch liegt, isst oder zeichnet. Ein Vater sagt, was er davon hält. 

Drei Schweizer Kitas informieren Eltern neu in Echtzeit und samt Push-Mitteilung, dass ihr Kind gerade auf dem Wickeltisch liegt oder isst. «Tagesrapport» nennt sich die Art Liveticker für Mami und Papi.

watson hat mit einem Zürcher Vater gesprochen, dessen Kind  eine solche Kita besucht. Er möchte anonym bleiben. Zu Beginn des Pilotprojekts sei er skeptisch gewesen, sagt er: «Ich dachte, das geht schon etwas in Richtung Überwachung.»

Inzwischen habe er seine Meinung aber …

Artikel lesen
Link to Article