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«Project Cars» ist eine Augenweide. Bild: slightly mad

Review

Fans von «Gran Turismo» und «Forza» aufgepasst: So spielt sich die geniale Rennsimulation «Project Cars» am besten

Mit «Project Cars» steht ein neues Rennspiel am Start und was für eines. Wir sagen euch, was der Debütant unter der Haube hat und wie man das Optimum aus dem Spiel herausholt. 



Ich habe keine Ahnung von Renngames. Meine wärmsten Erinnerungen an solche Spiele verbinde ich noch immer mit «Need for Speed Underground», als ich bunte Lichter an mein glänzendes, tiefergelegtes, aufs Äusserste getunte Auto montierte. Seither spiele ich höchstens ein Rennspiel pro Jahr und auch das meist nur kurz.

Das hat mich freilich nicht daran gehindert, ein Lenkrad inklusive Pedalen und Schaltknüppel zu kaufen, um die wenigen Renngames so zu geniessen, wie es der Game-Gott gewollt hat. Und mit «Projekt Cars» des britischen Entwicklers Slightly Mad ist nun endlich wieder ein Spiel erschienen, das wie geschaffen ist für mein Setup.

rennsitz, philipp

Besser wird man mit dieser Ausrüstung (Lenkrad-Set für CHF 250 und Sitz für rund CHF 300) zwar nicht, aber der Spielspass steigt exponentiell. bild: watson

Der weisse Trüffel für Rennspiel-Enthusiasten

«Project Cars» ist Rennsimulation pur. 74 Fahrzeuge stehen zur Auswahl, 60 davon zum Marktstart und jeden Monat soll ein neues dazukommen. Über 60 Strecken vom Nürburgring bis zum Silverstone Circuit warten darauf, befahren zu werden. In den unzähligen Tuning-Einstellung kann man sich gütlich tun, bis die Hände vor Motorenöl triefen. Ich selbst überlasse solche Spielereien meinen virtuellen Mechanikern und entscheide mich für den Schwierigkeitsgrad Amateur. Der liegt zwischen Pro und Anfänger. Der Profi-Modus verzichtet auf Automatikschaltung und Fahrhilfen und ist damit kein Thema für mich und der Anfänger-Modus – man hat schliesslich noch seine Würde. 

Statt direkt in den erstbesten 500-PS-Rennboliden zu klettern, starte ich den Karriere-Modus freiwillig mit Tier 8, der langsamsten Kategorie. Die Gokarts sind der perfekte Einstieg, um ein Gespür für das Spiel zu erhalten, verspricht ein Tooltip. Eine Story gibt es übrigens nicht, «Project Cars» braucht kein Story.

Schweiss und verkrampfte Hände

Und dann kann es endlich losgehen. Ich sitze in meinem kleinen Kart und warte, bis die Anzeige auf grün wechselt. Der Motor heult auf, das Lenkrad zuckt und die Beschleunigung drückt mich regelrecht in meinen neuen Rennsessel. Dank Force Feedback steuern sich die kleinen Flitzer fast wie im echten Leben, denn das Lenkrad erzeugt einen Widerstand je nach Geschwindigkeit und Rennsituation. Verkrampft kralle ich mich am Lenkrad fest, damit ich nicht auf dem Grün lande. Was beim Golf erstrebenswert ist, katapultiert einem in «Project Cars» meist direkt auf den letzten Platz. «Project Cars» erfordert meine ganze Aufmerksamkeit und langsam beginne ich zu schwitzen. Im Amateur-Modus schaffe ich es dennoch mit einiger Konzentration meist auf Platz 1. Ich gebe zu, vermutlich nur mit der Hilfe der bunter Pfeile, die mir signalisieren, wie schnell ich fahren darf. Aber hey, auf dem Podest fragt niemand, wie man dorthin gekommen ist.

Nur echt ist schöner

Das Renngefühl in «Project Cars» ist grossartig. Besonders aus der Fahrerperspektive kann man den verbrannten Gummi beinahe riechen. Eine Spur mehr Realismus verleiht die Helmkamera, damit sieht man das Spiel aus den Augen des Piloten und sogar die Motorengeräusche hört man dann gedämpfter. Daneben gibt es noch fünf weitere Kameraeinstellungen, unter anderem die klassische, in der man das ganze Auto sieht.

Nach den Gokarts und den schnelleren Superkarts darf es dann auch mal ein richtiges Auto sein. Irgend so ein Porsche zum Beispiel. Wrumm, wrumm ahme ich mit einem Grinsen das Motorengeräusch nach, doch schon bei der ersten Kurve habe ich das Gefühl, ein Kreuzfahrtschiff zu steuern und lande promt im Kiesbett. Zwischen dem deutschen Sportwagen und den kleinen Gokarts liegen Welten und genau das macht «Project Cars» so genial. Jedes Fahrzeug fühlt sich anders an. Dabei habe ich mir das Spiel eigentlich primär wegen der heissen Grafik zugelegt. Und die enttäuscht nicht. Rennspiele gehören seit jeher zu den optischen Highlights und «Project Cars» bildet keine Ausnahme. Besonders wenn es regnet, sieht es so echt aus, ich glaube schon Regentropfen auf meinem Lenkrad zu erkennen, aber das könnte auch mein Sabber sein.

Für mich als Hobbypiloten ist «Project Cars» ein grosses Fest. Die riesige Auswahl an Rennmaschinen, die verschiedenen Strecken, die wunderschöne Grafik und das traumhafte Fahrgefühl sind zumindest mit meinem Setup unvergleichlich.

«Project Cars» ist erhältlich für PC, PS4, Xbox One und zu einem späteren Zeitpunkt auch für die Wii U. Getestet wurde die PC-Version mit einem Logitech-G27-Lenkrad.

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