Digital
Wirtschaft

Meta Quest: Facebook-Konzern scheitert mit VR, stellt Horizon Worlds ein

Attendees try the Meta Quest 3 in a demonstration room at the Connect developer conference, Wednesday, Sept. 27, 2023, in Menlo Park, Calif. (AP Photo/Godofredo A. V
VR-Brille «Meta Quest 3», 2023. Trotz massiver Investitionen gelang es Meta nicht, Virtuelle Realität für die breite Masse interessant zu machen.archivBild: keystone

Milliarden verlocht: Darum ist der Facebook-Konzern mit Virtual Reality gescheitert

Die virtuelle 3D-Welt «Horizon Worlds» brachte Meta einen hohen zweistelligen Milliardenverlust ein und wird nun geschlossen. Mark Zuckerberg will sich stattdessen auf KI-Brillen konzentrieren.
18.03.2026, 07:4818.03.2026, 07:58

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hatte über Jahre versucht, virtuelle Realität (VR) als nächste Computer-Plattform zu etablieren. Auch die Umbenennung des Konzerns von Facebook zu Meta im Jahr 2021 hing damit zusammen: Der Name lehnt an die Bezeichnung «Metaverse» für virtuelle Welten an.

Das Interesse der User blieb jedoch unter den Erwartungen: Die Sparte Reality Labs, in der die Quest-Headsets und Horizon Worlds entwickelt wurden, schrieb Quartal für Quartal operative Verluste von mehreren Milliarden Dollar. Diese sollen sich inzwischen auf über 80 Milliarden US-Dollar belaufen.

Nun zieht Zuckerberg den Stecker.

Die Plattform werde noch bis zum 15. Juni als Version in virtueller Realität über die Quest-Computerbrillen des Unternehmens verfügbar sein, kündigte das Unternehmen am Dienstag an. Danach soll es nur noch eine Variante für Mobilgeräte wie Smartphones geben.

Mark Zuckerberg ist mit seiner Vision – einer sozialen 3D-Welt, in der sich Menschen als Avatare in der virtuellen Realität treffen – offiziell gescheitert.

Wie geht es weiter?

Neuer Fokus auf KI-Brillen

Unterdessen wurde Künstliche Intelligenz (KI) zum neuen Fokus für Zuckerberg. Er will im Rennen um die KI-Zukunft Rivalen wie den ChatGPT-Erfinder OpenAI sowie Google schlagen. Dafür soll Meta in den kommenden Jahren hunderte Milliarden Dollar in den Ausbau von Rechenzentren stecken.

Bei Reality Labs werden allerdings auch die Meta-Brillen mit Kamera, Mikrofon und kleinen Lautsprechern entwickelt, die nur unwesentlich klobiger als herkömmliche Gestelle sind. Über die unter den Marken Ray-Ban und Oakley verkauften Brillen können User mit der Meta-KI interagieren und ihr etwa Fragen zu ihrer Umgebung stellen. Die Software soll derweil dank der Brillen sehen und hören, was die User gerade sehen – und der Meta-Konzern gelangt an viele User-Daten.

Die deutlich günstigeren Ray-Ban Meta Brillen (ohne Display, nur mit KI und Kamera) verkaufen sich denn auch deutlich besser als Quest-Headsets.

Meta liess zugleich verlauten, dass man die virtuelle Realität nicht grundsätzlich aufgebe. Sie habe sich zwar nicht so schnell entwickelt wie erhofft – aber die Branche wachse. So werde man weitere VR-Headsets herausbringen und sie auf die Bedürfnisse verschiedener Nutzergruppen zuschneiden.

Die Priorität liegt laut Berichten nun auf dem Projekt Orion: Das sind leichte Computer-Brillen, die die physische Welt mit digitalen Inhalten ergänzen, anstatt die User komplett von der Aussenwelt zu isolieren. Man bezeichnet dies als Augmented Reality (AR), also eine digitale Erweiterung der physischen Realität.

Der US-Konzern hatte bereits mehrere hauseigene VR-Studios geschlossen und die Version der Horizon-Plattform zur beruflichen Nutzung geschlossen.

Kritische Beobachter erklären, VR-Headsets seien nach wie vor zu klobig und die Akkulaufzeit sei zu kurz. Zudem leiden manche User unter «Motion Sickness», einer Art Reisekrankheit: Die Computerbrillen können unangenehme körperliche Reaktion auslösen, die durch widersprüchliche Signale an das Gehirn entstehen.

Während Meta mit der Quest 3S über den Preis versuchte, den Markt zu retten, wurde die Quest 4 wegen Umstrukturierungen bereits auf 2027 verschoben.

Quellen

  • Nachrichtenagenturen SDA/DPA

(dsc)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
AR, VR, Mixed Reality und Metaverse – die Begriffe erklärt
1 / 17
AR, VR, Mixed Reality und Metaverse – die Begriffe erklärt
Beginnen wir zunächst mit der virtuellen Realität. Virtual Reality (VR) meint eine vollständig künstliche Welt, die keine Elemente der realen Welt einbezieht. Durch spezielle Hardware taucht man in sie ein ...
quelle: keystone / kamran jebreili
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Ehemalige Facebook-Mitarbeiterin enthüllt Geheimnisse
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
12 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
12
iPhone 17e im Test: Wer zugreifen könnte – und wer nicht
Das iPhone 17e ist da. Mit MagSafe-Unterstützung und neuem Chip ist es ein sinnvolles Upgrade im Vergleich zu Apples bisherigem Budget-Smartphone – mit einem grossen Aber.
Im vergangenen Jahr hatte Apple mit dem iPhone 16e ein vollständig überarbeitetes Einsteiger-Handy auf den Markt gebracht und sich damit vom Vorgänger iPhone SE verabschiedet. Der Home-Button verschwand, das Display wurde grösser und das Gehäuse erinnerte an die grossen Modelle iPhone 16 und 16 Pro.
Zur Story