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Malaysias Ministerpräsident Najib Razak verkündet das Ergebnis der Untersuchung. Bild: X90125

Satellit und Doppler-Effekt

Mit dieser bahnbrechenden Methode wurde das Absturzgebiet von MH370 lokalisiert

Seit Montag steht fest: Flug MH370 ist vor der Küste Westaustraliens ins Meer gestürzt. Wieso aber sind sich die Ermittler so sicher? Ein Satellit machte es möglich.



Der Regierungschef überbrachte die traurige Botschaft persönlich: «Mit Bedauern und tiefer Betroffenheit muss ich Sie informieren, dass Flug MH370 über dem südlichen Indischen Ozean geendet hat», verkündete der malaysische Ministerpräsident Najib Razak am Montagabend in Kuala Lumpur.

16 Tage nach dem Verschwinden der Boeing 777 der Malaysia Airlines stand fest: Die Maschine stürzte westlich von Australien ins Meer, von den 239 Menschen an Bord dürfte niemand überlebt haben. Wie aber konnte sich Razak so sicher sein? Tagelang hatte zuvor Ungewissheit über das Schicksal des Passagierflugzeugs geherrscht, die wildesten Gerüchte kursierten im Internet.

Den Durchbruch brachte die Wissenschaft, genauer eine Auswertung der Daten von Inmarsat. Das britische Unternehmen betreibt einen Mobilfunkdienst über Satellliten. Gegründet wurde es ursprünglich, um eine sichere Kommunikation für die Hochseeschifffahrt zu ermöglichen.

Noch nie angewendet

Heute ist Inmarsat auch für den Luftverkehr von Bedeutung. Bereits kurz nach dem Verschwinden von Flug MH370 am 8. März wurde bekannt, dass ein Satellit des Unternehmens so genannte Ping-Signale registriert hatte, und zwar noch Stunden nachdem die Kommunikationssysteme an Bord der Maschine ausgefallen waren. Pings werden einmal pro Stunde gesendet, sie dienen normalerweise zur Synchronisation der Zeitmessung.

Inmarsat-Vizepräsident Chris McLaughlin erklärt die Suchmethode. Video: YouTube/The Telegraph

Im Fall der 777 führten sie zur Überzeugung, dass die Maschine noch bis sieben Stunden in der Luft war und in einem nördlichen oder südlichen Korridor geflogen sein muss. Um den Verbleib des Jets genauer bestimmen zu können, bedienten sich die Inmarsat-Ingenieure einer Methode, die «noch nie zuvor angewendet wurde», wie Vizepräsident Chris McLaughlin dem «Telegraph» erklärte. Gegenüber CNN bezeichnete er sie gar als «bahnbrechend».

Definitiv die Südroute

Des Rätsels Lösung basiert auf dem Doppler-Effekt. Er bezeichnet die Tatsache, dass ein Signal je nach Abstand zwischen Sender und Empfänger eine unterschiedliche Wellenlänge hat. Im Alltag zeigt sich dieses Phänomen etwa daran, dass sich beim Vorbeifahren einer Ambulanz das Geräusch der Sirene verändert. Mit diesen Informationen lässt sich der Abstand zwischen Geräuschquelle und Empfänger messen.

Im Fall von MH370 ermittelten die Ingenieure, dass die Boeing nicht auf der Nordroute geflogen sein konnte. Dies galt von Beginn an als unwahrscheinlich, da sie über Land führt, durch eine Region mit vielen Radaranlagen. Selbst im Tiefflug wäre die Maschine wohl unweigerlich entdeckt worden. Am Sonntag konnte Inmarsat definitiv verkünden, «dass das Flugzeug zweifellos die Südroute genommen hatte», so Inmarsat-Vize McLaughlin gegenüber dem «Telegraph».

Genauer Ort nicht lokalisierbar

Ausgehend von letzten Ping und einer wahrscheinlichen Fluggeschwindigkeit von 450 Knoten (rund 830 km/h) wurde ein Gebiet westlich der australischen Stadt Perth ermittelt, in dem Flug MH370 abgestürzt sein muss. Der genaue Ort jedoch lässt sich mit diesen Daten nicht lokalisieren. Es bleibt nur die aufwändige Suche nach der Blackbox. Und ohne diese bleibt es ein Rätsel, wie das Flugzeug weit weg vom ursprünglichen Ziel Peking ins Meer stürzen konnte.

Alles zur MH370 hier

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