Fehde um Wasserstelle im Tschad fordert 42 Tote
Beim Streit um eine Wasserstelle im Osten des Tschad sind 42 Menschen getötet und zehn weitere schwer verletzt worden.
Eine Auseinandersetzung zwischen zwei Familien um den Brunnen in der Provinz Wadi Fira habe sich zu einem Kreislauf gegenseitiger Vergeltungsmassnahmen hochgeschaukelt, sagte der Vize-Premier des Landes, Limane Mahamat. Mahamat reiste mit einer hochrangigen Delegation an, um nach der Gewalt am Samstag zu vermitteln und einer weiteren Eskalation vorzubeugen.
Der Tschad in Zentralafrika, selbst ein bitterarmes Land, hat rund eine Million Flüchtlinge aus dem östlichen Nachbarland Sudan aufgenommen, wo seit drei Jahren Krieg herrscht. Mahamat warnte vor einer Ausweitung des Konflikts aus dem Sudan auf die Grenzregionen im Tschad. Beobachtern zufolge waren bei der Auseinandersetzung bewaffnete Tschader beteiligt, die nach der Beteiligung an Kämpfen im Sudan zurückgekehrt waren.
Tödliche Auseinandersetzungen um Ressourcen wie den Zugang zu Wasser und Weideland kommen auch im Rest des Landes immer wieder vor. Der Vielvölkerstaat mit rund 21 Millionen Einwohnern, der bis 1960 französische Kolonie war, wird von einer kleinen mächtigen Elite um Präsident und General Mahamat Idriss Déby Itno aus der kleinen Volksgruppe der Zaghawa regiert, die aus dem Grenzgebiet zum Sudan stammen. (sda/dpa)
