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epa05425246 French Minister of the Interior Bernard Cazeneuve (C) delivers statements at a conference after a truck crashed into the crowd during the Bastille Day celebrations in Nice, France, 14 July 2016. According to reports, at least 80 people died and many were wounded after a truck drove into the crowd on the famous Promenade des Anglais during celebrations of Bastille Day. Anti-terrorism police took over the investigation in the incident, media added.  EPA/OLIVIER ANRIGO

Mehrere Vorfälle rund um die Nizza-Berichterstattung werfen ein Schlaglicht auf Praktiken von Medienschaffenden. Im Bild: Frankreichs Innenminister Cazeneuve wird von Journalisten belagert.
Bild: OLIVIER ANRIGO/EPA/KEYSTONE

Französischer TV-Sender interviewt Mann neben toter Ehefrau – jetzt gibt's mächtig Medien-Schelte



Die Berichterstattung mehrerer französischer Medien über den Anschlag in Nizza ist auf Kritik gestossen. Der öffentlich-rechtliche Fernsehsender France Télevisions entschuldigte sich am Freitag dafür, in der Nacht ein Interview mit einem Mann neben seiner toten Ehefrau gesendet zu haben.

Der Ausschnitt sei «aus Versehen» gesendet worden und der «klassischen Validierungskette» entgangen, sagte Redaktionsleiter Alexandre Kara der Nachrichtenagentur AFP.

Der Privatsender TF1 verbreitete seinerseits ein Gerücht über eine Geiselnahme in einem Restaurant in Nizza, das später vom Innenministerium dementiert wurde. Auch watson wies im Live-Ticker unter Berufung auf den TV-Sender auf die Gerüchte rund um eine Geiselnahme hin. Zahlreiche Zuschauer beschwerten sich über die Berichterstattung. Der Medienaufsichtsrat CSA rief alle audiovisuellen Medien auf «zur Vorsicht und zur Zurückhaltung, zum Schutz der Menschenwürde und des Schmerzes» der Betroffenen.

Nizza am Tag nach dem Anschlag

Im Internet wurden unterdessen zahlreiche Fotos und Videos der Opfer veröffentlicht. Insbesondere wurde ein Video der tödlichen Fahrt des Lastwagens auf Facebook gepostet, das anschliessend von diversen ausländischen Medien aufgegriffen wurde.

Die Polizei von Nizza rief auf Twitter dazu auf, «aus Respekt für die Opfer und ihre Familien» keine Fotos und Videos vom Tatort zu verbreiten.

Medien waren im Januar verwarnt worden

Auch nach den islamistischen Anschlägen vom 13. November in Paris, bei denen 130 Menschen getötet wurden, hatte die Polizei aufgerufen, keine Bilder der Opfer zu veröffentlichen. Nach den islamistischen Anschlägen vom Januar in Paris waren 16 Medien vom CSA verwarnt worden, insbesondere weil sie durch ihre Berichterstattung das Leben von Geiseln in Gefahr gebracht hatten.

«Nacht des Terrors» – das schreiben die Zeitungen über den Anschlag in Nizza

Am Donnerstagabend war ein 31-jähriger Attentäter mit einem Lastwagen in eine Menschenmenge gerast, die auf dem Strandboulevard Promenade des Anglais versammelt war, um das Feuerwerk zum französischen Nationalfeiertag anzuschauen. Bei dem Attentat wurden mindestens 84 Menschen getötet, der aus Tunesien stammende Attentäter wurde bei einem Schusswechsel mit der Polizei erschossen. (tat/sda/afp)

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