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Brasilien liefert Folterknecht der Militärdiktatur nach Argentinien aus



Brasilien hat einen mutmasslichen Folterknecht der Militärdiktatur nach Argentinien ausgeliefert. Gonzalo Sánchez wurde den Behörden am Donnerstag am Grenzübergang Puerto Iguazú überstellt, teilte das argentinische Aussenministerium gleichentags mit.

Dies geschah, nachdem er vor wenigen Tagen in Brasilien festgenommen worden war. In Argentinien muss er sich nun wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantworten.

Argentina soccer fans wave flags as they wait for the arrival of Argentina's team to the airport in Buenos Aires, Argentina, Monday, July 14, 2014. Fans came out to welcome home Argentina's team that was defeated 1-0 by Germany at the the Brazil World Cup final match on Sunday. (AP Photo/Ivan Fernandez)

In Argentinien herrschte von 1976–1983 eine Militärdiktatur. Bild: AP/AP

Sánchez gehörte während der Militärdiktatur (1976–1983) zu einem Greiftrupp der Marine. Unter anderem soll er an der Entführung und Ermordung des oppositionellen Journalisten Rodolfo Walsh beteiligt gewesen sein. Ausserdem wird ihm vorgeworfen, in der Mechanikschule der Marine (ESMA) in Buenos Aires, dem grössten Geheimgefängnis der Militärdiktatur, Regimegegner gefoltert zu haben.

Während der Herrschaft der Militärs wurden in Argentinien zahlreiche Studenten, Gewerkschafter und linke Aktivisten verschleppt und getötet. Nach Einschätzung von Menschenrechtsorganisationen verschwanden rund 30'000 Menschen zur Zeit der Militärdiktatur. Viele Opfer wurden betäubt und von Flugzeugen aus in den Río de la Plata geworfen. Allein in der Mechanikschule der Marine wurden mehr als 4000 Menschen getötet. (sda/dpa)

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