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epa07591467 British Prime Minister Theresa May leaves 10 Downing Street to attend Prime Minister's Questions (PMQs) in the central London, Britain, 22 May 2019. Theresa May in a speech on 22 May 2019 stated that she is considering tighter customs ties with the European Union to try to win over Labour lawmakers for her Brexit deal , but the strategy risks angering Brexiteers in her government.  EPA/WILL OLIVER

Theresa May: Es könnten ihre letzten Tage als Premierministerin sein. Bild: EPA/EPA

«Ich fordere Sie auf, die richtige Entscheidung zu treffen» – Tritt May zurück?



Der Tag der britischen Europawahl könnte zu einem Schicksalstag für Premierministerin Theresa May werden. Immer mehr Gefolgsleute gehen ihr von Bord. Die Pläne für ihren Abgang werden konkreter.

Nach einem Tag politischer Nackenschläge kämpft May um ihr politisches Überleben und Vermächtnis. Am Mittwochabend hatte die britische Premierministerin mit dem Rücktritt der Ministerin für Parlamentsfragen eine wichtige Mitstreiterin verloren. An diesem Donnerstag muss sie bangen, ob weitere Minister ihren Hut nehmen und die Briten ihre Tory-Partei bei der Europawahl abstrafen.

epa07592873 (FILE) - Britain's Leader of the House of Commons, Lord President of the Council, Andrea Leadsom arrives for a Cabinet meeting in Downing Street, London, Britain, 21 May 2019 (reissued on 22 May 2019). Media reports on 22 May 2019 that Andrea Leadsom has quit the cabinet, saying she no longer believes the government's approach will deliver Brexit, adding that she has always maintained that a second referendum would be dangerously divisive and not in support of the government willingly facilitating a concession.  EPA/VICKIE FLORES

Andrea Leadsom, die Ministerin für Parlamentsfragen, trat am Mittwoch aus Protest zurück. Bild: EPA/EPA

Am Freitag trifft May dann den Leiter des 1922-Ausschusses ihrer Konservativen Partei, Graham Brady. Der Ausschuss regelt die Wahl und Abwahl des Parteichefs. May soll nach Medienberichten dann verbindlich erklären, wann sie zurücktritt. Ansonsten soll ihr ein parteiinternes Misstrauensvotum und damit praktisch ein Rauswurf drohen.

Am Mittwochabend hatte der 1922-Ausschuss sich laut britischen Medien noch nicht zu einer Regeländerung durchgerungen, die Mays schnelle Abwahl ermöglicht hätte. Würde May als Parteichefin gestürzt, müsste sie nach britischer Tradition auch ihr Regierungsamt aufgeben. Bislang kann ein Misstrauensvotum in der Partei nur einmal in zwölf Monaten stattfinden - und der jüngste Versuch war erst im Dezember 2018 gescheitert.

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Der 1922-Ausschuss entstand aus einer Initiative von Abgeordneten aus dem Jahr 1922, die damit die innerparteiliche Zusammenarbeit verbessern wollten. Die eigentliche Gründung war aber erst 1923.

Mit einer Kampfrede warb May am Mittwoch im Parlament für ihre jüngsten Pläne für den EU-Austritt. Sie stellte dabei sogar eine Abstimmung über ein Referendum über ihr Austrittsabkommen in Aussicht.

Nur ablehnende Reaktionen

Doch die Reaktionen waren verheerend. Forderungen nach ihrem Rücktritt wurden lauter. Am Ende trat sogar ihre Ministerin für Parlamentsfragen, Andrea Leadsom, aus Protest gegen ihre Pläne zurück.

Ihren neuen Gesetzesentwurf will May am Freitag veröffentlichen. Allerdings ist sie bereits drei Mal mit ihrem Brexit-Deal im Parlament gescheitert. Und auch diesmal stehen die Zeichen schlecht.

Leadsom erklärte in ihrem Rücktrittsschreiben, sie glaube nicht, dass der Ansatz der Regierung den Wählerwillen aus dem Brexit-Referendum von 2016 erfülle. Die Gesetzesinitiativen zum EU-Austritt seien vom Kabinett weder vernünftig geprüft noch gebilligt worden. Indirekt rief sie May zum Rücktritt auf. «Ich fordere Sie jetzt auf, die richtigen Entscheidungen im Interesse des Landes zu treffen.»

Leadsom nahm als «Leader of the House of Commons» eine zentrale Rolle im Kabinett der Premierministerin Theresa May im Konflikt mit dem Parlament ein. Die Brexit-Befürworterin war nach dem Votum der Briten für den EU-Austritt 2016 und dem Rücktritt von David Cameron als Regierungschef zunächst gegen May angetreten, hatte sich dann aber aus dem Rennen zurückgezogen. Es galt nicht als ausgeschlossen, dass noch weitere Kabinettsmitglieder ihren Hut nehmen. (sda/dpa)

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