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An der Strandpromenande in Tel Aviv war am Sonntag nach den ersten Lockerungen wieder mehr los.
An der Strandpromenande in Tel Aviv war am Sonntag nach den ersten Lockerungen wieder mehr los.Bild: keystone

So sehr wirkt die Impfung in Israel und so viel weniger schlimme Verläufe gibt es

Die Welt blickt nach Israel. Das hohe Impftempo dort lässt das Land eine klare Führungsposition übernehmen, was die Impfung bewirken kann. Das neuste Update verspricht einmal mehr Hoffnung.
08.02.2021, 14:2709.03.2021, 10:16
Reto Fehr
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Letzte Woche gab es die ersten guten Neuigkeiten aus Israel zur Wirkung der Impfung. Die Wissenschaftler um Eran Segal vom Weizmann Institute berichteten in der Alterskategorie der Ü60-Jährigen im Vergleich mit 14 Tagen zuvor von 35 Prozent weniger Fällen, 30 Prozent weniger Hospitalisationen und 20 Prozent weniger schweren Verläufen. Sie sprachen noch vorsichtig von ersten Resultaten, deren Trend sich erst bestätigen müsse.

Diese Woche haben Segal und Co. erneut gute Nachrichten, dieses Mal mit dem Vergleich zu vor drei Wochen. So gab es jetzt in der gleichen Altersgruppe 50 Prozent weniger Neuinfektionen, 36 Prozent weniger Hospitalisationen und 29 Prozent weniger schwere Verläufe:

Der Trend zeigt also in eine erfreuliche Richtung. Die Wissenschaftler veröffentlichten einen aktualisierten Preprint ihrer Studie zum Corona-Verlauf in Israel nach dem Impfstart.

>> Coronavirus: Alle News im Liveticker

Schauen wir uns das etwas genauer an. Bei den Über-60-Jährigen erhielten in Israel mit Stand 8. Februar (8 Uhr) 80 Prozent die zweite Impfdosis, fast 90 Prozent zumindest die erste:

Insbesondere die Abnahme bei den Ü60-Jährigen ist eindrücklich. In der Alterskategorie bis 59 Jahre lässt der Effekt noch auf sich warten.

Die Fallzahlen haben sich auf hohem Niveau stabilisiert, bei Hospitalisationen und schweren Verläufen gab es gar eine Zunahme der Fälle. Wie sich dies weiter entwickelt, bleibt abzuwarten. Rund ein Drittel der Gesamtbevölkerung erhielt mittlerweile in Israel die zweite Impfung, die jüngere Bevölkerungsgruppe wird in den nächsten Tagen weiter aufholen.

Entwicklung der Fallzahlen und Hospitalisationen in Israel

A) Neuinfektionen, B) Hospitalisationen, C) Hospitalisationen mit mittleren oder schweren Verläufen, D) Hospitalisationen mit schweren Verläufen.
A) Neuinfektionen, B) Hospitalisationen, C) Hospitalisationen mit mittleren oder schweren Verläufen, D) Hospitalisationen mit schweren Verläufen.Bild: twitter/eran segal

Interessant ist auch der Vergleich zwischen dem 2. Lockdown im Oktober und dem 3. Lockdown aktuell. Hier zeigt sich bei den Ü60-Jährigen eine massive Abnahme der Fälle. Während die Fallzahlen sich in dieser Altergruppe noch im Herbst trotz Lockdown nach oben entwickelten, stürzen sie seit kurz nach Verabreichung der 2. Impfdosis stark ab.

Vergleich zwischen dem 2. und 3. Lockdown

A) Neuinfektionen, B) Hospitalisationen, C) Hospitalisationen mit mittleren oder schweren Verläufen, D) Hospitalisationen mit schweren Verläufen. ACHTUNG: X-Achse geht nicht bis 0, was die Linien steiler erscheinen lässt.
A) Neuinfektionen, B) Hospitalisationen, C) Hospitalisationen mit mittleren oder schweren Verläufen, D) Hospitalisationen mit schweren Verläufen. ACHTUNG: X-Achse geht nicht bis 0, was die Linien steiler erscheinen lässt.Bild: twitter/eran segal

Die Fallzahlen gehen in Israel zwar zurück, allerdings befinden sie sich weiterhin auf hohem Niveau.

Wie die Entwicklung weiter geht, bleibt spannend zu beobachten. Zum einen wird weiterhin geimpft, zum anderen wurden am Sonntag erste Lockerungen beim Lockdown (seit 8. Januar) erlaubt.

So wurde das Verbot aufgehoben, sich weiter als einen Kilometer von seiner Wohnung zu entfernen. Auch Beschäftigte, die keinen Kundenkontakt haben, dürfen zurück zur Arbeit. Dass die Zahlen trotz hartem Lockdown nicht weiter nach unten kamen, liege gemäss den Verantwortlichen an den Virus-Mutationen. Auch aufgrund der vielen durchgeführten (doppelten) Impfungen wurden die ersten Schritte aus dem Lockdown gewagt.

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Herr Impfexperte, was wird uns da eigentlich gespritzt?

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39 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Julien Marchand
08.02.2021 14:45registriert März 2014
Wir müssen kollektiv umdenken. Wenn viele Leute geimpft sind, müssen wir uns von den Fallzahlen lösen. Weil ein Corona-Nachweis teilweise auch mit Impfungen möglich ist. Viel wichtiger ist die Frage nach Hospitation und Todesfälle. Ich hoffe, das gelingt uns (auch den Medien).
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Gipfeligeist
08.02.2021 14:37registriert Januar 2016
Wenn ein Land so entschlossen und geordnet den Kampf gegen Corona gewinnt, dann kann ich nur den Hut ziehen! Auch wenn ich aussenpolitisch Israel nicht gutheisse, so gönne ich ihnen den Impf-Erfolg.
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landre
08.02.2021 15:26registriert Juni 2019
(Als deklarierter Impffreund so oder so) Ohne auch nur ansatzweise den Sinn und Zweck, folglich die hilfreiche Wirksamkeit des Impfens in Frage zu stellen, sondern eben nur als generischer Input um die kritische Komplexität aufzuweisen:
Solch sinkende Kurven/ Zahlen erreichen auch wir seit Wochen mit sogar noch weniger harten Massnahmen als in Israel (wo ansteckendere Mutationen anscheinend nicht dominant sind).
Ein pauschalisierendes Fazit dass in Israel dieser Trend nun hauptsächlich wegen des Impfen erreicht ist, bleibt daher weiterhin eine offene Frage.
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