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epa05623720 US Republican presidential nominee Donald Trump (C) waves next to running mate Mike Pence (L) as he delivers a speech on stage at Donald Trump's 2016 US presidential Election Night event as votes continue to be counted at the New York Hilton Midtown in New York, New York, USA, 08 November 2016.  EPA/SHAWN THEW

Trump lässt sich am Wahlabend feiern. In Wirklichkeit soll ihn sein Sieg schockiert haben. Bild: EPA/EPA

Melania weinte, Murdoch fluchte: Neues Buch enthüllt den Wahnsinn bei der Trump-Wahl

Ein Enthüllungsbuch sorgt für Zoff zwischen Donald Trump und seinem Ex-Kumpel Steve Bannon. Daneben wartet es mit weiteren pikanten Details auf. Allerdings gibt es auch Zweifel an der Seriosität des Autors.



Am Abend des 8. November 2016 zeichnete sich ab, was kaum jemand für möglich gehalten hatte: Donald J. Trump würde die Präsidentschaftswahl in den USA gewinnen. Wie aber reagierte der Kandidat selbst? Als er seinen wahrscheinlichen Sieg realisierte, habe Trump «ausgesehen, als ob er ein Gespenst gesehen hatte», soll sein Sohn Donald junior einem Freund erzählt haben.

So steht es in einem explosiven Buch, das schon Tage vor seiner offiziellen Veröffentlichung viel Staub aufwirbelt: «Fire and Fury» (Feuer und Zorn), verfasst vom US-Journalisten Michael Wolff, beschreibt die ersten Monate der Trump-Präsidentschaft. Eine solche hätte es gemäss einem Vorabdruck, den das New York Magazine veröffentlichte, gar nie geben sollen.

«Donald Trump wollte nicht Präsident werden», lautet die Kernbotschaft von Wolffs Buch: Sein Plan sei gewesen, die Wahl zu verlieren und aus der Niederlage möglichst viel Kapital zu schlagen, nach dem Motto «Verlieren ist gewinnen». Entsprechend ungläubig und schockiert habe Trump auf den unerwünschten Sieg reagiert. Ehefrau Melania habe geweint, «aber nicht vor Freude».

Ein «fucking idiot»

Die These der «geplanten» Niederlage ist nicht neu. Seit Donald Trump im Sommer 2015 seine Kandidatur angekündigt und gleich in seiner ersten Ansprache gegen mexikanische Einwanderer gehetzt hatte, verfolgte ihn die Vermutung, er meine es nicht ernst, sondern wolle in erster Linie eine Show abziehen. Niemals habe er erwartet, dass sie ihn ins Weisse Haus befördern werde.

Sein gigantisches Ego allerdings brachte ihn schnell dazu, den Sieg mehr als nur zu akzeptieren. Er sei überzeugt gewesen, dass er es verdiene, Präsident zu sein, «und dass er dazu vollkommen fähig sei». Michael Wolffs Buch bemüht sich nach Kräften, diese Selbsteinschätzung zu widerlegen. Trump wird als inkompetent und ignorant geschildert, also als völlig überfordert.

Rupert Murdoch soll den Präsidenten nach einem Telefongespräch als «fucking idiot» bezeichnet haben. Der australische Medienmogul dürfte eine der wichtigsten Quellen von Michael Wolff gewesen sein. Der Journalist war früher ein Hofschreiber und Biograph von Murdoch. Ihm dürfte er auch den privilegierten Zugang zum Weissen Haus zu verdanken haben, dessen sich Wolff brüstet. Laut «New York Magazine» besass er «eine Art halb-ständigen Sitz auf einer Couch im West Wing».

Trumps erster Auftritt in Bildern

Aus mehr als 200 Interviews destillierte er sein Buch, das mit weiteren knackigen Enthüllungen aufwartet. So habe der inzwischen verstorbene Fox-News-Gründer Roger Ailes Trump gesagt, er brauche «einen Hurensohn als Stabschef, der Washington kennt». Der Stabschef ist die wichtigste Person im Weissen Haus, sie kontrolliert die Agenda des Präsidenten. Ailes schlug John Boehner vor, den früheren Vorsitzenden des Repräsentantenhauses. Worauf Trump fragte: «Wer ist das?»

Präsidentin Ivanka?

Seine Vereidigung habe Trump nicht genossen. Er sei wütend gewesen, dass die Topstars ihn abblitzen liessen. Mit seiner Frau habe er sich öffentlich gestritten. Zur Schlüsselfigur in dieser Phase wurde Chefstratege Steve Bannon, der seine Agenda durchsetzen konnte, weil «niemand in der Regierung wirklich einen Job hatte». Inzwischen liefern sich Bannon und Trump einen offenen Krieg – auch das eine Folge von Michael Wolffs Enthüllungsbuch.

Tochter Ivanka Trump und Schwiegersohn Jared Kushner bekommen ebenfalls ihr Fett weg. Die beiden hätten ihre Jobs im Weissen Haus nur angenommen, damit sie ihre eigenen Karrierepläne vorantreiben konnten. Mit dem Fernziel, dass Ivanka selber für die Präsidentschaft kandidieren sollte. Zu ihrem Vater halte sie Distanz. Sie mache sich sogar über seine bizarre Frisur lustig.

Angst vor Vergiftung

Der Präsident selber soll sich im Weissen Haus weit weniger wohl fühlen als im Trump Tower in New York. Am liebsten verkrieche er sich in sein Schlafzimmer, in dem er nicht weniger als drei Fernseher einrichten liess. Das Personal dürfe nichts anfassen, vor allem nicht seine Zahnbürste. Trump fürchte sich seit langem vor einer Vergiftung, einer der Gründe, weshalb er bei McDonald's esse. Niemand wisse, wann er komme, und das Essen sei vorgefertigt.

Video: watson

Im Schlafzimmer – die Trumps sind das erste Präsidentenpaar seit den Kennedys, das in separaten Räumen nächtigt – schaue er fern und telefoniere mit einer kleinen Gruppe von Freunden, denen er sein Leid klage. Michael Wolff mutmasst, dass die unzähligen Lecks aus dem Weissen Haus teilweise auf Trump selber zurückgehen. Oft telefoniere er mit Leuten, die seine Aussagen direkt an die Medien durchsickern liessen, schreibt der Autor.

«Vollkommen unwahr»

Seine Beschreibung der chaotischen Trump-Präsidentschaft liest sich süffig. Offen bleibt die Frage nach dem Wahrheitsgehalt. Präsidentensprecherin Sarah Huckabee Sanders sagte am Montag, vieles im Buch sei «vollkommen unwahr». Mit dem Präsidenten sei Wolff nie richtig zusammen gesessen. Die beiden hätten «fünf bis sieben Minuten miteinander gesprochen».

Kritiker behaupten, Michael Wolff habe es schon in früheren Büchern mit der Wahrheit nicht sonderlich genau genommen und Szenen «nicht nachgestellt, sondern gestellt», so die Chicago Tribune. Sie bezweifelt etwa, dass Donald Trump den früheren Speaker John Boehner nicht gekannt habe. Seit 2011 habe er im Gegenteil mehrfach über Boehner getwittert.

Einige der in «Fire and Fury» zitierten Personen haben sich von den Aussagen distanziert, die der Autor ihnen in den Mund legt. Dem Erfolg des Buches wird das kaum schaden. Schon vor der offiziellen Veröffentlichung am 9. Januar liegt es bei Amazon auf Platz 1.

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53 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
Bruno S.1988
04.01.2018 14:26registriert July 2016
Seine Geschichte topt House of Cards bei weitem!
Hoffentlich entsteht in einigen Jahre eine Serie!
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AJACIED
04.01.2018 14:01registriert November 2014
Die Amis haben gewählt was sie verdienen.
Hätte auch nie geglaubt das Mr. Trump President wird. Nach all den Auftritten in seinen Büro Shows, im Wrestling oder Boxen.
Finde es aber sehr amüsant wie sich alle über ihn aufregen😄.
Da haben sie denn Salat sie die immer glaubten sie seien die beste Nation auf der Welt ect.!
Da lache ich mich zu Tode 😂😂😂
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Granini
04.01.2018 16:15registriert December 2015
Beim Durchlesen habe ich Tränen gelacht. Angenommen die Behauptungen seien wahr das Trump nie Präsident werden wollte und die Russen haben wirklich die Wahlen manipuliert, dann wäre die Situation schon sehr komisch.
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