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Frankreich erinnert zu Schulbeginn an ermordeten Lehrer Paty



Mit einer Schweigeminute haben die Schülerinnen und Schüler in Frankreich zum Schulstart nach den Herbstferien des brutal ermordeten Lehrers Samuel Paty gedacht. Ab Montagvormittag um 11 Uhr wurde an den Schulen im Land an den Lehrer erinnert.

French Prime Minister Jean Castex, second left, and Education Minister Jean-Michel Blanquer, second right, observe a minute of silence for slain history teacher Samuel Paty, Monday Nov. 2, 2020 at a school in Conflans-Sainte-Honorine, northwest of Paris. French schools reopened Monday for the first time since the beheading of a teacher who opened a class debate on free speech by showing students caricatures of the prophet of Islam, in mourning and under tight security for a national homage. Samuel Paty was killed on Oct. 16 outside this school by an 18-year-old refugee of Chechen origin to punish him for showing the caricatures published by the satirical newspaper Charlie Hebdo. (Thomas Coex, Pool via AP)

Der Premierminister und der Bildungsminister Frankreichs zu Besuch in einer Grundschule Bild: keystone

Premierminister Jean Castex und Bildungsminister Jean-Michel Blanquer besuchten eine Grundschule in Conflans-Sainte-Honorine. In dem Pariser Vorort hatte Paty an einer anderen Schule gelehrt. Sie sangen mit den Kindern unter anderem die Marseillaise, Frankreichs Nationalhymne. Trotz strenger Ausgangsbeschränkungen im Kampf gegen Corona hat in Frankreich an diesem Montag die Schule wieder begonnen.

Paty war Mitte Oktober am Freitag vor den Herbstferien den Ermittlern zufolge von einem 18-Jährigen getötet worden, weil er in einer Unterrichtsstunde zur Meinungsfreiheit Karikaturen des Propheten Mohammed gezeigt hatte. Seine Leiche war enthauptet aufgefunden worden.

Die Tat hatte in Frankreich riesiges Entsetzen ausgelöst, die Ermittler gehen von einem Terrorakt aus. Keine zwei Wochen später starben bei einer Messerattacke in einer Kirche drei Menschen in Nizza, auch hier geht die Staatsanwaltschaft von einem islamistischen Anschlag aus.

Polizisten stehen nach einer Messerattacke in der Nähe der Kirche Notre-Dame Wache. Bei der Messerattacke hat es mindestens drei Tote und mehrere Verletzte gegeben. Die Pariser Anti-Terror-Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen. Frankreich hat die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen. Foto: Eric Gaillard/Pool Reuters/AP/dpa

Grösseres Sicherheitsaufgebot vor Kirchen und Schulen Bild: sda

Die französische Regierung hat daher den Schutz von Schulen oder Gotteshäusern verstärkt. Dazu werden auch Soldaten der inländischen Anti-Terrormission «Sentinelle» eingesetzt. Es gebe zwar keine gezielte Bedrohung gegen Schulen, sagte Innenminister Gérald Darmanin dem Sender BFM TV. Aber es gebe eine allgemeine terroristische Bedrohung. «Wir hatten drei Terroranschläge in einem Monat, es war eine Abfolge, die wir seit 2015 nicht mehr erlebt hatten», sagte Darmanin.

Präsident Emmanuel Macron wandte sich zu Schulbeginn in den sozialen Netzwerken an die Schülerinnen und Schüler. «Wir sind alle schockiert über das, was passiert ist. Sprecht untereinander darüber. Sprecht mit euren Lehrern darüber», schrieb er unter anderem bei Facebook. Franzose in der Schule der Republik zu sein bedeute, zu lernen, frei zu sein und sich zu entfalten. «Wir sind in Frankreich! Wir werden zusammenhalten.» (saw/sda/dpa)

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