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Fünf holländische Surfer sterben in der Nordsee



epa08415734 General view of rescue workers at the Noordelijk Havenhoofd (northern pier) in Scheveningen, Netherlands, 11 May 2020, where two surfers have died. A large-scale rescue mission was underway after a group of six surfers were reported in trouble near the beach in Scheveningen. According to Dutch media reports citing the fire department, the rescue service KNRM found three surfers, of whom two later died.  EPA/SEM VAN DER WAL

Tödlicher Surf-Unfall in Scheveningen Bild: EPA

Der Wind peitscht die Wellen hoch an der Kade vom Hafen von Scheveningen in den Niederlanden. Für fünf holländische Surfer endet das Kräftemessen mit Wellen und Wind tödlich.

Nach stundenlanger Suche bargen Rettungskräfte am Dienstag den vierten Toten aus der Nordsee. Die Leiche des fünften Opfers trieb noch in den grauen Wogen der Nordsee.

Der kleine Fischerort Scheveningen bei Den Haag trauert. Bürgermeister Johan Remkes von Den Haag spricht den Angehörigen seine Anteilnahme aus. «Dies ist in erster Linie ein persönliches Drama», schreibt er auf Twitter. «Wir fühlen mit Ihnen mit und stehen an Ihrer Seite.»

Am Strand, so ist auf Fernsehbildern zu sehen, stehen Leute beieinander und schauen entgeistert auf die grossen Einsatzfahrzeuge und die Boote, die noch immer nach dem letzten Opfer suchen. Es sind Spaziergänger, Bewohner und Surfer.

Vor dem Surf-Club The Shore liegen Blumen. Einige der Opfer sollen hier Surf-Lehrer gewesen sein. «Zwei von ihnen waren sogar Rettungsschwimmer», sagt ein junger Mann Reportern. «Das waren echt keine Idioten», sagt ein anderer im Radio. Unter den Opfern sollen Männer und Frauen gewesen sein. Zur Identität sagt die Polizei vorerst nichts.

Am späten Montagnachmittag hatte alles begonnen: Die Surfer hatten mit ihren Bodyboards den Sprung in die Nordsee gewagt. Es blies ein kräftiger Wind, die Wellen waren hoch, bedeckt von einer dicken Lage Schaum - verursacht durch eine Algenart und durch die Meeresturbulenzen nun besonders hoch.

Was aber war geschehen und hatte diese gut trainierten Surfer in Not gebracht? Hatte der Wind plötzlich an Stärke zugenommen? Möglicherweise, so vermuten erfahrene Wassersportler, konnten sich die Surfer durch die dicke Schaumlage auf den Wellen nicht mehr orientieren. Oder sie wurden von einer heftigen Strömung auf die mit schweren Gesteinsbrocken befestigte Kade geworfen. «Wir wissen es noch nicht», sagt der Sprecher der Küstenwache Edwin Granneman im Radio, «das muss noch untersucht werden.»

Einigen Surfern gelingt es noch, aus eigener Kraft den Strand zu erreichen. Die Königliche Niederländische Rettungsgesellschaft wird alarmiert und kann sieben Personen aus dem Wasser retten. Zwei sterben trotz Wiederbelebungsversuchen am Strand. Ein dritter Surfer wird ins Krankenhaus eingeliefert.

Gegen 23 Uhr werden die Rettungsarbeiten abgebrochen. Da werden noch drei Personen vermisst. Gegen 6 Uhr früh am Dienstag geht der Einsatz weiter. Nun aber ist es keine Rettung mehr. «Jetzt ist es wohl eine Bergung», stellt Sprecher Granneman knapp fest. Bittere Realität.

Vier Boote werden eingesetzt und ein Helikopter. Er fliegt so niedrig über dem Wasser, um den Schaum weg zu blasen. So können treibende Leichen besser gesehen werden. Nach und nach gelingt die Bergung. (aeg/sda/dpa)

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