Putins Milliardärsfreund durchquert Hormus-Strasse trotz Blockade
Die 142 Meter lange Jacht «Nord» verliess Dubai am Freitagabend und erreichte am Sonntagmorgen die Hauptstadt des Oman, Maskat. Das zeigen Daten der Plattform Marine Traffic. Die «Nord» ist eines der wenigen privaten Schiffe, das die Strasse von Hormus in den vergangenen Monaten passiert hat. Ob die Jacht eine Genehmigung des Iran für die Durchfahrt hatte, ist nicht bekannt. Die Route entspricht jedoch jener, die Schiffe mit iranischer Erlaubnis nutzen.
Jacht im Wert von über 500 Millionen Dollar
Die «Nord» ist formal nicht auf Mordashov registriert, sondern auf eine Firma, die seiner Frau gehört. Gemäss dem Fachmagazin «Superyacht Times» verfügt das Schiff über einen Pool, ein U-Boot und einen Helipad. Der Schätzwert beläuft sich auf über 500 Millionen Dollar. Mordashov, der sein Vermögen hauptsächlich mit dem Stahlkonzern Severstal aufgebaut hat, gilt mit einem geschätzten Nettovermögen von rund 37 Milliarden Dollar als reichster Russe in der Forbes-Liste. Seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine 2022 steht er auf den Sanktionslisten der USA, der EU und Grossbritanniens.
Blockade seit Ende Februar
Der Iran hat die Strasse von Hormus seit Ende Februar stark eingeschränkt, nachdem die USA und Israel am 28. Februar Angriffe auf iranisches Gebiet begannen. Normalerweise passieren rund ein Fünftel des weltweiten Rohöls und Flüssiggases die Meerenge. Anfang April warnte Teheran, jedes Schiff, das sich der Strasse nähere, werde zum Ziel. Die USA erklärten daraufhin, ihre Streitkräfte würden Schiffe auf dem Weg zu oder von iranischen Häfen abfangen oder zurückweisen. Der Schiffsverkehr durch den Golf liegt derzeit bei einem Bruchteil des Vorkriegsniveaus. Der Ölpreis für die Nordseesorte Brent stieg am Montag auf rund 109 Dollar pro Barrel.
Russland und Iran rücken zusammen
Die Durchfahrt der «Nord» fällt in eine Woche intensiver russisch-iranischer Diplomatie. Am Montag empfing Präsident Wladimir Putin den iranischen Aussenminister Abbas Araghchi in St. Petersburg. Araghchi bezeichnete die Beziehung der beiden Länder als «strategische Partnerschaft» und dankte Russland für dessen Unterstützung. Putin seinerseits erklärte, die iranische Bevölkerung kämpfe «mutig» für ihre Souveränität gegenüber dem amerikanischen und israelischen Druck.
Oligarchenjachten auf der Flucht vor Sanktionen
Die «Nord» ist nicht das erste Mal in den Schlagzeilen. Im März 2022 beschlagnahmten italienische Behörden Mordashows kleinere Jacht «Lady M» im Hafen von Imperia. Die «Nord» selbst entkam damals – Hongkong und die Malediven weigerten sich, das Schiff festzuhalten, obwohl westliche Staaten dazu aufgerufen hatten. Seither haben mehrere russische Oligarchen ihre Jachten in den Nahen Osten und nach Asien verlegt, um sie dem Zugriff westlicher Behörden zu entziehen. (mke)
