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epaselect epa07495342 Israel's Prime Minister Benjamin Netanyahu (R) and his wife Sarah (L) gesture during a victory speech following the election in Tel Aviv, Israel, early 10 April 2019. Television predictions gave both Benjamin Netanyahu's Likud party and Benny Gantz's Blue and White party almost equal amount of Knesset seats in the Israeli general elections. Both candidates have claimed victory.  EPA/JIM HOLLANDER

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu steuert laut Hochrechnungen auf einen Sieg zu. Bild: EPA/EPA

Netanjahu ist laut Hochrechnungen Sieger bei Wahl in Israel



Das rechte Lager um Regierungschef Benjamin Netanjahu hat nach Auszählung fast aller Stimmen bei der Parlamentswahl in Israel einen deutlichen Vorsprung erzielt. Netanjahu steht damit vor seiner fünften Amtszeit.

Netanjahus rechtskonservativer Likud habe 35 von 120 Mandaten erhalten, gleichauf mit dem Oppositionsbündnis von Ex-Militärchef Benny Gantz, Blau Weiss, berichteten israelische Medien nach Auszählung von 97 Prozent der abgegebenen Stimmen. Insgesamt kam das Lager rechter und religiöser Parteien jedoch auf 65 Mandate, das Mitte-Links-Lager dagegen auf 55 Mandate. Daher ist davon auszugehen, dass Netanjahu erneut mit der Regierungsbildung beauftragt wird.

Sowohl Netanjahu als auch sein Herausforderer Gantz hatten noch in der Wahlnacht ihren Sieg erklärt. In seiner Siegesrede sprach der 69-jährige Netanjahu von einem «unvorstellbaren Erfolg».

Der oppositionelle Ex-Militärchef Gantz (59) sprach zuvor von «einem historischen Tag für Israel». Die grösste Partei müsse den Auftrag zur Regierungsbildung bekommen, sagte er. Prognosen hatten sein Bündnis nach Schliessung der Wahllokale noch vorn gesehen. «Wir danken Netanjahu für seine Dienste», sagte Gantz, als ob die Wahl schon entschieden sei.

epa07495388 Israel's Prime Minister Benjamin Netanyahu (R) and his wife Sarah (L) celebrate following the election in Tel Aviv, Israel, early 10 April 2019. Television predictions gave both Benjamin Netanyahu's Likud party and Benny Gantz's Blue and White party almost equal amount of Knesset seats in the Israeli general elections. Both candidates have claimed victory.  EPA/ABIR SULTAN

Lässt sich feiern: Netanjahu am Dienstagabend. Bild: EPA/EPA

Viele Kleinstparteien

Die anderen Parteien erzielten lediglich Mandate im einstelligen Bereich. Die strengreligiösen Parteien Schas und Vereinigtes Tora-Judentum kamen jeweils auf acht Mandate.

Die Arbeitspartei erhielt nur sechs Sitze, genau wie die arabische Partei Hadasch-Taal. Die Partei Die Neue Rechte von Erziehungsminister Naftali Bennett und Justizministerin Ajelet Schaked verpasste vermutlich den Einzug in das Parlament. Die ultrarechte Israel Beitenu von Avigdor Lieberman und die Union rechter Parteien erhalten jeweils fünf Mandate.

Kulanu von Finanzminister Mosche Kachlon erhält vier Mandate, ebenso wie die linke Merez-Partei und die arabische Partei Balad-Vereinigte Arabische Liste.

Gegen grosse Koalition

Rechnerisch möglich wäre nach den Ergebnissen auch eine grosse Koalition von Likud und Blau-Weiss. Allerdings hatten sowohl Netanjahu als auch Gantz im Wahlkampf gesagt, sie würden nicht mit dem jeweils anderen in einer Regierung sitzen wollen.

epa07495266 Benny Gantz, former Israeli army chief of staff and candidate for prime minister of the Blue and White Israeli centrist political party, gestures after giving a speech during a rally with supporters in Tel Aviv, Israel, 09 April 2019.  EPA/ABIR SULTAN

Netanjahus Herausforderer: Benny Gantz. Bild: EPA/EPA

Netanjahu führte zuletzt eine Regierungskoalition mit den rechten und strengreligiösen Parteien an. Die Wahlen waren wegen einer Regierungskrise vorgezogen worden. Ursprünglich waren sie erst für November angesetzt gewesen.

Netanjahu ist seit 2009 durchgängig im Amt und war auch von 1996 bis 1999 Ministerpräsident. Er steht aktuell wegen Korruptionsvorwürfen massiv unter Druck. Israels Generalstaatsanwalt will in drei Fällen wegen Korruption Anklage gegen Netanjahu erheben. Es geht um Bestechlichkeit, Untreue und Betrug. Vor einer endgültigen Entscheidung, ob der Regierungschef wirklich vor Gericht muss, hat aber noch eine Anhörung zu erfolgen. Netanjahu weist alle Vorwürfe zurück.

Präsident muss entscheiden

Präsident Reuven Rivlin wird nach der Wahl den Kandidaten mit den grössten Chancen mit der Bildung einer Regierungskoalition beauftragen. Das neue Parlament soll am 23. April vereidigt werden. Mit einer neuen Regierung wird bis Anfang Juni gerechnet.

US-Präsident Donald Trump will nach der Wahl seinen lange erwarteten Friedensplan zur Lösung des Konflikts zwischen Israelis und Palästinensern präsentieren.

Der Generalsekretär der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), Saeb Erekat, kritisierte das Wahlergebnis. «Israelis haben dafür gestimmt, den Status Quo zu erhalten, was die Besatzung von Palästina angeht», schrieb Erekat auf Twitter. «Prognosen zeigen, dass nur 18 Mitglieder des Parlaments mit 120 Sitzen zwei Staaten in den Grenzen von 1967 unterstützen.» (sda/dpa)

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21 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
«Shippi»
10.04.2019 08:37registriert March 2015
Sh*t.
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Petrum
10.04.2019 08:20registriert March 2016
Ach der Trump im mittleren Osten...
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Bangarang
10.04.2019 07:26registriert February 2019
Die Falken fliegen wieder ...
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21

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