International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Palestinian Foreign Minister Riyad Al-Maliki waves as he arrives holding documents he will submit to the International Criminal Court in The Hague, Netherlands, Thursday, June 25, 2015. The Palestinian foreign minister is visiting the International Criminal Court to hand prosecutors files detailing possible Israeli war crimes in Gaza and settlement construction in the West Bank and East Jerusalem. (AP Photo/Peter Dejong)

Der palästinensische Aussenminister Riad al-Malki trägt die Dokumente für den Strafgerichtshof persönlich nach Den Haag an den Hauptsitz des Gerichts. Bild: Peter Dejong/AP/KEYSTONE

Unterlagen eingereicht: Palästinenser wollen Israel vor den Internationalen Strafgerichtshof zerren



Die palästinensische Autonomiebehörde hat am Donnerstag erste Unterlagen für Ermittlungen gegen Israel wegen mutmasslicher Kriegsverbrechen an den Internationalen Strafgerichtshof (ICC) in Den Haag übergeben.

Der palästinensische Aussenminister Riad al-Malki sagte nach Verlassen des Gerichtsgebäudes, Palästina wolle «Gerechtigkeit, keine Rache». Für die palästinensischen Opfer, Tote wie Lebende, sei das von grosser Bedeutung.

Ein Teil der Unterlagen befasst sich mit dem Vorgehen des israelischen Militärs während des Angriffs auf den Gazastreifen im Sommer des vergangenen Jahres.

Im siebenwöchigen Gazakrieg im Juli und August 2014 waren im Gazastreifen rund 2200 Palästinenser, zumeist Zivilisten, und auf israelischer Seite 67 Soldaten und sechs Zivilisten getötet worden. Hinzu kamen massive Zerstörungen insbesondere von Wohngebieten in dem Palästinensergebiet.

Im zweiten Teil des Dossiers geht es um die israelische Besatzung des Westjordanlands und Ost-Jerusalems. Wie die palästinensische Delegation in Den Haag mitteilte, ist dabei auch die Lage von Palästinensern in israelischen Gefängnissen Thema.

Kritik von US-Regierung

Die US-Regierung nannte das Vorgehen der Palästinenser gegen Israel am Donnerstag «kontraproduktiv». Ausserdem seien die Palästinenser nach Auffassung Washingtons nicht befähigt gewesen, dem ICC beizutreten, sagte der Sprecher des Nationalem Sicherheitsrats, Alistair Baskey.

Die Palästinensische Autonomiebehörde war dem ICC am 1. April ungeachtet israelischer Proteste als Teil einer diplomatischen Offensive beigetreten. Damit kann sie dem Gerichtshof Fälle vorlegen, in denen auf ihrem Territorium Verstösse gegen das Völkerstrafrecht begangen wurden.

Ihre Absicht ist es, Verfahren gegen Verantwortliche in Israel in Gang zu setzen. Die Chefanklägerin des Gerichts, Fatou Bensouda, hatte im Mai erklärt, sie erwäge Ermittlungen wegen Kriegsverbrechen sowohl gegen Israel als auch gegen die Palästinenser. Israel ist nicht Mitglied des Internationalen Strafgerichtshofs.

epa04586178 Prosecutor Fatou Bensouda (C) of Gambia looks up as she waits for the start of the proceedings against Dominic Ongwen, a commander in warlord Joseph Kony's feared Uganda-based Lord's Resistance Army (LRA) rebel militia, at the start of court procedures as he made his first appearance at the International Criminal Court (ICC) in The Hague, The Netherlands, 26 January 2015. He was captured earlier this month by US forces supporting African Union troops in the Central African Republic (CAR). Dominic Ongwen, 34, faces charges of war crimes and crimes against humanity for his role in the LRA's decades-long campaign to disrupt eastern Africa through enslavement, murder, plunder and mutilation.  EPA/PETER DEJONG / POOL

ICC-Chefanklägerin Fatou Bensouda überlegt sich, selbst aktiv zu werden - gegen beide Seiten.  Bild: EPA/AP POOL

Zuständig für schwerste Verbrechen

Die Zuständigkeit des Mitte 2002 gebildeten ICC ist beschränkt auf schwerste Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die seit seiner Gründung begangen wurden. Das Gericht wird nur aktiv, wenn die nationale Gerichtsbarkeit nicht fähig oder willens ist, die Strafverfolgung selbst zu garantieren.

Eine vom UNO-Menschenrechtsrat eingesetzte Untersuchungskommission war in einem am Montag in Genf vorgelegten Bericht zu dem Schluss gekommen, dass Israel und die bewaffneten Palästinensergruppen im Sommer 2014 im Gazastreifen «möglicherweise» Kriegsverbrechen begingen. (trs/sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Palästinenserpräsident kündigt alle Abkommen mit Israel und USA

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat am Dienstag ein Ende aller Vereinbarungen mit Israel und den USA erklärt. Bei einem Treffen der Palästinenserführung in Ramallah sagte Abbas nach Angaben der Nachrichtenagentur Wafa, dies schliesse auch Sicherheitsvereinbarungen ein. Abbas reagierte damit auf Annexionspläne Israels im besetzten Westjordanland. Abbas hatte in der Vergangenheit ähnliche Drohungen geäussert, diese aber bisher nicht umgesetzt.

«Die Palästinensische Befreiungsorganisation und …

Artikel lesen
Link zum Artikel