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Nach Tötung von Palästinas Dschihad-Chef Al Ata gehen in Israel 190 Raketen nieder



Israelische Sicherheitskräfte haben den Militärchef der militanten Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad im Gazastreifen gezielt getötet. Daraufhin feuerten militante Palästinenser am Dienstagmorgen nach Armeeangaben rund 190 Raketen auf Israel ab.

Auch in Tel Aviv heulten mehrmals die Sirenen, auch Explosionen waren zu hören. Dutzende Raketen seien vom Abwehrsystem Iron Dome (Eisenkuppel) abgefangen worden.

Nach Angaben von Sanitätern schwebte ein achtjähriges israelisches Mädchen nach einem Raketenangriff in Lebensgefahr. Sie habe das Bewusstsein verloren, nachdem Warnsirenen in Cholon südlich von Tel Aviv geheult hatten, hiess es in einer Mitteilung. Sanitäter hätten sie wiederbelebt und in ein Krankenhaus gebracht. Sie sei in kritischem Zustand.

Im Laufe des Vormittags schlugen nach Medienberichten auch Raketen direkt in einem Haus und auf einer stark befahrenen Schnellstrasse ein. Ein Haus in Netivot im Süden des Landes sei direkt getroffen und schwer beschädigt worden, berichtete das israelische Fernsehen. Es sei aber niemand verletzt worden.

Der Sender zeigte auch ein Video, auf dem zu sehen war, wie eine Rakete direkt neben fahrenden Autos auf einer Schnellstrasse nahe Gan Javne südlich von Tel Aviv einschlug. Dabei sei ein Mann leicht verletzt worden.

Derselbe Einschlag aus anderer Perspektive

Opfer gab es auf palästinsischer Seite: Das Gesundheitsministerium in Gaza bestätigte, insgesamt seien am Dienstag sieben Palästinenser getötet und rund 40 verletzt worden.

Israel wird nach den Worten von Armeesprecher Jonathan Conricus nicht zu einer Politik der gezielten Tötungen zurückkehren. Dies sei eine Einzelaktion gewesen, um «eine direkte Bedrohung» abzuwenden. Gezielte Tötungen sind umstritten, Kritiker bemängeln beispielsweise, dass damit Rechtsgrenzen verwischt werden, und sie sprechen von einer Verletzung des Völkerrechts.

In Israel blieben Schulen und Büros vom Süden bis zum Zentrum geschlossen. Der Zugverkehr nahe dem Gazastreifen wurde laut Medienberichten teilweise gestoppt. Die Armee verlegte nach eigenen Angaben verstärkt Truppen ins Grenzgebiet. Die beiden Grenzübergänge von Israel in den Gazastreifen blieben bis auf weiteres geschlossen.

Die Armee informierte über die Operation im Gazastreifen unter Beteiligung des Inlandgeheimdienstes Schin Bet in der Nacht zum Dienstag.

Die militante Palästinenserorganisation bestätigte den Tod von Baha Abu Al Ata und seiner Frau. «Israel hat alle roten Linien überschritten», hiess es in einer Stellungnahme.

Nach Angaben von Armeesprecher Conricus hatte sich Abu Al Ata mit «menschlichen Schutzschilden» umgeben. Die Sicherheitskräfte hätten in dieser Nacht die Möglichkeit gesehen, ihn mit einem «chirurgischen Angriff» töten zu können. (aeg/sda)

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