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Niedrigwasser in Venedig: Gondeln liegen im Schlamm

epa10473371 A small boat lies on the bottom of an internal canal during a low tide in Venice, Italy, 17 February 2023. Venice has been struggling for many days with a low tide, which is beginning to c ...
Zu wenig Niederschläge: Manche Schiffe liegen derzeit in Venedig im Schlamm.Bild: keystone

Niedrigwasser in Venedig: Gondeln liegen im Schlamm

18.02.2023, 17:0318.02.2023, 17:03

Venedig, ansonsten von Hochwasser heimgesucht, erlebt derzeit ungewöhnlich tiefe Pegelstände. Der Wasserstand bei Ebbe sank zeitweise um 60 Zentimeter unter den Normalpegel. Auch am Wochenende wird wieder «Acqua bassa» (Niedrigwasser) erwartet.

Auf kleineren Kanälen habe der Verkehr eingestellt werden müssen, zeitweise lagen die Gondeln im Schlamm, hiess es von den Behörden. Experten führen diesen Ausnahmezustand auf eine besondere Wetterlage zurück: Hochdruck über Italien, verbunden mit einer Neumondphase, sowie besondere Windverhältnisse. Ein grosses Hochdruckgebiet über Norditalien bildet derzeit eine Barriere gegen Pertubationen, damit fallen Niederschläge aus.

Seit Wochen regnet es nun schon nicht, einige Flüsse sind derzeit ausgetrocknet. Das für viele traumhafte Frühlingswetter zur Faschingszeit wird immer mehr zum Problem. Der Wind weht meist schwach aus nordwestlicher Richtung, das Meerwasser wird dadurch von Venedig weggedrückt, Touristen im Maskentrubel des Karnevals fotografieren besorgt die ausgetrockneten Kanäle.

epa10473375 An internal canal during a low tide in Venice, Italy, 17 February 2023. Venice has been struggling for many days with a low tide, which is beginning to create serious problems also for nav ...
Ungewöhnlich tiefe Pegelstände in Venedig.Bild: keystone

Wie tief das Wasser gesunken ist, lässt sich gut an den Anlegestellen der «Vaporetti», den typischen Wasserbooten in Venedig, erkennen. Die Stege aus Holz ragen hoch aus dem Wasser, einige Motorboote verschwinden fast darunter.

Normalerweise ist Hochwasser ein Problem der Lagunenstadt. In der Nacht auf den 13. November 2019 wurde Venedig von einer katastrophalen Flutwelle heimgesucht. Das Wasser - angetrieben durch den Schirokko-Wind - stieg damals auf 1.87 Meter über dem Meeresspiegel. Das war der höchste Stand seit einer verheerenden Überschwemmung im Jahr 1966, als 1.94 Meter erreicht wurden.

2021 wurde das Dammsystem MOSE aktiviert, um die Lagunenstadt vor einer Flut zu schützen. Die Flutschutztore stehen an drei Einfahrten zum Hafen der Lagunenstadt und wurden in einem umstrittenen und milliardenschweren Bauprojekt im Meer errichtet. (sda/apa)

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Wo sich normalerweise tausende Touristen drängen, ist jetzt niemand mehr.
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32 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Rikki-Tiki-Tavi
18.02.2023 17:30registriert April 2020
Die Wetterextreme häufen sich, auch wenn es Leute gibt, die nicht müde werden zu wiederholen, dass es das schon immer gab. Da blutet das Herz, zu Venedig hatte ich schon immer eine spezielle Beziehung.
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tr3
18.02.2023 17:26registriert April 2019
Fasching? Schirokko?

Porca miseria…
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Präventionsparadox
18.02.2023 20:01registriert Januar 2021
Bin überrascht, dass diese Kanäle so wenig tief sind...ich dachte wirklich, die seien mind. 2m tief. Wieder was gelernt😎
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