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People-News

«Justins Symptome passen genau in dieses Bild»: Sein Kampf gegen Drogen und Diagnosen

Justin Bieber kämpft mit gesundheitlichen Problemen – schon wieder. Auch in der Vergangenheit sorgten sich Fans um den Sänger. Damals wusste lange niemand, was los ist. Bis er die Welt schliesslich an seinem Leidensweg teilhaben liess.
17.06.2022, 19:16
Charlotte Koep / t-online
Ein Artikel von
t-online

«Das ist eine ziemlich ernste Sache»: Justin Biebers Worte an seine Fans sind beunruhigend. Vor ein paar Tagen musste der Bühnenstar auf ärztliche Anweisung Konzerte seiner «Justice World Tour» absagen. Der Grund: Ihm wurde das Ramsay-Hunt-Syndrom diagnostiziert, dadurch hat der Sänger unter anderem eine gelähmte Gesichtshälfte.

Schlagzeilen um Biebers gesundheitlichen Zustand sind nicht neu. In der Vergangenheit fragte sich die Öffentlichkeit oft, wie es dem heute 28-Jährigen tatsächlich geht. Mittlerweile geht er mit vielen dunklen Phasen in seinem Leben offen um, auch mit seiner Kranken- und Drogenakte. So gewährt er seinen Fans in der 2020 veröffentlichten Dokumentationsreihe «Justin Bieber: Seasons» auf YouTube sehr intime Einblicke. 

Die Sorgen begannen bereits vor ein paar Jahren. Über 100 Shows absolvierte er in den Jahren 2016 bis 2017 während seiner «Purpose World Tour». Doch plötzlich sagte er alle restlichen Auftritte ab. «Wir wissen nur, dass er viel durchmacht», wird in der Doku eine Interviewsequenz mit einer Frau eingeblendet.

Was er alles durchmacht, wird vor allem in der Folge «Die dunkle Zeit» deutlich. Bereits mit rund 13 Jahren fängt er an, Marihuana zu rauchen, merkt irgendwann, dass er ein hohes Suchtrisiko entwickelt. Dann kommen weitere Drogen hinzu: «Es gab eine Zeit, in der ich Lean trank. Ich schmiss Pillen, nahm Molly, Magic Mushrooms, alles Mögliche, das war eine Flucht aus der Wirklichkeit.» Lean ist ein Mischgetränk aus verschreibungspflichtigem Hustensaft.

Bodyguards kontrollierten seinen Puls

Sein Manager Scooter Braun erklärt, dass vor allem im Alter von 19 bis 21 Biebers «dunkle Zeit» war. «Er hat in seinem Leben schon viel durchgemacht», betont er. Aus dem Drogensumpf schaffte es der Künstler wieder heraus. Rückblickend sagt er in der Doku: «Ich entschied aufzuhören, weil ich das Gefühl hatte, ich sterbe. Meine Bodyguards kamen nachts in mein Zimmer, um meinen Puls zu checken. Die Leute wissen nicht, wie ernst es war. Es war wirklich schlimm. Ich wachte morgens auf und das Erste, das ich tat, war ein paar Pillen zu nehmen und einen Joint zu rauchen.»

Der Psychiater Dr. Daniel Amen lernt den gebürtigen Kanadier im September 2014 kennen. «Er war ein Wrack. Er hatte erst kurz davor aufgehört, Drogen zu nehmen.» Er habe unter Angstzuständen, Überforderung und Schlafproblemen gelitten. 

Der Arzt kritisiert in der Doku die vorangegangene Behandlung durch einen Kollegen: «Ein Psychiater in Los Angeles hat ihm eine bipolare Störung diagnostiziert und ihm Lithium verschrieben, ohne sich je sein Gehirn anzusehen. Als ich das tat, erkannte ich, dass er nicht bipolar war.» Das Medikament Lithium wird bei psychischen Erkrankungen eingesetzt.

«Eine extrem lautlose Krankheit»

Doch der «Baby»-Interpret kämpft nicht nur mit den Folgen seines Drogenkonsums und der Vernachlässigung der eigenen Gesundheit. «Ich fühlte mich seit einiger Zeit energielos und ich wusste nicht wieso. Nach einer Reihe von Tests wurde festgestellt, dass ich Lyme-Borreliose habe, eine extrem lautlose Krankheit. Für Ärzte ist die Diagnose schwer», schildert er.

Biebers behandelnde Ärztin und Expertin auf dem Gebiet der Lyme-Borreliose, Dr. Erica Lehman, erklärt, dass die Diagnose eine Reihe neuropsychiatrischer Symptome hervorrufen könne, dazu zählen Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, Depressionen, Ängste. «Justins Symptome passen genau in dieses Bild», sagt sie.

Doch nicht nur diese Krankheit wird ihm diagnostiziert. «Ich habe auch Epstein-Barr, also Pfeiffersches Drüsenfieber.» Die Infektionen hätten Auswirkungen auf sein Hautbild. Paparazzi lichteten ihn damals oft ab, während er mit Akne im Gesicht haderte. Die Öffentlichkeit wusste da noch nicht, was los ist. Aufgrund seines äusseren Erscheinungsbildes wurde spekuliert, ob er ein Drogenproblem habe. Dagegen wehrte sich Bieber bereits vor Erscheinen der Dokumentation: «Ich habe Lyme-Borreliose. Meine Haut, Gehirnfunktion und Energie sind betroffen.»

In der Doku zeigt er sich nach der Diagnose erleichtert: «Es ist gut, jetzt zu wissen, warum ich mich ständig so mies fühlte.» Er sei entschlossen, wieder gesund zu werden – nicht nur für sich selbst, sondern auch für seine Ehefrau Hailey Bieber, seine Freunde und seine zukünftigen Kinder.

Denselben Optimismus bewahrt er sich auch bei seiner jüngsten Diagnose. «Mir wird es bald besser gehen», gab er sich auf Social Media zuversichtlich. Doch wie lange seine Genesung dauern werde, wisse er noch nicht. Zuletzt erklärte er, dass ihm Essen immer schwerer falle, zudem musste er alle geplanten Termine seiner Tour im Juni und Juli absagen.

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