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Mehr als 250 Tote bei Putschversuch in der Türkei + Regierung hat Lage «vollständig unter Kontrolle» + Armeechefs verhaftet



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22:26
Feststimmung in Istanbul
In der türkischen Metropole haben sich tausende von Menschen versammelt, um die Niederschlagung des Militärputschs zu feiern.
Supporters of Turkish President Tayyip Erdogan gather at Taksim Square in central Istanbul, Turkey, July 16, 2016.  REUTERS/Ammar Awad
21:00
Chef der Richtergewerkschaft kritisiert Erdogan
Der Präsident der Richtergewerkschaft Yargiclar, Mustafa Karadag, hat der türkischen Führung vorgeworfen, mit dem Vorgehen gegen die Justiz nach dem Putschversuch auch Kritiker ausschalten zu wollen. Es würden nicht nur mutmassliche Unterstützer des Putsches, sondern auch Kritiker von Präsident Recep Tayyip Erdogan festgenommen, die mit all dem nichts zu tun hätten, sagte Karadag der Nachrichtenagentur dpa.
20:57
Obama ruft Türken zu «gesetzmässigem Handeln» auf
US-Präsident Barack Obama hat alle Parteien in der Türkei zu «gesetzmässigem Handeln» aufgerufen. Aktionen, die zu weiterer Gewalt oder Instabilität führen würden, müssten vermieden werden, betonte er nach Angaben des Weissen Hauses in einer Telekonferenz mit seinem Sicherheitsteam und aussenpolitischen Beratern.
20:25
Kundgebung vor dem türkischen Konsulat in Zürich
Vor dem türkischen Generalkonsulat an der Weinbergstrasse in Zürich haben sich am Samstagabend mehrere hundert Personen eingefunden: Sie drückten nach dem gescheiterten Putschversuch ihre Unterstützung für Präsident Recep Tayyip Erdogan aus.
Dutzende Teilnehmer der spontanen Demonstration, zu der unter anderem auf Facebook aufgerufen worden war, hatten sich türkische Flaggen um die Schultern gehängt. Andere trugen T-Shirts, auf denen Erdogan abgebildet war.
Mehrere Teilnehmer sagten gegenüber der Nachrichtenagentur sda, dass sie mit ihrem Erscheinen ihre Unterstützung für den gewählten Präsidenten Erdogan ausdrücken wollen. Andere gaben als Beweggrund an, dass es ihnen nicht um Personen, sondern ganz allgemein um «die Demokratie» gehe: «Mein Kollege wählt eine andere Partei als ich, aber wir sind beide für das Land und die Demokratie – deshalb sind wir beide da.»
Kundgebung vor dem Türkischen Konsulat Zürich
20:07
Erdogan verlangt von USA Auslieferung von Gülen
Der türkische Präsident Erdogan hat angekündigt, dass er US-Präsident Obama darum ersuchen wird, den in den USA im Exil lebenden Prediger Fethullah Gülen auszuweisen oder direkt an die Türkei auszuliefern.
20:01
Armeechefs verhaftet
Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Anadolu haben die türkischen Behörden den Oberbefehlshabenden der Zweiten Armee, General Adem Huduti, festgenommen. Die Zweite Armee hat ihr Hauptquartier in Malatya und ist für das Grenzgebiet zu Syrien, dem Irak und dem Iran verantwortlich. Auch der Kommandant der Dritten Armee, Erdal Öztürk (Bild, 2.v.l.) befindet sich gemäss diesen Angaben in Polizeigewahrsam.
Turkish Lt. Gen. Erdal Ozturk, second from left, and others, listen as President Barack Obama speaks during a meeting with more than 20 foreign defense ministers on the ongoing operations against the Islamic State group, Tuesday, Oct. 14, 2014, at Andrews Air Force Base, Md. Obama and military chiefs from more than 20 nations gathered Tuesday in a show of strength against Islamic State fighters in Iraq and Syria.  (AP Photo/Evan Vucci)
18:55
Griechenland stimmt Auslieferung von Soldaten zu
Die acht türkischen Soldaten, die sich per Helikopter nach Griechenland abgesetzt und dort politisches Asyl beantragt haben, sollen nach türkischer Darstellung bald wieder zurückgeschickt werden.

Der griechische Aussenminister Nikos Kotzias habe ihm am Telefon die Auslieferung «der acht Verräter» in kürzester Zeit zugesagt, teilte der türkische Aussenminister Mevlüt Cavusoglu am Samstag auf Twitter mit. Athen bestätigte das Telefonat, äusserte sich aber zurückhaltender.

Für die Soldaten, die offenbar am Putschversuch beteiligt waren, würden die internationalen Regeln gelten, sagte der Sprecher des griechischen Aussenministeriums, Stratos Efthymiou, der Nachrichtenagentur dpa.

Zugleich liess Athen die Möglichkeit einer Auslieferung offen: «Es wird sehr ernst genommen, dass die Festgenommenen in ihrem Land der Verletzung der Verfassungslegalität und des Versuches, der Demokratie zu schaden, beschuldigt werden», heisst es in einer Erklärung des griechischen Aussenministeriums.

Die Soldaten waren am Samstagmittag mit einem Militärhelikopter in der griechischen Hafenstadt Alexandroupolis nahe der türkischen Grenze gelandet. Nach einem Bericht des griechischen Fernsehsenders ERT hatte der Pilot die Erlaubnis für eine Notlandung erbeten und wurde von zwei griechischen Kampffliegern bis zum Flughafen der Stadt begleitet.

Die acht Insassen wurden bei ihrer Ankunft von der Polizei festgenommen. Sie hätten sofort politisches Asyl beantragt, hiess es in griechischen Medienberichten. (sda/dpa)
epa05427633 A Turkish military helicopter Black Hawk  is seen at Dimokritos Airport of Alexandoupolis, northern Greece, 16 July 2016. The eight Turkish military officers that were on board the helicopter that landed in the early hours at Alexandroupolis airport sought political asylum in Greece. The Greek General Staff in an announcement on the landing of the Turkish Black Hawk helicopter on Saturday at 11:51 at Alexandroupolis airport said 'we inform you that the Black Hawk helicopter immediate return to Turkey is being planned while the responsible authorities for asylum will examine the helicopter passengers' request for political asylum in Greece'. Turkish Prime Minister Yildirim reportedly said that the Turkish military was involved in an attempted coup d'etat. According to news reports, Turkish President Recep Tayyip Erdogan has denounced the coup attempt as an 'act of treason' and insisted his government remains in charge.  EPA/DIMITRIS ALEXOUDIS
18:40
Luftwaffenbasis Incirlik nicht abgeriegelt
Der Putschversuch türkischer Militärs gegen die Regierung hat nach Angaben der Bundeswehr keine Folgen für die 240 deutschen Soldaten auf der Luftwaffenbasis Incirlik gehabt. Ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr bei Berlin widersprach am Samstag US-Angaben, wonach die türkischen Behörden den Zugang zu der Basis abgeriegelt hätten.
Die Soldaten könnten mit Ausweiskontrolle weiterhin die Basis verlassen und hineingehen. Es sei aber die höchste Sicherheitsstufe ausgerufen worden, sagte der Sprecher der Nachrichtenagentur dpa. Damit ist die Basis für externe Besucher und Dienstleister gesperrt. «Unseren Soldaten geht es grundsätzlich gut. Alle sind wohl auf», sagte der Bundeswehrsprecher. Von dem Putsch hätten sie nur durch die Medien erfahren. (spon)
A soldier of the German Armed Forces Bundeswehr wears a patch of the combat wing (Einsatzgeschwader) Counter DAESH Incirlik next to a German Tornado jet in a hangar before a statement of the German and Turkish defence ministers at the air base in Incirlik, Turkey, January 21, 2016. REUTERS/Tobias Schwarz/Pool
17:50
Amnesty warnt vor Wiedereinführung der Todesstrafe
Nach dem Putschversuch in der Türkei hat Amnesty International vor einer Wiedereinführung der Todesstrafe gewarnt. «Die Türkei hat sich vereint, um die Rechte gegen eine vermeintliche Junta zu verteidigen», teilte der Türkei-Experte der Menschenrechtsorganisation, Andrew Gardner, am Samstag auf Twitter mit.



Eine Wiedereinführung der Todesstrafe würde diesen «Sieg» zunichte machen. Unterstützer von Präsident Recep Tayyip Erdogan hatten bei Demonstrationen gegen den Putschversuch von Teilen des Militärs in Sprechchören die Todesstrafe für Umstürzler gefordert.

Ministerpräsident Binali Yildirim sagte am Samstag auf die Frage eines Journalisten, ob die Todesstrafe wiedereingeführt werden solle, diese sei aus dem türkischen Gesetz gestrichen worden.

Es werde jedoch über «zusätzliche Massnahmen» diskutiert, die solche «Verrücktheiten» in Zukunft verhindern sollen. Aus der Regierungspartei AKP waren Forderungen laut geworden, über die Todesstrafe für Putschisten zu diskutieren. (sda/dpa)
17:40
Ministerpräsident dankt Opposition
Bei der Sondersitzung des Parlaments nach dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei hat Ministerpräsident Binali Yildirim der Opposition und türkischen Bürgern für ihre Unterstützung gedankt. Er erklärte den 15. Juli zum künftigen «Demokratie-Festtag».

Yildirim sagte am Samstag in Ankara: «Ich bedanke mich einmal mehr bei den Führern unserer Parteien, den Fraktionschefs und allen Abgeordneten.» Er betonte zudem: «Ich danke jedem türkischen Bürger, der auf die Strasse gegangen ist, um die Demokratie zu verteidigen. Ich bin so stolz, Teil dieser Nation zu sein.»
Turkey's Chief of Staff Gen. Hulusi Akar, left, stands next to Prime Minister Binali Yildirim at a press conference in Ankara, Turkey, Saturday, July 16, 2016. Forces loyal to Turkey's President Recep Tayyip Erdogan quashed a coup attempt in a night of explosions, air battles and gunfire that left dozens dead Saturday. Authorities arrested thousands of people as President Recep Tayyip Erdogan vowed those responsible "will pay a heavy price for their treason." (AP Photo)
17:16
Lynchjustiz an Soldaten?
Während des Putschversuchs in der Nacht zu Samstag sollen nach unbestätigten Berichten womöglich Soldaten misshandelt oder sogar gelyncht worden sein. Auf einem Video, das offenbar auf einer der Bosporus-Brücken in Istanbul aufgenommen wurde, ist ein Soldat zu sehen, der blutüberströmt auf dem Boden liegt. Derjenige, der das Video aufnimmt, sagt auf Türkisch: «Vier haben wir umgebracht, jetzt sind wir beim fünften. Hund!» Schüsse sind zu hören.

Andere rufen «Gott ist gross», «Ungläubiger!» und «Krepier!». Mehrere treten auf den leblos wirkenden Körper ein. Das Video wurde via Twitter verbreitet. Die dem Militär nahestehende Zeitung «Sözcü» berichtete am Samstag, ein aufgebrachter Mob habe einem Soldaten in Istanbul die Kehle durchgeschnitten. Regierungskreise bestätigten den Bericht zunächst nicht.

Auf weiteren Aufnahmen ist zu sehen, wie Putschgegner einen Panzer umzingeln. Ein Demonstrant steigt auf das Dach und tritt auf den Soldaten in der Luke ein. Stimmen sind zu hören, die auf Türkisch rufen: «Schlag ihn! Schlag ihn!» Andere flehen: «Das ist ein Soldat! Hört auf!» Ein Polizist eilt dem Soldaten schliesslich zur Hilfe.
16:55
Bulgarien verlegt Soldaten
Bulgarien hat wegen des Putschversuchs im Nachbarland Türkei vorsorglich 230 Soldaten an die türkische Grenze geschickt. Der Schutz der bulgarischen EU-Aussengrenze zur Türkei sei verstärkt worden, obwohl es keine Anzeichen für einen möglichen Flüchtlingszustrom gegeben habe.

Wie der bulgarische Regierungschef Bojko Borissow nach einem Treffen mit dem türkischen Botschafter in Sofia, Süleyman Gökçe, am Samstag weiter erklärte, wollten die Türkei und Bulgarien zusammenarbeiten, sollte der Migrationsdruck an der gemeinsamen Grenze steigen. Die Türkei habe alle drei Grenzübergänge zu Bulgarien wieder geöffnet, sagte Borissow. Die Grenzpunkte waren während des Putschversuchs in der Nacht zum Samstag auf der türkischen Seite geschlossen worden.

Bulgarien setzt in der Flüchtlingskrise auf Zusammenarbeit mit Ankara. Nach dem EU-Flüchtlingspakt mit der Türkei hat Bulgarien bereits ein Rückführungsabkommen mit Ankara geschlossen. Sofia verlängert auch einen Drahtzaun entlang der rund 270 Kilometer langen Grenze zur Türkei, um Migranten zu den drei Grenzübergängen zu lenken - dort werden sie obligatorisch registriert.
16:50
Geheimdienste waren ahnungslos
Der Putschversuch in der Türkei stellt den westlichen Geheimdiensten wieder einmal ein schlechtes Zeugnis aus. Diese hatten offenbar keine Ahnung, was sich im NATO-Land zusammenbraute. Noch vor kurzem seien Diplomaten und Nachrichtendienste fast einmütig der Meinung gewesen, dass ein Coup «sehr unwahrscheinlich» sei, sagte ein hoher US-Regierungsvertreter der «New York Times». Zum wiederholten Mal zeigt sich damit, dass der Westen sehr wenig Ahnung über die Lage im Nahen Osten hat.
16:26
Sondersitzung des Parlaments
Nach dem Putschversuch ist die türkische Nationalversammlung im beschädigten Parlamentsgebäude in der Hauptstadt Ankara zu einer Sondersitzung zusammengekommen. Die Abgeordneten verharrten in einem Moment der Stille, bevor die Nationalhymne abgespielt wurde.

Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim betrat unter dem Applaus der Abgeordneten den Sitzungssaal, wie auf Fernsehbildern zu sehen war. Am Samstagabend hatten Putschisten das Parlament in Ankara aus der Luft bombardiert. Das Gebäude ist schwer beschädigt.
REFILE - ADDING RESTRICTION  A man walks inside the destroyed parliament building in Ankara, July 16, 2016 after an attempted coup in Turkey.     REUTERS/Stringer          FOR EDITORIAL USE ONLY. NO RESALES. NO ARCHIVES.
16:11
Haftbefehle gegen Angehörige der Justiz
Türkische Staatsmedien melden die Festnahme von zehn Mitgliedern des Staatsrates. Für 188 Angehörige der Justiz sollen Haftbefehle vorliegen, darunter 140 Mitglieder des Kassationshofs. Als zweite und letzte Instanz in Zivil- und Strafverfahren ist es das höchste ordentliche Gericht des Landes. Vorangegangen war eine erste Verhaftungswelle unter Richtern, was darauf schliessen lässt, dass auch im Justizapparat Umstürzler vermutet werden. Die türkische Regierung macht «parallele Strukturen» für den Putschversuch verantwortlich. Präsident Erdogan hat bereits «Säuberungen» beim Militär angekündigt.
15:48
Merkel verurteilt Putschversuch «aufs Schärfste»
Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den Putschversuch in der Türkei «aufs Schärfste» verurteilt. «Es ist tragisch, dass so viele Menschen diesen Putschversuch mit dem Leben bezahlt haben. Das Blutvergiessen in der Türkei muss jetzt ein Ende haben», sagte Merkel am Samstag in Berlin. «Es ist und bleibt das Recht des Volkes, in freien Wahlen zu bestimmen, wer es regiert. (...) Panzer auf den Strassen und Luftangriffe gegen die eigene Bevölkerung sind Unrecht», erklärte sie weiter.
15:34
Sibel Arslan berichtet von totaler Stille
Die Basler Grünen-Nationalrätin Sibel Arslan ist auf Familienbesuch in Istanbul und hat den Putschversuch in der Türkei von Freitagnacht aus der Nähe erlebt. Inzwischen sei in Istanbul etwas Ruhe eingekehrt, doch auf den Strassen sehe man kaum jemanden, erzählte sie am Samstag blick.ch.

«Es herrscht totale Stille», sagte Arslan, die in der Türkei geboren worden ist. Die Menschen sässen alle vor dem Fernseher, wo die Livesendungen der regierungstreuen Sender der Bevölkerung mitteilten, wie sie die Situation einschätzten. Für den Putschversuch verantwortlich gemacht werde die Gülen-Bewegung.
Sibel Arslan (Gruene-BS) verfolgt die Debatte um die Wirtschaftslage im Nationalrat waehrend der Fruehlingssession der Eidgenoessischen Raete, am Mittwoch, 16. Maerz 2016, in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)
Der Putschversuch sei für sie «wirklich ohne jegliche Vorwarnung gekommen», sagte Arslan. Es sei wahnsinnig beängstigend gewesen: «Wir hörten mehrere Detonationen, mitten in der Nacht flogen zudem zwei Kampfjets ganz tief über unseren Köpfen.»

In ihrem Quartier habe sie gemerkt, dass die Leute nervös wurden. So standen die Menschen Schlange, um an Bancomaten ihr Geld abzuheben oder Lebensmittel wie Brot, Teigwaren und Wasser zu kaufen. Plötzlich hätten dann alle Läden geschlossen, die normalerweise bis spät in die Nacht geöffnet seien.

Viele Menschen seien später dem Aufruf des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan gefolgt, auf die Strasse zu gehen und gegen den Putsch Widerstand zu leisten. Riesige Menschenmengen, besonders AKP-Anhänger und Nationalisten, hätten sich vor den Wahlbüros der Regierungspartei AKP versammelt. Ab 1.30 Uhr habe man dann plötzlich von fast allen Moscheen den Muezzin rufen hören, bis in die Morgenstunden.
15:31
Griechisches Dilemma
Die acht türkischen Soldaten, die mit einem Militärhelikopter nach Griechenland geflüchtet sind und dort politisches Asyl beantragt haben, stellen Athen vor ein diplomatisches Dilemma. Ihre Anträge müssten nach den Regeln des internationalen Rechts bearbeitet werden. Andererseits hätten die Männer, die offenbar am Putschversuch beteiligt waren, gegen die türkische Verfassung verstossen, sagte die griechische Regierungssprecherin Olga Gerovasili am Samstag dem staatlichen Fernsehsender ERT.

In einem ersten Schritt solle der Helikopter, mit dem die Soldaten am Samstagmittag in der nordgriechischen Stadt Alexandroupolis notgelandet waren, in die Türkei zurücktransportiert werden, so Gerovasili weiter. Was die Insassen beträfe, würden alle diplomatischen Wege genutzt, um sich mit der Türkei auszutauschen. Der türkische Aussenminister Mevlüt Cavusoglu hatte sofort nach der Landung des Helikopters in Alexandroupolis die Rückführung der Soldaten gefordert.
Greek policemen check a Turkish Blackhawk helicopter after landing at the airport of Alexandroupolis, northeastern Greece, on Saturday, July 16, 2016. Greece's defense ministry says a Blackhawk military helicopter carrying seven Turkish military personnel and one civilian has landed at the airport in the city of Alexandroupolis in northeastern Greece. The passengers have asked for asylum. They were arrested for illegal entry into Greece. (E-evros.gr via AP)
15:27
Incirlik abgeriegelt
CNN meldet unter Berufung auf das US-Konsulat die Abriegelung des NATO-Stützpunktes bei İncirlik, im Süden der Türkei. Auch der Strom soll abgestellt worden sein. Der Stützpunkt wird von der US-Luftwaffe zur Versorgung der Streitkräfte in Irak und Afghanistan genutzt. Die USA fliegen von Incirlik aus ausserdem Luftangriffe gegen die Terrormiliz IS. Die deutsche Bundeswehr hat dort derzeit 240 Soldaten stationiert. Sie beteiligen sich mit Tornado-Aufklärungsflugzeugen und einem Tankflugzeug am Kampf gegen die Islamisten. Auf dem Stützpunkt sollen auch Atombomben stationiert sein.

15:23
USA sichern Hilfe zu
Die USA haben ihrem NATO-Partner Türkei Hilfe bei der Aufklärung der Hintergründe des Putschversuchs gegen die Regierung von Staatschef Recep Tayyip Erdogan zugesichert. US-Aussenminister John Kerry forderte am Samstag in Luxemburg zugleich die türkische Seite auf, Erkenntnisse über den in den USA ansässigen islamischen Prediger Fethullah Gülen mit den US-Diensten zu teilen.

Erdogan hatte Anhänger Gülens für den Putschversuch verantwortlich gemacht; dieser wies die Vorwürfe zurück. «Wir rechnen damit, dass hinsichtlich Herrn Gülen Fragen aufkommen werden», sagte Kerry, der am Freitagabend mit seinem türkischen Amtskollegen Mevlut Cavusoglu telefonierte. «Wir haben keinerlei Ersuchen bezogen auf Herrn Gülen bekommen.»

Erdogan hatte in der Nacht zum Samstag bei einem Fernsehauftritt in Istanbul erklärt, Anhänger Gülens steckten hinter dem Umsturzversuch. Der Versuch zur Übernahme der Macht durch einen Teil des Militärs sei «Verrat». Gülen erklärte daraufhin, er weise «solche Anschuldigungen kategorisch zurück», und verurteilte seinerseits den Putschversuch «auf das Schärfste». Der islamische Prediger, der weltweit Anhänger hat, lebt in einem kleinen Dorf im US-Bundesstaat Pennsylvania.
14:35
Zwei Männer als Drahtzieher genannt
In den türkischen Medien werden zwei Männer gemäss der BBC beschuldigt, sie hätten den Staatsstreich orchestriert. General Akin Öztürk (Bild rechts), der ehemalige Kommandant der türkischen Luftwaffe, trat im August 2015 in den Ruhestand, er war jedoch weiterhin Mitglied des Obersten Militärrats. Ebenfalls genannt wird Generalleutnant Metin Iyidil, ein hoher Offizier der Landstreitkräfte.
Turkish army's top commanders, from left, Land Forces Commander Gen. Hulusi Akar, Navy Commander Adm. Bulent Bostanoglu and Air Forces Commander Akin Ozturk stand during a state funeral for Kenan Evren, the leader of Turkey's 1980 military coup and former president who died aged 97, at Akseki Mosque in Ankara, Turkey, Tuesday May 12, 2015. No government official attended the burial of the man remembered mostly for widespread arrests, torture and deaths during his rule. Evren died in a military hospital in Ankara on May 9, almost a year after he was sentenced to life imprisonment for leading the coup. (AP Photo/Burhan Ozbilici)
14:18
Gerichte werden «gesäubert»
Nach dem Putschversuch in der Türkei sind laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu 2745 Richter abgesetzt worden. Zudem seien fünf Mitglieder des Hohen Rats der Richter und Staatsanwälte in Ankara vom Dienst entbunden. Gegen sie liefen Ermittlungen, hiess es zur Begründung.

Das türkische Parlament hatte erst kürzlich für eine umstrittene Justizreform gestimmt, die zwei der höchsten Gerichte des Landes betrifft. Kritiker werfen Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan vor, die Justiz immer weiter unter seine Kontrolle bringen zu wollen.
14:16
Religiöse Führer verurteilen Coup
Führende Vertreter der christlichen, jüdischen und muslimischen Religionsgemeinschaften in der Türkei haben in einer gemeinsamen Mitteilung den Putschversuch verurteilt. Sie äusserten ihre «tiefe Besorgnis über die terroristischen Angriffe, die den Frieden unserer grossen Nation und der Welt stören». Zu den Unterzeichnern gehören der Präsident des Büros für religiöse Angelegenheit, der griechisch-orthodoxe Patriarch von Istanbul und der Oberrabbiner der jüdischen Gemeinschaft.
13:41
Schneider-Ammann fliegt mit Merkel
Der Putschversuch in der Türkei hatte Auswirkungen bis in die Mongolei. Bundespräsident Johann Schneider-Ammann wollte mit einem Linienflug vom Asien-Europa-Gipfel (Asem) nach Hause zurück kehren, sass aber wegen der Schliessung des Flughafens Istanbul in Ulan Bator fest.
epa05427220 German Chancellor Angela Merkel (C-R) speaks to President of Switzerland Johann Schneider-Ammann (C-L) at the ASEM Village on the sidelines of the the 11th Asia-Europe Meeting (ASEM) Summit of Heads of State and Government (ASEM11) in Ulan Bator, Mongolia, 16 July 2016. Mongolia hosts the 11th ASEM Summit of Heads of State and Government (ASEM11) in its capital city Ulan Bator from 15 to 16 July 2016.  EPA/KAY NIETFELD
Bundeskanzlerin Angela Merkel erbarmte sich der Schweizer Delegation, sie nahm Schneider-Ammann und zwei Mitarbeiter in ihrer Regierungsmaschine mit. Auf dem Asem-Gipfel in Ulan Bator wurde unter den Europäern eine gemeinsame Linie festgelegt, die EU-Ratspräsident Donald Tusk verkündete.
13:32
NATO-Chef lobt Widerstand gegen Putsch
NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat den Widerstand der türkischen Bevölkerung und Politik gegen den versuchten Militärputsch und den Einsatz für die Demokratie gelobt. «Ich begrüsse die starke Unterstützung, die die Menschen und alle politischen Parteien für die Demokratie und die demokratisch gewählte Regierung der Türkei gezeigt haben», schrieb er am Samstag auf Twitter.



In der Nacht hatte der NATO-Chef bereits zu Zurückhaltung und Respekt vor der türkischen Verfassung aufgerufen. Die Türkei sei ein geschätzter NATO-Verbündeter, sagte Stoltenberg. Das Land stellt nach den USA die zweitgrösste Streitmacht im westlichen Verteidigungsbündnis. Sämtliche NATO-Mitarbeiter und -Truppen in der Türkei seien wohlauf, sagte Stoltenberg weiter. Das habe ihm der Oberbefehlshaber der NATO-Streitkräfte in Europa, Curtis Scaparrotti, bestätigt.
12:59
Sicherheitsmassnahmen verschärft
Als Reaktion auf den Putschversuch in der Türkei sind die Sicherheitsmassnahmen auf der Luftwaffenbasis Incirlik im Süden des Landes verschärft worden. Dort sind auch 240 Soldaten der deutschen Bundeswehr stationiert. «Es handelt sich um eine routinemässige, vorsorgliche Erhöhung der Bereitschaftsstufe zum Schutz der Soldaten», sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin.

Die USA fliegen von Incirlik aus Luftangriffe gegen die Terrormiliz «Islamischer Staat» (IS). Die Bundeswehrsoldaten beteiligen sich mit Tornado-Aufklärungsflugzeugen und einem Tankflugzeug am Kampf gegen die Islamisten. «Alle Soldaten sind wohlauf», sagte der Sprecher. Die Lage sei ruhig. «Es ist unklar, wie lange die höhere Bereitschaftsstufe dauern wird. Aber es dürfte kein Dauerzustand sein.»
A soldier of the German Armed Forces Bundeswehr wears a patch of the combat wing (Einsatzgeschwader) Counter DAESH Incirlik next to a German Tornado jet in a hangar before a statement of the German and Turkish defence ministers at the air base in Incirlik, Turkey, January 21, 2016. REUTERS/Tobias Schwarz/Pool
12:51
Kriegsschiff gekapert?
Der Putschisten geben sich anscheinend noch nicht vollständig geschlagen. So soll eine regierungsfeindliche Gruppe laut der Agentur Reuters auf der Marinebasis Golcuk eine Fregatte gekapert und den türkischen Flottenchef als Geisel genommen haben.

12:48
Putschisten kommunizierten mit WhatsApp
Die türkischen Putschisten sollen sich nach Angaben der Agentur Anadolu unter anderem via WhatsApp abgesprochen haben. Ein Video zeigt angeblich den entsprechenden Chat. Demnach vereinbarten sie, die Strassen nach Istanbul zu sperren und die Notfallkommunikation der Regierung zu kappen.

12:29
Soldaten verlangen Asyl in Griechenland
Türkische Soldaten haben sich mit einem Helikopter nach Griechenland abgesetzt und dort politisches Asyl beantragt. Der türkische Aussenminister Mevlüt Cavusoglu forderte umgehend die Auslieferung der Soldaten, die offenbar am Putschversuch beteiligt waren. «Wir haben die Auslieferung der acht verräterischen per Helikopter nach Griechenland geflüchteten Soldanten verlangt», schrieb er auf Twitter.




Die Soldaten waren am Samstagmittag mit einem Militärhelikopter in der griechischen Hafenstadt Alexandroupolis nahe der türkischen Grenze gelandet. Nach einem Bericht des griechischen Fernsehsenders ERT hatte der Pilot die Erlaubnis für eine Notlandung erbeten und wurde von zwei griechischen Kampffliegern bis zum Flughafen der Stadt begleitet. Die acht Insassen wurden bei ihrer Ankunft von der Polizei festgenommen. Sie hätten sofort politisches Asyl beantragt, berichtete die griechische Zeitung «To Proto Thema».

12:23
Ein Schweizer verletzt
Das Aussendepartement EDA hat Kenntnis von einem Schweizer Bürger, der in der Nacht auf Samstag in Istanbul verletzt worden sei. Das Generalkonsulat in Istanbul stünde mit der betroffenen Person in Kontakt, heisst es in einer Mitteilung. Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes mache das EDA keine weiteren Angaben. Bundespräsident Johann Schneider-Amman sei über die Ereignisse in der Türkei informiert worden. Der Bundesrat verfolge die Entwicklung der Lage in der Türkei seither laufend.
12:04
Todesstrafe für Putschisten?
Die türkische Regierung hat die Lage nach dem Putschversuch nach eigenen Angaben wieder vollständig unter Kontrolle. Das sagte Ministerpräsident Binali Yildirim am Samstagmittag in Ankara. Yildirim nannte den Putschversuch von Teilen des Militärs einen Schandfleck für die türkische Demokratie. Die Nation habe den «Terroristen» die bestmögliche Antwort gegeben. Die Mitglieder des Putsches seien in Gewahrsam. Derzeit gebe es in der Türkei keine Todesstrafe, man werde aber über Gesetzesänderungen nachdenken.
REFILE - ADDING RESTRICTION  Chief of Staff General Hulusi Akar, Turkey's Prime Minister Binali Yildirim and Interior Minister Efkan Ala (LtoR) address a news conference, following an overnight attempted Turkish military coup, in Ankara, Turkey July 16, 2016.      REUTERS/Stringer          FOR EDITORIAL USE ONLY. NO RESALES. NO ARCHIVES.
Yildirim sprach von einer «Parallelstruktur» in den Streitkräften, aus der heraus der Putschversuch in der Nacht zu Samstag unternommen worden sei. Er rief die Bevölkerung auf, sich am Abend auf den Plätzen der Städte zu versammeln und türkische Flaggen zu schwenken.
11:57
Zahl der Toten auf 265 gestiegen
Die Zahl der Toten bei dem Putschversuch in der Türkei ist laut Ministerpräsident Binali Yildirim auf insgesamt 265 gestiegen. Bei 161 der Toten handelt es sich demnach um regierungstreue Sicherheitskräfte oder Zivilisten. Hinzu kommen 104 getötete Putschisten. 1140 Menschen seien verletzt und 2839 Putschisten festgenommen worden. Die Festnahmen dauerten am Samstag an.
11:37
Touristen können gratis umbuchen
In türkischen Badeorten ist die Lage nach dem Putschversuch laut Schweizer Reiseanbietern ruhig. Auch das EDA rät momentan nicht von Reisen in die Türkei ab. Für das Wochenende gebuchte Türkeiferien können bei angefragten Reiseanbietern gratis annulliert werden.

Hotelplan Suisse zählt 262 Kunden, die derzeit ihre Ferien in der Südtürkei, an der türkischen Ägäis sowie in Istanbul verbringen, wie Hotelplan-Sprecherin Prisca Huguenin-dit-Lenoir der Nachrichtenagentur sda sagte. Hotelplan rät den Kunden, sich an ihre lokalen Reiseleiter zu wenden und sich im Hotel über etwaige Ausgangssperren zu informieren.

88 Personen würden heute mit Hotelplan in die Türkei fliegen, sagte Huguenin-dit-Lenoir. Türkeireisen mit Abflugdatum bis und mit Dienstag können kostenlos umgebucht oder annulliert werden. Reisegäste können sich dafür an ihre Buchungsstelle wenden. Zudem wurde das Callcenter von Hotelplan Suisse aufgestockt. Hotelplan Suisse schätzt die Lage laufend neu ein.

Lage an Badeorten ruhig

Die für Badeferien beliebte Türkei hat wegen den Anschlägen in diesem Jahr bereits einen starken Rückgang der Touristenzahlen verzeichnet, gehört aber weiterhin zu den Topdestinationen. TUI Suisse hat mehrere hundert Kunden, die derzeit in der Türkei Ferien machen. Diese Touristen seien aber alle in der Südtürkei, sagte Sprecherin Bianca Schmidt. Die Reiseleiter meldeten, dass die Lage dort ruhig sei. TUI beobachte die Lage weiterhin.

Kunden, die am Samstag oder am Sonntag eine Reise in die Türkei gebucht haben, können gratis umbuchen oder annullieren. Das ist auch bei Kuoni Reisen der Fall. Am Montag will Kuoni die Lage neu beurteilen, wie Sprecher Marcel Schlatter sagte. Beim deutschen Reiseveranstalter Alltours können Reisen bis und mit Montag umgebucht oder storniert werden.

Airlines bieten Umbuchungen an

Kostenlose Umbuchungen bieten auch Fluggesellschaften an. Flüge der SWISS und Edelweiss Air zu den Feriendestinationen Bodrum, Atalya und Izmir können storniert oder umgebucht werden. Nach Istanbul zu kommen, ist hingegen am Samstag kaum mehr möglich. Die Swiss hat alle Flüge nach Istanbul für den Samstag gestrichen. Am Samstagabend wollte die Fluggesellschaft über das weitere Vorgehen informieren.

Ebenfalls Flüge aus der Schweiz nach Istanbul gestrichen hat die Turkish Airlines. Gemäss den Angaben auf der Webseite des Flughafens Zürich und des Euroairports Basel wurden die meisten Flüge nach Istanbul storniert. Einzig die Fluggesellschaft Pegasus fliegt gemäss den Angaben noch nach Istanbul.
11:31
Iran verurteilt Putschversuch
Der Putschversuch in der Türkei wird weltweit verurteilt, so auch vom Iran. Aussenminister Mohammed Javad Sarif hat sich auf Twitter «zutiefst besorgt» über die Krise im Nachbarland.

11:26
Putschisten wollen kapitulieren
Die Soldaten, die sich im Armee-Hauptquartier in Ankara verschanzt haben, wollen offenbar über eine Kapitulation verhandeln. Dies berichtete die Nachrichtenagentur Anadolu. Nach Angaben der Regierung handelt es sich um den letzten Stützpunkt der Putschisten. Angeblich werden noch einige Kommandanten als Geiseln gehalten.
A tank is seen in front of the gate of the General Staff headquarters during an attempted coup in Ankara, Turkey July 16, 2016. REUTERS/Stringer ATTENTION EDITORS - THIS IMAGE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY. EDITORIAL USE ONLY. NO RESALES. NO ARCHIVES. TURKEY OUT. NO COMMERCIAL OR EDITORIAL SALES IN TURKEY.
10:51
Noch keine Ruhe in Ankara
In der Hauptstadt ist die Lage anscheinend noch nicht vollständig unter Kontrolle. Die Operationen gegen Putschisten im Armee-Hauptquartier in Ankara dauerten an. Aus Regierungskreisen hiess es, am Samstagmorgen hätten Teilnehmer des Umsturzversuches noch aus dem Gebäude geschossen. «Das ist im Moment ihr letzter Stützpunkt.» Die türkische Präsidentschaft forderte die Bevölkerung via Twitter auf, auf der Strasse zu bleiben. Es müsse mit einem «Wiederaufflammen» der Ereignisse gerechnet werden.

10:34
Armeechef spricht von fast 200 Toten
Beim Putschversuch in der Türkei sind laut Angaben des amtierenden Armeechefs Ümit Dündar vom Samstag insgesamt 194 Menschen ums Leben gekommen. Darunter sind 47 Zivilisten und 104 Putschisten. Bei den anderen Todesopfern handelt es sich um 41 Polizisten und zwei nicht am Putsch beteiligte Soldaten.
FILE PHOTO - Turkish Brigadier General Umit Dundar salutes during a handover of command of the Kabul Multinational Brigade in Kabul, Afghanistan July 20, 2005. REUTERS/Ahmad Masood/File Photo
Dündar erklärte den am Freitagabend von Teilen des Militärs gestarteten Versuch, die Macht im Land an sich zu reissen, für gescheitert. «Dieser Putschversuch wurde vereitelt» sagte Dündar. 1563 Soldaten seien festgenommen worden. Der neue Militärchef kündigte an, Anhänger des im US-Exil lebenden Predigers Fethullah Gülen aus den Reihen der Armee zu entfernen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte Anhänger der Gülen-Bewegung für den Putsch verantwortlich gemacht.
10:28
Und noch ein Bild zum Putsch
Eine Katze beobachtet Polizisten in Istanbul.
A cat looks on as a policeman aims his weapon during an attempted coup, in Istanbul, Turkey July 16, 2016. REUTERS/Kemal Aslan     TPX IMAGES OF THE DAY
10:04
Blutbad in Ankara
Der in Ankara lebende Fotojournalist Piero Castellano berichtete der BBC von dramatischen Szenen in der türkischen Hauptstadt nach dem Auftritt von Präsident Erdogan am Freitagabend, in dem er via Facetime das Volk zur Unterstützung aufrief: «Die Menschen eilten auf den Hauptplatz, zu den Panzern und den Militärfahrzeugen – es war ein Blutbad.»

Dies sei vollkommen unerwartet gekommen, sagte Castellano, denn bislang sei man von einer starken Verbindung zwischen dem türkischen Volk und der Armee ausgegangen. «Die Menschen waren schockiert, als das Militär in die Menge feuerte.»
ATTENTION EDITORS - VISUAL COVERAGE OF SCENES OF INJURY OR DEATH - People react as bodies draped in Turkish flags are seen on the ground during an attempted coup in Ankara, Turkey July 16, 2016.  REUTERS/Stringer ATTENTION EDITORS - THIS IMAGE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY. EDITORIAL USE ONLY. NO RESALES. NO ARCHIVES. TURKEY OUT. NO COMMERCIAL OR EDITORIAL SALES IN TURKEY.       TEMPLATE OUT
9:57
Welterbekomitee setzt Sitzung aus
Nach dem Putschversuch in der Türkei ist die Sitzung des Welterbekomitees der UNESCO in Istanbul bis auf weiteres ausgesetzt worden. Das teilte UNESCO-Sprecher George Papagiannis am Samstag mit. Wann die Sitzung fortgesetzt wird, war zunächst unklar. Die Kulturorganisation der Vereinten Nationen wollte bis Sonntag über die Aufnahme von 27 nominierten Stätten in die Liste des Welterbes beraten.

Unter anderem soll entschieden werden, ob Werke des schweizerisch-französischen Architekten und Stadtplaners Le Corbusier (1887-1965) zum Welterbe ernannt werden. Der internationale Corbusier-Antrag wurde schon zweimal abgelehnt, zuletzt 2011. An der überarbeiteten Form haben sich jetzt sieben Staaten von drei Kontinenten beteiligt. Er betont die herausragende Bedeutung Le Corbusiers für die Architektur des 20. Jahrhunderts.
9:54
Die neue Normalität in der Türkei
A man takes a selfie next to a military vehicle in front of Sabiha Airport, in Istanbul, Turkey July 16, 2016.  REUTERS/Baz Ratner
9:29
«Mir geht es nicht gut, ich bin nur am Weinen»
Watson-Redaktor Sandro Zappella hatte Kontakt mit einer türkischen Kollegin in Istanbul:

Wie geht es dir?
Mir geht es nicht gut, ich bin nur am Weinen, ich war am Taksim.

Denkst du, es war ein inszenierter Putsch?
Ich denke es. Manchmal. Aber fünf Bomben aufs Parlament, fast 400 Leute sind gestorben. Und drei Bombenangriffe in Istanbul. Helikopter haben auf unschuldige Leute geschossen. Die Leute sind so wütend. Sie hassen sich gegenseitig. Und werden sich gegenseitig töten.

Bist du verletzt?
Nein, nur kleine Wunden am Körper. Aber ich denke, ich werde bald sterben. Ich war am Flughafen als eine Bombe explodierte gab. Ich war am Taksim, als die Helikopter zu feuern begannen. Ich habe keine Angst zu sterben. Ich habe nur Angst, meine Leute sterben zu sehen.
9:09
90 Tote und über 1150 Verletzte
Beim Putschversuch in der Türkei sind nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu mindestens 90 Menschen getötet worden. Es gebe zudem 1154 Verletzte. Am Hauptquartier der Gendarmerie in Ankara starben laut Regierungskreisen 16 mutmassliche Putschisten. 1563 mutmassliche Teilnehmer des Putsches aus den Reihen der Streitkräfte wurden festgenommen. Fünf Generäle und 29 Oberste seien ihrer Posten enthoben worden.
epa05427228 Turkish police arrest Turkish soldiers at the Taksim Square in Istanbul, Turkey, 16 July 2016. Turkish Prime Minister Yildirim reportedly said that the Turkish military was involved in an attempted coup d'etat. The Turkish military meanwhile stated it had taken over control.  EPA/TOLGA BOZOGLU
Am Samstagmorgen erklärte die türkische Regierung den Putsch für gescheitert. Laut Anadolu ergaben sich fast 200 unbewaffnete Putsch-Soldaten, die sich im Hauptquartier der Streitkräfte in Ankara verschanzt hatten. Ministerpräsident Binali Yildirim rief das Parlament für Samstag zu einer Sondersitzung zusammen. «Die Situation ist weitgehend unter Kontrolle», sagte er. General Ümit Dündar werde kommissarisch neuer Militärchef, meldete Anadolu.
8:57
Reaktionen aus dem Ausland




8:49
Gülen bestreitet Beteiligung
Recep Tayyip Erdogan hat seinen in den USA lebenden Erzfeind Fethullah Gülen beschuldigt, hinter dem Aufstand zu stehen. Dessen Bewegung bestritt umgehend jede Beteiligung. Er habe in den vergangenen Jahrzehnten selbst mehrere Militärputsche in seinem Heimatland miterleben müssen, daher sei die Behauptung, er sei in den Staatsstreich verwickelt, «besonders beleidigend», erklärte der in den USA lebende Geistliche in der Nacht zum Samstag.
epa04139891 A handout picture made avaliable on 25 March 2014 provided by Zaman Turkish Daily newspaper shows Fethullah Gulen, an Islamic opinion leader and founder of the Gulen movement, poses during an interview at his residence in Pennsylvania, USA, 15 March 2014. Turkish Prime Minister Erdogan is considering banning YouTube and Facebook after local elections at the end of this month. Leaked recordings, which have not been verified, link Erdogan and his allies to corruption and attempts to control the media. Erdogan has blamed the leaks on followers of US-based Muslim cleric Fethullah Gulen, a one-time ally, but now a foe. Gulen denies the allegations.  EPA/SELAHATTIN SEVI/ZAMAN DAILY NEWSPAPER / HANDOUT   EDITORIAL USE ONLY
«Ich weise solche Anschuldigungen kategorisch zurück», betonte Gülen. Er verurteile den Putschversuch «auf das Schärfste». Er bete dafür, dass sich die Lage in der Türkei schnell und friedlich kläre. Gülen hatte sich 2013 mit Erdogan überworfen, als die Justiz umfassende Korruptionsermittlungen zu Politikern und Geschäftsleuten aus dem Umfeld des damaligen Regierungschefs eingeleitet hatte. Erdogan warf dem Prediger einen Putschversuch vor und liess tausende Polizisten, Staatsanwälte und Richter, die angeblich zur Gülen-Bewegung gehörten, entlassen oder versetzen.
8:44
Erdogan ist allein schuld
Der amerikanische Türkeikenner Michael Rubin hat für das Magazin «Foreign Policy» den Putschversuch analysiert. Die Putschisten hätten geglaubt, sie müssten die Türkei vor einer zunehmend abgehobenen und ideologischen Führung retten: «Erdogan versprach, für alle Türken zu regieren, aber das tut er zunehmend nicht mehr.»

8:28
EDA passt Hinweise an
Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) hat seine Hinweise für Türkeireisende an die aktuelle Lage angepasst. Hier der entsprechende Text:

«Am Abend des 15. Juli 2016 ist in der Türkei ein Putschversuch verübt worden. Die Lage ist unübersichtlich. Halten Sie sich über die Medien auf dem Laufenden, bleiben Sie in Kontakt mit Ihrem Reiseveranstalter und befolgen Sie die Anweisungen der lokalen Behörden (z.B. Ausgangssperren). Auskunft über die Flugverbindungen erteilen die Fluggesellschaften.»

Das Aussendepartement hat eine telefonische Auskunftsstelle für Touristinnen, Touristen und Angehörige eingerichtet, die keinen Kontakt zu Türkei-Reisenden haben. Die Helpline ist über die Rufnummern 0041 800 247 365 und 0041 58 465 33 33 erreichbar. Bis zum frühen Morgen gingen rund 160 Anfragen ein.

Für Informationen zu Flügen verwies das EDA auf die Fluggesellschaften. Die Fluggesellschaft Swiss hat für Samstag alle Flüge nach Istanbul gestrichen. Flüge von Swiss und Edelweiss Air Flüge zu den Feriendestinationen Bodrum, Antalya und Izmir sollen bis auf weiteres planmässig stattfinden.
8:19
Erdogans Rückkehr
Ein Bericht von Al Jazeera über die Rückkehr von Präsident Recep Tayyip Erdogan nach Istanbul:
7:43
Geiselnahme beendet
Der Stabschef des türkischen Militärs, der während des Putschversuchs als Geisel genommen wurde, sei befreit worden, meldet ein Regierungsvertreter. Der befreite Armeechef Hulusi Akar sei an einen sicheren Ort gebracht worden, berichtete der private Fernsehsender CNN Türk. Demnach fand die Befreiung während eines Einsatzes am Luftwaffenstützpunkt Akinci nordwestlich der Hauptstadt Ankara statt.
7:43
In Ankara kehrt noch keine Ruhe ein
Die Regierung bezeichnete den Versuch von Teilen des Militärs, die Macht an sich zu reissen, als gescheitert. In der Nähe des Präsidentenpalastes in Ankara gebe es aber noch Probleme, sagte Präsident Recep Tayyip Erdogan am Morgen am Atatürk-Flughafen in Istanbul. In der Nähe des Palastes sollen Kampfjets Bomben abgeworfen haben. Über Opfer und Schäden gab es zunächst keine näheren Angaben. Ministerpräsident Binali Yildirim rief das Parlament für Samstag zu einer Sondersitzung zusammen.

Zivilisten in Ankara suchen Deckung, als Schüsse fallen:
People take cover as shots are fired in Ankara, Turkey July 16, 2016.  REUTERS/Tumay Berkin
7:40
EU stärkt Erdogan den Rücken
Die EU-Staaten stellten sich auf dem Asien-Europa-Gipfel (Asem) in Ulan Bator voll hinter «die demokratisch gewählte Regierung» von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan.
European Union flags are lowered at half-mast in honor of the victims of the Bastille Day truck attack in Nice, outside the EU Commission headquarters in Brussels, Belgium, July 15, 2016.  REUTERS/Francois Lenoir
7:39
Militär-Angehörige verlieren ihre Posten
Laut türkischen Offiziellen wurden 29 Militärs im Dienstrang eines Oberst und fünf Generäle von ihren Posten enthoben.
7:37
Hauptquartier des Militärs unter Kontrolle der Regierungstruppen
Das Hauptquartier des türkischen Militärs sei unter Kontrolle der Regierungstruppen, meldet ein Regierungsvertreter. Kleine Gruppen würden weiter Widerstand leisten.
7:35
Turkish Airlines soll wieder fliegen
Erdogan zufolge hat die Fluggesellschaft Turkish Airlines ihre Flüge wieder aufgenommen.
ARCHIV --- ZUR MELDUNG, DASS MEHRERE MENSCHEN AM ATATUERK FLUGHAFEN IN ISTANBUL BEI MINDESTENS ZWEI EXPLOSIONEN VERLETZT WURDEN, STELLEN WIR IHNEN AM DIENSTAG 28. JUNI 2016 FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG. - epa03701348 Turkish Airlines planes at the Ataturk Airport during the Turkish Airlines workers' strike in Istanbul, Turkey 15 May 2013.  EPA/TOLGA BOZOGLU
7:10
Der Putschversuch sei ein Grund das Militär zu «säubern»
Turkish President Tayyip Erdogan addresses during an attempted coup in Istanbul, Turkey July16, 2016. REUTERS/Huseyin Aldemir
Erdogan selbst meldete sich noch in der Nacht vor Journalisten zu Wort. Es handle sich um einen «Aufstand einer Minderheit in der Armee» sagte er. Der Putschversuch sei ein Grund das Militär zu «säubern». Erdogan sagte, er habe sich zuvor in einem Hotel in Marmaris an der türkischen Mittelmeer-Küste aufgehalten. Kurz nach seiner Abreise sei das Hotel bombardiert worden.

Erdogan rief die Türken auf, sich der versuchten Machtübernahme auf der Strasse entgegenzustellen. Zahlreiche Menschen folgten diesem Ruf Erdogans - und so standen sich unter anderem auf dem Taksim-Platz in Istanbul einmal mehr Gegner und Anhänger der türkischen Regierung gegenüber.

Später trat er am Flughafen noch einmal vor seine Anhänger. «Der Präsident, den 52 Prozent der Menschen ins Amt gebracht haben, hat die Macht», sagte er. «Sie werden keinen Erfolg haben solange wir ihnen entgegenstehen, indem wir alles riskieren.»
7:03
Verschiedene Zahlen zu den Festnahmen
Die Angaben über die Zahl der Verhafteten gehen zum Teil weit auseinander. Das Justizministerium in Ankara teilte mit, 754 Militärangehörige seien festgenommen worden.
6:59
Donald Tusk über den Putschversuch
EU-Kommissionspräsident Donald Tusk hat sich besorgt über den Putschversuch in der Türkei und die Konsequenzen geäussert. Tusk äusserte sich am Samstag zum Abschluss des Asien-Europa-Gipfels (Asem) in der mongolischen Hauptstadt Ulan Bator.

«Die Lage scheint unter Kontrolle, aber die Situation ist weit von einer Stabilisierung entfernt», sagte Tusk. Die Spannungen und die Herausforderungen in der Türkei könnten nicht mit Waffen gelöst werden. «Ein Militärputsch hat keinen Platz in der modernen Türkei.»

Es sei zu früh, so wolle er nicht über die Auswirkungen spekulieren. Die Frage sei aber, «was für eine Türkei aus dieser Krise herauskommt», sagte Tusk. Wie die Türkei damit umgehe, werde entscheidend für das Land sein und die Beziehungen zur Europäischen Union. «Unsere Hoffnung ist, die Türkei als zentralen Partner zu behalten», sagte der EU-Kommissionspräsident. (sda/dpa)
European Council President Donald Tusk attends a news conference at the Delegation of the European Union to China in Beijing, July 13, 2016.  REUTERS/Thomas Peter
6:51
Mindestens 60 Menschen gestorben
Bei dem Putschversuch des türkischen Militärs sind nach Angaben eines hochrangigen Regierungsvertreters bisher mindestens 60 Menschen gestorben. Der türkische Justizminister liess verlauten, 336 Personen seien verhaftet worden.

Die Putschisten erklärten in einer Email, dass sie weiter kämpfen. Sie riefen die Bevölkerung auf, zu ihrer eigenen Sicherheit in Räumen zu bleiben. Die Gruppe nennt sich «Bewegung für Frieden in der Heimat». Die Mail hat den Absender des Pressebüros des Generalstabs des Militärs. (sda/dpa/reu)
Supporters of Turkey's President Recep Tayyip Erdogan, protest in Istanbul's Taksim square, early Saturday, July 16, 2016. President Erdogan told the nation Saturday that his government was working to crush a coup attempt after a night of explosions, air battles and gunfire across the capital. (AP Photo/Emrah Gurel)
6:50
Neuer kommissarischer Militärchef
In der Türkei übernimmt nach dem Putschversuch ein neuer Militärchef kommissarisch das Kommando. Der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge wurde General Ümit Dündar als Militärchef ernannt.

Wo sich der bisherige Chef des Generalstabs Hulusi Akar aufhielt, war unklar. In der Nacht hatte der Ministerpräsident noch gesagt, Akar habe die Kontrolle und gehöre nicht zu den Putschisten. (sda/dpa/reu)
6:25
Über 40 Tote bei Putschversuch in der Türkei
Was zum jetzigen Zeitpunkt bekannt ist:

Bei einem Putschversuch von Streitkräften in der Türkei gegen Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat es zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Doch scheint die türkische Regierung die Lage am Morgen wieder unter Kontrolle zu haben.

Die Situation ist weiterhin unübersichtlich. In der türkischen Metropole Istanbul haben sich mehrere zunächst an dem Putschversuch beteiligte Soldaten offenbar ergeben. Im Fernsehen war zu sehen, wie einige an der Bosporus-Brücke von Polizisten abgeführt wurden. Auf der Brücke, die Asien und Europa verbindet, waren in der Nacht Panzer aufgefahren.

Der türkische Sender NTV berichtete jedoch gleichzeitig, dass in der Nähe des Präsidentenpalastes in Ankara Bomben abgeworfen wurden. Über dem Stadtteil Bestepe, in dem der Präsidentenpalast liegt, stieg dichter schwarzer Rauch auf. Erdogan hielt sich zum Zeitpunkt des Angriffes in Istanbul auf. Medienberichten zufolge kann man in Istanbul und Ankara weiterhin Schüsse und Explosionen hören.

Nach Angaben des Senders NTV kamen allein in der Hauptstadt Ankara 42 Menschen ums Leben. Der Sender bezog sich auf einen Staatsanwalt im Distrikt Golbasi.

Die türkische Regierung verkündete am frühen Morgen, der Putschversuch sei abgewendet. Ministerpräsident Binali Yildirim sagte nach Angaben aus dem Präsidialamt: «Die Situation ist weitgehend unter Kontrolle.»

Putschisten eine «kleine Gruppe»

Aus dem Präsidialamt hiess es, bei den Putschisten handele es sich «um eine kleine Gruppe» von Offizieren aus der Gendarmerie und der Luftwaffe, die der Bewegung des im US-Exil lebenden Predigers Fethullah Gülen nahestünden. Ein Sprecher des türkischen Geheimdienstes MIT sagte dem Sender CNN Türk, der Putschversuch sei «abgewendet». Der Sender berichtet unter Berufung auf Ministerpräsident Binali Yildirim, dass ein General, der zu den Putschisten gehörte, in der Nacht getötet wurde. 130 Menschen seien festgenommen worden.

Der türkische Staatspräsident Erdogan will nach Darstellung seines Sprechers vom frühen Morgen «in den nächsten Stunden» ein Statement zu dem Putschversuch abgeben. Während des Putschversuchs hatte es aus dem Präsidialamt geheissen, der Präsident sei in der Türkei und in Sicherheit. Er sei nicht abgesetzt.

Am frühen Morgen wurde Erdogan nach seiner Ankunft in Istanbul von zahlreichen jubelnden Anhängern am Atatürk-Flughafen empfangen, wie der türkische Sender NTV berichtete.

Erdogan macht Gülen für Putsch verantwortlich

Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat die Bewegung des im US-Exil lebenden Predigers Fethullah Gülen für den Putschversuch in der Türkei verantwortlich gemacht. «Das war die Parallelorganisation höchstpersönlich», sagte Erdogan am Samstagmorgen in Istanbul. «Sie werden einen sehr hohen Preis für diesen Verrat zahlen.»

Gülen ist ein einstiger Verbündeter Erdogans. Beide haben sich aber 2013 überworfen. Gülen - der in der Türkei inzwischen als Terrorist gilt - verurteilte den Putschversuch auf das Schärfste.

Putschversuch begann Freitag Nacht

Teile der Armee hatten die Übernahme der Macht verkündet, das Kriegsrecht ausgerufen und eine Ausgangssperre verhängt. Soldaten bezogen an strategisch wichtigen Punkten in Istanbul und Ankara Stellung, in beiden Städten waren Kampfflugzeuge und Hubschrauber am Himmel zu sehen.

Medienberichten zufolge wurde das Parlament in Ankara bombardiert, in Istanbul eröffneten Soldaten an einer Bosporus-Brücke das Feuer auf eine Menschenmenge.

Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan rief in einem live übertragenen Telefonanruf beim Sender CNN Türk das Volk zu öffentlichen Versammlungen gegen die Putschisten auf.

«Das ist ein Angriff gegen die türkische Demokratie», hatte das Präsidialamt mitgeteilt. «Eine Gruppe innerhalb der Streitkräfte hat ausserhalb der Kommandostr
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6:15
SWISS streicht heute alle Flüge nach Istanbul
Die Fluglinie SWISS streicht heute, Samstag, aufgrund der Situation in der Türkei alle Flüge nach Istanbul. Die Fluglinie wird die betroffenen Passagiere davon unterrichten.

SWISS und Edelweiss Air Flüge zu den Feriendestinationen Bodrum, Atalya und Izmir sollen bis auf weiteres planmässig fliegen. Alle Passagiere, die mit diesen Fluglinien heute in die Türkei fliegen wollen, können ihre Flüge jedoch kostenlos stornieren oder umbuchen.

Die deutschen Fluglinien Lufthansa, Eurowings und Air Berlin sagten in der Nacht zu Samstag Flüge aus der Türkei und in das Land hinein ab. «Wir werden bis morgen Mittag 12 Uhr alle Verbindungen von und in die Türkei streichen», sagte ein Lufthansa-Sprecher. «Danach werden wir sehen, wie sich die Lage weiterentwickelt.»

In den türkischen Ferienzentren war die Lage nach Angaben der Tui ruhig. Der Reiseveranstalter Thomas Cook forderte die Urlauber jedoch auf, «vorsichtshalber bis auf weiteres in ihren Hotels zu bleiben». (sda/dpa)
People on a observation deck welcome a new Bombardier CS100 passenger jet of Swiss airlines upon its arrival at Zurich airport near the town of Kloten, Switzerland July 1, 2016. REUTERS/Arnd Wiegmann
4:00
Zwischenstand: Nichts ist klar nach dem Putschversuch in der Türkei
In der Türkei haben Streitkräfte einen Putschversuch gestartet. Die Regierung verkündete, der Putsch sei abgewendete. Die Lage ist aber weiterhin unübersichtlich.

Nach einem Putschversuch von türkischen Streitkräften gegen Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan haben sich in der Nacht zum Samstag die Ereignisse überschlagen. Es gab Berichte über Tote und Verletzte sowie schwere Explosionen in Istanbul und Ankara.

Die türkische Regierung behauptete am frühen Morgen, den Putschversuch abgewendet zu haben. Ministerpräsident Binali Yildirim sagte nach Angaben aus dem Präsidialamt: «Die Situation ist weitgehend unter Kontrolle.» Allerdings war die Lage auch am frühen Morgen noch völlig unübersichtlich.

Berichten zufolge gab es in Istanbul immer noch Gefechte. Ausserdem drangen Soldaten in das Redaktions-Gebäude des Sender CNN Türk in Istanbul ein, der Sender wurde geräumt. Aus dem Studio des Senders waren Schüsse und laute Tumulte zu hören.

Putschisten eine «kleine Gruppe»

Aus dem Präsidialamt hiess es, bei den Putschisten handele es sich «um eine kleine Gruppe» von Offizieren aus der Gendarmerie und der Luftwaffe, die der Bewegung des im US-Exil lebenden Predigers Fethullah Gülen nahestünden. Ein Sprecher des türkischen Geheimdienstes MIT sagte dem Sender CNN Türk, der Putschversuch sei «abgewendet».

Der türkische Staatspräsident Erdogan wollte nach Darstellung seines Sprechers vom frühen Morgen «in den nächsten Stunden» ein Statement zu dem Putschversuch abgeben. Während des Putschversuchs hatte es aus dem Präsidialamt geheissen, der Präsident sei in der Türkei und in Sicherheit. Er sei nicht abgesetzt.

Am frühen Morgen wurde Erdogan nach seiner Ankunft in Istanbul von zahlreichen Anhängern am Atatürk-Flughafen empfangen, wie der türkische Sender NTV berichtete.

Erdogan macht Gülen für Putsch verantwortlich

Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat die Bewegung des im US-Exil lebenden Predigers Fethullah Gülen für den Putschversuch in der Türkei verantwortlich gemacht. «Das war die Parallelorganisation höchstpersönlich», sagte Erdogan am Samstagmorgen in Istanbul. «Sie werden einen sehr hohen Preis für diesen Verrat zahlen.»

Gülen ist ein einstiger Verbündeter Erdogans. Beide haben sich aber 2013 überworfen. Gülen - der in der Türkei inzwischen als Terrorist gilt - verurteilte den Putschversuch auf das Schärfste.

Putschversuch begann Freitag Nacht

Am späten Abend hatten türkische Streitkräfte mit einem Putschversuch gegen Erdogan begonnen, wie das Militär nach Angaben der privaten Nachrichtenagentur DHA mitteilte. Das Präsidialamt und Regierungsvertreter bestritten dies allerdings. Erdogan rief in einem live übertragenen Telefonanruf beim Sender CNN Türk das Volk zu öffentlichen Versammlungen gegen die Putschisten auf.

«Das ist ein Angriff gegen die türkische Demokratie», hatte das Präsidialamt mitgeteilt. «Eine Gruppe innerhalb der Streitkräfte hat ausserhalb der Kommandostruktur einen Versuch unternommen, die demokratisch gewählte Regierung zu stürzen.»

Schüsse und Explosionen

In Istanbul waren nach Augenzeugenberichten Schüsse in den Strassen zu hören. Kampfjets flogen im Tiefflug über die Stadt. Gegen 02.40 Uhr Ortszeit (01.40 MESZ) wurde Istanbul von einer schweren Explosion erschüttert.

Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete, bei einem Luftangriff der Putschisten auf das Hauptquartier der Spezialkräfte der Polizei in Ankara seien 17 Polizisten getötet worden. Ausserdem sei ein Hubschrauber der Putschisten in Ankara von F-16-Kampfflugzeugen abgeschossen worden.

Die Nachrichtenagentur DHA berichtete, in Istanbul seien sechs Zivilisten durch Schüsse getötet und fast hundert verletzt worden. Die Toten und Verletzten seien in ein Krankenhaus auf der asiatischen Seite der Stadt eingeliefert worden. Der Sender NTV berichtete, 13 Soldaten seien bei dem Versuch festgenommen worden, ins Präsidialbüro in Anka
2:33
Ministerpräsident Yildirim: Lage "weitgehend unter Kontrolle"
Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim sagte nach Angaben aus dem Präsidialamt: «Die Situation ist weitgehend unter Kontrolle.»

Yildirim sprach in der Nacht zum Samstag von einem Akt der Rebellion durch Anhänger des in den USA lebenden muslimischen Geistlichen Fethullah Gülen, der als erbitterter Widersacher von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan gilt.

Eine Gülen nahestehende Organisation in den USA hat allerdings eine Verwicklung in einen Putschversuch abgestritten. Yildirim sagte dem Sender NTV ferner, über der Hauptstadt Ankara sei eine Flugverbotszone eingerichtet worden. (sda/dpa)
2:25
Präsidentenflugzeug wieder Istanbul gelandet
Nachdem das Flugzeug des türkischen Präsidenten Erdogan Endlosschlaufen über dem Marmarameer geflogen hatte, ist es jetzt wieder in Istanbul gelandet.
Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan ist mit seinem Flugzeug auf einem Flughafen in Istanbul gelandet. Das verlautete in der Nacht zum Samstag aus dem türkischen Präsidialamt.

Medienberichten zufolge war der Staatschef zum Urlaub im Badeort Marmaris an der Mittelmeerküste, als ein Teil der Armee am Freitagabend in der Hauptstadt Ankara die Übernahme der Macht im Land verkündete. (sda/afp)
Glorreiche Landung?
von Philipp Dahm
Erdogan-Anhänger strömen zum Flughafen Atatürk, wo der Präsident ankommen soll, berichtet Euronews. Seine Maschine soll in diesen Minuten aufsetzen.
Ich lege mich fest: Erdogan 1 - Putschisten 0
von Philipp Dahm
Wenn Erdogan in Istanbul landet, dann sich nicht, weil er dort nicht sicher ist. TRT darf in Ankara das Ende des Coups ausrufen und augenscheinlich sind die abtrünnigen Soldaten nicht bereit, im grossen Stil auf ihre Landsleute auf den Strassen zu schiessen– die Ablösung Erdogans könnte gescheitert sein. Und wenn sie das ist, haben die Gegner des Präsidenten diesen mit ihrer Aktion vielmehr noch gestärkt.
Präsidentenflugzeug offenbar im Sinkflug Richtung Istanbul
Sinkflug Richtung Istanbul!
2:08
TRT wieder auf Sendung
Der staatliche Fernsehsender TRT ist wieder auf Sendung. Offenbar haben die Putschisten die Kontrolle über den Sender wieder verloren.
Ahhh, CNN!
von Philipp Dahm
Die vielleicht wichtigste Headline zum versuchten Coup lesen wir – natürlich – bei CNN: «American trapped in Istanbul» FFS!!!
Das Präsidentenflugzeug in einer Endlosschlaufe über dem Marmarameer
Erdogans Endlosschlaufe
Putschisten im Hintertreffen?
von Philipp Dahm
Euronews zeigt Bilder von Polizisten, die Soldaten verhaften. in Ankara besetzen Bürger Panzer. Überall scheinen die Leute auf die Strasse zu gehen. TRT sendet wieder, eine Moderatorin sagt, Militärs hätten sie gezwungen, deren Verlautbarungen zu verlesen. Das sind aber bloss Eindrücke aus der Ferne ...
Tanks move into position as Turkish people attempt to stop them, in Ankara, Turkey, early Saturday, July 16, 2016. Turkey's armed forces said it "fully seized control" of the country Friday and its president responded by calling on Turks to take to the streets in a show of support for the government. A loud explosion was heard in the capital, Ankara, fighter jets buzzed overhead, gunfire erupted outside military headquarters and vehicles blocked two major bridges in Istanbul. (AP Photo)
1:49
Parlamentsgebäude in Ankara von einer Bombe getroffen
Auf das Parlamentsgebäude in Ankara hat es einen Bombenangriff gegeben, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Zudem soll ein Helikopter einen Angriff auf das Gebäude geflogen haben.
1:43
Zwischenstandsmeldung zur Lage in der Türkei
Während des laufenden Militärputschs in der Türkei haben Kampfflugzeuge in der Nacht zu Samstag einen Helikopter der Putschisten abgeschossen, hiess es aus dem Umfeld der Präsidentschaft. Soldaten sollen das Feuer auf eine Menschenmenge eröffnet haben.

Die Lage in der Türkei ist nach wie vor unübersichtlich. In Istanbul schossen Soldaten auf Gegner des Militärputschs nahe einer Bosporus-Brücke, dabei gab es Verletzte, wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Die Nachrichtenagentur DHA berichtete, Soldaten hätten das Feuer auf eine Gruppe Menschen eröffnet, die die Bosporus-Brücke in Istanbul zu Fuss überqueren wollten.

In Istanbul waren zudem Schüsse und Explosionen zu hören. Reporter berichteten dem Klang nach zu urteilen wurden auch schwere Waffen eingesetzt. Hubschrauber kreisten über der Stadt.

Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete, bei einem Luftangriff der Putschisten auf das Hauptquartier der Spezialkräfte der Polizei in Ankara seien 17 Polizisten getötet worden.

Vier Soldaten - darunter ein Offizier - seien beim Versuch, das Gebäude des staatlichen Senders TRT in Istanbul einzunehmen, von Bürgern und Polizisten «neutralisiert» worden.

Putschversuch eines ehemaligen Stabsoffiziers?

Der Putschversuch in der Türkei ist nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu von einem kürzlich aus dem Generalstab abberufenen Stabsoffizier geplant worden. Der Name wurde mit Muharrem Köse angegeben. Auch weitere Mitputschisten wurden namentlich genannt. Der entlassene Stabsoffizier habe im Generalstab die Funktion eines juristischen Beraters inne gehabt.

In einem Interview des Senders CNN Türk hat der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan Anhänger des in den USA lebenden Predigers Fethullah Gülen für den Putschversuch verantwortlich gemacht.

Das Präsidentenamt teilte auf Twitter mit, die Justizbehörden hätten die Anweisung erlassen, die Verantwortlichen für den Putschversuch festzunehmen. (sda/dpa/afp)
1:39
Unglaublich: Was immer auch passiert, Hauptsache Selfie
Wo fliegt Erdogan hin - falls er fliegt?
von Kian
Hier kannst du Erdogans Präsidentenmaschine verfolgen.
https://www.flightradar24.com/THY8456/a5a3952
1:34
Wenn du am Atatürk-Airport übers Rollfeld laufen kannst
Ankara: Bürger besetzen anscheinend Panzer
von Philipp Dahm
In Ankara sind Panzer zum Teil von Menschen in Beschlag genommen worden, die anscheinend gegen den Putsch sind. Jets jagen im Tiefflug über die Stadt. Schüsse fallen. Dramatische Bilder im Periscope-Stream eines Türken: https://www.periscope.tv/deomnyk/1OdJrbrRYBwJX
1:30
epa05427108 Turkish soldiers stand guard at the Taksim Square in Istanbul, Turkey, 16 July 2016. Turkish Prime Minister Yildirim reportedly said that the Turkish military was involved in an attempted coup d'etat. The Turkish military meanwhile stated it had taken over control.  EPA/SEDAT SUNA
Pro-Erdogan-Demonstranten in Istanbul umringt von türkischen Soldaten.
1:24
Reisehinweis des Bundes zur aktuellen Lage in der Türkei
"Am Abend des 15. Juli 2016 ist in der Türkei ein Putschversuch verübt worden. Die Lage ist unübersichtlich. Halten Sie sich über die Medien auf dem Laufenden, bleiben Sie in Kontakt mit Ihrem Reiseveranstalter und befolgen Sie die Anweisungen der lokalen Behörden (z.B. Ausgangssperren). Auskunft über die Flugverbindungen erteilen die Fluggesellschaften."
Wie gespalten ist das Militär?
von Philipp Dahm
CNN und nun auch BBC berichten, ein Kampfjet habe über Istanbul einen Armee-Helikopter der Putschisten abgeschossen. Diese Information ist aber unbestätigt und mit Vorsicht zu geniessen.
Verwirrung allenthalben
von Philipp Dahm
Menschenmengen auf Live-Bildern, aber für oder gegen wen sie sind, ist nicht ersichtlich. Das Erdogan-Lager versucht nach wie vor, den Putsch als Aktion einer kleinen Gruppen innerhalb des Militärs abzutun. Landesweit scheinen Meschen trotz Ausgangssperre gegen den Coup auf die Strasse zu gehen, während Istanbul und Ankara von Soldaten kontrolliert werden, die Erdogans Ablösung unterstützen. Sofern man das von hier aus beurteilen kann ...
1:15
17 Polizisten bei Helikopter-Angriff getötet
Bei einem Helikopter-Angriff der Putschisten auf eine Polizeistation sollen 17 Polizisten getötet worden sein, berichtet die Nachrichtenagentur AP.
Aber nach wie vor gilt: Die Nachrichtenlage ist total unübersichtlich.
1:12
Türkisches Militär feuert auf Menschenmenge
Türkisches Militär feuert in Menschenmenge in Istanbul, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Anderen Medienberichten zufolge, soll ein Kampfhelikopter der Putschisten von einer F-16 abgeschossen worden sein. Weiter heisst es, Präsident Erdogan sei an einem sicheren Ort.
1:08
Türkischer Oppositionsführer ist gegen den Putsch
Der türkische Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu soll sich gegen den Putschversuch ausgesprochen haben. Nach Angaben der Nachrichtenagentur DHA sagte er am Freitag: «Dieses Land hat viel unter Putschen gelitten. Wir wollen nicht, dass es die gleichen Probleme wieder erlebt.» Kilicdaroglu ist Chef der Mitte-Links Partei CHP, die traditionell dem Militär nahe steht. (sda/dpa)
0:58
Anführer des Putsches festgenommen?
Ministerpräsident Binali Yıldırım erklärt laut Medienberichten, dass einige Anführer des Putsches festgenommen worden.
«Einige Rädelsführer des Putsches sind festgenommen worden. Die Demokratie wird gewinnen», sagte Yildirim nach Angaben aus dem Präsidentenpalast. Die Verantwortlichen würden bestraft werden. Die Nachrichtenlage aus der Türkei ist aber nach wie vor unübersichtlich.
Trabzon ist pro Erdogan
von Philipp Dahm
Trabzon, eine 240'000-Einwohner-Stadt im Norden, ist laut eines Euronews-Korrespondents pro Erdogan: Die Menschen gehen demnach auf die Strasse, solidarisieren sich mit der Polizei und Moschen rufen zum Widerstand gegen den Putsch auf.
Zum Vergleich: Zahlen vom Putsch 1980
von Philipp Dahm
- Das Parlament wurde aufgelöst.
- Alle politischen Parteien wurden verboten und deren Vermögen beschlagnahmt.
- 650.000 Personen wurden festgenommen.
- 1.683.000 Personen wurden polizeilich registriert.
- In 210.000 Prozessen wurden 230.000 Personen vor Gericht gestellt.
- Für 7.000 Personen wurde die Todesstrafe gefordert.
- 517 Personen wurden zum Tode verurteilt.
- 50 Personen wurden erhängt
- 71.000 Personen wurden wegen Meinungsdelikten vor Gericht gestellt.
- 98.404 Personen wurden als „Anhänger illegaler Organisationen“ vor Gericht gestellt.
- 388.000 Personen wurde ein Reisepass verweigert.
- 30.000 Personen wurden entlassen, weil sie „verdächtig“ seien.
- 14.000 Personen wurden aus der Staatsbürgerschaft entlassen.
- 30.000 Personen flohen ins Ausland.
- 300 Personen wurden durch unbekannte Täter ermordet.
- 171 Personen starben unter Folter.
- 937 Filme wurden verboten.
- 23.677 Vereine wurden geschlossen.
- 3.854 Lehrer und Lehrerinnen, 120 Universitätsdozenten und 47 Richter wurden entlassen.
- 39 Zeitungen und Zeitschriften wurden verbrannt.
- 133.607 Bücher wurden verbrannt.
- 299 Personen starben im Gefängnis.
- 14 Personen starben beim Todesfasten.
- 160 Personen starben unter verdächtigen Umständen.
- 95 Personen wurden bei einem Schusswechsel erschossen.
- 43 Personen begingen Selbstmord in Polizeihaft.

Danke User Rodolfo für den Input! Quelle: Wikipedia
0:51
Türkische Soldaten schiessen auf Demonstranten
Türkische Soldaten sollen auf Menschen, die auf der Bosporusbrücke in Istanbul für Erdogan demonstrierten, geschossen haben, meldet die Nachrichten Agentur AP. Es soll Verletzte gegeben haben.
0:47
Gefechte zwischen Polizei und Militär
Nach Angaben des Senders CNN Türk ist es in der türkischen Hauptstadt Ankara zu Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Militär gekommen. Die Armee habe die Polizeidirektion beschossen, hiess es. Augenzeugen berichteten von Panzern in den Strassen der Hauptstadt.
Polizei versus Armee
von Philipp Dahm
Auch Euronews berichtet (wie zuvor erwähnt) von Gefechten zwischen (Erdogan-treuen) Polizeikräften und dem Militär.
Judikative habe Haftbefehl ausgesprochen
von Can
Erneut zitiert Ministerpräsident Binali Yildirim den Präsidenten Erdogan: «Die Judikative hat einen Haftbefehl ausgesprochen. Alle an dieser Offensive Beteiligten werden umgehen verhaftet.»
0:36
Alarmbereitschaft in Griechenland
Griechenland zieht gerade alle seine Soldaten auch in die Kasernen ein.
Sprachrohr zum Zweiten
von Can
Erneutes Zitat von Erdogan: «Einen Putsch mit den vom Volk zur Verfügung gestellten Mitteln zu vollziehen wird alle Beteiligte sehr teuer zu stehen kommen!»

0:33
Explosionen und Schüsse in Ankara
In Ankara soll es zwei Explosionen gegeben haben, berichtet Euronews. Es sollen auch Schüsse fallen. Über Verletzte und Tote ist derzeit noch nichts bekannt.
Der Ministerpräsident als Sprachrohr des Präsidenten
von Can
Binali Yildirim zitiert Recep Tayyip Erdogan: «Ich rufe mein Volk auf, auf die Strasse zu gehen.»


>
Keine Rücksicht auf Kollateralschäden?
von Can
«Wichtige Staatsgebäude werden gerade besetzt. Unsere Sicherheitskräfte sind instruiert, alles daran zu setzen, wieder Herr über deren zu werden – wenn's sein muss auch ohne Rücksicht auf Tote», so Ministerpräsident Binali Yıldırım


Live-Bilder zeigen Schüsse
von Philipp Dahm
Euronews zeigt Live-Bilder einer Brücke in Istanbul. Ein Strom von Männern geht auf sie zu, dann schiessen Soldaten. Die Menge geht in Deckung, zieht sich zurück.
00:09 Uhr: Eine berechtigte Frage
von Willi Helfenberger
00:07
Erdogans will Asyl in Deutschland
00:06 Uhr: Schiesserei nahe des Parlaments in Ankara
von U. Tomaschett
Euronews berichtet von einer Schiesserei, die sich im Moment in der Nähe des Parlamentsgebäudes in Ankara ereignen soll. Auch hier gilt: Eine Verifizierung ist aktuell nur sehr schwer möglich.
Erdogan-Partei AKP will sich im Parlament sammeln, ...
von Philipp Dahm
... meldet Euronews unter Berufung auf türkische Medien. Das wird das Militär aber wohl zu verhindern wissen ...
00:01 Uhr: Stabschef als Geisel genommen
von U. Tomaschett
Im Militär-Hauptquartier in Ankara wurden laut CNN Türk einige Geiseln genommen. Der amtlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge war darunter auch Generalstabschef Hulusi Akarder. In der Nähe des Polizei-Hauptquartiers seien Schüsse zu hören gewesen.
Die Töne des Ministerpräsidenten werden immer bestimmter
von Can
«Nicht lange und wir werden herausfinden, wer dahinter steckt und was die Absichten sind. Wir werden die nötigen Schlüsse ebenso rasch daraus ziehen.»
23:58
Militärhelikopter sollen Feuer auf Ankara eröffnet haben
23:57
Gegensätzliche Aussagen
Während Präsident Erdogan betont, dass nur eine Minderheit des Militärs in den Putsch involviert sei, sagt das Militär aus, dass die gesamte Landesverwaltung übernommen worden sein.
Der türkische Ministerpräsident Binali Yıldırım weiter:
von Can
«Diese Bewegung widerspricht der Demokratie und allen Volksentscheiden. Wie gesagt: Das lassen wir nicht zu. Die Konsequenzen für die Verantwortlichen werden schwer ausfallen.»

Erdogan bittet um Asyl???
von Philipp Dahm
Auch Euronews behauptet unter Berufung auf türkische Medien: Erdogan bittet um Asyl – in Deutschland!?!
Plötzlich ist sich der Ministerpräsident aber ganz sicher
von Can
Binali spricht plötzlich von Tatsachen: «Es handelt sich um eine armee-interne Bewegung. Dieser Bewegung werden wir Einhalt gebieten. Und zwar mit der schwerstmöglichen Konsequenz.»
23:48
Erdogan will angeblich Asyl in Deutschland
Ministerpräsident Binali Yildirims Einschätzung noch vor einer Stunde:
von Can
«Wir gehen von einem armee-internen Problem aus. Es scheint so, dass die Befehlsketten übergangen worden sind. Womöglich handelt es sich um eine ge­set­zes­wid­rigen Protest gewisser Armeeangehöriger.» Yildirim ist der Ministerpräsident.

23:41
Putsch kam überraschend
Der türkische Ministerpräsident twittert munter, wir übersetzen
von Can
«Wir werden keine demokratie-schädigende Aktivitäten zulassen.»

23:37
Erdogan ruft Bevölkerung auf, die Häuser zu verlassen
Was ist mit dem Machtkampf innerhalb des Militärs?
von Philipp Dahm
Auch innerhalb des Militärs sollen soll es zuletzt mehr religiöse Kräfte gegeben haben, was auch die Reaktion Erdogans erklärt. Der meldete sich via Skype-Call im Fernsehen und behauptete, es seien nur wenigen Teile des Militärs in den Putschversuch involviert (Infos via Euronews). In Anbetracht der Tradition der Armee und der ersten Reaktion Washingtons (s. Eintrag 23.22 Uhr) kann man das aber auch getrost bezweifeln!
23:25 Uhr: Erdogan offenbar doch auf Weg nach Istanbul
von U. Tomaschett
Nun also doch: Staatspräsident Erdogan soll auf dem Weg nach Istanbul sein. Das heisst es zumindest von einer regierungsnahen Nachrichtenagentur.
Turkey's President Tayyip Erdogan arrives for the NATO Summit in Warsaw, Poland July 9, 2016.    REUTERS/Kacper Pempel
23:24 Uhr: Im Land wurde das Kriegsrecht verhängt
von U. Tomaschett
Offenbar wurde das Kriegsrecht im Land verhängt. Das berichtet Reuters.
So könnte man die Worte Kerrys auch deuten
von Philipp Dahm
Natürlich ist es spekulativ, aber das könnte auch als Rückendeckung für das Militär interpretiert werden, das Stabilität und besterdings Frieden verspricht. In Sachen erzwungener Absetzung steht die Armee sogar für Kontinuität! Sie hat immer wieder das Zepter übernommen, weil sie sich als Grashüter des Kemalismus versteht.

Das meint die Staatsprinzipien, die Atatürk zugrunde gelegt hat – wie die Trennung von Staat und Kirche. Für Washington könnte so ein Partner eine nicht uninteressante Alternative zu Sultan Erdogan sein. Und warum wissen die sonst immer so gut infomierten Amerikaner eigentlich nicht Bescheid, was im NATO-Partnerland Türkei abgeht? Aber wie gesagt: alles bloss Spekulation!
23:20
Präsident Erdogan soll auf dem Weg sein
23:19 Uhr: Erdogan soll in Kürze ein Statement abgeben
von U. Tomaschett
Aus Regierungskreisen heisst es, Präsident Erdogan werde in Kürze ein Statement zu den aktuellen Ereignissen abgeben. Noch immer ist nicht so recht klar, wo er sich aufhält.
23:18
BBC-Korrespondent zeigt sich sehr erstaunt
23:16
Wegfliegen vom Atatürk-Flughafen derzeit nicht möglich
23:15
Erdogan ist in Sicherheit
Staatspräsident Erdogan soll sich in «Sicherheit» befinden. Das verlautete aus Regierungskreisen. Ausserdem heisst es, nur ein Teil des Militärs habe einen Putschversuch eingeleitet.
23:11
Kampfjets in der Luft
Reporterin Holly Williams muss das Gespräch unterbrechen.
23:09
Erdogan soll das Land verlassen haben
Ob er, wie zunächst berichtet, in den Ferien weilt, ist derzeit noch unklar.
Spannend! So reagieren die USA
von Philipp Dahm
Sky News zeigte eine erste Reaktion von US-Aussenminister John Kerry, der zu Gesprächen mit seinem Kollegen Lawrow in Moskau weilt. «Es steht mir nicht zu, das zu kommentieren», sagte er. Man wisse ja nicht genau, was vor sich gehe. Dann: «Ich hoffe, es wird Stabilität geben, ähm, und Frieden ... Und Kontinuität in der Türkei.» Mehr könne er nicht sagen, weil bis dato nur Hörensagen angesagt sei.
23.02 Uhr: Am Flughafen Atatürk geht nichts mehr
von U. Tomaschett
Es gibt immer mehr Hinweise darauf, dass der Betrieb am Flughafen Atatürk in Istanbul komplett eingestellt wurde. Zudem sind rund um das Flughafengelände Panzer aufgefahren.
23:00
Sturm auf Banken
Laut watson-Redaktor Can Külahcigil sollen im Quartier Atasehir von Istanbul – dort wohnt sein Cousin – alle Bewohner ihr Bargeld abheben gehen. Grund ist die Währung, die aufgrund der aktuellen Vorkommnisse zusammenbrechen könnte. Das könnte Geldbezüge beschränken.
23:00 Uhr: Haupsitz der AKP ist offenbar umstellt
von U. Tomaschett
Soldaten haben unterdessen offenbar auch den Hauptsitz der Regierungspartei AKP umstellt.
22:59
Erdogan in den Ferien
Sein Flugzeug soll am Flughafen Dalaman im Süden der Türkei stehen, dieser sei jetzt unter Armeekontrolle.
22:54
Schüsse von Armeehelikopter
Offenbar soll ein Helikopter der Armee Schüsse auf den Hauptsitz des Generalstabchefs abgegeben haben. Dies um die Befehlskette zu brechen und den Putsch überhaupt vollziehen zu können. Die Polizei habe den Generalstabchef verteidigt und ebenfalls Schüsse abgefeuert. Dies unsere vorläufigen, noch unbestätigten Informationen.
22:45
Staatsfernsehen down
Offenbar ist das Staatfernsehen aus bisher unbekannten Gründen eingestellt worden. Gleichzeitig sei die Website der Armee wegen übermässigem Zugriff zusammengebrochen.
22:40 Uhr: Mehrere Websites down
von U. Tomaschett
Nicht nur Twitter ist in Istanbul derzeit down, offenbar gilt das auch für eine (oder mehrere?) Webseiten der türkischen Armee. Übrigens: Aus türkischen Medienkreisen heisst es, Staatspräsident Erdogan weile derzeit in den Ferien ...
22:38
Augenzeuge bestätigt Helikopter
22:35
Türkisches Militär hat die Macht übernommen
Das hat die Nachrichtenagentur SDA soeben berichtet und auch weitere Medien haben diese Nachricht so kommuniziert.
22:34 Uhr: «Demokratie und Menschenrechte»
von U. Tomaschett
Als Grund für den Putschversuch gibt die Militärspitze an: «Die Bewahrung der demokratischen Ordnung und der Menschenrechte.»
22:32
Twitter soll zumindest in Istanbul nicht mehr laufen
22:31
Erste Statements
Offenbar sei die Regierung derzeit unter Kontrolle der Armee, das berichtet NTV (es ist kein Bild zu sehen, nur die Stimme des Moderators soll zu hören sein). Als Grund geben die Armee-Sprecher an, die Demokratie wahren zu wollen. Weiter heisst es, dass die Erklärung der Armee per Mail an ausgewählte Journalisten erfolgt sei, auch dies ist jedoch noch definitiv überliefert. Vieles ist im Moment sehr unklar, die Informationslage teilweise dürftig.
22:25
Das Handy-Netz soll nicht mehr funktionieren
22:23
Augenzeugen berichten von Militär am Flughafen Atatürk
22:14
Offenbar ein Putschversuch
In der türkischen Metropole Istanbul ist es offenbar zu einem Putschversuch durch eine Gruppe Militärs gekommen. Aus der Stadt erreichen uns Berichte über Schüsse, gesperrte Brücken und Kampfjets und Hubschrauber am Himmel.

(tat)

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